Carmen Maja Antoni (Wdhlg. vom 23.04.2023)
Shownotes
Wenn bald mal eine Straße, ein Weg oder wenigstens ein Stieg nach ihr benannt wird - niemanden, der sie kennt, würde das wundern. Und niemanden, der sich in der Welt des Schauspiels auskennt, sowieso. Carmen Maja Antoni, die 1945 in Berlin auf die Welt kam, verkörpert in ihrem Beruf, aber auch so, als Person, das, was mit „Urgestein“ und „Urgewalt“ gemeint ist. Mit heute 77 Jahren hat diese Frau so viel Kraft, so viel Speed und so viel Freude an der Welt, dass es vielen von uns und Ihnen wohl schwerfallen würde, mitzuhalten. Schon als Kind arbeitete Carmen Maja für’s Fernsehen, erfolgreich, in zahllosen Formaten. Sie rannte, tanzte, sang und spielte und ernährte mit dem selbstverdienten Geld früh ihre kleine Familie. Die Umstände änderten sich, die Lebensgeschwindigkeit blieb. Filmhochschule, Theater-Engagements. Die bedeutsamsten Intendanten arbeiteten mit ihr. Helene Weigl, die Frau Bertolt Brechts, umwarb sie: Komm zu mir ins Ensemble. Aber da war so viel anderes, das interessant war. Apropos interessant: So vieles im Leben dieser Frau lässt sich unmöglich hier zusammenfassen.
Playlist vom 23.04.23
Tamara Danz/Silly - So 'ne kleine Frau
Rudolf Schock & Josef Metternich - Der Tempel Brahmas strahlt/Duett aus Die Perlenfischer, Oper von Georges Bizet
John Lennon - Imagine
Arlo Guthrie - City of New Orleans
Brian May/Pavarotti & Friends live - Too much Love will kill you
Robin Gibb/Bee Gees - Saved by the bell
Leonard Cohen - If it be your Will
Released by rbb media.
Transkript anzeigen
00:00:03: Willkommen bei den Sommerspecials der Hörbarust.
00:00:07: Bis Ende August veröffentlichen wir jeden Sonntag eine besondere Episode, an die wir uns gerne erinnern!
00:00:14: Heute mit der Schauspielerin Carmen Maja Antoni, die im April XXIII zu Gast war.
00:00:20: Wir sprechen über junge Eltern und alte Theaterpflanzen Berlin nach dem Krieg Kinderfernsehen Eine unglückliche Großmutter Sehnsucht erste Zigaretten, ihres Berben und die Antwort auf die Frage wie groß oder klein der Mann aus dem Radio wirklich ist.
00:00:48: Herzlich willkommen.
00:00:49: schön dass Sie eingeschaltet haben oder uns heruntergeladen haben.
00:00:54: Wenn jetzt Sonntag ist bei Ihnen hören sie uns wahrscheinlich als Radiosendung auf radioeins und ansonsten als Podcast wann immer sie möchten.
00:01:00: hier sitzt Woche für Woche Eine besondere Persönlichkeit, ein interessanter Mensch.
00:01:05: Ein toller Gast der acht Songs aus seinem Leben herausgesucht hat.
00:01:09: Welche Songs das heute sind und welcher Gast das ist?
00:01:12: Erfahren Sie jetzt!
00:01:33: die in Berlin auf die Welt kam, verkörpert in ihrem Beruf aber auch so als Person das was mit Urgestein und Urgewalt gemeint ist.
00:01:43: Mit heute siebenundsebzig Jahren hat diese Frau so viel Kraft, so viel Speed und so viel Freude an der Welt dass es vielen von uns und ihnen wohl schwer fallen würde mitzuhalten.
00:01:54: Schon als Kind arbeitete Carmen Maier fürs Fernsehen erfolgreich in zahllosen Formaten.
00:02:00: sie rannte, tanzte, sang und spielte und ernährte mit dem selbstverdienten Geld früh ihre kleine Familie.
00:02:07: Die Umstände änderten sich – die Lebensgeschwindigkeit blieb.
00:02:11: Filmhochschule,
00:02:12: Theater-Engagement.
00:02:14: Die bedeutsamsten Intendanten arbeiteten mit ihr.
00:02:17: Helene Weigel, die Frau Bertolt Brechts um Warbsi kommt zu mir ins Ensemble aber da war so viel anderes das interessant war.
00:02:25: Apropos interessant So vieles im Leben dieser Frau lässt sich unmöglich hier zusammenfassen.
00:02:31: Starten wir doch am besten gleich jetzt mit dem Gespräch.
00:02:34: und Carmen Maya
00:02:35: Antoni!
00:02:41: Herzlichen
00:02:44: Dank Bettina, dass ich jetzt auch zu den illustrieren Gästen hier gehöre.
00:02:48: Das finde ich toll!
00:02:48: Ich habe übrigens noch nie gehört, dass jemand Illustre sagt.
00:02:51: Das ist ja wahrscheinlich Französischer Wortstamm aber unser eins sagt wenn überhaupt das war eine ganze lustre Runde.
00:02:58: du hast
00:02:58: gerne Illustre Ja.
00:03:01: Und eher Maya als Carmen-Maya, da hoffen sie sich nicht.
00:03:07: Wir sind uns einmal begegnet dass dieses Gespräch beginnt gleich mit so einem Name Dropping wenn man so will denn wir wurden beide eingeladen du von deiner Freundin ich von einer Bekannten nämlich ihres Berben.
00:03:18: so fanden wir uns als Gäste von Frau Berben wieder.
