Ute Lemper
Shownotes
Die Wahl-New Yorkerin und vierfache Mutter wurde im westfälischen Münster geboren und studierte nach einer Tanzausbildung in Köln, Schauspiel am renommierten Max Reinhardt Seminar in Wien. Schon als junges Mädchen fand Ute Lemper ihre künstlerische Identität im Westberlin der frühen 80er Jahre – einer Zeit des Umbruchs vor dem Mauerfall, in der sie sich aktiv in der Theaterszene engagierte. 1983 gab sie in der Wiener Original-Produktion von Cats ihr Musical-Debüt, mit der eine beispiellose internationale Bühnenkarriere begann: Es folgten Engagements bei Peter Pan in Berlin und Cabaret in Paris, für das die damals 23jährige Ausnahmekünstlerin den Molière Award als „Best Actress in a Musical“ erhielt. Ganz Paris lag ihr zu Füßen. Liza Minelli besuchte die Premiere, François Mitterand schätzte und bewunderte sie. Unter der Regie von Peter Zadek spielte sie die Hauptrolle in "Der Blaue Engel". Dann: Paris 1988. Das Telefon klingelt. Marlene Dietrich ruft sie an. Die beiden führen ein dreistündiges Telefonat. Welch wertvolles Geschenk für die damals sprachlose 23jährige Ute Lemper. Die Grand Dame machte ihre aufstrebende junge Kollegin ausfindig, um sich für ihre Postkarte zu bedanken, die Ute ihr schrieb, direkt in die Avenue de Montaigne 12, in der Marlene seit 1979 lebte. Sie sprechen über ihr Leben, ihre Arbeit und ihren Stil, ihre Liebe zu Rilke, ihr kompliziertes Verhältnis zu Deutschland, ihre Trauer und ihre Faszinationen. 1992 in Berlin. Sechs Tage vor Utes Lempers Premiere in der Rolle der Lola in Der blaue Engel im Theater des Westens – in eben dieser Rolle, die Marlene 1928 zum Star gemacht hatte – stirbt Marlene Dietrich in Paris. In Berlin findet sie ihre letzte Ruhe.
Ute Lemper – längst selbst ein Weltstar, blickt zurück auf eine facettenreiche wie beeindruckende Karriere und nimmt uns in der Hörbar mit in die Vergangenheit, ihre Liebe zu Kurt Weill & Bertolt Brecht, Berliner Kabarettliedern und dem französischen Chanson, dem argentinischen Tango und ihren eigenen Kompositionen zu Weltliteratur und Poesie, die sie auch an den Broadway, nach Paris und ins Londoner West End brachten. Ob Europa, Amerika oder Asien, ob auf Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch oder Jiddisch, ob solo mit Band, mit Streichquartett oder mit Symphonie Orchester: Ute Lemper begeistert die Menschen weltweit. Wir sind gespannt auf die Musik & Geschichten ihres Lebens.
28.09.26 Ute Lemper mit Vana Gierig (Klavier): Rendezvous mit Marlene, 20 Uhr, Deutsches Theater 20.12. Ute Lemper, Time Traveler, 20 Uhr, Ernst-Reuter-Saal
Playlist 27.09.26 Stevie Wonder - Isn't she lovely Juliane Werding - Am Tag als Conny Kramer starb Al Jarreau - Spain Pink Floyd - Great Gig in the Sky John Legend - Ordinary People Edith Piaf - Sous le ciel de Paris Ute Lemper - Mütter Marlene Dietrich - Ich hab noch einen Koffer in Berlin
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00:00:03: Mein Gott war Musik und diesem wollte ich so nah wie möglich sein.
00:00:10: Aber in dieser Musik habe ich so viel Freiheit, wenn nirgendwo anders erleben.
00:00:14: Also es war niemals destruktiv sondern immer nur inspirierend.
00:00:18: und dann als das Konzept Schule vorbei war und ich dann Studentin war da hab' ich wirklich zum ersten Mal gefühlt dass ich frei gefallen bin.
00:00:25: also der Tag wurde nicht durchgeplant durch das Schulleben sondern ich durfte meinen Tag gestalten und fand diesen freien Fall sehr interessant aber auch beängstigend.
00:00:38: auf jeden Fall dass ich überhaupt keine Haltegriffer hatte und das ich mir dann auch überlegt habe, jetzt möchte ich etwas finden in mir was mich eng an diesem Feuer weiterhin hält.
00:00:51: Es war ja immer so ein Feuer in mir drin und das brannte auch stark.
00:00:56: Und diese Freiheit konnte dieses Feuer... Ich wollte es entfachen!
00:01:00: Es hat es gedämmt vorher, diese Zwangsgeschichten mit Moralität Konventionen und Religionen.
00:01:08: Und jetzt durfte es freilodern, insofern bin ich also nicht tief gefallen.
00:01:19: Herzlich willkommen zu Hörbarust auf Radio Eins!
00:01:22: Zu Gast ist heute die Sängerin Schauspielerin Musical-Darstellerin Jean Sonnier, was habe ich vergessen?
00:01:32: Ute Lemper.
00:01:33: Der Mensch Ute Lemper!
00:01:34: Ja,
00:01:35: der Mutter sein wird auch ein Thema sein.
00:01:38: Das hat etwas mit einem Projekt und einem Song zu tun.
00:01:40: außerdem bist du vierfache Mutter also werden bestimmt auch darüber sprechen und Ich bin selbst ganz gespannt weil dieses Gespräch hier so spontan entstanden ist wie keine andere hörbar zuvor.
00:01:54: Also du warst schon mal hier, diese Sendung gibt es jetzt seit ... und ich bin heute durch Berlin marschiert und habe gesehen dass du hier auftritts und hab gedacht wieso weiß ich nicht das du in der Stadt bist?
00:02:07: Wir hätten dich ja gerne zum Interview eingeladen und dann ging alles ganz schnell und du hast gesagt nach den Proben könnte ich kommen vor dem Konzert morgen.
00:02:14: Und so sitzt du jetzt hier und Ich bin so semi vorbereitet und find's aber auch irgendwie ganz schön dass wir jetzt einfach ein bisschen freestylen.
00:02:21: Ja super!
00:02:22: So spontan, ja?
00:02:23: Das hat gerade in den Planen noch gepasst.
00:02:25: Am Abend hatte ich zwei Stunden frei und ich dachte bevor ich einen wenigen Restaurant sitze... Ach lieber mit dir reden!
00:02:32: Schön
00:02:32: das freut mich.
00:02:33: Und einfach das Leben ein bisschen aufblättern.
00:02:36: Wenn du dich jetzt in einem Restaurant setzt Ich weiß nicht ob du dann eine kleine oder große Entourage mitte hast Oder ob es dir auch ganz lieb ist mal allein zu sein Wirst Du angesprochen Oder eher nicht?
00:02:49: Ist das so, wie verhalten sich Menschen, wenn sie dich erkennen im Restaurant.
00:02:52: Also
00:02:52: ich gehe sehr selten alleine essen.
00:02:54: ja also da würde ich lieber am Supermarkt vorbei mehr schnell was kaufen und im
00:02:58: Hotelzimmer essen
00:03:00: allein also wirklich sehr ungern ganz alleine also nur wenn ich mit Freunden bin oder so.
00:03:06: aber ansonsten bin ich daher jetzt nicht dass ich so im Restaurant warten möchte, lieber zu Hause.
00:03:12: Aber ich werde schon erkannt.
00:03:13: also heute Morgen bin ich angekommen aus New York und am Flughafen direkt gehst du die Immigration.
00:03:19: Direkt fliegt New York Berlin und das sagt mir direkt der Typ, wo man die Passportkontrolle also natürlich digitale Passport sagt.
00:03:26: Ich erkenne sie es.
00:03:28: Ich glaube, wer war türkisch?
00:03:29: Sagt ich habe auch ihr Buch gekauft,
00:03:31: ihre Bibliografie
00:03:32: Und ich bin ein Fan von ihnen.
00:03:33: Ich sage was super lange toll Danke schön ja!
00:03:37: Und ich sah furchtbar aus.
00:03:39: ja für erstes waren acht Stunden Flug.
00:03:42: Ich war in der Economy Class und war völlig verpennt und dann sagte der Typ das zu mir.
00:03:48: jetzt so erkennen, völlig ungeschminkt und die Haare zertaus.
00:03:52: Das war so nett!
00:03:53: Also es war hier in Berlin nicht ab schon so viel gemacht.
00:03:56: Ich glaube ich werde schon... auch erkannt.
00:03:59: Ja,
00:03:59: die Stadt mag dich und du magst sie ja auch?
00:04:02: Also ihr... Du hast hier auch schon mal gelebt in der Zeit lang.
00:04:06: In den Achtzigern und in den Neunzigern natürlich.
00:04:08: Und das ist eigentlich für Menschen wie mich mit die spannendste Zeit gewesen.
00:04:14: Das war vor dem Mauerfall diese Zeit, wo einige Leute als extreme Höhephase oder Hochzeit sehen und andere sagen es war so klaustrophopisch.
00:04:23: Es kam gar nichts neues mehr rein.
00:04:27: der sich immer nur von sich selbst ernährte.
00:04:30: Viele werden gegangen, wenn dann die Mauer nicht gefallen wäre.
00:04:32: Wenn sich da nicht plötzlich eine ganz neue Stadt daraus ergeben hätte.
00:04:36: Aber da können wir drauf zu sprechen kommen, wenn das so weit ist.
00:04:39: Ich würde dich jetzt erst mal gern fragen, dass zwei Biografien, wenn man so will oder Autobiographien geschrieben ... Die erste sehr früh.
00:04:45: Ich kann mir vorstellen, dass da ein Verlag an dich herangetreten ist und dich mit überzeugenden Argumenten überredet hat?
00:04:51: Da warst du zw.
00:04:53: Aber deine zweite, ganz wilde Buch?
00:04:55: Die erste
00:04:55: habe ich hier in Berlin geschrieben
00:04:57: und zwar in twohneinzehnhundertzweiundneunzig
00:04:59: direkt nach dem blauen Engel.
00:05:01: Ich war schwanger mit meinem ersten Kind und der Hentschl verlagte Ostdeutscher Verlag hatte mich damals gefragt.
00:05:07: Ich hatte ja schon zehn wilde Jahre an Karriere erlebt auch international und er fragte bitte schreiben Sie ein Buch!
00:05:13: Ich hab doch kein Buch, bin da gerade mal dreißig Jahre... Ich war dreißiger also das war neunzerzehnneunzig, ich wurde dreißige und dann war ich schwanger und habe dann auch die letzten drei Monate nicht gesungen.
00:05:25: Ich dachte eigentlich, da hab' ich jetzt Zeit mich an die Schreibmaschine zu setzen mit Schribmaschinen!
00:05:29: Und ich schaute aus dem Berliner... Die Wohnung war in Schöneberg und ich schaut aus dem Fenster raus da in der Berliner Küche und hatte meine Malerei um mich herum also meine Öl gemeldet, die ich da so wahnsinnig war.
00:05:42: Obsessiv gewesen in dieser Zeit nach den Nächten durchzumalen, nachdem ich auf der Bühne stand abends im Theater des Westens Und habe das geschrieben.
00:05:50: Ja, also wirklich geschrieben auf der Schreibmaschine.
00:05:52: Tipptipp mit drei Fingern und viel Tippaxe.
00:05:55: Und hab das dann geliefert und wir haben es gedruckt.
00:05:57: ja!
00:05:58: Dann wurde's auch noch in Französisch übersetzt... ...und es hieß unszensiert weil nämlich kein Editor dabei war, der das dann hinterher noch überarbeitet hat.
00:06:05: Ich möchte genau dass es so kommt wie ich es geschrieben habe.
00:06:07: Also ungefeilt.
00:06:09: Es ist frech aus dem Mund geschrieben sehr poetisch teilweise aber auch wirklich sehr rebellisch geschrieben.
00:06:17: Und so kam das raus.
00:06:19: Und dann, dreißig Jahre später zu meinem sechzigsten Geburtstag fragte der Greif und Unser Verlag an eine zweite Bibelgrafie herauszubringen, zu meinem Sechzigten.
00:06:32: Ich hatte also die erste Bibelgraphie mindestens fünfzehn Jahre nicht gelesen und ich war irgendwo in einer Kiste versteckt im Landhaus... Ich dachte erst habe ich gesagt nein, ach das ist ja ein unheimf... Kannst du nicht alles?
