Jorinde Voigt
Shownotes
Von der Musik über die Philosophie bis hin zur Kunst – Die Berliner Künstlerin Jorinde Voigt kommt 1977 in Frankfurt am Main zur Welt und wächst mit 3 Geschwistern in einem Fachwerkhaus im Hessischen Eberstadt auf. Jedes Kind muss 2 Instrumente lernen und täglich 4 Stunden üben. Das ist Pflicht. Jorinde lernt Cello und Klavier und wenn ihr alles zuviel wird, schließt sich das kreative Mädchen in ihrem Zimmer ein, hört Musik und beginnt erste Schnitte und Kleidungsstücke zu entwerfen. Im Elternhaus hängen viele Bilder ihrer Mutter, die auch selber malt - aber Kunst & Kinder strikt voneinander trennt. Das Atelier bleibt verschlossen. Nach der Schule in Darmstadt studiert Jorinde zunächst Philosophie und Neue Deutsche Literatur an der Georg-August-Universität Göttingen, wechselt jedoch später in die Bildende Kunst als Meisterschülerin von Katharina Sieverding an der Universität der Künste in Berlin. Inzwischen ist Jorinde Voigt als internationale Künstlerin weltweit mit Ausstellungen in großen Museen, Galerien und bei Biennalen vertreten, wird u.a. von der Galerie Judin in Berlin und der David Nolan Galerie in New York repräsentiert. Sie lehrt als Professorin an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. In ihrem Atelier in Oberschöneweide kreiert sie Werke, bei denen sie Wirklichkeit und Wahrnehmung untersucht und sie als Notizen ihrer Gedanken bezeichnet. Wir sind gespannt auf die Geschichten und Musik ihres Lebens.
Playlist 13.09.26:
MISTA - Blackberry Molasses John Miles - Music Warren G. & Nate Dogg - Regulate Billie Black - I dont need another lover Bausa feat. Apache 207 - Madonna Jon B. - Raindrops Ne-Yo - Champagne Life Ryuichi Sakamoto - The Revenant - Main Theme
Released by rbb media.
Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:05: Aus diesem ganzen schwierigen Start hatte ich trotzdem in mir so ein ganz unbedingtes klares Gefühl, dass sich das Maximum was des Leben sein kann unbedingt jetzt erleben muss.
00:00:19: Und ich wollte jede Grenze die ich in mir spürte sprengen und ich wollte es absolut im Maximum aus mir selber rausholen.
00:00:28: Ich wollte auch die maximale Vermischung mit echter
00:00:32: Umwelt.
00:00:34: Das ist so geblieben, das hat mich immer mein Kompass.
00:00:49: Zur Gast heute ist Jorinde Vogt.
00:00:51: Sie ist eine der bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstlerinnen und Professoren an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
00:00:58: Herzlich willkommen, Jorinder!
00:01:00: Ich freue mich, dass du da bist.
00:01:02: Hast dich durch den Regen hergekämpft?
00:01:04: Ja!
00:01:05: Und dabei ist auch Oscar ausnahmsweise... ...Oscar ist dein Sohn, du bist fünfzehn und guckst dir das Ganze jetzt hier an in diesem kleinen Studio.
00:01:17: Ist es unüblich, dass Oscar mitkommt?
00:01:21: oder was ist das Interesse?
00:01:23: Möchtest Du fürs Radio arbeiten oder möchtest du Podcasts machen?
00:01:27: Habe ich mir doch nicht so gedacht, dass ich fürs Radio arbeiten würde.
00:01:31: Aber es hat dich einfach interessiert?
00:01:33: Es kam eigentlich zustande, weil wir zusammen im Auto waren als wir die Sendung gesprochen haben und die Song-Auswahl.
00:01:41: Und wir reden an Dauern über Songs jeden Tag
00:01:45: ausgehauen.
00:01:45: Wie tauscht euch das?
00:01:46: Ja!
00:01:47: Die ganze Zeit zeigen wir uns gegenseitig die Lieder, die wir entdeckt haben.
00:01:51: Und weil ich genauso viel recherchiere wie er schon mein ganzes Leben dann jede Woche.
00:01:56: Musik recherchierst
00:01:58: du?
00:01:59: Und so kam es eigentlich zustande, dass das Seminar liegend war.
00:02:04: Dass er auch ein Lied mitbringt
00:02:06: und sich selbst auch.
00:02:07: also du bist herzlich gekommen.
00:02:10: Wann hast Du liebe Jorinde zum ersten Mal in Deinem Leben gesagt?
00:02:15: Ich bin Künstlerin oder ich arbeite als Künstlerin was vielleicht ein bisschen einfacher über die Lippen geht.
00:02:21: Ich weiß es nicht.
00:02:23: Ich denke, das war...
00:02:30: ...dass du dir Zeit gelassen hast.
00:02:32: Das ist ziemlich korrekt.
00:02:33: Also klingt sehr durchdacht dann doch.
00:02:36: Und wenn du glaubst, du hast die Situation?
00:02:38: Welche war es?
00:02:39: Was war das für eine Situation?
00:02:41: Also ich studierte da noch nicht Kunst sondern Philosophie, Soziologie, neue deutsche Literatur.
00:02:50: In Goettingen?
00:02:51: Erst in Goething.
00:02:52: dann bin ich damit nach Berlin gewechselt und habe aber während des Philosophiestudiums sehr viel gezeichnet hauptsächlich um mir diese Denkmodelle mit denen man da zu tun hat von diesen alten Philosophen verstehen zu können oder zu versuchen, zu verstehen was die meinen könnten.
00:03:13: Aha!
00:03:14: Das heißt das hast du ganz für dich
00:03:15: gemacht?
00:03:16: Das war mein System um mir das so zu visualisieren.
00:03:20: Also ich musste mir einen Vorstellungsraum schaffen dafür.
00:03:23: Das sind ja fremde Denksysteme und da merkte ich dass geht bei mir immer über das Notieren.
00:03:31: Heißt es dir auch also wenn heute die nachwachsende Generationen Beziehungsweise die Umgang mit Social Media oder der Digitalisierung kritisiert wird, ist einer der Punkte immer.
00:03:43: Dass sich Dinge viel besser manifestieren und viel besser im Gehirn bleiben wenn man sie aufschreibt.
00:03:48: Wenn Sie aufgeschrieben werden und nicht einfach getippt sondern gezeichnet gemalt aufgeschreiben.
00:03:54: Und das hast du noch erweitert indem du dann was ich nicht klaster oder so Bilder weiß ich nicht wie auch immer dass dann ausgesehen hat.
00:04:02: Hast Du dich entdeckt?
00:04:03: Aber dann noch nicht als Künstlerin bezeichnet?
00:04:05: Nee,
00:04:05: noch nicht.
00:04:06: Aber ich habe dann gemerkt dass das eigentliche Prozess des Notierens und auch an der Notation die Möglichkeiten zu sehen, die diese Räume haben war viel spannender... als jetzt diese Texte zu lesen.
00:04:20: Lass uns versuchen, für dich sind Notation und Räume.
00:04:23: Und das was da möglicherweise noch kommt... Das ist dein selbstverständliches Vokabular.
00:04:29: Das ist sowieso schwierig.
00:04:31: deswegen freue ich mich dass ihr zuhört hoffentlich auch weiter dran bleibt denn es ist natürlich ein bisschen schwierig visuelles übers Radio, also auditiv rein auditiv darzustellen über die Sprache.
00:04:44: Also wenn wir bei deine riesengroßen ausladenden Skulpturen oder Bildersprechen über das was du machst müssen wir versuchen das möglichst wenig abstrakt zu tun.
00:04:54: Das müssen wir gemeinsam irgendwie erschaffen.
00:04:56: Ja
00:04:56: ich kann glaube ich einen ganz konkretes Beispiel nennen wie man es vielleicht ein bisschen verstehen kann und zwar... Ich glaube jeder kennt ja das Spiel Schach Und hinter dem Schachspiel stehen ganz bestimmte Regeln, wie das gespielt wird.
00:05:10: Und das zusammen ergibt ja so ein Konzentrat eigentlich zum Thema Krieg.
00:05:15: Also es ist ja eigentlich ein Kriegs-Spiel.
00:05:18: oder auch zum strategischen, ja?
00:05:21: Ein ganz typisches europäisches, strategisches Spiel und was ich mache ist etwas Ähnliches sich entwickeln.
00:05:30: Auch solche Regelwerke geschrieben wird oder gemacht wird und das ist sozusagen der Inhalt, der sich dann entlang dieser Struktur transportiert.
00:05:42: Das ist die einfache Erklärung.
00:05:44: Aber eben über den Aufbau der Handlung sozusagen.
00:05:48: Also vereinfacht für Menschen wie mich.
00:05:55: Produkt?
00:05:56: Nee, nicht das Produkt gibt es schon.
00:05:58: Aber die Situation gibt es ja schon.
00:05:59: Vielleicht könnte man das so sagen und du rekonstruierst sie.
00:06:03: Du gehst mit dem was du als Muster schaffst oder als System.
00:06:06: kann man sich das so vorstellen?
00:06:07: bitte bleiben Sie bei uns.
00:06:11: Dass du eine Herleitung ist das ein mögliches Wort?
00:06:16: Nein, ist eher ein Extrakt.
00:06:17: Ein Extrakt!
00:06:18: Ja also natürlich haben wir Leben in einer Welt die ein unendlich vielfaches Geflächte von unendlich vielen Ebenen ist, die ineinander greifen.
00:06:30: Und das ist sozusagen ein Raussuchen bestimmter Zusammenhänge und die auch sehr runter reduziert auf das Wesentliche um das ganz genau anzugucken.
00:06:41: Und dann wird es Menschen geben, die vor einem Bild stehen dass du gemacht hast?
00:06:46: und sagen, oh Gott ist es schön.
00:06:48: Und die nicht darüber wissen!
00:06:50: Die keine Ahnung haben von dem was du da als Extrakt siehst... ...die Arbeit, die Mühe, die Zeit die dahinter steckt und auch vielleicht dann die Erleichterung dieses Extrakt gewonnen zu haben oder darstellen zu können?
00:07:05: Dann sind da Menschen die einfach sagen, dieses Bild ist schön Was ist das für dich als Künstlerin?
00:07:13: Was löst dieses Gefühl in dir aus?
00:07:14: oder diese eine Äußerung.
00:07:17: Das darf man ja so empfinden, das darf ich auch empfinden wenn ich vor einem Baum stehe und ich muss sagen Bäume sind sowas ähnliches wie Götter.
00:07:28: Also es ist ein bisschen krass formuliert aber letztendlich ist das so unendlich erstaunlich.
00:07:36: ... was man da diese Lebendigkeit, die man davor sich hat und auch die Zeit... ...die das in sich trägt.
00:07:42: Und das ist sozusagen gar nicht in seiner Gleichzeitigkeit für mich als Mensch erfassbar,... ...aber trotzdem bekomme ich ein Gefühl, dass ich irgendwie eine Ahnung davon habe.
00:07:53: Die ist doch real!
00:07:54: Diese Ahnung ja?
00:07:57: Also ich persönlich habe ein unendliches Interesse für Pflanzen und würde alles am liebsten ganz super genau darüber wissen bis ins letzte Molekül.
00:08:06: Du bist ja auf dem Weg dahinter.
00:08:07: Und ich glaube deine Mutter hat auch schon da so einen Grundstock gelegt, die lernen wir gleich ein bisschen kennen wenn wir über deine Kindheit sprechen
00:08:16: Aber ich meine nur man kann also ich kenne das dass man vor was steht und es fasziniert ein.
00:08:20: Ich würde jetzt nicht nur sagen man findet es schönst einfach in so eine Faszination Es zieht einen an Man weiß eigentlich nicht, warum.