00:03:22: ihr zwei kennt euch ja schon Erre Lange, habt wie viele Jahre zusammen rosa rot gedreht?
00:03:27: Hast du das schon
00:03:27: gehabt?
00:03:27: Achtzehn Jahre oder so haben wir zusammen den gleich noch der Wende.
00:03:30: War mein erstes Casting im Westen sozusagen.
00:03:33: und würdest du sagen dass ihr sehr unterschiedlich seid?
00:03:37: sind es die Unterschiede die eure Freundschaft oder sehr gute Bekanntschaft befruchten Oder seid ihr doch ähnlicher als man auf den ersten und zweiten Blick denken mag?
00:03:48: Auf jeden Fall sind wir zwei Löwen im August geworden.
00:03:50: Das scheint schon eine gewisse Temperamentsähnlichkeit zu haben.
00:03:55: Ja, ich würde sagen die Freundschaft ist ganz langsam und ganz leicht und ganz wunderschön gewachsen.
00:04:01: Und war das ja zwischen Schauspielern immer sehr kompliziertes Freundschaft zu halten.
00:04:06: Also ich bin da jedenfalls sehr misstrauisch.
00:04:08: Warum isst er so?
00:04:10: Weil jeder die Geschichten dir am Tag im Theater und beim Film erzählt abends dann normaler zählt.
00:04:15: also Ich weiß nicht, also ein Schaunschanfähiger möchte auch nicht abends mehr
00:04:20: Wer weiß?
00:04:20: Wir
00:04:21: wissen es nicht.
00:04:22: Wenn
00:04:23: du das schon sagst, was denkst du?
00:04:25: Du hast ja eben gesagt zwei Löwen.
00:04:27: Vielleicht glaubst du auch so ein bisschen an das Zwischen Himmel und Erde.
00:04:30: Glaubst du, dass Schornsteinfeger andere Schornstanfiger anfassen um Glück zu kriegen?
00:04:36: Ich glaube schon!
00:04:38: Die haben in ihrer Gilde eine kleine Meise.
00:04:40: So was die so machen.
00:04:42: Und sie freuen noch, wenn Sie angefasst werden.
00:04:45: Unter anderem das finde ich super!
00:04:46: Ich stelle mir eine Schornsteinfeger-Messe vor wo die alle so abergläubig sind dass sie nicht unter Leitern lang gehen und sich ständig gegenseitig anfassen um Glück zu kriegen.
00:04:54: Aber zurück zu dir und Iris.
00:04:58: Ja, das ist... Die Freundschaft hat es wie gesagt ganz leise gewachsen und ganz wunderschön.
00:05:02: Und dann hat irgendwann sich gegenseitig inspiriert.
00:05:04: sie hat plötzlich angefangen mich im Theater zu besuchen.
00:05:07: ich habe ihre wunderbaren Lesung und politischen Engagements verfolgt und auch abgehört und geguckt und wir sind uns immer näher gekommen in unserer Sprache, in unserem Wesen, in unsere Offenheit.
00:05:19: und trotzdem hat jeder sein Geheimnis.
00:05:22: Ich sage immer Sie's Aberglas West oder ich bin Aberglasaust.
00:05:25: Jeder hat so seine Lebenselixie, die er braucht und den er aufgewachsen ist.
00:05:31: Die hat er festgehalten um zu existieren was er braucht für sein Leben.
00:05:35: aber unsere sind sehr ähnlich.
00:05:37: Sie sind sehr ähnlich und ich kann mit Jörn unglaublich super diskutieren über alles.
00:05:43: Ist das kaum eine Frau die nicht... auf jeder Schiene so ein kleines Wissen hat und das macht einfach neugierig, dass noch Spaß sich zu treffen.
00:05:51: Das macht Spaß!
00:05:51: Sie ist gerne, sie kocht...
00:05:53: Und sie hat so ein Superhumor
00:05:55: auch?
00:05:55: Ja, ein
00:05:55: super
00:05:56: Humor echt schräg.
00:05:57: mit der kann man auch flottern über andere Leute herziehen.
00:05:59: Super was man eben sonst nicht machen kann.
00:06:03: sehr freulich, sehr fröhlich.
00:06:05: treffend sind das immer.
00:06:06: Da sind wir uns begegnet.
00:06:07: natürlich kannte ich dich vorher schon als Schauspielerin eingeladen.
00:06:15: Jetzt haben wir den Salat, jetzt sitzt du also in einem Wessi gegenüber der mit Theater nichts am Hut hat.
00:06:20: Das ist im Grunde das Schlimmste was dir passieren kann wahrscheinlich weil Du bist eine Theaterpflanze.
00:06:27: Theater is ein großer Teil deines Lebens sowas wie dein drittes Kind wenn man so will oder deinen zweiter Ehemann.
00:06:32: habe ich jetzt zumindest nach all der Vorbereitung den Eindruck wirst Du mir verzeihen und wirst du mich sanft an die Hände nehmen wo ich Fehler mache?
00:06:40: Ja, natürlich.
00:06:42: Es wird keine Theater-Spezial-Sendung hier.
00:06:44: Es geht eher so ein bisschen darum dein Leben auszuleuchten.
00:06:48: Da kommen wir immer wieder mal ins Theater.
00:06:49: aber gut ja?
00:06:50: Leuchte mein Sturm leuchtet!
00:06:52: Also gut,
00:06:53: gut.
00:06:54: Warum?
00:06:54: mit der ersten Musik die du mitgebracht hast.