00:06:44: Too much work!
00:06:45: Und dann habe ich die alte Biografie gelesen und hab mich kaputtgelacht.
00:06:49: Ich fand das so... ungefeilt und so schön frech geschrieben.
00:06:56: Es war so detailliert.
00:06:57: Aber
00:06:58: hattest du noch was mit der Person zu tun?
00:07:00: Ja,
00:07:00: natürlich!
00:07:01: Die Weile natürlich in mir drin ja.
00:07:03: Absolut absolut.
00:07:04: das ist ja wirklich keine Linie die Zeit sondern es ist ein Raum und alles ist greifbar.
00:07:09: ich konnte diese Ute von damals unbedingt greifen und fühlen und mich wie als ob es gestern gewesen wäre erinnern Erinnern hätte König.
00:07:21: Es waren diese detaillierten Beschreibungen in diesem Buch, um die Zeit des Umbruchs hier der Wände in Berlin und dann die Zeit nach dem Falle der Mauer.
00:07:30: das waren so dicke direkte dichte Erinnerungen als ich im Palasterepublik noch aufgetreten bin direkt nach dem fall der Mahr meine erste Tour in Ostdeutschland noch in den alten Stasi-Hotels, weißt du direkt im Februar, und dann The Wall Concert am Potsdamer Platz damals mit Roger Waters.
00:07:51: All diese Erinnerungen waren so dicht und so auch poetisch beschrieben dass ich mir gedacht habe das Buch nämlich zur Grundlage um jetzt ein neues zu schreiben ja um diese ersten zehn Jahre nochmal einzufangen in diesem Detail, das hätte ich gar nicht mehr können.
00:08:07: Und dann aber natürlich aus.
00:08:09: die Reise ging weiter, immer weiter.
00:08:12: Der Raum der Zeit wurde immer größer und größer... ...und die Menschen haben sich vermehrt in meinem Leben mit diesem Raum.
00:08:19: Es wurde also aus einem kleinen Sonnensystem eine Galaxie.
00:08:25: Schön gesagt!
00:08:26: Is'n chilaveli?
00:08:27: damit geht es los?
00:08:28: Du wurdest eben auch gezwungen innerhalb von fünf Minuten acht Songs aus deinem Leben rauszusuchen.
00:08:33: Das hast du mit bravour geleistet.
00:08:39: Das
00:08:40: war ein Schlüssellied.
00:08:41: Ich war dreizehn Jahre alt, ich war in so einer ... Pantomimvorstellung mit einem Pantomem.
00:08:47: Ich war seine Assistentin sozusagen und er war in diesem Theater in Münster, meiner Heimatstadt und er sagte ich spiele jetzt mal was über die PA oder diese Tonanlage des Hauses ganz laut damit du dich relaxst dass du nicht so nervös bist.
00:09:01: kein Adrenalin für die Für die Vorstellung heute Abend Und er spielte so laut wie es ging über die pa.
00:09:08: isn't she lovely?
00:09:08: von Stevie Wonder?
00:09:10: Es war also.
00:09:11: es war ungefähr in Und ich dachte, so was tolles habe ich ja noch
00:09:17: nie gehört.
00:09:19: Ja und alles Lampenfieber war weg und ich wollte nur tanzen auf der Bühne.
00:09:24: Schön!
00:09:51: Du bist wahrscheinlich schon tausend Mal danach gefragt worden in dieser Zeit, als es rauskam.
00:10:02: Aber wenn du dir aussuchen könntest, in eine Zeit zu reisen zurück oder nach vorne?
00:10:09: Du müsstest!
00:10:09: Du wirst ein Gegenwahrtsmensch glaube ich.
00:10:11: aber du müsstest was würdest du machen?
00:10:13: Ja auf keinen Fall nach vorne.
00:10:15: Die Zukunft macht mir sehr viel Angst.
00:10:18: die Zukunft für unsere Kinder die Realität dieser Welt diese AI-Kontrolle von allem und diese Dimension von globalem politischen Mächten.
00:10:32: Also das ist ja alles wahnsinnig beängstigend, aber zurück will ich auch nicht unbedingt denn es gab immer Krisen und es gab Riesenkrisen auf keinen Fall zurück zwischen die zwei Weltkriege.
00:10:43: Die Weimarer Zeit so interessant sie scheint den zweiten Weltkrig möchte ich nicht vor mir haben oder schreckliche Holocaust und auch der kalte Krieg war schrecklich.
00:10:50: Also eigentlich sind wir hier an einer Nahtzeit zwischen dem Gestern und dem Morgen, das wird sich so rapide umkrempeln.
00:11:01: unsere Realität.
00:11:02: ich sehe da schon ja auch meinem kleinsten Kind also der jetzt fünfzehn ist wie er einfach in dieser digitalen Realität aufgewachsen ist und was die Poesie des Momentes kaum erleben kann.
00:11:20: Ich kann es nicht beantworten, ich möchte eigentlich auch nicht heute leben.
00:11:26: Die Zeiten machen mir Angst!
00:11:28: Pack deinen Rucksack, geh auf das Landhaus und entziehe dich diesem ganzen verrückten Zirkus um uns herum.
00:11:35: Zwischen Politik und Krisen und digitaler Realität.
00:11:40: Entzieh dich all dem!
00:11:41: Und grow tomatoes.
00:11:43: Ich
00:11:43: habe gerade gedacht zum Selbstversorgern werden mit Tomaten
00:11:45: und Züchten.
00:11:46: Also anzüchten Tomaten & Salat und Kartoffeln und ein paar Hühner im Stall... Das scheint mir fast, weißt du?
00:11:54: Das Gesundeste für das Herz und ... Wo
00:11:57: kriegen wir alle nur diese Landhäuser her.
00:12:00: Du hast doch hier ein schönes Häuschen.
00:12:03: Ich habe kein Haus, ich hab hier eine Wohnung und einen kleinen Stadtgarten, den ich mir mit anderen teile.
00:12:07: Tomaten wachsen nicht.
00:12:12: Man muss lernen sich dieser Panik zu entziehen.
00:12:15: Das ist ja auch die Kultur der Panik, der Angstmacher, die Medien, die Social Media und den Nachrichten in Amerika kann man überhaupt keine Nachrichten mehr anstellen.
00:12:29: Man weiß überhaupt nicht, was wirklich vor sich geht.
00:12:33: Ich schaue mir gar nichts mehr am Fernsehen an und ich versuche einfach nur meinen inneren Frieden zu behalten.
00:12:43: Diese Realität und diese Wahrnehmung muss sich aber auch kultivieren.
00:12:47: Das ist eine Arbeit!
00:12:48: Man muss daran arbeiten diesen inneren frieden zu entdecken und dann auch zu leben.
00:12:53: man muss einfach ablehnen dieser Stressfaktoren.
00:12:56: Ja das klingt So wie du es sagst, das ist ja mehr als nur in der Theorie.
00:13:00: Du scheinst es auch zu leben und dass worüber du sprichst... ...kenne ich auch und ich habe das Gefühl, es gehört auf jeden Fall zu den Bonuspunkten die das Älterwerden mit sich bringt.
00:13:09: Das ist wie eine zusätzliche Muskulatur oder wie so ein Immunsystem, so ein Zweites finde ich, dass man aufbaut,
00:13:18: ruhiger sein
00:13:18: zu können.
00:13:19: aber auch Selbstschutz klingt für mich immer so, als würde man was ausblenden.
00:13:24: Als würde man sich selbst so ein bisschen etwas vormachen.
00:13:27: Das mag jetzt eine Definitionssache sein.
00:13:30: Und ich habe das Gefühl, eine gewisse Ruhe in mir zu tragen was mich aber natürlich nicht davor schützt auch immer wieder zwischendurch ne Angst zu entwickeln und sei es nur ganz kurz.
00:13:39: und ich glaube da vor kann sich niemand wirklich schützen.
00:13:43: denn in dem Moment wenn wir uns konfrontieren mit dem was die Realität mit sich bringt Das ist einfach gerade ziemlich wackelig und ziemlich bedrohlich.
00:13:51: Wichtig ist es, glaube ich nur dass das nicht zu viel wird in einem.
00:13:54: Dass man...das ist nicht so über einen Hineinbericht, dass man noch genug schöne Sachen hat die einen wieder runter bringen.
00:14:01: Ich denke es hat auch damit zu tun, wenn man jünger ist dann lebt man ja mit seinem Körper der wirklich sehr Auch Teil der Identität, die du hast.
00:14:12: Wie siehst du aus?
00:14:13: Was machst du?
00:14:14: Bist du geliebt?
00:14:15: Lieben dich die Kerle oder auch die Frauen wäre auch immer?
00:14:18: und hast du Erfolg?
00:14:20: und all das?
00:14:21: ja Das ist so ein Druck natürlich, den man in sich trägt und der dich fast sprengt.
00:14:30: Ja?
00:14:30: So habe ich das früher auch erlebt ja!
00:14:32: Und ich war ja ein Power-Frau schon immer gewesen.
00:14:35: aber ich glaube auch durch die Wunden der Zeit, durch die Verluste und die Verletzungen... ...ist es schon eine... Diese körperlichen Faktoren, die lässt man fallen Gott sei Dank irgendwie auch mit dem Alter, weil man sieht ja auch anders aus.
00:14:52: Und es ist schon gut dass es so ist hier.
00:14:56: Man will ja... Es ist keine Kompetition mehr je neben einer jungen Frau.
00:14:59: Also ich gehe mit meiner Tochter durch die Straße in New York.
00:15:02: Sie ist dreißig und in der Crowne, der Krone ihres Lebens Die Leute schauen sie an, nicht mich in der Straße.
00:15:08: Und so soll es sein und ich bin so glücklich darüber, dass ich diese, fast diese Gleichgültigkeit gefunden habe.
00:15:19: Das ist eine innere Wertigkeit.
00:15:21: Und ich glaube, wenn das jetzt noch weitergeht, was sind die Jahrzehnte?
00:15:23: Und dann irgendwann ist man ja auch näher dem Tod, dass du diese körperlichen Faktoren irgendwie so abstülpen kannst wie einer Haut und zu dieser Essenz kommst.
00:15:35: Diese Essenz ist wirklich der Innere Frieden und die Liebe, die du dir entdecken kannst für den Moment in deinem Leben Und die Dankbarkeit vor allen Dingen, das sind sie auch jetzt schon älter.
00:15:52: Dass wir so lange jetzt auch schon leben konnten gesund und unabhängig als Frau, unabhängig auch Gott sei Dank finanziell... Das
00:16:00: ist was sehr Besonderes!
00:16:01: Also ich muss... dich da nicht korrigieren.
00:16:04: Aber natürlich ist es so, dass das was du gerade sagst auf das Leben vieler nicht umzumünsten ist.
00:16:11: viele Menschen die das hören haben diese Art der finanziellen Eigenständigkeit zum Beispiel nicht.
00:16:18: Das kann sich
00:16:18: auch relativ.
00:16:19: also wer braucht wie?
00:16:21: was braucht man?
00:16:22: Es geht gar
00:16:22: nicht um Reichtum.
00:16:23: Es geht einfach darum dass die Unabhängigkeit die du...
00:16:26: Allmastige Frauen von den Männern.
00:16:28: Ja, ich glaube
00:16:29: schon dass das nach wie vor ein vorherrschendes Modell ist und es ist
00:16:33: schade.
00:16:34: Es ist so lange Frauen schwanger werden und dann auch für eine gewisse Zeit immer wieder wenn sie mehrere Kinder haben möchten aus dem Beruf ausschären oder pausieren und vielleicht nicht wieder reinfinden Ein Ungleichgewicht oder eben eine Abhängigkeit gibt und das ist ja nach wie vor das vorherrschende Modell.
00:16:57: Das heißt, dass Leben das du lebst mutmaßlich, das Leben das ich lebe es nicht repräsentativ aber es macht uns was das angeht ein Tick freier möglicherweise.
00:17:06: Aber trotzdem also ich fühle mich jetzt in dieser sagen wir euch Karriere und so alles gut.
00:17:12: Es war ein großes Privileg aber in meinem realen Leben tagtäglich bin Mutter, erst mal Nummer eins ja.
00:17:21: Ich bin Hausfrau, ich bin Putzfrau und vor allen Dingen bin ich jemand der sehr bescheiden lebt.