00:08:28: Man muss da hingehen sich das anschauen und fühlt sich davon wie so magisch angezogen Und auch verändert die Wahrnehmung weil man so eintaucht in andere.
00:08:38: Das wäre es.
00:08:40: Was kann ja alles sein?
00:08:41: Also ich kann verstehen, dass du das Wort schön erst mal so ein bisschen von dir weißt obwohl dich das sehr mag.
00:08:46: Schön bedeutet ja nicht automatisch dekorativ.
00:08:48: und ich glaube der schlimmste was eine Künstlerin hören kann oder einen Künstler über das was er oder sie macht ist Ja!
00:08:54: Das würde bei uns doch wahnsinnig gut überm Sofa.
00:08:57: Das würde doch...das ist doch in etwa so der Ton, meinst du nicht?
00:09:00: Also sowas will man ja irgendwie gar nicht hören.
00:09:03: aber ansonsten ist es doch wahrscheinlich legitim dass überhaupt was ausgelöst wird und sei es, dass man diesen Zauber diese Magie von der du gerade gesprochen hast.
00:09:13: Diesen Magnetismus.
00:09:14: wenn's nicht der ist dann hat Kunst ja vielleicht zudem noch die Aufgabe auch vielleicht zu provozieren.
00:09:19: also man kann ja auch immer wieder hingucken obwohl man denkt ich mag das nicht aber ich kann mich nicht lösen davon weil es etwas in mir auslöst.
00:09:26: das ist glaube ich das Wichtige oder?
00:09:28: Genau!
00:09:29: Also dass es jetzt unbedingt provokant sein muss das ist glaub ich auch so ein bisschen ein achtziger Jahre denken grade in Deutschland.
00:09:35: Gut, wenn du das sagst, wirst du gleich nach dem ersten Song die Frage verantworten müssen.
00:09:39: Was ist Kunst?
00:09:41: Du hast ein bisschen Zeit, aber es ist nicht anders geworden.
00:09:44: Aber es fällt natürlich trotzdem in das Feld von wo Kunst auf jeden Fall steht und zwar dass man ... Also, ich finde Kunst was superwichtiges für jede Gesellschaft die Gesundheit will.
00:09:59: Weil sie sich sozusagen an der Stelle bewegt wo man neue... Wo man erstens Dinge anders anschaut.
00:10:05: Neue Konnotationen, neue Bedeutungszusammenhänge offenlegt und das Dinge neu gesehen werden und neu diskutiert werden ist halt elementar um als gesellschaft lebendig zu bleiben.
00:10:18: Wenn
00:10:19: Kunst das auslöst?
00:10:20: Ich habe das Gefühl dass es manchmal so Lotzen braucht also denn Aber da können wir leicht darüber sprechen.
00:10:26: Also die Kunstszene in sich ist ja oftmals, es mag nicht überall sein und innerhalb einer Stadt gibt es auch wahrscheinlich mehrere Szenen.
00:10:34: aber das ist manchmal so hermetisch dass ich immer denke das ist so preaching to the choir so ein bisschen.
00:10:41: also letztendlich soll ja Kunst auch Menschen erreichen die sie normalerweise nicht erreichen würde um Diskussionen zu öffnen gesellschaftlich, gerade die aktuell sind.
00:10:51: Die wichtigsten, die relevant sind und die eben nicht über so einen Abstraktionsvermögen und Wissen über Kunst sondern über diese Gefühle, die ausgelöst werden losgetreten werden, sodass man sich dann versucht zu verständigen.
00:11:06: fangen wir mal an mit Musik.
00:11:09: Und ich finde, weil er hier sitzt und wir ihn auch schon so ein bisschen aus dem Hintergrund gehört haben.
00:11:14: Werden mir den ersten Song spielen, den du für Oscar mitgebracht hast?
00:11:19: Da kannst du dir jetzt überlegen ob es Blackberry Molasses ist oder Summer Madness.
00:11:30: Heißt der Song und Mister... Mister is the band.
00:11:34: Ist die Band!
00:11:34: Gut hören wir jetzt.
00:12:03: Jorinde Vogt, Künstlerin und Professorin für Kunst ist heute hier im Studio in der Hörbarust.
00:12:10: Und Oskar ist ihr Sohn, Oskars mitgekommen.
00:12:12: Ich stelle dir jetzt all die Fragen nicht wie es ist der Sohn einer so bekannten Künstlerin zu sein?
00:12:17: Malst du selbst auch?
00:12:19: Ja!
00:12:20: Wirklich?!
00:12:21: Oh je... Aber ich mache eher Kleidung.
00:12:24: Ach, wie?
00:12:25: Also ich habe vor kurzem mein eigenes kleines Label gestartet.
00:12:29: Guck dir das an ein Klamotten-Label.
00:12:31: Das heißt Du Designs Klamoten.
00:12:33: Hast du was davon heute an?
00:12:36: Nein.
00:12:37: Weißer Hose, weißes T-Shirt, kurze blonde Haare.
00:12:40: So jetzt über zu dem Song Mister.
00:12:43: heißt der Künstler Blackberry Molasses der Song.
00:12:46: Was hat es mit diesem Lied auf sich?
00:12:49: Also eigentlich die wichtigste Erinnerung die ich an das Lied habe ist wo ich mit meiner Mutter... Das war der erste Tag wo wir letztes Jahr im Sommerurlaub nach Kapferree gefahren sind und Capri ist wirklich ein wunderschöner Ort, das direkt an der Westküste von Frankreich riesige Wellen und super starke Winde.
00:13:11: Ein riesiger düniger Sandstrand Und wir sind in der Nacht erlang gefahren mit dem Lied Ja und ich muss eigentlich seitdem immer an diesem Moment denken und dieses Lied versetzt mich irgendwie immer in so einen Mental State
00:13:27: In so einem Gemützzustand?
00:13:28: Ja in so einem Zustand wo ich es so richtig klar bin mich richtig fokussieren kann.
00:13:34: Und wenn ich irgendwas mache, wo ich mich darauf konzentriere und das Lied anhabe dabei komme ich noch schneller in den
00:13:41: Flow-State.".
00:13:42: Okay!
00:13:42: Das heißt dass du die Bilder von denen du davor gesprochen hast diese Wellen und diese Nacht und das Auto wahrscheinlich ihr seid an der Küste lang gefahren so stelle ich mir das vor, dass diese Bilder gar nicht auftauchen sondern es ist die Melodie die dich in irgendeiner Weise ohne dass du darüber nachdenkst Irgendwas vertieft, was du da gerade machst.
00:14:01: Ah ja okay und wenn ihr euch austauscht solange du da jetzt noch am Mikro sitzt.
00:14:06: Wenn ihr euch austauscht über Musik das ist nicht ganz typisch also das wirst du auch wissen wenn du mit Freundinnen und Freunden sprichst Du magst vielleicht ein paar Leute kennen die das auch tun aber es spricht für eure Beziehung, dass ihr offenbar ziemlich gut miteinander klarkommt.
00:14:23: Ja, das finde ich auch.
00:14:26: Wenn du das jetzt vergleichst natürlich dann so da keine Namen und sprichst über niemanden der konkret in deinem Leben ist.
00:14:32: aber was denkst du?
00:14:34: warum klappt es bei euch so gut?
00:14:36: Und war anderen eben nicht?
00:14:40: Ich glaube das klappt so gut weil meine Mutter schon immer sehr ehrlich zu mir war eigentlich jeder Sache also alles, was wirklich passiert mit mir auch geteilt hat.
00:14:52: Und das ist wie auch eine Freundschaft ist wo man nicht irgendwas gut reden muss, wo man irgendetwas verstecken muss vor einem und es ehrlich sagt wie's is wenn ich ehrlich etwas falsch mache dass sie es mir ehrlich mich korrigiert und nicht dass irgendwie versucht so irgendwie für mich zu versüßen und deswegen ist halt in der Musik sodass wir uns ... da drin gut verstehen können, also meine Mutter hat auch einen sehr guten Musikgeschmack.
00:15:20: Ich muss sie dazu sagen...
00:15:22: Du beeinflusst es ja ausgeblich!
00:15:26: Da bin ich auch immer sehr überrascht von...
00:15:29: Also darf ich da noch eine Rückfrage stellen bevor ich dich wieder entlasse?
00:15:32: Obwohl ich merke ich habe große Lust hier mit dir zu sprechen aber... Gut vielleicht gebe dir noch ein paar Jahre bis dein Level ein bisschen erfolgreicher wird und dann kommst du wieder.
00:15:41: Cool.
00:15:43: Du hast jetzt gesagt du glaubst, dass das Wichtige oder das Entscheidende für euer gutes Verhältnis ist.
00:15:48: Dass sie so diese Offenheit hatte.
00:15:50: und natürlich möchte man jetzt bis zu fünft sein.
00:15:52: Jetzt kannst du viele Dinge ab- oder selbst reflektieren Oder kannst dir selbst herleiten.
00:15:57: Wenn man ein kleines Kind ist, ist man natürlich ein bisschen vorsichtiger mit der Wahrheit.
00:16:01: Da kannst du wenn du in fünf bist oder wenn du acht bist, kriegst du ja nicht gleich irgendwelche Trennungsszenarien genau erklärt usw.
00:16:11: Wie würdest du denn beschreiben, was du an Freundinnen oder Freunden beobachtest?
00:16:16: Die sich dann vielleicht eher so ein bisschen ablösen.
00:16:18: Die das Gefühl haben in dem Alter eben... Ich weiß jetzt nicht ob erwachsen werden zu müssen aber sich da eher so eine Art von Distanz zu schaffen.
00:16:26: Was fehlt da deiner Meinung nach wenn man das überhaupt sagen kann?
00:16:30: Also ich finde also was ich so bemerke meine jetzt bei so'n paar Leuten Ich will jetzt nicht sagen Respekt, aber wenn man auch bei einer Person sieht dass die Sachen verstehen kann wie man sie selber meint.
00:16:49: Ja ich würde schon Respekt sagen eigentlich.
00:16:52: Respekt ist ein gutes
00:16:53: Wort.
00:16:53: Also ich finde irgendwie das meine Mutter sehr so valide Punkte sagt und valide Argumente zu mir bringt, die ich auch verstehen kann und von denen ich lernen kann ... die ich halt damit respektiere.
00:17:07: Deswegen komme ich mit ihr auch sehr gut klar, finde ich.
00:17:10: Aber das bemerke ich bei vielen Leuten dass... ...dass halt die Eltern das dir als uncool und man hört eh nicht auf die.
00:17:17: Und es ist auch nichts Schlechtes, find' ich gerne.
00:17:20: Deswegen frage ich gerade weil... Ich bin keine Psychologin nur was ich beobachte is', daß Das ist auch für das Alter sicherlich nicht ganz unnormal.
00:17:29: Es war in vielen Generationen so, dass es jetzt die Zeit, wo man sich ein bisschen abgrenzt und ihm alles cool findet was die Eltern einem sagen und so weiter.
00:17:36: klar aber es kann ja passieren und trotzdem hat man Vertrauensverhältnisse zueinander.
00:17:40: und deswegen habe ich gedacht Ich muss dich das fragen weil sich das transportiert Man merkt das Und weil ich weiß, dass viele Eltern sich überlegen Was können wir tun um wieder ein bisschen näher aneinander zu kommen.
00:17:54: Ohne zu klammern, ohne Verbote, ohne zu streng zu sein, ohne das zu sein was Söhne oder Töchter als uncool empfinden sondern einfach hast du da noch irgendeine Idee?
00:18:08: Schwierig ne Bei euch läuft es einfach so.
00:18:11: selbstverständlich Würdest Du denn auch ein Verbot und eine Grenze akzeptieren, kriegst Du die auch gesetzt und befolgt sie dann ist das auch Teil dieses Respekts.