00:06:57: Die erste Musik, die erste Musik.
00:06:59: Pass
00:06:59: auf!
00:07:00: Ich habe es in einer Folgen der Reihenfolge
00:07:01: gesetzt.
00:07:02: In meiner Reihen Folge geht es los mit so eine kleine Frau?
00:07:06: Ja ich weiß nicht ob das ein Lied ist dass du dir selbst widmest denn ganz objektiv gesagt bist du jetzt keine große Frau.
00:07:16: Das Lied hat mehrere Lichtungen und Besichtigung.
00:07:21: Erst mal habe ich die Tameradanze auf einem richtigen Open Air-Konzert gehört, mit diesem Lied wurde sie das erste Mal das Lied gesungen hat.
00:07:30: Ich habe es ja auch kennengelernt und ich fand dass in diesen Zeiten wirklich ... Eine offene, wilde, verrückte politische, rebellische kleine Frau war die mir sehr imponiert hat.
00:07:45: Wann seid ihr euch begegnet?
00:07:46: Wann war das?
00:07:46: Das waren kurz vor der Wende.
00:07:50: Kurz vor der wende in Dresden im Live-Konzert.
00:07:52: Ich war da und hab was gearbeitet, hatte frei und bin dann dahin gegangen und habe ich dieses Lied zum ersten Mal gehört.
00:08:00: Ich fand das so typisch für Berlin, so typische für diese Zeit.
00:08:04: Für diesen Kampf dieser kleinen Frauen immer auch für die Frauen, die ihre Kinder alleine großziehen.
00:08:11: Das hatte für mich eine ganz große Bedeutung.
00:08:14: und dann habe ich es selber in einem Liederprogramm in Berliner Ensemble hatten wir so Musikprogramme, die wir mit Franz Wittenbring gemacht haben Und da hab' ich mir gewünscht das zu singen und das habe ich auch getan.
00:08:29: Das war wild, ein wildes Lied.
00:08:31: Ich habe es auf meine Art gesungen aber das war sehr schön.
00:08:35: und ich habe für Iris zu ihrem, habe siebzigsten Geburtstag?
00:08:38: Nein, ja siebzehnte oder fünfundsechzig, da ich weiß nicht.
00:08:41: Habe ich einen neuen Text drauf gemacht auf die Melodie und hab sie hervorgesogen!
00:08:45: Und ist Ihre Frau in der Selbe geblieben?
00:08:46: oder hast du den verändert?
00:08:48: Nein ich habe sehr viel verändert, aber die kleine Frau ist immer gebliebt denn Iris ist auch keine große Frau also
00:08:53: von mir.
00:08:55: Ich konnte mit dem Lied immer sehr viel anfangen.
00:08:58: Der hat so viele Lebenssituationen getroffen, soziale Situationen und dazu die Frau im Gehirn, die dann so früh an einem Krebs gestorben ist.
00:09:08: Das war für mich ein wichtiges Lied, ein wichtigem
00:10:02: Lied.
00:10:05: Carmen-Maya Antoni ist heute hier zur Gast, die Schauspielerin.
00:10:10: Dieses Lied ... ist ja auch eine ... Rückblickend auf deine Mutter, wenn man so will.
00:10:17: Es kommt nicht ganz mit den drei Kindern, das sind zwei Teuchter geworden aber sie ist sehr jung und Mutter geworden.
00:10:24: erst eines Kindes deiner Schäste.
00:10:27: dann ein Jahr später bist du schon dazu gekommen.
00:10:29: Sie war achtzehn, sie war neunzehnt und drei
00:10:32: Jahre später eigentlich schon wieder alleine und hat versucht eben für uns irgendwie einen Vater herzustellen.
00:10:39: Das war aber irgendwie nicht möglich in dieser Zeit.
00:10:41: Man musste so viel arbeiten, um die beiden Kinder zu ernähren und das war schwer.
00:10:45: Sie war total begabt meiner Mutter.
00:10:48: Du musst jetzt noch gar nicht ... Wir müssen gar nicht so rennen!
00:10:49: Wir haben wirklich Gott sei Dank genug Zeit, um uns das ein bisschen genauer anzugucken.
00:10:54: Deine Eltern sind sich, neunzehn, zweiundvierzig begegnet.
00:10:58: da herrschte Nochkrieg.
00:10:59: dein Vater ist Italiener glaube ich oder war Italiena?
00:11:04: Weißt du, wann ist ... Lebt er noch?
00:11:06: Oder ist er ... Nein.
00:11:07: Das weißt du nicht.
00:11:08: Er ist
00:11:08: mit der Acht sich gestorben.
00:11:10: Okay.
00:11:11: Und ja, sie sind sehr jung.
00:11:13: Älter geworden.
00:11:16: Du bist nünztendfünfundvierzig auf die Welt gekommen in dem Jahr, an dem der Krieg aufführte.
00:11:20: irgendwie schön sein Leben zu beginnen oder?
00:11:22: Ja.
00:11:22: Wenn man so rückblickend in welchem Jahr, na z'hat fünfundvierzzig da wurde durfte die Welt wieder ein bisschen durchatmen, ein bisschen ruhiger werden.
00:11:29: Das ist das einzige was man eben nie wusste wo man geboren ist.
00:11:31: ne Es gab die Bundesrepublik Deutschland nicht, es gab die DDR nicht.
00:11:36: Es gab keine russischen Zonen, es gibt keine Zonen in denen man lebt und es war auch kein deutsches Reich mehr da.
00:11:46: Das war gar nichts.