00:17:32: Diese ganze Status-Symbol von...
00:17:35: Was wäre ein Status- Symbol für dich?
00:17:37: Ein
00:17:37: tolles Auto, tolle Klamotten.
00:17:40: Schmuck!
00:17:42: Tolle Ferien die teuer sind und einfach so.
00:17:46: die Dinge, die dich heute sagen.
00:17:50: Heutzutage erheben, dass du irgendwie... das interessiert mich alles überhaupt nicht und hat mich auch nie interessiert.
00:17:56: Ich bin da so... Das einzige wirklich wo ich Geld verausgebe ist die Erziehung meiner Kinder sind die Schulen, die kosten natürlich in Amerika.
00:18:05: Die Hobbys sind die Möglichkeiten, dass sie Dinge erleben sich selbst formieren können um dann ihren eigenen Weg zu leben und zu gehen.
00:18:15: Ansonsten habe ich ein sehr bescheidenes Leben muss ich sagen.
00:18:20: Insofern kann ich mich schon auf eine Ebene setzen mit sehr normalen ... Frauen, die jetzt keine Karriere hatten in dem Sinne.
00:18:32: Und das ist mir also sehr nahe.
00:18:34: Ich kann auch eine große Empathie für die Leute, die dieses Leben leben und auch diese Abhängigkeit von den Männern.
00:18:42: Und ich kann da nur immer wieder Mut machen, dass man sich immer wieder neu emanzipieren muss in einem Leben.
00:18:48: Es gibt so viele Phasen von Emanzipation ja?
00:18:52: Auch als Mutter, als arbeitende Frau... Das Wort
00:18:55: heißt ja nur um das mal ganz kurz sich loslösen von.
00:18:59: Also Emanzipation, viele übersetzen das gar nicht und haben das Gefühl es ist im Grunde die kleine Schwester des Feminismus.
00:19:05: Es mag so sein aber auch Männer... also alle Menschen können sich emanzipieren, können sich
00:19:09: lösen.
00:19:09: Ja eben!
00:19:10: Natürlich ja.
00:19:11: Von Abhängigkeiten lösen einfach.
00:19:12: Ja von Abhängigkeiten lösen und auch nicht diese Abhängigkeit stilisieren Das ist natürlich auch einfach manchmal zu abhängig sein oder man gibt auch Verantwortung weg.
00:19:21: Ich finde
00:19:21: wenn man sich einigt darauf Wenn dass der Deal ist, dass man sich gegenüber setzt und sagt wie wollen wir Leben miteinander.
00:19:28: Ich übertrage dir die Verantwortung daran dafür, ich nehme den und den Job, ich mache die Kinder, ich möchte mich nicht beruflich verwirklichen.
00:19:37: Das ist alles total okay.
00:19:39: also wenn eine Frau das eigenständig, weil man das verhandelt miteinander und es ist eine eigenständige Entscheidung diesen Weg zu gehen gut Blödes immer, wenn es am übergestülpt wird oder jemand keine Chance hat.
00:19:52: Man
00:19:52: wächst ja hinein in diese Abhängigkeiten und das Problem ist dass Beziehungen am Anfang immer sehr anders aussehen als nach Jahren.
00:20:00: Und dass einfach die Dämonen hochkommen bei Mann und bei Frau und dass man auch den Respekt verliert manchmal vor dem anderen weil man ihn im Alltag einfach entblättert hat
00:20:14: Oder er sich selbst oder sie sich
00:20:15: selbst.
00:20:16: Ja, und das ist so furchtbar schade und große Freizeiligkeiten und Hass plötzlich entwickeln sich aus der anfänglichen Liebe.
00:20:26: Und ja man muss nur auch erkennen es kann immer so kommen und eigentlich diese Option müsste einem immer auch etwas vorschweben.
00:20:34: Das heißt wenn das passiert oft passiert es ja auch unerwartet und in einem Schock steht man da auf jeden
00:20:39: Fall für eine der beiden
00:20:41: Personen.
00:20:43: Diese innere Starke hat schon auch in einer guten Moment, man weiß wenn was passiert.
00:20:47: Ich kann weitermachen
00:20:49: alleine.".
00:20:50: Wie schön dass du dich entschieden hast heute nicht allein im Hotelzimmer zu sitzen sondern hier herzukommen.
00:20:54: das macht
00:20:54: großen Spaß
00:20:55: mit dir zu sprechen!
00:20:56: Wir spielen jetzt deinen zweiten Song den du mitgebracht hast am Tag als Conny Kramer starb.
00:21:02: Jojana Werding, das ist auch für sie und ihre Karriere ein ganz entscheidender Song gewesen.
00:21:06: Und es war ein Lied, dass ich mich als Kind noch erinnere.
00:21:09: Eine traurige Geschichte wird mir erzählt.
00:21:12: Da habe ich erst mal verstanden, dass Musik auch Geschichten erzählen kann.
00:21:14: Ja, und sie war die einzige damals, die sich erlaubt hat, weißt du?
00:21:21: Wie in einer Tradition von einem französischen Chanson.
00:21:24: Die französen Lieder haben ja immer ... diesen Effekt von Befreiung und von Überleben aus einer Krisensituation.
00:21:32: Und Chanson Realist heißen sie, also das reale Leben Reflektieren und den Verlust.
00:21:38: Und Juliane Weidung war damals wirklich die einzige, die das machen konnte in den ... Ich spreche über sechstiger, siebziger Jahre ja?
00:21:45: Und ich fand auch herbst damals nicht ganz verstanden.
00:21:48: Ich war wirklich noch Kind!
00:21:49: Nicht mal Teenager Aber das war so echt.
00:21:55: Und es war ein Roll-Model, wie sagt man das bei uns?
00:21:58: Ein Vorbild!
00:21:59: Ein Vor bild, dass damals das im deutschen Schlager geben durfte.
00:22:03: Da danke ich hier immer noch für und ihre Produzenten.
00:22:30: Juliane Werding war eigentlich so eine Joni Mitchell, wo Joni was?
00:22:33: natürlich einer Königin des Jazz.
00:22:35: Sie hat ihre eigenen Lieder geschrieben und wunderbar Gitarre gespielt.
00:22:38: Das macht sie glaube ich noch oder?
00:22:40: Ja
00:22:40: also die hatte ja dann einen Schlaganfall gehabt vor ungefähr zehn, fünfzehn Jahren und ihre Stimme kann auch nicht mehr singen.
00:22:46: aber dieser Kult in Amerika für Joni Einzigartiges geschaffen hat.
00:22:51: damals diese Erzählungen in diesen Liedern.
00:22:54: Diese Erzählung von Liebe und Verlust, und Rasen...
00:22:58: Auch so Details?
00:23:00: Ja, Details!
00:23:00: So wie Foto-Details, wo man sich sofort kleine Geschichten vorstellen kann.
00:23:03: Gemälde ja, genau.
00:23:05: Und das hat sie mit einer Stimme auch gemacht, die so wahnsinnig war.
00:23:08: Es war eine andere Zeit, Jahrsebzigerjahres, weil es über einfach ganz besonders ist.
00:23:13: Joni Mitchell hat das ein bisschen in der deutschen Welt gemacht damals.
00:23:16: Ich meine Juliane Bardow hier.
00:23:18: Du bist in Münster zur Welt gekommen, deine Eltern hast du als liebend und warmherzig beschrieben.
00:23:25: Haben beide gearbeitet?
00:23:26: Deine Mutter war... Opernsängerin.
00:23:29: oder ist das falsch kolportiert?
00:23:30: Nein, sie durfte nicht.
00:23:33: Meine Mutter hat immer Musik geliebt und wollte Opernsängerin werden.
00:23:37: Das ging aber damals nicht Ende der fünftiger Jahre nach Kriegszeit.
00:23:42: die beiden haben sich in der Bank kennengelernt.
00:23:44: beide haben eine Banklehre gemacht.
00:23:46: Der Vater hatte eine große Karriere gemacht als Finanzier sozusagen als Bänker Aber die Mutter wollte eigentlich Mal Gesang studieren, an die Vollkwangschule gehen.
00:23:56: Das hat sie mir erst ganz kurz vor ihrem Tod mitgeteilt und ich dachte was Mama?
00:24:01: Und du konntest deinen Traum nicht verfolgen wirklich?
00:24:05: Sagt sie ja das ging nicht weil wir mussten hier arbeiten und wir müssten fünf Jahre sparen um uns zu heiraten und dann eine Familie zu gründen.
00:24:15: Und das ging nicht, ich konnte diesen Traum nicht nachfolgen...
00:24:19: Du hast noch einen älteren Bruder.
00:24:20: wie viele Jahre?
00:24:21: Das war nicht so viel Schaden!
00:24:23: Der ist zwei Jahre älte, der Architekt lebte in Münster noch und beide Eltern sind mittlerweile gestorben.
00:24:28: und ein sehr konservatives Aufwachsen.
00:24:31: ja also meine Mutter war zu Hause da hat sich um uns gekümmert und wir waren in einer kleinen Siedlung auch ganz was du Social, sozialer Wohnungsbau.
00:24:42: Also ganz bescheiden aufgewachsen und erst viel später hat mein Vater dann auch so eine Karriere da gemacht.
00:24:49: Da war ich schon aus dem Haus raus Und wir sind also wirklich ganz besscheiden auf gewachsen.
00:24:54: aber ich wusste sofort die Musik ist mein bester Freund.
00:24:58: Ist das bis heute so geblieben?
00:25:00: Nicht unbedingt.
00:25:03: Es kommt immer in so Phasen, ich liebe meinen Beruf.
00:25:06: Mein Beruf ist mein bester Freund.
00:25:07: Ich liebe zu kreieren auf der Bühne zu stehen Musik zu machen meine Stimme zu schubbeln und sie mit ihr zu experimentieren und In dem Sinne heißt Musik nach wie vor mein besta freund Und ein freund mir auch eine Euphorie gibt So zuverlässig
00:25:24: oder?
00:25:24: Ja aber auch diese Euphorie weißt du dass das Leben so dicht tief und so, dass man also wenn ich mir mal die Kopfhörer aufsetze.
00:25:32: Und dann im Centralpark herumlaufe ja um das Rest aber und dann so ganz laut die Musik spiele Ich könnte... Also es ist wie Extase.
00:25:40: Absolut!
00:25:42: Das teile ich auch.
00:25:43: und ich habe jetzt gemerkt weil ich ein Buch geschrieben habe oder vorbereitet habe habe ich viel, viel am Schreibtisch gestanden und viel gelesen und viel geschrieben.
00:25:54: Und brauchte dann zwischendurch Ruhe.
00:25:57: Also ich habe wirklich wenig Musik gehört in den letzten Wochen, indem ich mich da so die letzte Phase... ...und ich habe als ich jetzt vor einer Woche, vor zwei Wochen fertig wurde wieder die Kopfhörer aufgesetzt wie immer Musik gehört.
00:26:11: Ich habe gemerkt Wie viel glücklicher es mich sofort macht und dass ich das vermisst habe, ohne es gespürt zu haben.
00:26:17: Wie wichtig ist für mich?
00:26:19: Das ist wirklich wie ein... Deswegen sage ich auch so eine zuverlässige.
00:26:22: Es ging mir noch nie so schlecht, dass mich Musik nicht wieder hochholen konnte.
00:26:27: Aber es war's auch immer!
00:26:28: Magic.
00:26:28: Das ist wie
00:26:31: eine
00:26:32: Droge, ja?
00:26:33: Und ich habe natürlich auch Phasen vor allen Dingen wenn ich dann auf Tour bin und so dass sich überhaupt ganz allergisch gegen Musik bin.
00:26:39: Ja, wenn die dann im Taxi läuft oder sogar nicht immer Musik abstellen das meiste was am Radio kommt will ich hier auch sowieso nicht hören und ich dann liebe ich auch meine Stille wirklich.
00:26:48: mein Raum von stille ist ganz wichtig für die Gedanken eben auch wenn man Bücher schreibt oder sonst gibt es sich irgendwelche Dinge ausdenkt Und ich habe auch wirklich lange Phasen gehabt, dass ich mich nicht besudelt habe mit Musik.
00:27:02: Wenn das dann wieder kommt ist es wirklich so...
00:27:04: Mensch, hab' ich das... Wo warst du?
00:27:06: Schön, dass du wieder da bist!