00:18:21: Ich finde, es gibt eigentlich nicht so richtige Verbote bei uns.
00:18:24: Aber ich weiß bis wohin ich gehen sollte selber und ich kann mich selbst auch relativ gut einschätzen mit sowas was ich tun sollte und was ich nicht tun sollte.
00:18:35: aber
00:18:36: ich
00:18:37: glaube Was gut ist ist dass man mit seinem Sohn oder mit seiner Tochter Nicht nur versucht zu fragen wie war die Schule?
00:18:48: so fragen sie vielleicht ein bisschen lustig, bisschen so anspielerisch sind.
00:18:54: Wo man merkt was nicht jeder fragen würde irgendwie.
00:18:57: Dass man merke du hast dir Gedanken über mich gemacht und interessiert dich für mich über das dieses normale hinaus?
00:19:05: Ja zum Beispiel jetzt sagen wir ich würde immer Heavy Metal hören und ich würde richtig weite Klamotten tragen mal so eine richtig eigene Ästhetik haben und so, die sind nicht so Rockstar aber so ein bisschen so Rulebreaker.
00:19:27: Und irgendwie sowas hat es sich auch nicht das mir Eltern nicht cool finde und mein eigenes Ding so richtig mache meine alten Welt mit meinen Freunden super zurechtkommen und alles gut.
00:19:37: dann wäre es vielleicht lustig wenn mein Vater oder meine Mutter nicht nur sagt hör auf die Musik so laut zu machen Oder... Was
00:19:46: findest du daran gut?
00:19:48: Ich kann es nicht verstehen.
00:19:49: Ja, genau so was nicht!
00:19:50: Also das kann ich jetzt auch nicht sagen.
00:19:52: Ich weiß nicht wie sich die Anfüll als Elternteil verbraucht.
00:19:56: Aber was wäre jetzt ein guter Move?
00:19:57: also ist es dann ist es nicht als anbiedern empfunden nach dem Motto Zeig mir doch mal deinen Lieblingsalbum oder ist das okay?
00:20:05: Ist das der richtige Schritt?
00:20:06: Spielt mir dein Lieblinssong vor oder...?
00:20:09: Ich glaube dass wär ganz lustig wenn halt dann die Eltern irgendwas Lustig so ein bisschen provozierendes machen würden, zum Beispiel auch eine breite Hose auf einmal zu tragen.
00:20:24: Also müsste man jetzt nicht draußen tragen, aber dass man da einmal mit dem Haus rumläuft oder selber die Musik richtig laut auftragen.
00:20:34: Ich finde das ist ne gute Idee und... Dann muss auf beiden Seiten so ein bisschen so einen Humorverständnis auch dafür da sein, dass man sich nicht zu ernst nimmt.
00:20:42: Weil ... Nicht das ich ... Das Kind, ich nenn's jetzt mal so, nicht ernst genommen fühlt oder dass er das Gefühl hat, meine Eltern waren nicht über mich lustig oder so.
00:20:51: ne?
00:20:51: Ist ein schmaler Grad!
00:20:52: Oskar vielen Dank!
00:20:54: Du hast ein paar ziemlich inspirierende Sachen gesagt finde ich.
00:20:58: Jetzt spielen wir schon wieder Musik John Miles.
00:21:00: Wir spielen es erst einmal und hören uns das danach an.
00:21:02: warum wir das hören So, liebe Jorinde.
00:21:33: Jetzt haben wir den Song gehört Music was my first love und als Stichwort habe ich hier auch Teenagerzeit.
00:21:40: Dann gehen wir doch mal dahin zurück.
00:21:43: Also geboren in Frankfurt am Main aufgewachsen im hessischen Eberstadt Und das ist wiederum... Ist es ein Bezirk von Darmstadt?
00:21:54: Ja, das ist... Inzwischen gehört es dazu
00:21:59: In einem Fachwerkhaus, das ist ja schon mal schön.
00:22:03: Ein bisschen krumm und schief und ein bisschen klein wahrscheinlich.
00:22:07: Ganz kleinen Türen.
00:22:09: Kleine
00:22:09: Tünen genau!
00:22:11: Und das ist nicht unwichtig.
00:22:14: weil hast du seit ihr vier Geschwister oder hast Du viel geschwistert?
00:22:17: Nein wir sind vier.
00:22:18: Ihr seid vier.
00:22:19: Das ist in dem kleinen Schiefen Haus.
00:22:24: kriegt man dann viel voneinander
00:22:26: mit Ja.
00:22:28: Was gehört denn zu deinen ersten schönen Erinnerungen, die so hochkommen?
00:22:33: Wenn du dir überlegst als ein Kind warst, als ein kleines Kind war.
00:22:37: Also ich kann eigentlich erst in dem Alter mit fünfzehn anfangen richtig zu erzählen.
00:22:42: Ich habe fast keine Erinnerung an das Alter davor.
00:22:45: Interessant!
00:22:45: Also wirklich nur drei Erinnerungs... also ich kann das nicht erinnern richtig.
00:22:51: Also deine Mutter hat dir irgendwann mal den Garten gezeigt.
00:22:54: Genau, ich erinnere mich an diese.
00:22:57: Es ist aber auch ein bisschen gefärbt, dass sie das immer wiederholt hat.
00:23:01: Aber ich erinnere mich daran, wie es mit mir im Garten war und die einzelnen Blumen gezeigt hat und die lateinischen Namen dazu beigebracht hat.
00:23:13: Das konnte sie selbst.
00:23:16: Was war das für einen Garten?
00:23:17: War das auch ein Garten in dem Obstbäume standen?
00:23:19: Ja!
00:23:19: Also es war so'n Gartenwohnweg erst mal rechts und links Blumrabatte Und dann hinten Wiese mit Kirschbaum, Nussbaum, Teich, Kaninchen.
00:23:29: Oh!
00:23:29: Himbeersträuchern riesiger Komposthaufen und Kürbis drauf so.
00:23:35: Wie schön!
00:23:36: Ja, richtig interessant was da alles gab.
00:23:40: Und hattet ihr... ich weiß jetzt nicht wie sehr ihr auseinander seid?
00:23:44: Wie weit altersmäßig hatte jeder von euch eine Aufgabe dort auch.
00:23:48: also dass so ein Garten wird ja auch bewirtschaftet werden.
00:23:51: Wenn da Sachen wachsen, dann muss man auch ran.
00:23:53: Denn wenn die Äpfel erst mal reif sind, sollte man sie auch bald ernten und so...
00:23:58: Ich weiß nur wir mussten immer die Kaninchen wieder reinmachen am Abend, dass die nicht vom Marder gefressen werden.
00:24:04: Wurden die denn später von euch gefressene?
00:24:06: Nee!
00:24:07: Das waren also Haus- und Streicheltiere?
00:24:10: Ja, die waren ganz hinten im Garten.
00:24:12: Und genau, da wurde drauf geachtet vom Vater das der Frachtelmeister ist.
00:24:15: Die sind wieder im Stall.
00:24:16: Hatten die Namen?
00:24:18: Ja, dann offenbar bestimmt hatten sie dann Namen.
00:24:20: Wenn Sie einfach...
00:24:20: Ich weiß nicht mehr so genau.
00:24:23: Aber ich hatte meins mal nicht reingeholt und das wurde dann gesucht.
00:24:28: Großauftrag vom Vater dass wir alle dieses Kaninchen jetzt finden müssen.
00:24:31: Jetzt haben wir auch gefunden, aber ohne Kopf in den
00:24:35: Himbeerstrich.
00:24:37: Oh!
00:24:37: Der Kopf fehlte... Okay, im Nachhinein noch so eine Trigger-Warnung.
00:24:41: ist das okay.
00:24:42: Tut mir leid an all diejenigen, die jetzt traumatisiert sind.
00:24:45: Das wollte ich nicht.
00:24:46: Wir wollten eigentlich über Kunst sprechen.
00:24:47: Aber wer weiß?
00:24:48: Vielleicht war das der Moment, der etwas in dir auslöste?
00:24:51: Ja es war interessantes zu erleben als Kind weil es hat einen einerseits Natürlich total schockiert.
00:25:00: Aber andererseits hat man sich auch gefragt, wo ist der Kopf und wer hat den?
00:25:04: Und warum hat er den?
00:25:06: Dann wurde das so weitergefragt, dann hat mein Vater das erklärt, dass es die Marder sind, dass sie sich auf die Art die Beute holen und wenn Sie das nur schleppen können erst mal nur das mitnehmen.
00:25:17: Es war eigentlich eher ein Verstehen von einem Kreislauf oder einen Zyklus unter diesen Tieren.
00:25:26: dass das eben so ist in der Natur.
00:25:28: Ich
00:25:28: glaube, dass das eine ziemlich gute Idee ist mit Toto umzugehen weil ich die Erfahrung gemacht habe auch im Gesprächen des Kinder da sehr viel.
00:25:38: Ich will es gar nicht strapazierfähig nennen, weil sie es oft gar nicht als strapaziert empfinden.
00:25:43: Sondern das dann verstehen!
00:25:44: Also in dem Moment wo's klar ist... ...ist der Schmerz gar nicht so groß wie er bei uns Erwachsenen wäre vielleicht?
00:25:50: Ja, es war eigentlich eher alles ziemlich spannend.
00:25:52: Man hatte zu tun, da wurde ein Grab ausgehoben und einen Kreuz draufgestellt und hinten an der Gartenmauer wurde das dann bestattet.
00:26:00: Der Restkörper.
00:26:03: Was ihr Geschwister glaube ich was euch gemein war, ist dass ihr alle musiziert habt.
00:26:11: Ja, bei mir war das Cello und Klavier.
00:26:13: Du hast sogar zehn Jahre das richtig... Ich weiß nicht, auf einer Art studiert auch schon?
00:26:19: Das war parallel zur Schule und ein jugend musiziert Wettbewerbenteil genommen.
00:26:24: Hast du dich darauf gefreut auf die Wett bewerben?
00:26:28: Nein.
00:26:30: War sie dir egal oder hast du sie eher gefürchtet?
00:26:32: Nein, ich bin sehr gefürctet!
00:26:35: Also einerseits wollte ich gut sein und andererseits hatte ich ein entsetzliches Lampenfieber.
00:26:43: Und ich war immer schlechter auf der Bühne als davor, das konnte ich nie ablegen.
00:26:49: Ja und deswegen habe ich das auch... also mein Vater wollte unbedingt dass eins von seinen vier Kindern irgendwann Musiker würden.
00:26:57: wir mussten alle ran und er hatte sozusagen vier Anläufe und einer muss es schaffen.
00:27:05: Hat er letztendlich
00:27:07: eine Schwester, die ist Pratschistin in Frankfurt.
00:27:10: Na Gott sei
00:27:11: Dank!
00:27:12: Als Profi.
00:27:13: Warum war er denn da so versessen?
00:27:15: War er selbst Musiker oder wollte er Musiker werden und ihr solltet das dann an seiner Stelle quasi ausleben?
00:27:20: Also mein Vater kam aus einer Mathematiker-Musikfamilie Und das war sozusagen... Das musste sein.
00:27:30: Ich weiß auch gar nicht warum unbedingt aber Klar, dass man das können musste.
00:27:37: Aber interessant weil letztendlich haben ja Philosophie und Mathematik und Musik.
00:27:42: Das hat ja auch wenn man es erstmal gar nicht glauben mag mehr oft miteinander zu tun.
00:27:48: Wahnsinnig viel miteinander zu tonen?
00:27:49: Ja!
00:27:50: Wobei das, ich finde es erschließt sich nicht sofort.
00:27:54: Dass da muss man auch so ein bisschen reingeführt werden warum das so ist.