00:11:48: Ich hatte keine Geburtstagkunde.
00:11:49: Ach
00:11:49: interessant!
00:11:50: Stimmt jetzt wo du sagst?
00:11:51: Ja weil ich sozusagen so eine Art irgendwo Zug geboren wurde und es gab nur eine Hebamme namens Ackermann Und die habe ich in den Nächsten Kirche geschleppt auf der nächsten Station und da gibt es einen Taufurkunde.
00:12:04: Dann hab' ich in einer DDR, hat meine Mutter glaube ich zehn Jahre um eine Geburtsurkund gekämpft.
00:12:10: Weil es einfach keine Geburterkunde gab, die ausgestellt wurde... ...und die war dann sozusagen amtlich nicht gültig!
00:12:19: Es war dann schon konzentriert ne?
00:12:22: Was man wusste war Berlin oder was bis heute ist festgelegt.
00:12:24: Ja das hat man einfach festgelegd.
00:12:26: Das
00:12:26: hat man festgelegen.
00:12:27: Da wo man dann Wohntet mehr als zehn Jahre bei Berlin Geburtstourn.
00:12:32: Ach so, du bist ganz woanders?
00:12:33: Ja ich weiß gar nicht so richtig wieder.
00:12:35: Und sie war... Ah okay!
00:12:36: Ich weiß das irgendwo merke Spuchels an irgendein Besucherpernatante oder sonst wie die man kannte.
00:12:42: Ich weiß es weiß keiner genau.
00:12:44: Okay über alle nirgends Vogelfrei frei auf jeden Fall.
00:12:49: und dann ist da also deine Mutter.
00:12:51: hast Du Deine Großeltern kennengelernt ihre Eltern
00:12:54: ja immer eine großmoderation gebracht Mh?
00:12:57: Oh,
00:12:59: la-la.
00:13:00: Okay... Deine ...
00:13:01: Beim dritten Versuch hat sie klappt!
00:13:03: Ich hab Sie identifiziert ja.
00:13:06: Ja.
00:13:07: Da warst du aber noch selbst gar nicht so alt.
00:13:09: Doch, sechzehn.
00:13:09: Na ja mit sechs in seiner eigenen Großmutter.
00:13:12: Das war bei einer Potsdamer Theaterprämie und die Kollegen dachten ich krieg mein erstes Telegramm.
00:13:17: da gab es ja noch Telegramme.
00:13:19: Und da gabs ein Telegrammen und die dachten ist Premiere.
00:13:21: heute geben wir der kleinen das Telegrammel gleich und freut sich sich.
00:13:24: Ach Du großer
00:13:26: Stadt!
00:13:28: Oma Todes, ja es ist der Nethelto Kanal gesprungen und schwimmen konnte sie nicht.
00:13:33: Entschuldige, bitte.
00:13:34: Darauf war ich gar nicht vorbereitet.
00:13:38: Du sagst das dritte Mal ...
00:13:40: Hat sie es probiert?
00:13:42: Es war ihr Wart in dem Sinne vorbereitet, darf ich das so sagen, dass Sie Ihr Leben loslassen möchte oder nicht gerne lebt?
00:13:49: War sie eine traurige Frau, eine zäunige Frau?
00:13:52: Weißt du das noch?
00:13:53: Ich weiß das nicht.
00:13:54: Nein, kann sich nicht.
00:13:55: Doch!
00:13:55: Ich weiß, dass Oma Toni zweite mal geheiratet mit einem Gemüseverkäufer im Adlershof und das war so eine einfache Familie.
00:14:05: Und den hat sie dann geheiratet nach meiner Mutter, aber sie hatte immer Sorgen um ihre Tochter und Sorgen alles.
00:14:13: Sie war klein auch ne ganz kleine Frau.
00:14:17: Und schlimmste war eigentlich nur dass meine Mutter zu dem Zeitpunkt so tut krank war So Magengeschwür hatte mit Magen rausgenommen und allem Wahnsinn, dass meine Mutter also lebensgefährlich im Krankenhaus lag.
00:14:31: Und wir Kinder mussten dort uns verabschieden vor dieser Operation.
00:14:36: In der Zeit machte die Großmutter das weil sie Angst hatte.
00:14:39: wahrscheinlich ihre Tochter überlebt nicht.
00:14:42: Dann hat sie sich dann in den Tätokanal gestürzt.
00:14:46: Wir haben unsere Mutter belogen als er aus der Operation aufgewacht ist und haben ihr das nicht gesagt und haben gewartet.
00:14:54: Und ja, das war bei der Beerdigung meiner Mutter auch erst mal nicht dabei nur für Mädchen.
00:15:02: Die Ehe beide sehr früh sehr erwachsen werden musste?
00:15:05: Das mussten wahrscheinlich sowieso die Generationen... Diese
00:15:07: Generation sowieso nicht!
00:15:10: Also ich habe eben auch wie gesagt mit zehn Jahren hatten wir die volle Verantwortung.
00:15:14: meine Schwester war elf und ich war zehn.
00:15:17: Wir hatten die volle Verantwortung für diese Wohnung, wo wir wohnten.
00:15:19: Also einer musste die Treppe wischen und der andere saugen.
00:15:23: Dieses Siedlungshaus oder was war das?
00:15:24: Ja,
00:15:24: dieses Siedlungshaus, das wir bekommen
00:15:26: haben.
00:15:27: Adlershof war das, ne?
00:15:28: Adlershofen!
00:15:29: Und das wusste mir halt putzen und wir mussten uns ernähren mit dem, was wir hatten.