00:27:07: Man
00:27:07: ist einfach glücklich, ja.
00:27:09: Das ist eine Euphorie.
00:27:12: Dein Vater hatte zumindest ne Platten-Sammlung die dich sehr interessiert hat.
00:27:18: Er muss selbst auch sehr Musikaffin gewesen sein.
00:27:20: War er's?
00:27:21: Alle bei uns zu Hause.
00:27:22: Also Mutter hat gesungen, Klavier gespielt, Vater hat Geige gespielt...
00:27:28: Habt ihr zusammen Musikiert oder was wie Hausmusik?
00:27:30: Ja wir haben so Konzerte mal ab und zu.
00:27:32: Ich habe auch Klaviergespielt und der Vater hat also Gitarre, hat Lieder geschrieben und Flöte und alles drumherum und hat mir dann auch die Harmonielehre gelehrt.
00:27:42: und ich habe auch Klaavier gespielen, Mutter hat mit mir Klaavier gespielt aber ihre Opernstimme fand ich nicht so gut weil das war so abstraktiv diese Opernstimme, ich habe auch Opernen damals nicht geliebt.
00:27:54: Und ich wollte also R&B-Music und Jazz und so hören.
00:28:00: Mein Bruder wollte Schlagzeug spielen.
00:28:02: das war ein sehr musikalisches Haus und auf jeden Fall sagen wir mal einen Fieber für Musik von beiden Eltern geerbt.
00:28:09: nur die haben es dann sich wirklich zum Beruf machen können
00:28:14: nicht vorstellen können, dass du es zum Beruf machst.
00:28:17: Obwohl sie dich aber gefordert haben?
00:28:18: Du hast ja auf jeden Fall zuverlässig Unterricht bekommen.
00:28:22: Du hast auch sehr früh angefangen zu tanzen.
00:28:25: Ich glaube das war so ein Erweckungserlebnis in der Schule.
00:28:27: Hilf mir mal mit sieben mit acht.
00:28:29: Ja genau ich habe dann natürlich als Kind gesagt... ...ich möchte unbedingt in die Ballettschule gehen und das haben die dann auch ermöglicht.
00:28:37: Das war ja auch damals nicht besonders teuer.
00:28:39: Warum wolltest du das?
00:28:40: Ich wollte mich ausdrücken.
00:28:42: Wo hast du das das erste Mal gesehen?
00:28:44: Ich habe
00:28:45: einfach Musik gefühlt in meinem Körper und wollte sie einfach ausdrücken, also es war nicht so evident.
00:28:51: am Anfang der klassische Tanz an der Stange und dieses Plié und meine Beine waren nicht genug ausgedreht für den kleinen klassischen Tanz und doch hab ich das studiert.
00:29:01: und dann kam aber auch der Jazz-Tanz dazu, der Moderne und der Steppdanz und all diese ganze Geschichte die man sich dann öffnet nur fasziniert davon.
00:29:11: Also das hat mich so, also dieser Fred Astaire, Ginger Rogers diese Musikfilme, die Hollywood-Filme wie sie da getanzt haben ist ja Jane Kelly, das war doch so geil her und ich wusste so eine Art von Tanzerei, die hat mir auch mehr gelegen als der klassische Tanz.
00:29:31: Dafür brauchte man aber den klassischen Tanz als Grundlage, natürlich haben sie alle als Grundlager gehabt.
00:29:35: Und ich habe also weiter studiert auf allen Ebenen und dann kam mit Dreizehnvierzin der Gesang dazu Und ich habe natürlich früher immer mitgesungen, alle Platten mit gesungen.
00:29:45: Der Vater wie gesagt hatte eine Jazz-Sammlung, Sarah Vaughn, Ella Fitzgerald, Liza Minnelli, Barbara Streisand
00:29:50: usw.,
00:29:51: die großen Sängerin hab' immer mit gesung.
00:29:54: und in unserem Mehrfamilienhaus die Nachbarn beschwerten sich sei da mal ruhig da oben.
00:29:58: wir wollen die Sportschau gucken!
00:30:01: Und dann irgendwann... Selbst versuchten meine erste Band gehabt als Teenager.
00:30:06: Hast du dich auch aufgenommen?
00:30:07: Also hast du Aufnahmen von dir jetzt...
00:30:10: Ja, also mit der Band.
00:30:12: dann die ersten Aufnahme mit der Fusionband Jazz Rock Band Panamadrive Band da gibt's Aufnahmen.
00:30:18: Da hab ich sogar noch Fotos gesehen.
00:30:20: das sieht schon ziemlich professionell aus wie der Panamaddrive Band mit Sechzehn live im Grünenhaus wenn du dich daran erinnerst, da ist so eine weiße...
00:30:32: Flatzhose
00:30:32: Ja, so eine
00:30:34: Hippie-Latzhose.
00:30:35: Und die dicken Pullis von meinem Vater, die dann immer so baumärmig und dick waren da.
00:30:39: Wo sind meine Pullover geblieben?
00:30:41: Die ziehe ich an!
00:30:42: Aber das
00:30:42: sah sehr professionell schon aus.
00:30:44: Also mal abgesehen davon, dass sich so dachte... Das ist auch so typisch wieder wie Bands eben sind.
00:30:49: Vier, fünf Jungs und vorne eine Frau.
00:30:51: Das waren ja alle schon Erwachsene
00:30:53: Musikstudenten vor der Musikhochschule.
00:30:55: Die haben sich ne Sängerin gesucht und die haben mich da ... Ich war in seinem Jazz-Core Und dann haben die mich noch angefragt, sie wollten bei uns mitsingen und ich war ja noch in der Schule.
00:31:05: Dann hatten wir diese Proben da draußen auf deren Landhaus im Kotten.
00:31:11: Da wurde gekocht und geraucht und so.
00:31:13: Ich dachte was machen die denn hier?
00:31:16: Kann ich mal wieder nach Hause, ich muss Schulaufgaben machen.
00:31:18: Das ging dann den ganzen ... Mittag nach Hause.
00:31:20: meine Eltern waren sauer.
00:31:21: Wo bist du in die ganze Zeit geblieben?
00:31:23: Sieben Stunden weg!
00:31:24: Wir haben probiert.
00:31:27: Und das war schon ein bisschen Konflikt beladen, aber wir haben Supermusik gemacht.
00:31:32: Also Elja Rowe auch Johnny Mitchell...
00:31:34: Komm!
00:31:35: Dann spielen wir jetzt mal Elja-Rowe und du hast den mitgebracht?
00:31:37: Du hast dich für Spain
00:31:38: entschieden?!
00:31:39: Ich erwundere mich dass viele Leute unserer Generation also Elja Roe wird glaube ich ist jetzt maximal das zweite Mal mitgebracht worden.
00:31:47: Obwohl es ja jemand war, der wirklich großartige Musik
00:31:51: gemacht hat.
00:31:51: Und er wurde in Deutschland Hamburg entdeckt, glaube ich damals?
00:31:54: Genau.
00:31:55: Irgendwann pöst, glaube Ich.
00:31:56: Ja und ich fand das so unglaublich.
00:31:59: Ich habe das versucht natürlich dann auch nachzusingen.
00:32:01: Das ging ja gar nicht, aber er war es ja eigentlich... Er werte uns.
00:32:04: Er singt wie Trumpetisch spielt.
00:32:08: Und dann durfte ich ihn aber, also es ist dreißig Jahre später.
00:32:12: Ich glaube das war ein Zwei-Tausendzehn am MGS Festival in Montreux.
00:32:15: Durfte ich Ihnen kennenlernen und ich habe dann auch am selben Abend gespielt wie er ja.
00:32:20: Das war eine große große Belohnung und ich hab geweint mir sind die Tränen runtergelaufen und gesagt L I just love your music!
00:32:28: Es hat mich mein Leben gegeben als junger Mensch.
00:32:32: Und ich war das sehr dankbar.
00:32:34: Und dieser Song Spain damals auch rauf und runter auf der Langspielplatte, die Langspielenplatte war verkratzt weil ich sie immer fünfmal am Tag gehört habe.
00:33:18: Ute Lemper ist heute hier zu Gast in der Hörbarust.
00:33:21: Du warst kein schüchternes Mädchen sondern du warst ein SEHR Sehr schüchternes Mädchen, so hast du es mal formuliert.
00:33:29: Jetzt guckst du gerade, das überrascht mich jetzt!
00:33:33: Ich wollte dich nämlich fragen, wann kam dieser Shift zu diesem... Selbstbewussten Mädchen, dass da mit Sechzehn auf der Bühne steht und ganz cool
00:33:43: aussieht.
00:33:44: Ich war kein Schichtdurchs Mädchen!
00:33:45: Ich war eigentlich ein Tomboy.
00:33:47: Ich habe Fußball gespielt mit meinem Bruder... Wir haben in dieser Siedlung vor Münster in den Straßen gespielt.
00:33:54: Fachrat, in die Gräben reingefahren.
00:33:57: ich kam immer zurück.
00:33:58: Alles war dreckig.
00:33:59: meine Mutter hat gesagt was hast du denn jetzt wieder gemacht?
00:34:01: Du schmutzfink alles war hier besudelt Und die Klamotten waren ... Meine Mutter hat aufgegeben, mir irgendwas Schönes anzuziehen.
00:34:11: Ich zieh die Lederhose an mit Latz vorne dran und geh spielen!
00:34:19: Also ich war kein ... nicht schüchtern oder auch nicht so medelig sondern sehr direkt tomboy-mäßig.
00:34:27: Und ich hab mich aber nicht getraut... Eigentlich
00:34:29: auch doof dass das so heißt nur wenn Mädchen Genauso ist wie andere Jungs auch, dass sie Tomboy.
00:34:36: Dass das so ein Label hat.
00:34:37: Das ist eigentlich auch ein bisschen komisch.
00:34:39: Also du hast einfach... Du warst wild!
00:34:41: Du warste temperamentvoll und ich
00:34:43: war auch wütend.
00:34:44: Manchmal habe ich mich so aufgeregt über Sachen.
00:34:47: auch wenn mir irgendwas befohlen würde.
00:34:52: Ich habe Autorität immer, einfach lagisch gegen Autoritäten und dann du musst das jetzt machen so und so und dann passt bloß auf was die anderen denken und so... Und dann hat mich meine Mutter mal zum Kinderarzt mitgenommen hat gesagt, die Ute ist so aufsässig!
00:35:06: Was soll ich denn mit ihr machen?
00:35:07: Wirklich?!
00:35:08: Und der Arzt sagte ja seien Sie mal ruhig Frau Lempath, das ist schon okay.
00:35:11: Oh guter Arzt, toll.
00:35:14: Sie sah es immer so frech, was sage ich, was isst denn?
00:35:17: Das Frechheit ist keine Krankheit.
00:35:21: Also Schüchter war ich nicht.
00:35:24: Es hat eine Weile gebraucht, bist du dich... also korrigier mich da!
00:35:29: Ich lag ja eben auch schon mal falsch.
00:35:33: Bist du dich wirklich entschieden hast?
00:35:35: Du könntest als Sängerin oder als Tänzerin arbeiten bzw.
00:35:38: dich dahingehend ausbilden lassen.
00:35:40: Du hast bis dahin immer noch wieder überlegt nach dem Abi möglicherweise zu studieren um Zitat Wissenschaftlerin oder Lehrerin zu werden, stimmt es?
00:35:50: Das hat mich fasziniert die Wissenschaft.
00:35:52: Ich fand Biologie wahnsinnig interessant!
00:35:55: Echt?!
00:35:56: Gehen Manipulationen damals.
00:35:58: das war ja noch unglaubliche fortschrittliche Wissenschaft.
00:36:01: das fand ich so interessant.
00:36:04: Und auch Sprachen habe ich geliebt, Deutschunterricht habe ich gelebt.
00:36:07: Also wir hatten ja schon dieses Wahlsystem damals.
00:36:10: das heißt also ich konnte Mathematik endlich abwählen und konnte mich fokussieren auf Französisch, Deutsch, Biologie und Sport.
00:36:18: Aber trotzdem hab' ich dann auch schon als Gymnasiastin im Sommer diese... Musikkurs besucht in Salzburg und dann hieß es sofort nach dem Abi, mach sofort die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule.
00:36:31: Das war so.
00:36:31: das Ticket damals.
00:36:32: ja ich wusste genau... Es sollte dann doch irgendwie in die Kunst reingehen.