00:27:57: Weil Mathematik, da denkt man dass alles ganz klar.
00:28:02: für mich damals also als wenn das jemand das erste Mal klettern würde ich gedacht hey verstehe ich gar nicht wieso Mathematika gibt's nichts daran zu rütteln und Philosophie der ist so ganz viel lila Rauch in dem man irgendwas rein interpretieren kann und so weiter und sofort und irgendwie überschneidet es sich dann doch sehr.
00:28:19: Das ist auch vielleicht ein ganz guter Hinweis darauf, wie deine Kunst oder Teile deiner Kunst gestaltet sind.
00:28:27: Darf ich das so sagen?
00:28:29: Oder strukturiert sind?
00:28:32: Wie sagt man das?
00:28:36: Vielleicht kann man so verstehen... Ich habe alles was ich in der Musik gelernt habe und da gehört ja auch das Notenlesen dazu.
00:28:42: Es hat eine eigene Notationsform, wie man Musik aufschreibt.
00:28:48: muss das technisch lernen, körperlich auf dem Instrument auszuführen.
00:28:53: Man muss das auch innerlich lernen diese Bögen und die inneren Spannungen in der Musik sozusagen in sich auszubilden und sie auch zu übersetzen in den Körper, in die Spielweise Und ich habe das nicht umsonst gemacht, die Musik meiner Jugend.
00:29:12: Ich hab das alles mitgenommen in des Zeichnen.
00:29:15: Was war hauptsächlich klassische Musik?
00:29:17: Da kommen wir auch gleich noch mal drauf zu sprechen.
00:29:20: Du hattest jetzt theoretischen Beethoven-Poster über deinem Bett gehabt, hatteste du wahrscheinlich nicht.
00:29:24: Aber wenn andere irgendwie keine Ahnung was da gerade angesagt waren das war nicht unbedingt in deinem Leben.
00:29:30: diese Bands gab es nicht unbedingt In deinem leben.
00:29:32: die Popkultur
00:29:34: Nee!
00:29:34: Die wahl bei uns Zuhause total verboten.
00:29:37: Lass uns da gleich drüber sprechen denn dafür ist nämlich dass was hier kommt ziemlich abwechslungsreich Regulate Warren G. und Nate Dogg.
00:29:46: Wofür steht dieses Lied in deinem Leben?
00:29:49: Da war ich schon sechzehn, und ich war tatsächlich so eine die... Ich wollte eigentlich mit meinen Eltern sprechen aber die wollten mit mir nicht mehr sprechen.
00:30:01: Das war in dem Zeitrenner war ich es glaube ich sechzähn.
00:30:05: Ja da stand der Vater so vor mir und hat gesagt ich weiß nicht was aus dir geworden ist ich kann mit dir nichts mehr anfangen Und zwar so total klar, der Volte hat auch keine Lust mehr auf mich gehabt.
00:30:18: So und zwar... ...so heftig das ich wusste er ist jetzt echt so total Schluss und ich bin auch ausgezogen.
00:30:25: dann
00:30:26: mit
00:30:26: dem Alter.
00:30:28: Ich habe das dann entschlossen an meinem Geburtstag, hab ich herausgefunden darf ich das juristisch?
00:30:32: Ist das okay?
00:30:33: Dann bin ich weg gewesen!
00:30:35: Das war die Zeit aus der dieses Lied kommt bei mir
00:30:44: Regulate any stealing of his property, we're damn good too.
00:30:48: But you can't
00:30:49: be any geek off the street!
00:30:51: Gotta'be handy with this steal if ya know what I mean
00:30:53: or you keep... Regulators!
00:31:02: Mauna
00:31:04: Da steht also dein Vater vor dir, du sagst sie wollten nicht mal mit dir reden.
00:31:08: Manchmal verliert man ja die Kommunikation als würde man die Worte des anderen nicht mehr verstehen, als bräuchte man so eine Übersetzungssoftware.
00:31:15: aber so wie du es gerade gesagt hast war dein Vater genervt!
00:31:19: Du hast ja auch gesagt...
00:31:20: Der war enttäuscht.
00:31:22: Der
00:31:22: wollte dass ich jemand ganz bestimmtes werde?
00:31:26: Ja Und das bin ich nicht geworden und er hat immer nur auf dieses Bild seine Vorstellungen von mir geguckt.
00:31:32: Ich habe die null erfüllt, deswegen konnte der mit mir nichts anfangen weil er sich nur an seiner Vorstellung von mir orientiert hat.
00:31:39: Und ich bin da ja gar nicht aufgetaucht eigentlich in dem ganzen Ding.
00:31:44: Du hast ja die Musik ernst genommen du hast es ja zehn Jahre durchgezogen Keine Filme geguckt und keine Popmusik gehört.
00:31:55: Doch
00:31:55: heimlich in meinem Zimmer.
00:31:56: Okay, immerhin
00:31:57: Gott.
00:31:59: Hat er dich dabei mal erwischt?
00:32:00: Gehörte das zu seinen Enttäuschungen dazu?
00:32:03: Ja, das gehörte auch mit dazu, dass ich solche Musik höre.
00:32:06: Aber waren denn deine anderen Geschwister frei?
00:32:09: davon?
00:32:09: hat er nicht die Erfahrung?
00:32:10: als Vater von vier Kindern wird der diese Erfahrung doch nicht mit dir...
00:32:16: Na, ich war die erste!
00:32:18: Du bist die älteste.
00:32:20: Ich war der Erste in diesem Realitätsabgleich mit Kindern und der Forschung dazu, was das sein
00:32:26: soll.
00:32:27: Und würdest du sagen rückblickend... ich will dir jetzt auch nicht zu nahe treten also dass was du nicht erzählen willst gibt mir da gerne ein Zeichen.
00:32:37: Würdest du jetzt rückblickend sagen was dann der Geschwister angeht, die anderen drei.
00:32:43: Dass er immer mehr in der Realität angekommen ist und dass er zum Schluss ein guter Vater auch für dich vielleicht oder ihr miteinander gewesen wird wenn doch diese Erfahrung schon mal jemand anders vor dir gemacht hätte.
00:32:55: Hätte das noch geklappt?
00:32:56: Oder hast du einfach gesehen, der Zug ist abgefahren?
00:32:59: Das wird nichts mehr!
00:33:01: Ja ich habe es dann wieder probiert.
00:33:03: später, ein paar Jahre später bin ich wieder auf ihn zugegangen Aber das wurde nie mehr so richtig nah.
00:33:09: Okay,
00:33:10: ja.
00:33:11: Deine Mutter war selbst Künstlerin oder ist Selbstkünstlerin?
00:33:15: Ja!
00:33:16: Aber du hast sie nie jedenfalls damals nicht arbeiten sehen.
00:33:21: Ihr doftet nicht in ihr Atelier.
00:33:23: Das ist ja eigenartig.
00:33:24: Warum?
00:33:26: Ich habe es hier auch noch mal dazu befragt kürzlich warum das eigentlich so war.
00:33:30: Malt sie noch?
00:33:31: Ja die ist immer noch, malt immer noch...
00:33:34: Was malt sie?
00:33:35: wie malt sie?
00:33:37: Das hat sich auch gewandelt im Laufe der Zeit.
00:33:40: Aber ich glaube, man kann sagen so als ... Als ich in ihrem Haus gewohnt hab noch, hat sie ähnlich gemalt wie eine Mischung aus ... Odilore d'Or und Turner.
00:33:52: Okay, keine Ahnung.
00:33:57: Ist das gegenständlich?
00:33:58: Nee, abstrakt ist es farbig.
00:34:00: Abstrakt
00:34:00: und farbig... Und als die Jünger war, als sie so im Alter Als ich nur achtzehn, neunzehnt zwanzig war hat sie auch sehr feine Radierungen gemacht und gezeichnet.
00:34:13: Die kenne ich auch.
00:34:14: ein paar von diesen Zeichnungen erhalten sind.
00:34:16: Sie sind sehr, sehr interessant.
00:34:18: Es sind sehr schöne Zeichnung fast eigentlich über auch sehr eindeutig über erotische Vorgänge Auch eindeutlich weibliche Vorgänger aber trotzdem in so einer abstrakten Form gehalten.
00:34:31: Aber für mich war das total eindeuteuig Und ich fand es sehr schön.
00:34:37: Was hat sie denn auf die Frage geantwortet, warum ihr nie in Ätherie durftet?
00:34:42: Das war für Sie so total klar das Kinder da nichts zu suchen haben und dass es ein Raum sein musste der nichts mit Kindern zu tun hat.
00:34:53: Für Sie war das zwei getrennte Dinge Kunst machen mit Kindern zu tun haben.
00:35:01: Eigentlich finde ich es gar nicht so schlimm, weil bei der Vorstellung dass du vier Kinder hast und Künstlerin bist und das Gefühl hast deine Kunst auch zum Ausdruck bringen zu wollen und sei es nur als Ventil für dich ist natürlich was ein ganz anderer Schnack wenn deine geliebten Kinder da rumlaufen und dir das Kobaltblau stehen und sich auf deinen Kaminrot setzen und du denkst ne Leute ganz ehrlich nee nein sie hat euch ja glaube ich, durchaus ermutigt selbst.
00:35:32: Ich weiß jetzt nicht ob Kunst zu machen aber kreativ zu sein oder?
00:35:35: Also wir haben non-stop gemalt alle von uns und was toll war die hatte für sie war selbstverständlich dass wir nur das allerbeste Papier haben nicht irgendein Papier so.
00:35:50: es gibt ja unglaublich tolle Zeichenpapiere aus hundert Prozent Baumwolle sind, die satiniert und dann merkt man überhaupt erst was zeichnen ist.
00:36:01: Wenn man mit einem Stift über so eine Oberfläche malt, dann ist das auch haptisch.
00:36:07: ein Gefühl oder wie das, wie die Spur davon der Tinte bleibt, ist dann so ein wahnsinnig toller Moment dass man nicht mehr aufhören will weil es einfach
00:36:19: so
00:36:19: stimmt Und so ist super funktioniert.
00:36:22: Ich glaube,
00:36:23: das kennt jeder und jeder der auch gar nichts mit Kunst zu tun hat wenn man den richtigen weichen Bleistiftmalat oder einen richtig guten Kugelschreiber mit dem er anfängt auf einem Papier mit einer weichen Unterlage zu schreiben.
00:36:36: Zum Beispiel sowas?
00:36:37: Aber genau!
00:36:39: Also da hat man natürlich einfach eine sehr hohen Qualität der Materialien zu tun die das eben machen können.
00:36:47: Und das war sie von Anfang an, egal ob wie alt wir waren.
00:36:51: Hatten wir immer super gutes Papier und tolle Stifte!
00:36:55: Ja die erste Hälfte unseres Gesprächs ist jetzt schon um.
00:37:01: Wir hören jetzt Billy Black I don't need another lover.
00:37:07: Das kam sehr viel später in meinem Leben.
00:37:12: Dann kannst du ja auch später davon erzählen.
00:37:13: Dann machen wir es so, wenn mir jetzt gleich...
00:37:15: Ja, aber dann können schon mal in die
00:37:18: Zwanziger
00:37:19: rüber.
00:37:20: Also ich hab... ja, wie fange ich damit an?
00:37:25: Siehst du, deswegen verschieben wir's weil wir sind jetzt zeitlich so.
00:37:28: das fürs Radio ist es jetzt kurz vor drei.
00:37:31: Dann kommen die Nachrichten für Care Service und dann gehts weiter
00:37:34: einer paar
00:37:35: Stunden.
00:37:35: Für den Podcast gilt einfach nur ... Wir sind jetzt ungefähr auf der Hälfte und gleich hört ihr etwas über Beziehungsprobleme.