00:15:34: Oder muss man auch kochen lernen, weil man Hunger hat einfach...
00:15:37: Ich frage nach deiner Großmutter, weil deine Mutter wie du sie in zahlreichen Interviews beschrieben hast Diese zahlreichen Talente, auch diese sehr unterschiedlichen Talente.
00:15:48: wo man also sagen musste sie war handwerklich begabt.
00:15:50: Sie muss irre sportlich gewesen sein.
00:15:52: Sie hat Schnitte aus alten Zeitungen für Klamotten gehäkelt gestrickt und gekocht.
00:15:59: Sie ist Schlittschuh gelaufen.
00:16:01: Sie weiß es sportlich, sie hat Beiträge gemacht für den Rundfunks mit Geschichten geschrieben.
00:16:06: Und noch mal sie war sie ist mit achtzehn und neunzehnten Mutter geworden.
00:16:11: Sie kann also gar keine große Ausbildung in der Zeit gemacht haben mit kleinen Kindern, wo hat sie all diese Talente her gehabt?
00:16:18: Was denkst du?
00:16:20: Das ist bestimmt von ihrem Vater, von dem sich meine Großmutter rechtzeitig scheiden lassen eine geborene Ritzschke und ein Walter Ritzske, der einen sehr fideler musikalischer wahnsinniger Mensch war Und ich glaube meine Mutter ist sehr nach ihm gekommen und hatte diese Talente noch ausgeprägter.
00:16:42: Das ist auch das was man im Alter, wofür ich ihr ganz besonders dankbar bin dass sie uns Kultur gestattet hat bis zum Ghetto.
00:16:54: alles andere war so streng bei uns weil es muss den Regel morgen geben mit drei Frauen und diesen beiden Kindern Und keinem Erzieher, sie musste also auch bestrafen.
00:17:04: Sie musste alles entscheiden pädagogisch.
00:17:06: Sie mussten die Verantwortung voll tragen für uns beide und die Kultur war also zwanzig Pfennig kostet ein Kinobesuch.
00:17:13: Wir waren in der Kinderbibliothek angemeldet wir waren jede Woche zweimal an der Bibliotheke!
00:17:19: Wir mussten lesen, wir durften keinen EFN hören.
00:17:23: Wir durften kein Schlager hören.
00:17:29: Und wir durften Melodie des Hörers hören und da wusste man mit zehn Jahren den Auszug aus Perlenfischer.
00:17:37: Das wusste mal alles, ja?
00:17:39: Der Fetter aus Dinkster als Operetten... Alles, was dort.
00:17:43: das durften wir haben.
00:17:44: Ich durfte im Kinderfernsehen arbeiten.
00:17:47: Langsam du durftest?
00:17:49: Du hast den ganzen Bums geschmissen also der in diversen Sendungen mitgespielt und ist auch wirklich eine berühmtheit auf schon als Als kleines Mädchen.
00:17:59: ihr habt ein Instrument spielen müssen glaube ich auch.
00:18:03: Was hast du gelernt?
00:18:04: Glockwürz
00:18:04: und Klavier habe ich gelernt.
00:18:06: ja Ich habe dann irgendwann mit Klavier aufgehört, weil ich so viel anders gemacht habe.
00:18:09: Wenn
00:18:09: das nicht die falsche Entscheidung war?
00:18:11: Hast du Blockflöte weitergemacht?
00:18:13: Ja!
00:18:13: Das kann ich immer noch.
00:18:14: Ich kann auch ziemlich viele Instrumente... So.
00:18:18: Okay gut.
00:18:19: Die meisten meinen jetzt sagen Gott sei Dank hab' ich die Blockflötte irgendwann in die Ecke geschmissen und hab' dann ein Klavier.
00:18:24: Fröhlich das Klavier bedient aber gut.
00:18:27: Wir sind jetzt nämlich genau bei diesem Lied schon, dass du gerade so en passant eingeworfen hast Rudolf Schock und Josef Metternich.
00:18:37: Der Tempel Brahmas strahlt heißt dieses Duett der
00:18:42: Palenfischer.
00:18:43: Jetzt hilft uns mal wenn wir die Augen schließen und uns vorstellen das nicht wenn sie jetzt gerade Auto fahren liebe Hörerinnen und Hörern natürlich Die Vorstellung wie du als kleines Mädchen in eurem Wohnzimmer gesessen hast und ich weiß nicht, gab es so eine Musiktruhe?
00:18:58: Wie hast du das gehört?
00:19:00: Beschreib doch mal dieses Bild dass wir sehen könnten wenn mir ein Foto von diesem Moment gemacht hätten.
00:19:06: Wir saßen meist am Tür schon mal halten oder machten irgendwas oder bastelten Und dann kam Sonntag nach Mittag die Melodie des Hörers und Dann hat man in was bekommen Die musik.
00:19:16: manche hat einem im gefall nur hat man mitgesungen Da konnte man mit singen und grünen.
00:19:26: Und es hat aber ein unheimlich Spaß gemacht!
00:19:28: Also ich kannte die ganzen Opern-Arien, und die habe ich natürlich dann auch gesungen laut.
00:19:34: Und das war einfach toll.
00:19:36: Das Radio war ein unglaubliches Medium damals.
00:19:41: Ist das bis heute?
00:19:42: Na ja, wir haben wirklich angefangen.
00:19:46: Da kam die ersten Hörspiele, alles ich erinnere mich.
00:19:49: darf ich Radio hören.
00:19:51: Das war also wirklich das Ding, ne?