00:36:39: bisschen bedauert, ach es wäre doch schön gewesen noch zu studieren.
00:36:41: Aber dann dachte ich ne jetzt nochmal auf der Schulbank sitzen mit Tatemann der Rückenwehe auf dieser Holzbank zu setzen und ich dachte ne ich muss ja sofort was machen mit meinem Körper?
00:36:50: Und dann ging's da auch die Schauspielschule wo dann auch Tanz weiter unterrichtet wurde Gesang unterrichted wurde in Wien auf das Reinheitssaminar Ja und dann ging´s ja zack zack weiter.
00:36:59: Ist das eine Zeit an die du dich gerne erinnerst?
00:37:01: Ja natürlich Sehr gerne, weil es auch so eine Zeit war wo ich dann wirklich losgelassen habe ja von meiner Kindheit.
00:37:08: Ich war weit weg von Münster.
00:37:10: Münster waren nicht ... Ich weiß das nicht.
00:37:12: in der Rückschau kann man das noch mal ein bisschen verklären.
00:37:14: aber ich glaube dass wir irgendwann gesagt haben immer haben irgendwo die Glocken geläutet und es hat geregnet.
00:37:20: Ja das ist ja immer noch so in Münster die Katholiken Tage sind in Münstern Aber es war einfach genug in Münzter.
00:37:27: Ich konnte es nicht weiter ausschöpfen.
00:37:29: Ich hatte alle Ballettschulen abgeklappert Und das Stadteater hat dort gespielt und ich wusste, ich musste raus in die Welt.
00:37:36: Und so dieses sehr konservative Denken was mir auch in den Schoß gelegt wurde von meinen Eltern, das musste ich unbedingt abstülpen.
00:37:48: Ja dann war ich weg ja in dieser Großstadt Wien, der aber auch sehr dunkel war und sehr düster war.
00:37:53: diese Vina-Mantialität war auch sehr konservertiv und hat mich auch bedrückt Aber trotzdem war ich allein und ich konnte lesen, mich formieren.
00:38:05: Abenteuer weiß alles was dazu gehört Liebe und Lesen und Charaktere erfinden Ausleben als Schauspielerin Alters das war formativ.
00:38:16: meine Sprache abstülpen den Münsterane Akzent des westfälischen Sprechenlernen Und Theater schauen.
00:38:24: ja Bock Theater Akademie Theater Das waren so tolle Sachen Und ich durfte meinen Träumen folgen und weiter träumen, träumen.
00:38:33: So war das!
00:38:34: Dann bin ich dann in das erste Jahr von Katz reingel.
00:38:38: Oh
00:38:39: da sind wir noch nicht... Wir müssen erstmal jetzt Pink Floyd spielen?
00:38:42: The Great Gig In the Sky.
00:38:44: Willst du das noch mit ein zwei Setzen einleiten?
00:38:47: Das war eigentlich auch früher als Teenager.
00:38:50: Mein Bruder spielte mir diese Platten vor von Pink Floyd Letzte Lied der ersten Hälfte von dieser alten Langspielplatte.
00:38:59: The Great Gig in the Sky, das war so!
00:39:03: Was kann Musik ausdrücken?
00:39:05: Wie kann es mich katapultieren in eine Welt von Leidenschaft und emotionaler Tiefe?
00:39:49: Die Sängerin und Schauspielerin Udo Lamper ist heute hier zu Gast in der Hörbar bevor wir in diese Zeit springen.
00:39:58: Das muss, weiß ich nicht, Anfang der Achtziger gewesen sein über die wir jetzt gerade sprechen kurz vor Cats oder so.
00:40:05: Da wurdest du Musical-Darstellerin.
00:40:07: Würde dich gerne noch fragen Münster?
00:40:10: Du bist auch auf eine Klosterschule gegangen und das ist alles sehr arztkatholisch wie du es glaube ich auch selbst gesagt hast.
00:40:16: Hast du das Gefühl dass dir so ein Gottesbegriff oder so eine Idee von Religiosität Dadurch vielleicht abhandengekommen ist, weil du dich davon lösen musstest.
00:40:27: Wie das damals war?
00:40:28: Weil es so eng war und vielleicht auch bedrückt
00:40:31: hat?
00:40:32: Ja ich habe das abgestillt.
00:40:35: also die Religion und diese Omnipotenz von einem Gott der dich kontrolliert und alles sieht wo du beichten musst all das passt mir überhaupt nicht in den Kram d.h.
00:40:47: jemand der dir auch Angst einflößt.
00:40:51: Und das wusste ich schon dann, als ich Teenager wurde.
00:40:55: Mit dreizehn wusste Ich so möchte ich nicht meinen Tag erleben mit dieser ... mit diesem Gefühl dass sich was ist richtig, was ist falsch?
00:41:02: Ich muss frei sein!
00:41:05: Ich musste frei sein von der Autorität meiner Eltern Von den moralischen Zwängen und Auffassungen und von Religion Und das habe ich nachverfolgt.
00:41:18: Entschuldige bitte, aber frei sein heißt ja dann möglicherweise auch wirklich wie so ein Astronaut?
00:41:23: Also erst mal so ein bisschen taumen wenn du frei bist fällt jeder Rahmen auch weg.
00:41:29: Das ist schön!
00:41:30: Aber das kann man ja auch weltweit beobachten.
00:41:33: Die Leute streben nach Freiheit und wenn sie dann komplett frei entscheiden können, wollen Sie die Verantwortung lieber abgeben an irgendwelche Führer?
00:41:42: Also wie ist jedes damals gegangen diese Konfrontation mit dir selbst?
00:41:47: Ich brauchte es um meinen Träumen nachzufolgen Und ich war ja trotzdem noch Schülerin, das heißt also mein Tag war so bestimmt durch den Ablauf mit Schule, Hausaufgaben, Hobbys.
00:41:59: Ich hatte immer Musik als mein Gott.
00:42:02: Mein Gott war Musik und diesem wollte ich so nah wie möglich sein.
00:42:08: aber in dieser Musik habe ich so viel Freiheit wenn nirgendwo anders erlebt.
00:42:13: Es war niemals destruktiv, sondern immer nur inspirierend.
00:42:18: Als das Konzept Schule vorbei war und ich dann Studentin war, da habe ich zum ersten Mal gefühlt, dass ich frei gefallen bin.
00:42:25: Der Tag wurde nicht so durchgeplant durch das Schulleben, sondern ich durfte meinen Tag gestalten und fand diesen freien Fall sehr interessant aber auch beängstigend auf jeden Fall.
00:42:41: dass ich überhaupt keine Haltegriffer hatte und das ich mir dann auch überlegt habe, jetzt muss ich etwas finden in mir.
00:42:52: Möchte ich was finden in mich?
00:42:54: Was mich eng an diesem Feuer weiterhin hält.
00:42:58: Es war ja immer so ein Feuer in mir drin!
00:43:00: Und das brannte auch stark.
00:43:04: Diese Freiheit konnte dieses Feuer... Ich wollte es entfachen.
00:43:08: Es hat es gedämmt vorher, diese Zwangsgeschichten mit Moralität und Konventionen.
00:43:16: Es hat das vorher gedämpft und jetzt durfte es freilodern.
00:43:19: Insofern bin ich also nicht tief gefallen.
00:43:21: Das war ein freier Fall aber die Welt war so viel größer und ich wollte das!
00:43:26: auch so genauso erleben.
00:43:28: Ich dachte dann natürlich manchmal, Mensch du bist ja nicht normal, weißt du?
00:43:31: das ist ja dann so wenn man diese Dinge abstülpt, dann isst man ja auch nicht normal.
00:43:36: und Normalität war immer das was die Eltern musste reinpassen, fallen bloß nicht auf, was sollen die anderen überdenken?
00:43:42: Und ich wusste, ich war hier auch nicht normally und ich wollte nicht normal sein und musste dann finden, was war das, was mich ausmacht?
00:43:52: viele Jahre, sogar Jahrzehnte gebraucht um das wirklich zu finden.
00:43:58: Ich wusste es war also auch ein Talent da und ich konnte wirklich so, ich war leidenschaftlich.
00:44:03: Und all das war sehnsüchtig nach Liebe usw.
00:44:06: Aber was war das, was mich jetzt ausmacht?
00:44:08: Dass sich diese Ruhe finden konnte.
00:44:11: Früher habe ich sehr gut funktioniert unter Druck.
00:44:13: Das heißt also ich hab dann oft auch unter Druck gesungen.
00:44:17: Wenn man bei Kerzt achtmal in der Bauch auf der Bühne steht... ...und dein Körper wird ja zum Instrument nicht nur der Körper, der tanzen muss ständig müdig... fast gekrumpelt ist, sich krümmte.
00:44:31: Und die Stimmenwender waren immer müde und so weiter.
00:44:33: Dieses achten wir in der Woche hat mir überhaupt nicht gefallen.
00:44:36: Trotzdem musste ich da reinpassen.
00:44:38: Es war eine neue Zwänge da!
00:44:41: Also ich hab ganz viel mit neuen Zwängen gelebt, eigentlich durch die ersten zehn Jahre.
00:44:44: Du dir
00:44:44: aber selbst auferlegt hast und ich glaube das ist ein großer Unterschied.
00:44:47: Das weiß ich nicht.
00:44:48: Aber also klingt es ein bisschen ... Weil du bist ja aus Sachen auch ausgebrochen dann?
00:44:53: Du hast ja auch Katz-Dreihundert Vorstellungen im Jahr.
00:44:56: Boah!
00:44:57: Also dass auf jeden Fall gehst du da raus als Superprofi, als jemand der belastbar is', als jemand, der Selbstdisziplin hat und sich weiß wieviel er sich zumuten kann.
00:45:08: Es
00:45:08: war immer trotzdem an der Grenze des Überlebens.
00:45:11: Ich hab mir immer gedacht, Mensch, noch mal heute wie soll ich das überleben?
00:45:15: Und morgen nochmal alles von der Sysifussarbeit.
00:45:17: Wie lange ging es so, dass du an diesem Punkt warst und dachtest, oh Gott, wie lange soll das noch gehen?
00:45:23: Bevor du damit aufgehört hast, wie lang hast du dir das dann auch wirklich zugemutet?
00:45:30: Ja, eigentlich dann durch die Jahre.
00:45:32: Wirklich?
00:45:32: Durch die Kerze an Peter Pan.
00:45:35: Aber du hast immer wieder mit einem neuen Engagement und Musiker gedacht, aber war es doch... Ich
00:45:43: habe das immer gehabt, dass ich selber jeden Tag zu spielen höre.
00:45:47: Und dann kam der Broadway mit Chicago.
00:45:49: Es hörte erst auf im Jahr zweitausend.
00:45:53: Jetzt mache ich keine Dürre aus Suiteproduktionen, jetzt mache ich nur meine eigenen Sachen!
00:45:58: Und da habe ich mich auch als Künstlerin sehr befreit und endlich konnte ich hineingehen.
00:46:04: Auch diesen Stilismus, der Musical identifiziert.
00:46:09: ja den wollte ich auch nicht mehr.
00:46:10: Ich wollte nicht singen wie eine Musical-Darstellerin sondern wollte anders singen.
00:46:15: Eine andere Stimme entdecken in Meere und sie kultivieren und sie erforschen und experimentieren.
00:46:21: Das ging eigentlich wirklich erst, als ich im Jahr zweitausend aus dieser Musicalwelt ausgebrochen bin.
00:46:26: Zuerst hat sie dich ja noch belohnt.
00:46:27: Das ist ja dann so eine Steigerung gewesen, ne?
00:46:29: Du hast große Erfolge gefeiert hier in Berlin Theater des Westens als Peter Pan, und dann ging es ja... das können wir nicht ganz auslassen weil das war Ein totales Highlight, dass du dann in Paris gearbeitet hast.
00:46:45: Da gab es Auszeichnungen, da gab es Saminelli die zur Premiere gekommen ist, François Mitterrand der dich als Gott ähnliches Wesen oder so was in der Anfischung.
00:46:55: Also unglaubliche Hürmenden!
00:46:59: Tolle Hymnen und so weiter.
00:47:00: Und es wurde dann quasi nochmal gesteigert durch Chicago, wie du sagst.
00:47:05: London and Broadway.
00:47:06: Richtig!
00:47:07: Also das ist schon... Das muss man erst mal schaffen.