00:37:43: unzwischen menschlich ist im Leben der Jorinde Vogt.
00:38:17: Eine der bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstlerinnen und Professorin an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, Jorinda Vogt!
00:38:28: Oskar ist mitgekommen, wir haben ihn vorhin gehört.
00:38:32: Sie können sich dieses Gespräch auch jederzeit als Podcast noch mal ganz in Ruhe anhören.
00:38:37: über Sounds.
00:38:39: Sounds ist der verhältnismäßig neue Name der ID-Audiothek.
00:38:43: dort können sie sich zahlreiche Podcasts anhören und eben auch die Hörbarust aber natürlich auf allen anderen Podcastplattformen.
00:38:51: So, wo sind wir?
00:38:52: Wir sind bei dir als sechzehnjähriger die heimlich dann doch Popmusik gehört.
00:38:57: Was hast du denn heimlig gehört wenn sonst Drachen Maninoff und Beethoven die Männer deines Lebens waren?
00:39:03: Es fing eigentlich so an dass in der Schule mir eine Freundin so ne Kuschelrock Tape schenkte.
00:39:08: Das war das erste und dann gab es ein zweites davon Und darüber habe ich das kennengelernt.
00:39:15: Hattest du auch einen Walkman?
00:39:17: Ne, ich hatte einen Kassettenrekorder, so nen Tragbaren.
00:39:20: Der Borgmann hat natürlich den Vorteil, dass niemand
00:39:22: hört
00:39:23: was man
00:39:23: dann ist.
00:39:23: Hätte ich nicht.
00:39:25: Na ja damit bist du aufgeflogen...
00:39:28: Aber irgendwann war das die Phase wo man mit dem Schlüssel von innen abgeschlossen hat?
00:39:35: Immerhin!
00:39:36: Immerhin hatte deine Tür ein Schlaß.
00:39:39: Ja es hat ihr auch total aufgeregt.
00:39:45: Das lag auch daran, dass ich ja so viele kleine Geschwister hatte Und auch eine Mutter, die nie angeklopft hat.
00:39:54: Das war dann ... Irgendwann hat man sich so zurückgezogen.
00:39:59: Wenn ich dich als Fünfzehnjährige gefragt hätte, was du mal beruflich machen möchtest?
00:40:04: Was hättest du geantwortet?
00:40:06: Als Fünftzehnjährige wollte ich Schriftstellerin werden!
00:40:10: Du hast viel gelesen,
00:40:11: ne?!
00:40:11: Ja also ich bin ja wirklich ohne Medien aufgewachsen, ohne Fernsehen, ohne Kino Und ich hab die ganze Zeit gelesen.
00:40:21: Na ja, du hast dein eigenes Kino entwickelt?
00:40:24: Ja letztendlich... Ich will das eigentlich gar nicht bewerten und trotzdem weiß ich aus dieser Zeit jetzt wo ich so denke oh ein bisschen was.
00:40:35: wenn das Gehirn noch ein
00:40:36: paar
00:40:37: Kulissen selbst malen muss und selbst ins Bild rollen muss, ist das schon ganz gut.
00:40:43: Wenn nicht alles schon übersetzt ist als Bild, als Video, als Foto, als Film, sondern... Das gehören kann das ja!
00:40:50: Ja auf jeden Fall.
00:40:51: also da war eigentlich an alles was ich gelesen habe, war dann mit einer riesigen Bildwelt aufgeladen.
00:40:58: Na klar!
00:40:59: Und dann war das natürlich auch sehr intensiv.
00:41:01: Also es war jetzt nicht nur mal so zehn Minuten lesen, sondern wirklich stundenlang.
00:41:06: Und das Musik üben war ja auch nicht nur mal zehn Minuten üben, sondern mindestens vier Stunden am Tag.
00:41:11: Boah!
00:41:12: Das ist wirklich... Also
00:41:13: es war halt gleichzeitig so eine Konzentration üben in der Jugend sehr starkes.
00:41:19: Ja.
00:41:19: Aber was für ne Struktur?
00:41:22: Also Schule ist ja die eine Struktur, in der Familie funktionieren.
00:41:25: Die andere Struktur Musik jeden Tag üben lesen.
00:41:29: Hast du so ne Freundin gehabt bei der du hin und wieder geschlafen hast?
00:41:32: Ja
00:41:33: also ich hatte immer nur eine wie so eine feste Freunde Und genau dann haben wir uns gegenseitig mit dem Fahrrad besucht und wir hatten auch irgendwann Walkie Talkies.
00:41:47: Jetzt weiß ich nicht Wenn du mit sechzehn ausgezogen bist, das ist zwar legal gewesen aber es gab dafür nicht unbedingt Strukturen und ich ... keine Ahnung.
00:41:56: Wusstest du wo du bleibst?
00:41:57: Hattest du eine Verzahlung den vertrauten?
00:41:59: Also ich spielte ja damals in einem Orchester und die Freundin der Dirigentin, die auch oft zu den Proben kamen Es war damals schon etwas ältere Ärztin, deren Leidenschaft aber auch die Musik war Und die kam irgendwann auf mich zu Und meinte, ich sehe das dir nicht gut geht bei deinen Eltern.
00:42:21: Ich habe eine Wohnung über meiner Praxis, die ich eigentlich nicht nutze.
00:42:25: Die kannst du nutzen und als Gegenleistung musst du nur die Nebenkosten zahlen.
00:42:30: Als Gegenleistungen machst du jedes Wochenende bei mir Musik.
00:42:33: Wow!
00:42:34: Ich dachte sauber aber Musik?
00:42:35: Ja also jedes Wochenend Cello mit Klavier oder Cello Solo...
00:42:41: Das ist ja toll!
00:42:43: Mit Zähnen.
00:42:44: Das war der Deal,
00:42:45: so zu sagen?
00:42:45: Ja, wie toll!
00:42:46: Und haben sich deine Eltern darauf eingelassen?
00:42:49: oder hast du gesagt gut das weil du musstest ja dann auch das Geld für die Nebenkosten verdienen oder hast Du gejobbt?
00:42:54: Ich habe auch durch das Musikmachen auch Gigs gehabt und ich hab damit auch Geld verdient wenn wir gespielt haben.
00:43:03: Also warst du sehr früh selbstständig?
00:43:05: Ja.
00:43:07: Ich glaube am Anfang hat mein Vater die Neben kosten gezahlt Aber nicht immer.
00:43:13: Und die hat auch mit ihm gesprochen und ihn überzeugt, dass das da okay ist.
00:43:19: Du hast die Schule durchgezogen.
00:43:21: Ja, ich hab dann Abi gemacht
00:43:22: und noch im selben Jahr angefangen zu studieren.
00:43:24: allerdings hast du einen großen Sprung am Machdachgöttingen.
00:43:27: also raus aus Darmstadt
00:43:29: der Ich eigentlich wollte ich die sofort nach Berlin.
00:43:32: das war eigentlich klar dass ich ihn nur nach berlin oder in einer
00:43:35: Klassen bei einer klassenreise kennengelernt oder woher?
00:43:38: wusstest du
00:43:38: es nicht?
00:43:39: Ich wollte nur einfach unbedingt.
00:43:41: Das war irgendwie klar dass berlin Die einzige interessante Stadt ist in deutschland.
00:43:44: das war so klar in der zeit Und das durfte ich aber nicht sofort.
00:43:50: Also, ich stand doch noch ganz schön unter dem Einfluss auf meinem Vater der erlaubte dass sich so weit weg gehe.
00:43:56: und dann waren aber für die Fächer die ich da gewählt hatte war Göttingen sowieso eine gute Uni und dann habe ich das sozusagen über einen Studienplatzwechsel gelöst meinen Wunschort.
00:44:10: Dann hast du hier erst mal auch, glaube ich, Philosophie... Also bestimmte Sachen studiert.
00:44:14: Bist du dann den Sprung gemacht?
00:44:16: Ich weiß nicht.
00:44:16: Kam dann gleich das Erasmus...?
00:44:19: Nee, das
00:44:21: war dann.
00:44:21: nach zwei Semestern habe ich mich an der UDK beworben in Berlin und bist für
00:44:30: Kunst.
00:44:31: Ich muss dich noch ganz kurz zu deinem Namen befragen.
00:44:33: Jorinda, das ist ja... Also man kennt ja... also ich kenne niemanden sonst der Jorinder.
00:44:37: Ist es nach diesem Grimmsmärchen?
00:44:39: Genau!
00:44:40: Komisch dass.
00:44:41: Das ist ein Pärchen die heißen gleich.
00:44:43: Sie heißt Jorinde und er heißt Joringel.
00:44:45: Und es gibt eine Hexe Die die Mädchen zu Vögeln verzaubert und die Männer zu Stein werden lässt oder so.
00:44:53: Er sich fragt mich auch bis heute warum meine Mutter mir diesen Namen gegeben hat weil die Geschichte ist auch so seltsam.
00:44:59: Ja
00:44:59: sie ist wirklich seltsamer
00:45:00: Weil da geht es ja um eine Verwandlung oder so ein Bann von einer Hexe.
00:45:07: Und der Mann muss diesen Bann dann brechen und sie wieder erlösen?
00:45:11: Nun,
00:45:11: Sie ist Botanik-Fan.
00:45:13: letztendlich geht's um eine Blume glaube ich die erfinden musste... ...und mit dieser Blume ist das ihm gelungen diesen Bannen zu lösen.
00:45:19: Wenn ich das richtig ganz schnell in der Zusammenfassung noch hoppla hopp gelesen habe bevor ich dir begegnete!
00:45:27: Und jetzt sind wir chronologisch an dem Punkt.
00:45:29: das Leben einer Künstlerin beginnt.
00:45:34: Mit allen... Wie soll ich sagen?
00:45:38: Schon ziemlich gut, weil es ist nicht typisch und symptomatisch.
00:45:42: Es gibt viele tolle Künstlerinnen und Künstlern die diesen Weg nicht gehen.
00:45:47: Du hast durch Talent, ich weiß nicht was da alles zusammenspielte.
00:45:55: So im Nachhinein, wenn man so darauf zurückschaut sieht das alles so wahnsinnig schlüssig aus und wahrscheinlich als du drin gesteckt hast war es auch der nächste Schritt.
00:46:02: Was kommt als nächstes?
00:46:03: Man weiß es nicht aber Wenn man sich deinen Werdegang ansieht hat man das Gefühl dass musste so sein ist wie ein Fluss da das eine zum anderen geführt.
00:46:10: würdest du das auch sagen?
00:46:14: Also was dem ja voran ging ist diese also wirklich ne Kombination aus verschiedenen Dingen und zwar einmal Dass mich wirklich brennend die diese Frage in mir war, was ist das eigentlich überhaupt in was ich hier lebe?
00:46:30: Also was soll das hier überhaupt sein?
00:46:31: Die Welt.
00:46:32: Ja!
00:46:34: Ich fand es auch so fragwürdig weil es gab so ein Diskrepanz zwischen dem was mir zu Hause vorgelebt wurde und was mir erzählt wurde und dem wie sich das wirklich angefühlt hat.
00:46:44: Gibt
00:46:44: man Beispiel
00:46:46: Zum Beispiel Rückblicken fällt mir auf gab in unserer Familie nie einen Sprechen über Emotionen zum Beispiel?
00:46:52: Es gab keine Sprache dafür wurde auch nicht darüber gesprochen, wie man sich fühlt oder wurde einfach auch nicht angesprochen.
00:47:00: Und
00:47:02: war das dann so ein stilles Übereinkommen?
00:47:04: Dass niemand es versuchte, weil man wusste, dass führt zu nichts?
00:47:07: Oder versuchten wir das immer wieder oder ihr als Kinder und wurde dann quasi gemahrsregelt?