00:19:53: Als ich ein bisschen kleiner war habe ich einen Radio auseinandergenommen weil ich wissen wollte wie der Mann dort reinkommt und so kleinen sich machen kann dass er das sprechen kann.
00:20:04: da war meine Mutter ziemlich sauer.
00:20:05: dann musste wir ein neues kaufen.
00:20:08: Hast du es demnach nicht aufgeschraubt, sodass wir uns wieder zusammen schrauben können?
00:20:12: Nein.
00:20:12: Ich habe alles kaputt gemacht.
00:20:15: Weil ich wissen wollte wie groß der Mann ist, der da spricht.
00:20:19: Auf die Antwort bin ich gespannt.
00:20:21: Wahrscheinlich hast du die Mann darin gefunden.
00:20:23: Nein!
00:20:23: Gut.
00:20:25: Weh hören jetzt also die Palenfischer zurück zum Glück.
00:20:29: Das ist ja so.
00:20:36: Das ist unsere Göttin Selb.
00:21:19: Hörer war at radioeins.de.
00:21:22: Da tut unsere E-Mail Adresse, wenn sie uns schreiben möchten.
00:21:25: Die Schauspielerin kamen Maria Antoni erst heute hier zu Gast.
00:21:31: Vierundzwanzig war deine Mutter als sie wieder allein war.
00:21:33: das heißt die Erinnerung an deinen Vater dürfte.
00:21:37: Es dürften nicht viele aktive Erinnerungen sein, möglicherweise sind da auch Erzählungen von anderen Menschen noch dazu gekommen oder eigene Bilder die du dir wahrscheinlich gemacht hast um das ein bisschen zu kompensieren.
00:21:51: Was würdest du sagen?
00:21:52: Für ein Mädchen war es immer die Sehnsucht nach dem Vater.
00:21:55: Wir brauchten also wir hatten sehnsuch nach einem eine Männlichkeit oder so die in dem hause eben total fehlte.
00:22:03: Mein Vater war ein wirklich verrückter, brotlose Künstler in Maler.
00:22:07: Wir hatten ihm nie Geld!
00:22:09: Ich glaube die ganze Ehe und alles ist gescheitert an diesem Wort Geld weil man musste existieren, man musste essen, man mussten trinken
00:22:17: und
00:22:18: das war für die beiden zu viel.
00:22:20: Zu jung?
00:22:21: Zu viel wahrscheinlich, ne?
00:22:24: Habt ihr euch später als so erwachsen warst?
00:22:26: hattet ihr da eine Art von Kontakt wie auch immer der geartet war?
00:22:30: Hast du es versucht?
00:22:32: Mit meinem Vater habe ich zwei Begegnungen gehabt, die eine war als... ...die Mutter von ihm hundert wurde.
00:22:40: Wurden wir von der Caritas verschickt?
00:22:43: Da war ich glaube ich elf und meine Schwester war zwölf.
00:22:46: Das war aber noch Osten!
00:22:47: Aber wir durften dorthin fahren zu diesem Geburtstag Und da hab' ich mal einen Vater gesehen mit der neuen Frau und wie er lebt erstmal und da waren wir uns ganz fremd.
00:22:59: Er hatte dann immer auf den Po geklatscht und hat so getan, ob wir zwei Jahre alt sind.
00:23:03: So wie er uns in Erinnerung wahrscheinlich hatte oder sechs Jahre oder so.
00:23:07: Er konnte mit uns nicht richtig umgehen.
00:23:09: Es war auch die Zeit wo ich in der Pubertät war oder wir reinkamen.
00:23:12: Das war ganz schwierig das anzunehmen und die Frau konnten wir beide nicht gut verkraften.
00:23:18: Ich war eine Schwester.
00:23:20: Und ... Das war schwierig.
00:23:23: Die zweite Begegnung hatte ich, ich war im Mailand Oder kam und ein Cousin von mir nach hinten und sagte, ob ich verwandt bin mit Josef Antoni.
00:23:32: Und dann habe ich gesagt ja ist mein Vater!
00:23:35: Ja und dann hat er Kontakt aufgenommen und haben wir Kontakt auf genommen, er hatte die Adresse... ...und dann waren wir auch zum Geburtstag, seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag und hab' ich noch für meine Schwester gebirgt dass sie nicht abhaut, weil ich gesagt habe also du kannst mit zum Geburtstag kommen.
00:23:54: Ich war ja Reisekader, ich hab ja schon bewiesen das ich immer zurückkam aber ich hab meine Schwester mitgenommen, weil sie ihn unbedingt sehen wollte und dann hab' ich gedacht okay da musst aber deine Familie hier zurücklassen und muss mir versprechen, dass du mich nicht in die Tonne packst.
00:24:08: und das hat's ja auch gemacht und... Dann haben wir eine sehr schöne Begegnung mit ihm gehabt und danach hatte glaube ich beide Familien noch einmal besucht von meiner Schwester-die-Kinder zur Konformation.
00:24:19: Aber mein Mann hat ihm nicht gefallen.
00:24:24: Die beiden konnten gar nicht.
00:24:28: Mein Mann war ein sehr fortschrittlicher und intellektueller Mensch, und mein Vater hasste alles was er an Schaden litten hatte.
00:24:38: also die beiden konnten nicht miteinander.
00:24:43: Und deshalb war es ein bisschen distanziert.
00:24:47: dieses letzte Sehen.
00:24:54: Also du hast ein Buch über dein Leben geschrieben, auf das wir gleich mal kurz zu sprechen kommen.