00:47:08: Es war eine internationale Karriere gewesen.
00:47:15: als deutsche Künstlerin rausgegangen ist.
00:47:17: Alles andere als selbstverständlich, weil das nicht viele Leute schaffen und dann auch noch als Frau.
00:47:24: also wirklich...
00:47:25: Ja wir dürfen nicht vergessen dass ich damals auch schon international bekannt war durch die Kurzweilplatten.
00:47:32: Stimmt,
00:47:32: die waren da sehr erfolgreich.
00:47:33: Sie waren da erfolgsreich.
00:47:34: In den ersten Aufnahmen von Decker Music wurden sie international distributiert und es war so, ein ganz wichtiges und erfolgreiches Projekt war, was die ganze Weimarer Zeit wieder aufrollte.
00:47:51: Und endlich die Menschen konnten auch die deutsche Sprache wieder annehmen und akzeptieren weil ihr total stigmatisiert durch die Nazis.
00:48:00: Mit diesem Projekt wurde wirklich eine weltweite Renaissance der Weimarerszeit initiiert.
00:48:09: Ich durfte Protagonist sein dieses Projektes.
00:48:11: das war eine große Verantwortung und ein großes Privileg.
00:48:15: Und ich war also in Amerika zuerst mit den Kottweilkonzerten.
00:48:29: Kurt Weilsängerin und mit dem Berliner Kabarettin.
00:48:31: Dort war ich in London auch bekannt, mit diesen Aufnahmen.
00:48:35: Und deshalb war es mir eigentlich also auch ermöglicht dass sich dann auch Audition machen durfte als Deutsch in London wo ich dann auch schon überall Royal Festival heul gespielt hatte schon jahrelang Kottweilsängerin und in Amerika auch.
00:48:50: Und ich dann natürlich der tolle Zufall, dass sich einen amerikanischen geheiratet hat.
00:48:53: Ich hatte eine Green Card und konnte auch easy am Broadway spielen.
00:48:56: das geht ja ansonsten nicht.
00:48:57: die Deutschen können hier nicht einfach an Broadway spielen.
00:48:59: Die haben ja keinen Fiesum.
00:49:00: da ist ja auch diese Exklusivität der amerikanische Darsteller dort.
00:49:03: Ja und ich habe Glück gehabt, dass so viele Faktoren zusammengespielt haben und mir das ermöglicht haben.
00:49:10: Und doch hab' ich mich dann entschieden nach diesem High Profile Musical Leben dann nur meine eigenen Sachen zu machen.
00:49:19: Und die waren dann Low Profile, das war also künstlerische Projekte, die auch gar nicht erstmal so kommerziell waren wie Pablo Neruda, wie Astor Piazzola, wie Paulo Coelho, wie Charles Bukowski Projekten.
00:49:32: Die waren Downtown in den kleinen Jazz Clubs wo ich einfach probiert habe.
00:49:36: Ich hatte eine Idee ein Wink einer Idee und ich hab sie realisiert einfach.
00:49:41: Also überhaupt selbst dann Komponiert.
00:49:44: Also ich habe dann selbst am Klavier meine eigenen Lieder geschrieben, meine eigenen Projekte entwickelt und einfach diese Freiheit als Künstler genossen.
00:49:53: Konntest du das weil du finanziell abgesichert warst?
00:49:58: oder hättest du es so oder so gemacht?
00:50:01: Weil du einfach wusstest, es gibt jetzt keinen anderen Wegen... weil's ist ja immer auch ein Risiko!
00:50:05: Du hast dich auch aus der Sicherheit befreit.
00:50:07: Wer sich aus einer regelmäßigen Engagement befreitt?
00:50:11: Du hast in den Jahren immer irrefier gearbeitet, du warst immer sehr diszipliniert und hast eben diese zwei ja eigentlich sehr unterschiedlichen Wege bis zugegangen parallel zueinander.
00:50:23: Diese beiden unterschiedlichen Karrieren – auch die sind ja eigentlich E und U wenn man das jetzt mal ganz streng mit deutschen Kulturmaßstäben sehen will ne?
00:50:32: Einmal diese Weil-Interpretationen, diese Verantwortung dieser Inhalt, diese Schwere
00:50:39: Die
00:50:40: beiden
00:50:40: Wege waren ja auch in Deutschland gar nicht geliebt.
00:50:44: Also die Kottweilkonzerte waren hier rar, diese ersten Kottwaldplatten hat hier fast niemand gehört.
00:50:49: Die haben gehört damals Life is a Cabaret, die Platte die sieben Aachzig aufgenommen habe mit Musicals.
00:50:55: das war die deutschen Gut war ja eine tolle Platte Basierend auf meiner Show in Paris.
00:51:01: Aber gleichzeitig kam eben diese Waldplatte raus, die sich überall verkauft hat und dieser Live as a Cabaret hat sich international gar nicht verkauft.
00:51:08: das war ein deutsches Projekt gewesen Und das stimmt.
00:51:11: Es waren zwei verschiedene Schienen, die dann irgendwann zusammengewachsen sind in den neunziger Jahren schon und dann waren die Londoner.
00:51:18: zum Beispiel als ich dann in Chicago auf der Biene stand da war ich ja nur bekannter als Kurt Weilsängerin auch die kann auch tanzen Das wussten sie gar nicht hier und dass sich also so diesen Slapstick des Musicals konnte und wie gesagt auch Tänzerin war und da waren die auch ziemlich buff.
00:51:34: Was nehmen wir denn jetzt mal?
00:51:35: Ich überlege gerade, was passt.
00:51:36: Also Mütter ist das Projekt, dass wir danach vorstellen finde ich.
00:51:42: Was haben wir denn noch?
00:51:43: Wir haben noch John Legend.
00:51:44: Wollen wir den einfach jetzt spielen?
00:51:46: Oh I love John Legend.
00:51:47: ja!
00:51:47: Das ist ein Lied, das hat eigentlich nicht direkt etwas irgendwie mit meinem Leben zu tun aber ein Liet, als mein Sohn mir das zum ersten Mal vorgespielt hat und da hörte man das Lied an.
00:52:02: So toll, wie gesagt.
00:52:03: Das hat meinen Sohn mir vorgestellt und das ist immer noch eines meiner Lieblingslieder,
00:52:08: Ordinary People.
00:52:36: Du hast gerade deinen Sohn zitiert, wie er dir diesen Song vorgestellt hatte und es hat er auf Englisch getan.
00:52:43: Sprichst du nicht Deutsch mit deinen Kindern?
00:52:45: Nein, nein.
00:52:46: Die haben auch nie in Deutschland gelebt.
00:52:47: Sie sind in Paris geboren die ersten zwei.
00:52:50: Die letzten zwei sind in New York geboren und ich habe also Deutsch als Heimsprache nicht kultiviert.
00:52:56: Ärgerst Du Dich darüber im Nachhinein?
00:52:58: Ja, Ärger nicht!
00:52:59: Manchmal hab' ich ein kleines Bedauern dass ich ihnen also nicht die Zweisprachlichkeit in die Wiege gelegt
00:53:04: habe.
00:53:04: Warum hast Du's gemacht oder Nicht gemacht?
00:53:06: Warum hast du dich dagegen entschieden?
00:53:08: Ich wollte
00:53:08: eine Familiensprache haben.
00:53:10: Und das Englische hat sich immer so relaxed angefühlt, einfach so offen und so... Ja, einfach relax.
00:53:17: Das Deutsche war mir ein bisschen zu biedermannchmal, ein bisschen konservativ.
00:53:22: Und es hat mich dann auch an meine eigene Kindheit erinnert.
00:53:25: aber das hat sich geändert.
00:53:26: also heute liebe ich die Sprache Deutsch.
00:53:28: Das war wirklich der Nenne was ich war dreißig als ich mein erstes Kind habe.
00:53:32: Wir waren in Frankreich, die haben dann auch französisch gesprochen im Kindergarten Und ich dachte, mit drei Sprachen ist einfach zu viel und mein Mann war Amerikaner.
00:53:41: Ich hab mich dann einfach entschieden das nicht zu tun.
00:53:44: Und da natürlich auch die Tatsache dass ich rede ja fließend englisch und französisch und ich habe es später gelernt.
00:53:50: wenn sie wollen können diese Sprachen später lernen.
00:53:53: Ja wo das jetzt meinen Markt erknört?
00:53:57: Du kannst dich jederzeit an meiner Kleine...
00:53:59: Okay
00:54:02: du hast vier Kinder.
00:54:04: Also um jetzt dieses Mütterprojekt vorzustellen, würde ich jetzt gerne ein paar persönliche Punkte so'n bisschen abklopfen.
00:54:12: also das du dass es für dich okay ist.
00:54:16: Es gab eine Zeit zehn Jahre bevor wir unser erstes Gespräch hatten in two-thousand zwei.
00:54:22: Das muss zu zweieinneunzig gewesen sein ungefähr.
00:54:26: Da habe ich nämlich meine Aufzeichnung geguckt die ich von damals noch habe und einen Zitat gefunden.
00:54:35: Wenn du so interessiert guckst, dann lese ich es dir gerne
00:54:37: vor.
00:54:37: Da war ich ja noch nicht Mutter?
00:54:39: Nee!
00:54:40: Da warst du noch Nicht-Mutter?
00:54:42: Du hast gesagt... Also du bist sehr froh gewesen unabhängig geblieben zu sein und das Leben einer unabengigen Frau zu leben die Freiheit zu haben deinen Tagesrhythmus selbst zu bestimmen.
00:54:57: Note to yourself, es steht ja bald wieder bevor.
00:55:00: Dein jüngstes Kind ist fünfzehn, hast du gesagt?
00:55:04: Dann wahrscheinlich hast du in drei Jahren diese Freiheit wieder, ob du willst oder nicht.
00:55:10: Zitat ich muss in der Nacht um zwei anfangen können zu arbeiten und durch bis morgens um acht.
00:55:16: das brauche ich für meine Arbeit.
00:55:18: Für Kinder muss die Mutter voll da
00:55:20: sein.".
00:55:21: Ja, das stimmt.
00:55:23: Damals hab ich auch gemalt durch die Nacht.
00:55:26: Was
00:55:26: hast du denn gemalt?
00:55:27: Das wollte ich dich vorhin schon so fragen, weil du sagst so obsessiv!
00:55:29: Was für Motive?
00:55:31: Große
00:55:32: Ölgemälde also zwei Meter mal zwei Meter.
00:55:35: in meiner Berliner Luft habe ich diese Leinwände getragen selbst vom Theater wo sie mir die Leinbinde geknüpft haben oder selbst aus dem Mal Geschäft raus und ja das sind's... Verrückte Bilder gewesen.
00:55:50: Also sehr expressiv, tanzende Körper, nackt Menschen zerklüftete Gesichter, sehr am Expressionismus angelehnt.
00:55:59: oder die neuen Wilden damals in Berlin-Reiner Fetting und auch schnell gemalt also nicht ganz... Akribisch?
00:56:06: Ja realistisch sondern wirklich auch der Akt des Malens war im Bild auch sehr zu sehen und zu fühlen.
00:56:15: Ich habe mich einfach drin verliebt und natürlich hatte ich damals also einen Stimmproblem.
00:56:18: Und musste schweigen, durfte auch nicht raus, nicht mal das Telefon abheben.
00:56:23: Das waren ja damit noch strippendelefone.
00:56:27: Was mache ich jetzt hier ganz alleine für ein paar Wochen?
00:56:30: Und ich hatte immer, ich hatte schon vorher auch gemaltstig skizziert und hab gesagt jetzt fange ich an mit Öl zu experimentieren.
00:56:36: Und genau das habe ich getan und hat mir meine Wochen, meine acht Wochen stillschweigen damit so intensiv und so leidenschaftlich gefüllt.
00:56:46: Ja, das war hier in Berlin damals.
00:56:47: Gibt es die Bilder noch?
00:56:48: Ja,
00:56:49: gibt's noch ein paar Hängen bei mir zu Hause.
00:56:52: ab und zu poste ich mal eins auf den Social Media und sonst hab' ich die im Storage und teilweise was im Landhaus.
00:56:57: Und ich habe auch durch die Jahrzehnte immer weitergemalt.
00:56:59: aber seit dem Jahr zweitausend hab' Ich dann eigentlich diese Zeit an der Leinwand mit Liederschreiben auch ersetzt und das ist schon wahr!