00:47:14: Das wird ja dann das aus, wenn das nicht zur Sprache kommt, äußert sich das ja dann Kras in Unwohlsein oder Entstreit
00:47:23: Und schon hat man ja eigentlich die Emotionen.
00:47:25: Genau,
00:47:26: aber die werden eben dann nicht benannt und mit denen wird auch nicht umgegangen sondern dann kommen nur Strafen oder Verbote oder sowas.
00:47:35: Dann taucht das wieder nicht auf.
00:47:39: Ich habe gemerkt, dass da irgendwas gar nicht stimmt.
00:47:42: Und das ist wie einen riesigen total präsenten Bereich in mir gibt mit dem ich aber überhaupt keine Sprache entwickelt worden war und auch keinen Umgang damit.
00:47:56: Heutzutage ist es total anders in der Generation jetzt, in diesem Alter.
00:48:01: Die können das alle unglaublich gut!
00:48:04: Und sind auch mit einer Kultur aufgewachsen, die das wollte.
00:48:07: Dass das geht und in meiner Generation gab es einfach nicht in Westdeutschland.
00:48:13: Gab's nicht?
00:48:14: Ich würde sagen dass es das gab.
00:48:15: aber ich glaube auch, dass du verhältnismäßig Rigid in dem Punkt erzogen wurdest.
00:48:22: also es gibt ja schon Menschen deines Alters und ich bin noch älter als du zehn Jahre
00:48:29: die das erlebt haben.
00:48:30: natürlich Ich glaube, dass es das wirklich schon gab.
00:48:34: Aber dass du das Pech haben konntest in einem Haushalt groß zu werden, indem die Eltern ausgründen?
00:48:39: Ich will's gar nicht...
00:48:41: Ich hatte eine wahnsinnig emotionale Mutter immer noch!
00:48:44: Die ist laut und unglaublich unterhaltsam.
00:48:48: Die hört nie auf zu reden.
00:48:50: Die ist nonstop in action.
00:48:52: Die hat eine einzige Performance von morgens bis abends.
00:48:57: Und unglaublich emotional auch.
00:49:01: Also, als Kind sehr bedrängend war das auch.
00:49:05: Und man hatte keine Chance gegen diese Emotionalität der Mutter und es gab ... Das war schon vorhanden als etwas aber etwas was keinen Namen hatte ja?
00:49:17: Und was ich dann versucht habe, ich glaube auch dieses Lesen, Ich hab da so ein paar Erlebnisse gehabt bei der Lektüre auch von Sige Jung zum Beispiel auch sehr früh wo ich gemerkt habe in Büchern stehen Sachen Über die keiner mit mir redet.
00:49:33: Sie hat dir das Buch gegeben?
00:49:34: Nein, ich hab... Das habe ich mir genommen.
00:49:36: Ich durfte auch alle Bücher nehmen, die da im Bücher herunterstanden standen und ich hab dann da was drin entdeckt wie der eigentlich über Adoleszenz schreibt und also die Zeit der Jugend Und auch Phänomene, die das Bewusstsein hat in der Zeit Und ich konnte das nicht glauben, dass da in Buchstaben vor mir etwas geschrieben steht.
00:49:59: Was auch gerade was mit mir zu tun hat.
00:50:01: und plötzlich war das total ... Dachte ich so okay, ich kann so wissen und verstehen über etwas im Bücher
00:50:09: finden,
00:50:10: dass sich so total an Literatur geglaubt habe.
00:50:14: Daher dachte ich okay, das ist ein Weg wo ich mehr rausfinden kann über die Welt.
00:50:21: So kam es eigentlich zustande So wie sie wirklich ist.
00:50:26: John B hören wir Raindrops als Stichwort, da warst du zwischen dreißig und vierzig ein bisschen.
00:50:35: Autofahren im flachen schwarzen Sportwagen das hast Du uns geschickt.
00:50:41: Also aus diesem ganzen schwierigen Staat hatte ich trotzdem in mir so ein ganz unbedingtes klares Gefühl, dass ich das Maximum was des Leben sein kann unbedingt jetzt erleben muss.
00:50:59: Vielleicht
00:50:59: gerade deswegen?
00:51:00: So also unbedingt und ich wollte jede Grenze die ich in mir spürte sprengen und Ich wollte es absolut im Maximum aus mir selber rausholen.
00:51:12: auch ich wollte auch die maximale Vermischung mit echter Umwelt.
00:51:19: Das ist so geblieben, das hat mich auch immer mein Kompass.
00:51:45: Für das was du gerade zum Ausdruck gebracht hast, Grenzen überschreiten, gucken was in einem Steck das eigene Potenzial kennenlernt, ist natürlich die Stadt in der du dann gelandet bist ideal gewesen.
00:51:57: Berlin vor allem in einer Zeit.
00:51:59: Wann bist du gekommen?
00:52:01: Achtundneunzig.
00:52:02: Achtundeunzig!
00:52:03: Okay ich auch, wird zur selben Zeit gekommen.
00:52:05: da war so das wildeste Ich will nicht sagen, vorbei.
00:52:09: Das war schon noch alles ziemlich ungeordnet und man wusste noch nicht so richtig.
00:52:14: aber dieses was so unmittelbar nach dem Mauerfall diese Jahre die müssen ja extrem spannend und unkoordiniert und weiß ich nicht.
00:52:24: Arrungadistisch!
00:52:25: Was auch immer gewesen sein.
00:52:27: Achtundneunzig war das eine Mischung.
00:52:29: Man merkte, diese Stadt weiss nicht so wirklich.
00:52:32: Man wusste nicht genau in welche Richtung bewegt sie sich?
00:52:35: Was bleibt?
00:52:36: Was verändert sich?
00:52:38: Das Trollste waren ja die Baulücken.
00:52:40: Also ich fand es so sinnbildlich, dass jedes dritte Haus fehlte...
00:52:45: Im Osten?
00:52:46: Ja oder es gab dann zum Beispiel noch Gebäude wie die Staatsbank, die standen leer und man konnte da drin Partys machen.
00:52:53: Wurde
00:52:54: auch!
00:52:54: Die ganzen illegalen und lehmeligen... Oder
00:52:56: auch Kunstprojekte.
00:52:58: Und ich war in einer Gruppe von Leuten, die einen haben DJs, die anderen waren Künstler.
00:53:05: Wir haben so Visual Design gemacht.
00:53:09: Du doch auch?
00:53:10: Ja, bist du da durch...
00:53:11: Und es war aber nicht nur durch die Unis, sondern auch über den Freundeskreis und wir haben uns halt jeden Abend von einem von uns angeschaut was der gerade ausprobiert.
00:53:24: Diese Orte damals waren fantastisch weil man so schnell, aber auch schon einen relativ großen Maßstab umsetzen konnte ohne dass man etwas dafür bezahlte Und trotzdem hatte man eine Plattform, wo man das mitteilen konnte mit anderen.
00:53:41: Weil das ist ein ganz wichtiger Punkt eigentlich bei allem immer, dass die Kunst eben auch eine Sprache, es eine Kommunikation ist mit anderen Mitteln und sie braucht eben die Partizipation, die braucht, dass man zusammen an bestimmte Orte kommt.
00:53:59: Es gibt ja so viele Arten von Kunst, wie es Künstler gibt.
00:54:01: Jeder hat seine eigene Strukturierung und macht das auf seine Art.
00:54:08: Er findet das jedes Mal wieder neu...
00:54:10: Und auch Definition vielleicht?
00:54:11: Genau!
00:54:13: Muss das zu dieser Frage nicht beantworten?
00:54:15: Ja,
00:54:16: und es gibt eben auch so viele Antworten darauf, wie's Künstlern gibt uns sehr gut dass er so ist.
00:54:24: Aber was eben das Wesentliche war an dieser Zeit, dieses auch Sprachen finden.
00:54:30: inwieweit und dann auch diese Mischform von Sprache, Video oder
00:54:35: Performance.
00:54:36: Pass würdest du denn jetzt jemandem das Computerspiel nicht versteht was du meinst wenn du sagst Sprachen finden?
00:54:41: Du hast ja damit bist du auch sehr bekannt geworden.
00:54:45: ich weiß nicht ob man das bei einer Künstlerin auch so eine Art Durchbruch nennen kann wenn eine große Öffentlichkeit plötzlich anteilnimmt oder durch eine ganz besondere Ausstellung tollsten Museen und Sammlungen
00:55:01: usw.,
00:55:01: also weltweit.
00:55:03: Aber eine Sprache finden, man würde dir immer bescheinigen dass du auf jeden Fall ne Sprache für deine Kunst gefunden hast.
00:55:10: aber was ist denn damit gemeint?
00:55:12: Ne Sprache zu finden?
00:55:15: Ich meine damit das is kommuniziert.
00:55:20: Also die Arbeit die ich mache...ich bin ja nicht mehr dabei wenn es in der Ausstellung hängt Und dass die Arbeit kommuniziert alleine weiter
00:55:29: Aber du weißt nicht, was sie kommuniziert.
00:55:31: Weil da jemand gegenübersteht der möglicherweise eine andere Sprache oder ein anderes Deschiffrierungssystem?
00:55:36: Ja das ist aber so ähnlich auch wie wir sprechen.
00:55:39: Ich kann zwar diese Wörter benutzen über die wir kulturell einigermaßen übereinkunft haben... ...aber was du jetzt wirklich dazu denkst,
00:55:47: das
00:55:47: weiß ich nicht!
00:55:48: Du hast einen Bild von Baum und ich hab'n Bild vom Hund von Baum.
00:55:52: Und trotzdem ist ja interessant dass wir trotzdem so ne große Schnittmenge wahrscheinlich haben mutmaßlich in dem was wir meinen.
00:55:58: Ja, das hoffen wir oder wir versuchen das eben darüber.
00:56:03: Aber letztendlich bleibt es ja dass jeder das wirklich sehr anders sieht.
00:56:07: ich habe das auch in einer Arbeit mal also explizitem Zug auf Sprache untersucht.
00:56:12: diese Bilder dem Kopf entstehen dazu Und auch wie unterschiedlich die sind.
00:56:17: Ich
00:56:17: auch, ich mach da grad ein Buch zu.
00:56:19: Ach!
00:56:20: Ja, ich hab Interviews geführt zum Thema Sprache und da kommt das auch vor.
00:56:25: Es kommt im Dezember raus, es heißt Wörtersee.
00:56:28: Da ist mir bewusst geworden dass es eigentlich ein Wunder ist.
00:56:32: Erst mal sowieso, dass wir sprechen ohne ja eigentlich... uns vorhört zu überlegen, was wir sagen.
00:56:36: Es ist in Bruchteilen von Sekunden werden unsere Gedanken rausgedonnert aus dem Mund oder nix du auch noch und gibst mir sofort eine Antwort.
00:56:45: das heißt es geht ja so unmittelbar und so schnell und meistens würde ich sagen is' auch die Schnittmenge dessen verhältnismäßig groß dass wir in etwa ähnliches meinen wo ich Natürlich eine Grenze ziehe und da will ich auf jeden Fall mit dir ganz kurz drüber sprechen, weil ich das so interessant finde.
00:57:03: Für dich ist es selbstverständlich und vielleicht auch manchmal nicht nur Sägen sondern auch Fluch.
00:57:08: du bist Sönesthetikerin sagt man so?
00:57:12: Das bedeutet hilft mir dass sich deine Sinne so ein bisschen... Dass sie sich überkrochen hat.
00:57:19: Wie würdest du's beschreiben?
00:57:21: Eigentlich bedeutet das Man hat sozusagen, ich habe keinen Vergleich.
00:57:29: Aber man hat sehr intensive Sinneseindrücke einfach.