00:24:59: Du bist sehr offen in deinem Buch.
00:25:00: Du sagst schon gibst schon sehr viel Preis von deinen Gefühlen und deinen Verletzungen auch deinen Freuden.
00:25:07: deswegen glaube ich auch du zeigst mir auch wenn nicht zu weit gehe weil das dir zuviel ist.
00:25:11: hoffentlich ja okay gut danke wenn du dich anders Berlin deine Kindheit, deiner frühen Kindheit erinnerst.
00:25:21: Vielleicht... wir werden das auch verlassen gleich aber vielleicht kannst du Uns und auch jüngeren Hörerinnen und Hörern vielleicht noch mal einen Eindruck davon geben, wie diese Stadt – und dann auch stellvertretend vielleicht ein bisschen für dieses Land wie das Aussaat damals nach dem Krieg.
00:25:37: Als Kind nimmt man es natürlich anders wahr als als Erwachsener möglicherweise sogar spielerischer toll aufregend überall so ein bisschen Abenteuer.
00:25:44: Man kann da über herum krabbeln Das sind ja die Geschichten.
00:25:48: Welche Bilder hast du vor Augen von diesem kaputten zerbombten Deutschland?
00:25:53: Ja, es gab immer Siedlungsteile oder so die verschont worden waren aber es gab auch viele Trümmerbauten und weggeschossene Sachen.
00:26:02: Und sehr viel angeschossener Häuser sag ich mal also verletzte Häuser wie dann so mühselig wieder in Stand gesetzt wurden.
00:26:11: Ja, es war keine Farbe in der Stadt.
00:26:12: Das waren überall Bunker.
00:26:14: Also wir haben so eine Gänge in der Straße und da waren wir im Bunkern und im BUNKER durfte man alles machen – die Eltern waren nicht dabei.
00:26:21: Da hat man die erste Zigarette geraucht.
00:26:24: Da haben wir die Äpfel geklaut in einer Laubenkollonie...
00:26:27: Du warst die Rennerin!
00:26:28: Du warste irre
00:26:30: schnell!
00:26:31: Ich glaube zwar deiner Freunde kenne ich, weil du sie natürlich mal erwähnt hast.
00:26:34: Das war der Sohn des Gemüse-Händlers und das war der Son des Tankstellenbesitzes.
00:26:38: Ja
00:26:38: genau!
00:26:39: Überhaupt hattest du ein gutes Standing?
00:26:41: Du standest sogar am Tor beim Fußball spielen.
00:26:43: Ja, ich war ein Mädchen.
00:26:45: Also ich war im Tor und hatte bei den Jungs ein großes, großes Plus immer Und ich habe auch gut gehalten also... Ich war sehr schnell und die Jungs haben mich natürlich beschützt, weil ich nett war.
00:27:00: Ich war ein richtig guter Kumpel.
00:27:03: Ist das eine Rolle gewesen, die du dir selbst gegeben hast?
00:27:07: Nein ich habe mich zu dem Zeitpunkt mit Jungs besser verstanden als mit Mädchen.
00:27:11: Mädchen haben mir in dieser Zeit nicht so viel gegeben wie die Jungs.
00:27:16: Mit den Jungs konnte man wirklich Pferdestellen und es hat Spaß gemacht!
00:27:23: Was denkst Du über diese ... Zeiten ändern sich ja auch ein bisschen.
00:27:27: Ein paar Sachen sind vielleicht Natur gegeben, manche sind Prägung, Erziehung... Wir hatten
00:27:31: andere Spielplätze, wir hatten einfach andere Tummelplätze!
00:27:35: Es war eben...
00:27:36: Ich meine über dieses, weißt du, dieses Mädchen und Junge?
00:27:38: Du sagtest auch vorhin, dass ihr die Männlichkeit vermisst habt.
00:27:43: Ja und ich
00:27:43: suchte dadurch auch diesen Kraftkontakt, diesem männlichen Kontakt.
00:27:49: Mich haben auch drei Jungs immer nach dem Fußverspiel geküsst.
00:27:53: Drei?
00:27:54: Ja, wir alle einen Kuss gegeben.
00:27:56: Der eine ist Anton der andere Gärtner und der andere Horst Dieter.
00:27:59: Ich habe also immer ein Kuss gekriegt weil ich so toll bin Und das hat einem natürlich getröstet.
00:28:08: Ja, und das finde ich gar nicht so ... Das ist gar nicht der Kumpel nur.
00:28:11: Denn letztendlich... Also der Kuppel wird nicht geküsst?
00:28:14: Ja!
00:28:16: Du warst schon auch ... Den Jungs in dem Alter küssen ja auch nicht einfach.
00:28:20: Es ist peinlich einfach zu küssen.
00:28:22: Das ist schon eine Anerkennung glaube ich.
00:28:25: Nicht schlecht.
00:28:26: Alle haben zu den anderen gesagt sie sollen jetzt weggucken und dann waren die dran.
00:28:29: Vor allen Dingen drei.
00:28:32: Und du fandest es aber gut.
00:28:34: Ja, natürlich fand ich das gut.
00:28:36: Deine Schwester war ein ganz anderer Typ?
00:28:40: Ein ganz anderer Typ.
00:28:42: Still erstgeborene Königprinzip also keine Dreckarbeit liebend hochgradig auf der ästhetischen Linie und auch nicht natürlich sondern religiös und damit auch ganz anders.
00:29:00: Gut, das ist aber erst gekommen nachdem ihr in einem Heim wart, ne?