00:57:08: Dann wurde ich Mutter und ich konnte dieses Nachtleben nicht mehr weiterverfolgen Und die Zeit für Kreativität war auch sehr begrenzt.
00:57:16: Das waren immer nur ein paar Stunden hier und da, und ich musste mir ganz klar sagen was mache ich jetzt in dieser Zeit wo die Nanny kommt?
00:57:22: oder meine Mutter hat mal aufgepasst oder der Mann dass sich also zwei drei Stunden jetzt was mache Ich?
00:57:27: und dann musste ich meistens Musik einstudieren und lernen oder kreieren und habe dann die Malerei etwas sehr zur Seite gelebt.
00:57:34: Und auch das Öl, die Ölgeschichte mit Tabentin ist ja auch toxisch.
00:57:38: Das musste auch völlig weg aus dem Haus.
00:57:41: Es wurde erst mal Aquarell oder andere Materialien... habt ihr es dann ersetzt?
00:57:48: Dieses Muttersein, das ist für dich ein Riesending geworden.
00:57:51: Also das klingt jetzt so komisch.
00:57:52: ich glaube für jede Mutter ist das Mutter sein Riesending aber dafür dass du so ein wildes Pferd fährst und so eine Unabhängigkeit brauchtest fühltest propagiert hast.
00:58:02: Das war so wie sagt ihr amerikaner one eighty oder so.
00:58:06: also es hat sich um hundred achtzig grad bei dir oder scheint sich gedreht zu haben.
00:58:10: Ja, das war ein großer Schock des erster Kind wirklich in allem.
00:58:13: Also physisch körperlich nach der Geburt diese Zeit wo es in der Baby Blase drin sitzt und ich nur um seine weißen Füttern usw.
00:58:23: kümmern muss.
00:58:24: Das war ein Riesenschock.
00:58:26: aber ich hatte also eine ganz starke biologische Klok in mir und ich wusste dass Auch diese Liebe, die ich empfand für meinen Beruf und so dass sich sie auch mal von mir weggeben musste.
00:58:39: Und mich selbst aus dieser egozentrischen Situation als Künstler heraus katapultieren wollte und musste und mich auf etwas Generöseres, Großzügigeres entscheiden wollte ja und bewegen wollte.
00:58:55: Das war eben mein Leben als Mutter Und wirklich, das hat meine eigene Sorgen um mich selbst mal karrieren.
00:59:03: So wirklich weggeblasen ja voll weg aus der Perspektive und es ging um ganz andere Dinge ein Schiff an Fokus und eine Riesenöffnung in dir von Herz.
00:59:15: Also Riesenöffnung Liebe Unkonditionelle Liebe zu entdecken für das Kind Sorge und all das und es hat mir auch eine Existenz von zu Hause gegeben.
00:59:30: Eine Nestwärme, die ich nie mir erdacht hatte und das war wirklich eine große Verantwortung.
00:59:37: Das Leben weiterzufahren auf diesen zwei Schienen – Zuhause, Mutter sein, Sorge, endlose Sorge immer wieder um das gut Wohlergehen der Kinder und dann gleichzeitig als Künstlerin weiterzumachen auf der Bühne zu stehen und auf Tour zu gehen weg zu sein sie zu vermissen.
00:59:55: Wahnsinnig!
00:59:56: Und du hast, also ich habe... Verrissenheit.
00:59:58: Das glaube ich, das glaube ich gerne.
01:00:00: Also dieses Gefühl kennt viele Mütter verbunden oft mit einem schlechten Gewissen dann nicht da zu sein und wenn man dann da ist verbunden mit dem schlechten gewissen nicht bei der Arbeit zu sein.
01:00:12: Irgendwas ist ein schlechtes Gewissen hat man immer für irgendetwas nicht zu reichen oder nicht gut genug zu sein.
01:00:19: aber
01:00:19: gleichzeitig kann es auch anders sagen eine Erfüllung zu erleben auf beiden, in beiden Leben.
01:00:26: Das heißt die Erfüllung das was du zurückbekommst ja als Mutter ist auch unglaublich.
01:00:31: Dieses Wunder ist ein Wunder an Kindes zu machen.
01:00:34: und da ist dann das Kind und dieses kleine... offene dieser Diamant der Ungeschliffen ist am Anfang, die in die Hände gelegt wird.
01:00:43: Das ist doch ein unglaubliches Geschenk.
01:00:45: ja und gleichzeitig durfte ich auch abgesehen davon mein eigenes Leben weiterleben als Künstlerin.
01:00:50: das war also ich habe zwei Geschä... das waren nicht nur zwei Aufopferungen oder Sacrifices sondern es waren zwei Geschenke.
01:00:59: Die Tatsache dass ich künstlerin sein durfte weiterhin hat mich eine bessere Mutter gemacht Ich hatte mehr Geduld Und die Tatsache, dass ich Mutter war hat mich als Künstlerin besser gemacht.
01:01:10: Da ich alles was irgendwie künstlich artificiell war oder unter Druck war ... Ich konnte das ablegen weil ich hatte ja etwas anderes, was noch viel wichtiger war und es hat beide Welten genähert und bereichert.
01:01:24: Und zwar so sehr, dass du gar nicht aufhören konntest!
01:01:28: Nein, ich erinnere mich daran... Das hat sich jetzt auch relativiert in den letzten fünfzehn Jahren, sagen wir mal so.
01:01:36: Aber du bist mit achtundvierzig zum letzten Mal Mutter geworden und das ist schon... Das ist nicht selbstverständlich.
01:01:41: ich erinnere mich daran dass es da auch Schlagzeilen gab.
01:01:44: Ja aber nur
01:01:45: in Deutschland.
01:01:45: Dass das sehr natürlich, das wurde groß diskutiert.
01:01:49: Ich kenne das von einer ehemaligen Freundin die mit Fünfzig Mutter geworden ist von Zwillingen Und was die Energie eingeht, schon irgendwie wirklich gekämpft hat ein bisschen.
01:02:01: Aber natürlich auch wie du sagst ... Ich weiß ja, das Wort belohnt hast du glaube ich jetzt nicht genommen.
01:02:05: aber einfach dieses Glück, diese Energie, die du auch zurückkriegst dadurch.
01:02:10: Diese Liebe.
01:02:10: Es hält
01:02:11: dich ja auch wahnsinnig jung!
01:02:12: Also die Kinder haben mich unheimlich umgehalten.
01:02:15: Auch heute noch.
01:02:17: dass einfach sie mich nicht nur, dass ich dran bleibe an der jungen Generation und weiß wie erleben die jungen Menschen heute unsere Welt.
01:02:25: Welche Musik hören Sie?
01:02:26: Wie denken Sie?
01:02:27: Wir leben sie aber auch physisch ja das du also immer wieder durch die physische Arbeit zu Hause, dass du immer wieder was immer aufstehend das und das machen und bringen und fertig machen usw.
01:02:40: Das hält dich einfach so weißt du am Schlagader des Lebens.
01:02:45: Und ja, das letzte Kind war schon auch nochmal eine Herausforderung.
01:02:47: Es hätte ja viel früher kommen sollen, eigentlich zwei Jahre nach dem Julien also im Jahr seven und das ging ja dann eigentlich nicht.
01:02:54: Dann haben wir da auch medizinisch ein bisschen Druck gemacht und dann hat es plötzlich auf einem letzten Drücker wirklich noch mal geklappt.
01:02:59: Wirklich unfassbar!
01:03:01: Also es war ein geplantes Kind und das war dann nochmal einen Riesengeschenk.
01:03:08: Die Tatsache, dass die Familie dann noch mal größer wurde war auch immer ein tolles Erlebnis.
01:03:13: Also meine Tochter hat so eine zweite Mutter mit mir und hat sich so gekümmert um die zwei jüngeren Brüder Und wir haben das dann als Familie auch noch mal wirklich geliebt, immer noch nicht im neuen Menschen dabei zu haben.
01:03:27: Wie oft seht ihr euch als ganze Familie?
01:03:29: Also wann hast du deine vier Kinder um dich?
01:03:33: Ja der größte Sohn ist ja auch schon verheiratet, der ist jetzt drein-dreißig.
01:03:37: Der lebt in Los Angeles.
01:03:38: also er ist jetzt nach Los Angeles gezogen vor zwei Jahren und da sehe ich ihn leider viel seltener aber es wirklich ganz ganz schade ist und mich oft sehr traurig stimmt Aber er wollte mal weg aus New York, na gut!
01:03:49: Das ist eine Phase.
01:03:50: vielleicht kommt er jetzt zurück.
01:03:51: Aber meine Tochter ist dann auch nochmal eingezogen bei uns, weil sie noch mal studieren wollte an der Columbia University.
01:03:57: Wir leben da sehr nahe und wir also mit den drei Kindern die Tochter und sie zwei Brüder sind natürlich sehr eng und erleben alle Familienfeste zusammen und Geburtstage
01:04:08: usw.,
01:04:09: aber die Tocher zieht jetzt auch weg nach Atlanta zu ihrem Boyfriend.
01:04:13: Aber ja, wir sind trotzdem haben ein eniges Verhältnis.
01:04:18: Und die zwei älteren Kinder haben sich auch immer rührend waren sie Vorbilder und auch Guidens zu den jüngeren Kindern haben immer wieder geholfen und in Krisensituationen da zu unterstützen.
01:04:32: Wir spielen jetzt... Was haben wir denn noch?
01:04:34: Ehepiaf-Spielmärz!
01:04:35: Völlig richtig!
01:04:36: Soliciel de Paris
01:04:38: Ein tolles Lied, natürlich Edith Piaf singe ich seit langem und das französische Chanson war immer eine... auch eine Affinität.
01:04:46: Ich habe so geliebt, diesen Realismus dieser Poesie diese Literatur in Musik und diese Darsteller die alle verlorene Seelen waren.
01:04:56: ja also von natürlich Edith Piaf zu Leo Ferret zu Boris Viann zu Claude Nougarro und Barbara Diaz selbst durfte ich sie noch erlebenen in nachtzeiger Jahren in Paris und Serge Gernsburg der diese verlorenen Seele der so viele im Dämonen hatte doch alle Franzosen in ihr Herz aufgenommen hatten, in seiner kaputten Seele.
01:05:21: Und einfach ist es so anders als diese deutsche Schlagerwelt damals gewesen – die französische Welt waren wirklich das waren Poeten, die immer am Rande des Abgrunds lebten und sowas natürlich auch Edith Piaphe wissen wie sehr sie gelitten hat und wie wenig sie Glück gefunden hat.
01:05:38: Sie war so das Epitom der pariserischen Poesie Und ja, sous le ciel de Paris ist so ein wirklich schönes Lied was diese Atmosphäre von Paris beschreibt.
01:06:14: Hörnbar at radioeins.de.
01:06:15: Es ist unsere E-Mail Adresse.
01:06:17: Schreiben Sie uns gerne wenn sie möchten.
01:06:19: zu Gast Bei mir ist heute Ute Lemper und Kurz nachdem du bei mir reingeschneit bist heute hast du schon gesagt, hier ich muss jetzt immer was schicken.
01:06:30: Mach mal deinen Laptop auf!
01:06:30: Ich muss dir jetzt immer etwas zeigen.
01:06:32: Das ist mein neuestes Projekt und da warst... also dann bist du so neben mich gegangen und dann merke dich schon wie glücklich du bist?
01:06:39: Wie wichtig das für dich ist und wie gespannt du darauf bist.
01:06:42: oder warst in der um eines anderen in dem Fall mir zu zeigen Wie können wir... Wir hören es ja gleich, aber das ist eben auch visuell.
01:06:50: Was ist das?
01:06:51: Wie ist das entstanden und was genau ist
01:06:52: das?".
01:06:53: Also es geht um ein Lied,
01:06:54: d.h.,
01:06:55: Mütter.
01:06:56: Wir Müttern der Welt!
01:06:58: Ich habe es in Deutsch geschrieben Es geht um unsere Sorge Um die Zukunft.
01:07:07: Es geht ...um den Frieden.
01:07:09: Es geht …um die Situation in der Kinderheutzutage noch aufwachsen in Kriegssituationen, Kriegswelten.
01:07:19: Wo humanitäre Krisen existieren, wo sie keine Nachung haben, wo Sie in Armut und Defizite leben müssen.