00:57:34: Es kann auch dazu führen... Ich such zwar immer das Maximale aber gleichzeitig muss ich mich auch sehr davon erholen
00:57:43: Denn, denn
00:57:44: alles ist
00:57:45: gekoppelt.
00:57:46: Also es kann sein ich habe jetzt hier... Ich erspare jetzt diesen Test!
00:57:49: Ich hab gedacht das ist irgendwie mal ganz... Wenn du so lachst deiner Speichende doch nicht.
00:57:54: Ich habe jetzt drei Sachen weil diese Sönestätik sicher auch dadurch auszeichnet dass man Wenn du ein Konzert hörst, siehst du einen Film hast du mal gemacht.
00:58:07: Ja
00:58:07: ist so.
00:58:08: Du hast also Musik sichtbar vor
00:58:11: dir?
00:58:11: Das wird voll im inneren Auge ein Film.
00:58:15: Aus Formen und Farben.
00:58:16: wie würdest du es beschreiben?
00:58:18: Also sehr konkret das ist eigentlich so als ob man sich vorstellt man hat wirklich sehr große Weitwinkelaufnahme oder totale und sitzt sozusagen mit dem Piloten im Cockpit und fliegt dann über die Landschaft.
00:58:36: Und auch teilweise sehr nah da drüber, und dann ist das auch sehr interessant weil von weitem gesehen sieht es aus tatsächlich wie eine Gegend oder ja eine Landschaft.
00:58:51: wenn man näher dran kommt sieht es eher aus wie wie man das so kennt vom Körper, dass man so Strukturen sieht oder auch bei Pflanzen.
00:59:02: Dass das ganz spezielle Muster sind
00:59:05: ... Wie so Poren?
00:59:06: Ja, genau.
00:59:07: Oder Adern oder Richtungsverläufe wie bei Pelz oder bei Haaren oder Behaarung.
00:59:15: Das ist so auf Wetterkarten.
00:59:18: solche generischen Verläufer gibt von vielen Punkten zum Beispiel Das geht aber auch räumlich, je näher man dran kommt.
00:59:29: Man denkt dann okay das kennt man eigentlich ja nur so aus einem mikroskopischen Bereich, aber gleichzeitig ist es halt so groß wie in Grand Canyon.
00:59:39: Wahnsinn!
00:59:40: Also wie so eine Topografie auch ein bisschen?
00:59:42: Ja,
00:59:42: total topographisch und man fliegt da auch durch und der Komponist ist eigentlich der Pilot der einen da so durchführt ... fliegt durch diese Landschaft und einem die zeigt.
00:59:55: Abgefahren, also ich kann mir vorstellen dass es so ein paar Leute da draußen gibt, die jetzt so ganz leise sagen ja das...
01:00:02: Ich kenne mich auch.
01:00:03: Ich weiß
01:00:03: nicht noch von LSD damals, das war super so!
01:00:07: Naja ich stelle mir das so vor, ich bin zu großer Schisser.
01:00:10: also ich weiß dass mein Körper für Drogen nicht gemacht ist aber ohne Drogen... Das ist toll, da stoßen wir auch an die Grenzen dessen was wir gerade besprochen haben.
01:00:19: denn ich merke ich kann nur versuchen, ich kann so nah wie möglich versuche ranzukommen mit meinen Erfahrungen und meiner Fantasie was du meinen könntest und doch wird sich das niemals decken mit dem, was du fühlst.
01:00:33: Wahrscheinlich auch das wenn wir nie herausfinden.
01:00:37: aber das bedeutet ja dann auch dass du stichwort adhs das ist ja momentan nein nein nein ich will nicht sagen dass du es darunter leidest oder das hast aber viele menschen empfinden ja gerade oder viele Menschen.
01:00:52: vielen Menschen wurde das diagnostiziert vielen Gesprächspartnerinnen von mir jedenfalls Und die sind oft extrem überfordert, weil zu viele Filter offen sind.
01:01:02: So wie du es jetzt gerade beschreibst, frage ich mich ob das eine ähnliche Art der Überforderung ist wenn so viele Sinneseindrücke zeitgleich kommen?
01:01:13: Also wenn ich dir was zum Riechen gebe und du ein Geräusch hörst... Das ist ja abgefahren!
01:01:19: Ja, das geht auch noch zusammen.
01:01:21: Das überforderte mich nicht.
01:01:23: aber Also, was ich sehr anstrengend finde sind zum Beispiel Reisen.
01:01:30: Auch wenn man sehr viel von Maschinen umgeben ist in der Stadt
01:01:33: z.B.,
01:01:34: oder das finde ich sehr, sehr anstregend und auch so für meine Arbeit muss ich mir ja sehr konzentriert sein und so innerlich ganz sauber und unabgelenkt.
01:01:51: Und mein ganzes Leben lang hat mich die Musik gerettet für diesen Zustand, dass ich das kann.
01:01:59: Dass die Konzentration auch so halten kann und da zum Glück auch laute Musik als liebelaute Musik weil die ein alles andere auch zufällige sozusagen
01:02:15: dominierend
01:02:15: ausschaltet und man ist dann eigentlich nur noch wie in dem Song.
01:02:20: also ich finde das es immer wie fliegen deswegen einem tollen Auto, so super lautes und beatlastigen Songs.
01:02:28: Es ist das Beste was es gibt weil es ist so wie fliegen.
01:02:32: Und es ist auch frei sein von allem anderen was da so zufällig ständig kommt und die Aufmerksamkeit will oder entzieht.
01:02:45: Auch wenn man im Studium Wenn da Teams sind für andere Dinge und Leute einfach, die da auch was machen.
01:02:56: Was ganz toll ist.
01:02:57: also ich finde das furchtbar wenn ich ganz alleine bin.
01:03:00: aber wenn das viele sind... ...ist dass auch die einzige Möglichkeit umdient weil ich merke die alle gleichzeitig ob ich das will oder nicht Und ich weiß dazu auch wie es den geht und ich fühle das alles und das ist halt viel zu viel Information eigentlich.
01:03:18: Und deswegen habe ich mit den Situationen immer laut Musik gehört.
01:03:26: Freust du dich aufs Schlafen oder ist das auch manchmal eine Bedrohung, weil da Träume kommen die wieder so intensiv sind?
01:03:33: Ich bin schlafen total langweilig.
01:03:35: Ich würde am liebsten immer die ganze Zeit wach sein können aber ja nicht...ich kann auch nicht gut.
01:03:46: Ich muss zum Beispiel immer so ein Katastrophenfilm gucken oder wenigstens die ersten drei Minuten, damit ich es aus meinem eigenen Ding überhaupt aussteigen kann.
01:03:54: Weil das ist so intens, dass mich das auch so die ganze Zeit in einer Spannung hält und dann muss ich mal den Trick mit dem Naturkatastrophenfilm machen um da auszusteigen und dann schlafe ich aber auch sofort wie ein Stein.
01:04:08: Aha!
01:04:09: Ja.
01:04:09: Interessant!
01:04:10: Als du es immer wieder
01:04:11: herausgefunden hast, wie so ein Transit?
01:04:14: Ja genau, aber so ein ganz schnelles Exit ist das.
01:04:17: Ah, wie lustig.
01:04:18: Ja schön.
01:04:20: Der nächste Song Champagne Live hast Du als Song mitgebracht.
01:04:25: Wofür steht das Lied?
01:04:26: Wann hörst
01:04:26: Du's
01:04:27: von Nioh?
01:04:30: Also eigentlich sind alles Autofahrer und auch während dem Zeichnen Lieder.
01:04:39: Ich glaube Champagne, das hat auch so ein bisschen was Schwieriges drin.
01:04:44: So etwas wie Bittersweet Atmosphäre.
01:04:48: Ein bisschen da auch reingeträufelt und gleichzeitig geht es aber auch um Celebration.
01:04:59: Was super ist!
01:05:27: Hörbar at radioe, das ist unsere E-Mail Adresse wenn sie uns schreiben wollen.
01:05:32: Die Künstlerin Jorinde Vogt isst zu Gast und unternimmst du den Versuch unseren Zuhörerinnen und Zuhöhrern mal einen Eindruck deiner Kunst zu vermitteln.
01:05:46: was Was kann man sehen in der letzten Ausstellung zum Gallery Weekend?
01:05:54: Wie würdest du die Bilder, die dahin beschreiben?
01:05:57: Das war die Ausstellung bei Galerie Juden.
01:06:00: Ja genau!
01:06:01: Die hieß Non-Fiction.
01:06:03: nicht durch Zufall sondern aus meiner Lebensentscheidung heraus ganz konkret jede einzelne Situation anzuschauen ohne diesen Overload on Fantasy.
01:06:19: Also was wird, wenn ich das und das mache?
01:06:21: Sondern nur den Moment jetzt die Sekunde oder
01:06:23: was meistert?
01:06:24: Genau!
01:06:24: Und ich habe mir aufgefallen dass ich alles was sich gemacht hab, alles was ich imaginiert hat meine komplette Realität hatte immer so ein Hallo also eine Art Überbau von zur Hälfte Fantasie.
01:06:41: Also es war nicht nur das, was ich gemacht habe.
01:06:43: Sondern gleichzeitig hat es immer so eine Ladung gehabt.
01:06:46: Kann man das verstehen?
01:06:47: Ich
01:06:48: versuche
01:06:50: zu beschreiben... Es gibt alte deutsche Wörter dafür und die sind zum Beispiel Hoffnung, Zuversicht, Vertrauen, Glauben.
01:07:00: So diese Art von Kit, den man auch zwischen Realität und Zukunft haften kann.
01:07:09: Und je nachdem, wie stark man das macht ist es sehr fest.
01:07:14: Ich hatte aber die letzten fünf Jahre ... ich habe sehr viel erlebt was anders war als wie das dann läuft auf diese Art und Weise
01:07:25: oder
01:07:26: wo das sehr oft angegriffen wurde und in Frage gestellt wurde und merkte plötzlich dieses Thema von Zweifel.
01:07:33: oder nochmal befragen, nochmal, nochmal hinterfragen wieder befragen.
01:07:38: Das wurde so plötzlich überall immer so dazwischen geschoben als Teil meiner empfundenen Realität war wie ein neuer neues Instrument was auch mitspielt die ganze Zeit und erst hat mich das sehr irritiert und auch mein Arbeitsprozess verändert.
01:07:58: ich habe dann viel Neues ausprobiert und versucht da das richtige Medium auch für zu finden.
01:08:06: Und irgendwann habe ich gedacht, dass es so präsent ist.
01:08:10: Ich muss das zum Thema machen!
01:08:14: In den neuen Arbeiten habe ich dann genau diese Arten der Formulierungen immer noch mal mit einem Verdünntenschwarz nachgezogen.
01:08:27: Also ich habe plötzlich alles doppelt gemacht.
01:08:30: Als Doppel solange dauerte, weil ich doppelte
01:08:33: Aufwand.
01:08:35: Und einerseits ist es aber sehr interessant was da passiert.
01:08:37: Einerseits bekommt der Strich sozusagen so etwas wie ein Schatten und wirkt so räumlich kommt einem so entgegen geflogen und andererseits ist das aber auch dieses.
01:08:48: Ich gehe da nochmal lang wo ich gerade war.
01:08:50: Das ist so wie ich denke noch mal darüber nach Genau, und das zieht sich sehr stark durch.
01:08:56: Das kommt als ein eines der Elemente zum Beispiel da sehr stark drin vor.
01:09:01: Gleichzeitig auch warum ich die Wände in diesen Farben gefärbt habe, liegen damit zusammen, dass meine ganze Zeit auch sehr anstrengend.
01:09:09: eigentlich dieser Zustand war wie immer so... Halbalarm.
01:09:15: Also alles hatte so erhöhte Aufmerksamkeit.
01:09:17: von hier ist jetzt eine Situation anders, wie löse ich die?
01:09:20: Was passiert hier eigentlich?
01:09:22: man ist sozusagen so extra wach noch zusätzlich.
01:09:25: ja
01:09:26: Man kann sich die Arbeit im übrigen auf deiner Seite anschauen und da sieht man auch Wie unterschiedlich Die Dinge sind die du machst also wie unterschiedlich Du deine Kunst zum Ausdruck bringst.
01:09:41: Mir ist z.B.
01:09:42: im Kopf geblieben.
01:09:44: Das ist jetzt sowieso wahrscheinlich für eine Künstlerin, für ein Künstler was ganz Tolles.
01:09:48: Aber was Skulpturales das ist in so einem Bach oder im Fluss?
01:09:55: Steine... Wo war das?
01:09:58: Was ist das?
01:09:59: Dass es eine Skulptur dich gemacht habe und ich glaube die von was du sprichst sind Entwürfe für bestimmte Situationen.
01:10:07: Ich weiß nicht, ich hab's auf deiner Seite, wenn man da rauf geht, ziemlich schnell fast einen Tick zu schnell.
01:10:12: Weil ich immer den Gehalt stopp.
01:10:13: Ich habe mir nicht alles gesehen aber man sieht Bilder die du in den Ausstellungen der letzten Jahre gemacht hast also überhaupt sehr unterschiedliche Sachen und ich glaube wenn man sich das anschaut wird ein bisschen klarer auch was du sagst weil das oft sehr abstrakt ist intelligent bist und sehr die Dinge auch intellektuell formulierst.
01:10:36: Und wenn man da kein Bild zu hat, kann es sein dass man einfach kein Bild dazu hat weil du das auch nicht kommt.
01:10:43: Wenn man dann sieht was du machst auch zum Beispiel diese Mit diesen Strichen, wenn du jetzt gerade gesagt hast, dass du dann so was wie eine zweite Linie gemacht hast.
01:10:51: So etwas wie ein Schatten... Ich muss da jetzt an das denken mit den Vögeln zum Vogelschwarm oder die Bewegung von Vögkeln, die du nachgezeichnet hast?
01:11:00: Ja,
01:11:00: ich formuliere das überhaupt
01:11:02: richtig!
01:11:03: Es geht eigentlich um die Vermessungen vom Luftraum durch den Flug von Adlern
01:11:10: und da trifft sich auch Wenn ich das überhaupt richtig sage, korrigiere mich da gerne auch die Mathematik ist da so ein bisschen drin.
01:11:18: Denn was du da ... Das hat fast was Formelhaftes?
01:11:22: Ja es hat oft tatsächlich algorithmische Grundlagen aber im Sinne von sozusagen eine Abfolge wie man etwas schreibt, das nennt man Algorithmus.
01:11:35: oder wir haben alle Algorithmen in unseren ... Zum Beispiel unseren Gewohnheiten.
01:11:41: Das ist immer ein Algorithmus, weil wir irgendwas immer wieder gleich machen.
01:11:45: oder der gleichen Reihenfolge kann man so sagen und das kann man im Kleinen auch so machen beim Zeichnen oder beim Schreiben.
01:11:54: aber da weiß man auch zum Beispiel von Gewohnhalten.
01:11:56: das hat einen enormen Effekt.
01:11:58: es etabliert immer eine ganz bestimmte Art von Realität.
01:12:04: Das ist letztendlich aber auch Grundlage von allem.
01:12:08: Wir brauchen in allem eine Struktur, damit es eine Form annehmen kann.
01:12:12: Ja das ist ob dass ein Firma oder ein Auto ist oder eine Pflanze ist oder ein ja das ist überall das gleiche.
01:12:24: Letztendlich ist das bei mir auch nichts anderes.
01:12:26: dieses also erfinden eigentlich kleinster Apparate aus denen sich dann heraus ein in sich stehendes Thema entwickeln und darstellen kann.
01:12:37: Aber eben auf geschriebene Art und Weise oder auch als Skulptur ausgeführt, unter Einsatz von großen Farbmengen ausgefüllt geht halt immer um die Art und Weise wie man das macht.
01:12:53: weil ich glaube sehr daran dass alles an unserem Körper Alles, was wir erlebt haben in unserem Körper drin ist und sich in unsere Bewegungen übersetzt.
01:13:05: Also zweifelsfrei!
01:13:08: Wir haben jetzt noch zwei Songs die wir unterbringen müssen.
01:13:11: das heißt sie werden jetzt ein bisschen gekürzt.
01:13:13: sehen Sie uns das nach.
01:13:15: Wir spielen den einen Song einfach an Madonna von Bausa Featuring Apache-Zwanzi Dass du das Stichwort geschrieben.
01:13:24: Meetings Tausend Meetings viel Arbeit hilft beim Arbeiten.
01:13:28: Also einer dieser Songs, ja?
01:13:30: Ja und gleichzeitig ist das auch so ein bisschen ... Da war ich dann schon älter.
01:13:35: Und ein bisschen zurückdenken an So meine ersten Erinnerungen an MTV zum Beispiel.
01:13:42: Bei uns lief damals Zum Beispiel Madonna Videos erinnere ich mich noch dran
01:13:47: also nicht zu Hause
01:13:48: Aber die war dann ja irgendwann weg Kann schon
01:14:20: sein, dass sie an Deilchen auch wissen wie man sich bewegt.
01:14:30: Doch du bist ein Bestand Du hast diese Aura So wie du willst keine Liebe
01:14:43: Du wirst Materie auf dich hält.
01:14:46: Schaut Dich an Denn du tanzt
01:14:52: wie... Bevor wir mit Richie Sakamoto rausgehen, ein tollen Musiker.
01:14:59: Der ja auch mit Brian Eno... Ich glaube das auch.
01:15:01: Brian Eino hast du auch.
01:15:03: Also tolle Sachen gemacht hat.
01:15:07: Lies doch mal vor was da auf dem Zettel vor dir steht denn wer deiner Kunst begegnen möchte hat dazu gelegenhakt.
01:15:15: Schaut euch erstmal die Homepage an.
01:15:16: Jorinde Vogt mit Fogt mit OI, OIGT.
01:15:22: aber es gibt Ausstellungen, sag!
01:15:26: Also jederzeit kann man die Arbeit sehen bei Galerie Judin in Berlin.
01:15:32: In der Potsdamer Straße?
01:15:33: Potsammer Straße.
01:15:34: und es gibt auch einen zweiten schönen Ort der Galerie in der Tankstelle...
01:15:38: ...In der
01:15:39: Bülowstraße.
01:15:40: Ganz ganz schönem Ort, das stimmt.
01:15:42: Dann als nächstes Jetzt noch im September ist eine Solo-Ausstellung in Houston, in Texas.
01:15:49: Okay also wenn Sie dahin fliegen möchten... Für das Zuberech mit Reizentickets
01:15:53: bei Sikati Ayaspachino heißt die Galerie.
01:15:59: Und dann sind jetzt im Oktober die Art Basel Paris da zeige ich mit David Nolan und im November die Art Cologne Genau.
01:16:09: Und Galerie Juden und auch meine türkische Galerie, die dem Arzeigen dort arbeiten von mir... ...und dann arbeite ich im Moment für meine nächste Sulu-Show in der Kunsthalle Bremen im April nächstes Jahr.
01:16:24: Das ist vielleicht für manche erreichbar?
01:16:27: Wie oft bist du in Hamburg und arbeitest dort als Professorin?
01:16:32: Alle ein bis zwei Wochen im Semester.
01:16:35: Geht jetzt bald wieder los!
01:16:39: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast oder dass ihr beide auch hergekommen seid.
01:16:43: Finde ich super und auf das du weiter so viel würde es sagen Freude hast oder Erleichterung verspürst.
01:16:54: Was ist was ist das zentrale Wort?
01:16:57: Dass du benutzen würdest.
01:16:58: Es ist Liebe, es ist Entspannung, es is Glück zu Friedenheit.
01:17:02: Also ich glaube Kunst machen ist gleich lieben Ganz eindeutig Und trotzdem getrieben ist es von einfach echt, glaube ich total neugierig sein und immer alles noch genauer verstehen wollen.
01:17:21: Ich bin auch irgendwie nie fertig.
01:17:22: Man geht mit mehr Fragen raus als man damit reingegangen ist und ist noch sehr viel zu erforschen.
01:17:30: Das ist ja das was wir vorhin nur angetickt haben.
01:17:32: Ich habe mich vor der Frage gedrückt weil ich mir vorstelle dass die Antwort einfach riesig ist.
01:17:36: zurecht
01:17:37: dieses.
01:17:38: Du hast es jetzt in meinen Worten kurz zu zitieren, dass du die Welt um dich herum verstehen wolltest.
01:17:45: Also letztendlich ist das ja das was uns eigentlich alle umtreiben sollte... ...die Welt um uns herum zu verstehen.
01:17:51: Aber das kann ein Jahr auch
01:17:54: wahnsinnig machen!
01:17:55: Ja ich denke auch manchmal, manchmal kann man das alles gleich mal denken.
01:17:59: aber das Faszinierende von allem in jüngster Zeit ist für mich da ich das echt nochmal so richtig empfunden habe, dass alles um uns herum seine eigene Zeit hat.
01:18:10: Und wir leben parallel die ganze Zeit mit Menschen, mit Tieren und Pflanzen, mit Dingen, mit Objekten, die parallel eine andere Zeit haben als wir selber – und co-existent ist zu unserer.
01:18:23: Ist das was mit Quantenphysik?
01:18:25: Nein!
01:18:25: Einfach ganz leicht abgeleitet von der Lebensdauer von etwas.
01:18:30: Also ein Hund hat eine andere Lebensdauern als einen Mensch.
01:18:34: Oder man spürt es auch, wenn man durch den Wald geht.
01:18:37: Dass man da mit etwas Lebendigen zu tun hat was eine andere Lebensdauer.
01:18:42: also die reicht über die eigene hinaus und das spürte man auch oder auch... Also wie irre das ist?
01:18:48: Wenn man so ein Stein in der Hand hat und der ist halt sehr unvorsteckbar... Wir
01:18:52: können das uns nicht vorstellen!
01:18:53: Und ist das nicht komisch?
01:18:54: Und wir haben das... Also egal was.. Es gibt nichts auf was dass nichts zutrifft sogar auf Objekte und alles leben wir in diesem Unglaublichen Gleichzeitigkeit an so vielen Arten von Zeit.
01:19:06: Das stimmt.
01:19:07: Non-stop, allein das ist ja schon...
01:19:10: Ich finde das genufst
01:19:11: ein Tag.
01:19:12: Ja, das stimmt!
01:19:13: Und dann doch komme ich wieder an den Punkt sehr es mich fasziniert und bin auch immer ein bisschen eingeschnappt dass mein Verstand an dem Punkt aussteigt wenn ich in einem Gebäude bin von fifteenhundertzwölf oder wenn ich etwas versteinertes in der Hand halte zwei Millionen Jahre alt ist, wo ich so denke das schafft mein Gehirn.
01:19:35: Mein Gehirnschaft ist nicht allermicht so darüber.
01:19:38: Also vielen Dank für alle diese kleinen und großen Inspirationen und den Einblick in deinem Gehirnen und deinen Kopf.
01:19:44: also schön dass ihr hängelkommen seid.
01:19:47: Manchmal auch eine Erleichterung, dass man nicht alles verstehen muss.
01:19:51: Das stimmt!
01:19:51: Tschüss!
01:20:02: Wir hoffen, dass es Ihnen gefallen hat.
01:20:04: Wenn Sie möchten, Sie können ihn abonnieren!
Neuer Kommentar