01:07:31: Wir leben ja in dieser Welt – wir sind ja privilegiert hier noch in Deutschland – wo wirklich Menschen leben müssen die so unter unwürdigen Zuständen den Tag bestreiten.
01:07:43: und die Kinder, für die ist das Normalität.
01:07:46: Dieses Lied Mütter habe ich geschrieben.
01:07:48: es geht natürlich auch um die Männerwelt.
01:07:49: wir Müttern protestieren gegen diese Männerwelt der Politiker.
01:07:53: nach wie vor ist diese Welt von Männern also gefahren und kontrolliert ja gerade in Amerika natürlich die Lobby die Republikaner und all das.
01:08:05: Es geht darum, mit diesem Lied einen Aufschrei ein Protest zu initiieren in der ganzen Welt wo wir Mutter sagen Schluss jetzt!
01:08:12: Wir wollen Frieden, wir wollen ein würdiges Leben für unsere Kinder und wir wollen eine sichere Zukunft.
01:08:18: dieses Lied habe ich dann übersetzt In natürlich Englisch, meine erste andere Sprache.
01:08:24: Und aber dann weiter Spanisch – ganz wichtig in Amerika die spanischen Immigranten, die überalexistieren und die herausgeworfen werden und einfach nur ein Leben entwürden möchten ja, die nach Amerika kommen wollen und dort Arbeit finden wollen und eine Bildung für ihre Kinder.
01:08:39: Ganz wichtig ist die Sprache spanish.
01:08:41: Dann natürlich in Italienisch, Französisch... Aber das Wichtigste ist jetzt die Übersetzungen in ukrainisch, in russisch!
01:08:49: Die Mütter die sagen, ich möchte mein Kind nicht in den Krieg schicken.
01:08:53: Die russische Mutter sagt das und die ukrainische Mutter gesagt es.
01:08:57: Wir wollen unsere Kinder nicht im Krieg verlieren.
01:09:00: Was ist mit dieser Besetzung?
01:09:01: Was wollt ihr Menschen da oben?
01:09:04: Es geht darum wie Reelke schon gesagt hat Das was uns Menschen verbindet in der Welt Ist doch so viel wichtiger als dass was uns trennt.
01:09:12: Grenzen sind zufällig Obdrohiert bei den Politikern, was sind diese Grenzen?
01:09:18: Warum gibt es Grenzen zwischen den Ländern?
01:09:21: Das hat Rilke schon nach dem Ersten Weltkrieg gesagt.
01:09:23: Wir Menschen sind doch ähnlich in unserer Liebe für das, was wir menschenwürdig und was uns im Leben Glück beschert.
01:09:30: Wir sind gleich damit anderen Menschen!
01:09:33: Wir sorgen uns um dasselbe und wir lieben dasselber.
01:09:36: Das Lied habe ich auch übersetzt in Arabisch, in Hebräisch... und in chinesisch-japanisch.
01:09:42: Und ich habe natürlich eines der unglaublichsten Werkzeuge unserer Zeit benutzt für diese Übersetzungen und Versionen, das heißt KI bei euch, wir sind ins AI.
01:09:53: Es gibt eine so unglaublich progressive Art und Weise mit AI heutzutage an der Musikwelt zu arbeiten die so kreativ ist und so unglaublich sofistikated ist, dass ich gesagt habe das möchte ich probieren.
01:10:06: Und es ist für mich diese Möglichkeit dieses Brot jetzt so international zu machen sonst hätte ich Millionen von Dollern dafür bezahlen müssen.
01:10:13: Und ich würde mir wünschen also diese Versionen sind perfekt ja sie sind unglaublich angepasst in den anderen Sprachen, dass dann die Künstler in Ländern selbst singen.
01:10:24: Sobald ich möchte es nur bringen.
01:10:26: Ich möchte nur der Botschafter sein!
01:10:29: Ich schenke euch dieses Lied, singt es in den Straßen und ihr arabische-hybräische Künstler, ihr russischen Künstlern, ihr ukrainischer... Ihr singt das dann selbst.
01:10:39: Macht es noch besser.
01:10:41: Und wir hören jetzt?
01:10:42: In Deutsch.
01:10:43: Das ist die originale
01:10:46: Version.
01:10:46: Und kann man sich das Video in allen Sprachen, kann man es sich irgendwo über YouTube oder sowas angucken?
01:10:51: Ja!
01:10:51: Der Song ist am XXI.
01:10:53: September herausgekommen im Weltfriedenstag.
01:10:56: Es gibt viele verschiedene Videos.
01:10:58: ich habe also natürlich auch diese Videos in den verschiedenen Sprachen auf die Youtube-Plattform gesetzt.
01:11:03: Man hört es in Spanisch Englisch Deutsch und dann gibt es Clips in den verschiedenen anderen Sprachen.
01:11:11: Hat mir gefallen, was du mir gezeigt hast.
01:11:13: Ich wusste ja überhaupt nicht, was da kommt?
01:11:15: Was ich dir gezeigt habe ist so ein Trailer.
01:11:18: Genau.
01:11:18: Zusammenschnitt
01:11:19: aus allen möglichen Sprachen und deine Stimme klingt aber wirklich in diesem Sprachen auch wenn es AI ist oder KI.
01:11:27: Authentisch!
01:11:27: Ja und das klingt auch wirklich richtig gut.
01:11:30: Richtig gut.
01:11:31: Das Lied ist so mitreißend.
01:11:33: also ich möchte nur dass die Mütter im Auto sitzen wenn sie ihre Kinder zur Schule fahren.
01:11:40: Mütter, wir sind Müttern.
01:11:41: Wir wollen das und wir singen so laut wie können.
01:11:45: Hört unsere Stimmen!
01:11:46: Und wir hören das nicht jetzt... Mütte!
01:12:23: Also noch mal als Nachklapp wer sich Mütta auch in anderen Sprachen anhören will seit dem Weltfriedensdag online anzusehen Ab dem
01:12:33: einundzwanzigsten September.
01:12:35: Auf allen Plattformen, Spotify
01:12:38: und alles Apple Music usw.
01:12:40: Und du bist auch bei Instagram?
01:12:42: Ja, Instagram und Facebook.
01:12:43: Da
01:12:43: kann man sich mit dir auch in Verbindung setzen, falls man da noch mal fragt oder was weiß ich?
01:12:47: Oder über meine Website Uselamper.com wo alles immer aufgelistet ist.
01:12:51: Und auch Berlin freut sich dich wieder und wieder zu sehen!
01:12:54: So toll, so viel
01:12:55: in Berlin... Du hast jetzt zwei Termine also einmal im Dezember kommst du am zwanzigsten Dezmber spielst du im Ernst-Reutersaal.
01:13:05: Time Traveller heißt das.
01:13:08: Die Zeitreisende?
01:13:09: Was ist das mit deiner Biografie zu tun?
01:13:11: Ganz viel mit der Biografien zu tun, ich erzähle ganz persönlich aus dem Buch also Schlüsselmomente in meinem Leben und lese ein bisschen auch vor so diese sehr poetischen Phasen und Passagen des Buches und begleite es mit Liedern die mir meine Lieblingslieder sozusagen als ganz persönlicher Abend.
01:13:30: ja.
01:13:30: Das ist das?
01:13:31: Also nochmal... Da bin
01:13:32: ich auch noch mal mit Disney unterwegs in Berlin.
01:13:35: Das wusste
01:13:37: ich nicht.
01:13:37: Du weißt ja auch wieder eine wahnsinnige Zeitfalte, ich war in den Jahren die originale Ariel.
01:13:44: Oh!
01:13:44: Die Meerjungfrau, das war meine Stimme Und ich ... Lehrjahrelang haben die Leute gefragt, bitte singen Sie doch noch mal Ariel für mich.
01:13:52: Ich weiß nicht, ich war damals gerade mal, was?
01:13:54: Fünfundzwanzig oder so.
01:13:55: Oh, bitte,
01:13:56: singe noch einmal Ariel
01:13:57: für me!
01:13:58: Genau und das werde ich auf der Bühne tun, auf der großen Disney-Tour überall durch ganz Deutschland im Herbst.
01:14:05: Und ich werde Ariel singen, auch die Esmeralda im Glöckler von Notre Dame.
01:14:09: Und werd dann auch andere Disney Ausschnitte mit vielen anderen tollen Sängern.
01:14:14: Mir schlott jetzt schon die Knie ja ganz, ganz ... tolle Sänger sind dabei, aber ich darf dann nochmal in diese originale Fischhaut der Ariel hineinschlüpfen und den Song singen, der damals vielen Leuten ans Herz gewachsen ist.
01:14:29: Ihre Kindheit geprägt, dieses Ariel-Lied.
01:14:31: Wir können echt froh sein, dass wir Beine haben.
01:14:33: Ein Mensch zu sein!
01:14:34: Also bitte, Sie sind nix in Schwanzin, kannst du haben?
01:14:37: So aber du bist auf jeden Fall vorher noch mal da nämlich im Deutschen Theater am achtundzwanzigsten neunten und das Programm ist Rendezvous mit Marlene und Marlene & Du.
01:14:47: also würde sie noch leben würde sie dir glaube ich jetzt einen zärtlichen Blick zu werfen.
01:14:52: Ich glaube ihr würdet euch mögen Streift dein Leben immer mal wieder oder du holst Ziran und arbeitest mit ihren Inhalten, mit ihren Liedern.
01:15:02: Und wir beenden dieses Gespräch auch mit einem Marlene Dietrichsson, mit dem Koffer in Berlin.
01:15:08: Was hat das mit dem Abend zu tun?
01:15:11: Diese
01:15:11: Abend ist ganz wichtig!
01:15:13: Er basiert auf meinem Telefongespräch mit Marlene, ah
01:15:17: komm ihr
01:15:18: habt
01:15:18: gesprochen?!
01:15:19: In Paris damals für drei Stunden am Telefon.
01:15:22: sie hat mir sehr viel erzählt, ganz unzensiert und verrückt in ihrer wilden Art zu sprechen Und das blieb so in meiner Seele kleben, Jahrzehnte bis ich daraus einen Theaterabend geschrieben habe.
01:15:36: Wo ich dann als junge Ute ... Ich nehme den Hörer ab, spreche.
01:15:40: sie hat mich angerufen und werde dann zur alten Marlene.
01:15:43: Sie war sieben-achtzig Jahre alt.
01:15:44: Sie sitzt im Wohnzimmer Avenue de Montagne und erzählt mir.
01:15:48: Und ich werde zu der alten Malene.
01:15:50: Ich channele sie!
01:15:51: Das Wichtige ist im deutschen Theater, das ist so unglaublich Gänsehaut.
01:15:57: Ein Abend war geplant, am Tag ihrer Beerdigung hier in Berlin, im deutschen Theater Eberhard Diebken der Bürgermeister damals.
01:16:08: Und er musste abgesagt werden da den Neonazis gegen sie protestieren wollten weil sie einen zweiten Weltkrieg für die Amerikaner gegen die Nazis gekämpft hat.
01:16:17: Sie war ja geächtet gewesen hier und veracht das gewesen als Kriegs ... Traded to the Vaterlands-Verräterin.
01:16:28: Und diese Abend, jetzt da in deutschen Theater diesen Abend zu geben und sie zu ehren ja ganz persönlich inspiriert durch den Kontakt die ich mit ihr hatte ist so besonders und symbolisch kommt ins deutsche Theater Da.
01:16:43: endlich findet dieser Abend statt jetzt.
01:16:45: Schön!
01:16:54: Und das andere, was wir besprochen haben, Time Traveler am zwanzigsten Dezember im Ernst-Räuter-Sei.
01:17:01: Ute, ich freue mich sehr.
01:17:03: Danke dass du jetzt dich noch wach gehalten hast.
01:17:06: Ich wünsche dir für deinen Auftritt morgen.
01:17:08: das ganze ist ja eben eine Aufzeichnung.
01:17:11: Das heißt wenn das ausgestrahlt wird liegt dieser Abend hier in dem wir sitzen und sprechen schon ein bisschen zurück und bleibt dennoch sehr aktuell in dem was du gesagt hast und was noch vor dir liegt.
01:17:21: also vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast und diese kleinen und großen Geschichten mitgebracht hast.
01:17:26: Danke Bettina!
01:17:26: Ich danke dir auch fürs Gespräch hat ganz viel Spaß gemacht.
01:17:36: Ich hab noch einen
01:17:48: Koffer in Berlin.
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