00:29:05: Beide gemeinsam.
00:29:05: Ja, katolisch
00:29:07: waren wir immer.
00:29:08: Aber nach diesem Heim hat es sich so... In dieser Zeit wo man glaube ich auch sie war wirklich in der Pubertät Das ist ganz wichtig wer auf einen zukommt.
00:29:17: und für Sie war dieses Heim Trost und Ruhe Und mich hat's narrisch
00:29:22: gemacht!
00:29:23: Das kann ich mir sehr gut vorstellen.
00:29:25: Du hast die anderen aber mit Sicherheit auch narrisch gemacht wenn das verdichten Trost
00:29:28: ist.
00:29:32: Hallo, ich weiß nicht wie... Hallo Guthrie?
00:29:36: Ja.
00:29:36: Hallo Gutgrie
00:29:38: City of New Orleans.
00:29:39: Warum dieses Lied?
00:29:40: Wie hat es das auf deine Liste geschafft?
00:29:43: Das ist das Lied was ich mit meinem Mann angehört habe bevor sich einer von uns von der Familie entfernt hat.
00:29:51: Es wurde gespielt Weiß nicht, das war es einfach aufbrechen wenn ich ins kapitalistische Ausland gefahren bin.
00:29:58: Das war irgendwie zwischen uns.
00:29:59: dann der Abschieds-Zungen, da haben wir getanzt danach und haben uns geküsst und es hieß auch man kommt wieder was ja nicht unüblich war in der Zeit dass einer doch die Idee hatte wegzuleiben.
00:30:12: Und das war so unsere Verabredung und das war eigentlich ein liebes Lied zwischen uns.
00:30:21: Eine Verabredung war das eigentlich, aber lebenslänglich.
00:30:25: Hier waren ja dreißig Jahre zusammen insgesamt und dieses Lied war immer da.
00:30:31: Aro-Gasri ist der Sohn von Rudi Gasri Und Rudi Gassri ist die Lieblingssänger einer meiner Mann gewesen aus alten Platten noch uralten Platten!
00:30:42: Das ist der sohn der Aro Gassari.
00:30:45: Die haben sehr ähnliche Stimmen und wir haben das Lied irgendwann zusammen gehört in einem Film Oder.
00:30:52: seitdem war das unser Song.
00:30:54: Und wenn ich zum Gasspieg gefahren bin, werden eher weggefahren ist auf die Dienstreise oder wenn die Kinder allein geblieben sind im Fernlager oder so haben wir das Lied gespielt.
00:31:04: Wie oft hörst du das noch?
00:31:05: Weil ich sehe ja ein bisschen was es mit dir macht gerade
00:31:10: Hin und wieder.
00:31:11: Ja
00:31:12: Dann hören wir's jetzt wieder.
00:32:17: Kamenmaier Antoni ist heute hier zu Gast die Schauspielerin.
00:32:21: Jahrgang fünfundvierzig.
00:32:23: Du hast uns ein bisschen mitgenommen in das frühe Berlin, indem wir uns auch immer noch einen Moment herumtreiben.
00:32:32: Wie ging es los mit dir und dem Fernsehen?
00:32:34: Denn das ging ja ... In einem Höllen-Tempo hat sich das hier entwickelt!
00:32:38: Ja ich war glaube ich zehn Jahre alt und da kam so eine Regisseurin und noch so eine... Also zwei Frauen kamen unsere Klasse.
00:32:45: Ich war, glaube ich, in der vierten oder ja vierte Klasse.
00:32:49: Und die Lehren hat gefragt ob es hier irgendwelche Kinder gibt, die gut singen können?
00:32:54: Die Sachen auswendig lernen können, die keine Angst haben und so... ...und da hat meine Klassenerin gesagt, die!
00:33:01: Und damit war das Ding gelaufen.
00:33:03: Ich war schon am nächsten Tag dann zu diesem sogenannten Vorstellungsgespräch.
00:33:07: also ich sollte ein Gedicht mitbringen und ein Lied und das habe ich vorgetragen und gemacht Und eine Woche später, Mittwoch war ich schon auf Sendung.
00:33:15: Da ging es schon los.
00:33:17: Die haben ihm gesagt das Rotlicht, die haben ja noch original
00:33:20: live
00:33:21: gesendet und so.
00:33:22: Wir hatten ja noch keine Ü-Wagen oder nichts.
00:33:25: Dann ging das Rot Licht an und dann haben sie gesagt du darfst dich nicht versprechen.
00:33:29: Du musst das sagen was du jetzt hier auf dem Zettel siehst und was du gelernt hast.
00:33:32: Wenn du dich versprichst, dann rette dich irgendwie rüber dass du wieder ein Stinkst.
00:33:36: Na die haben einem so Patricks gesagt Und ich war wirklich pfeffig, pfeffe ich weich.
00:33:42: Und merken konnte ich mir auch ganz viel und hab gedacht gut okay wenn das passiert dann mach' ich.
00:33:47: Das ist mir auch einmal passiert.
00:33:48: habe ich mich so lange nie quatscht bis ich wieder drin war.
00:33:51: Du hast im Theater mal ein ganzes Bild erfunden?
00:33:53: Ja
00:33:53: da habe ich ein ganzer Bild davon ja.
00:33:55: Weil keiner mehr was wusste dann.
00:34:01: Und dann ging es los.
00:34:02: und da fing an mit so einer komischen kleinen Quiz-Sendung, Beruferraten.
00:34:06: Dann hatte ich bei Bauen auf Puppenstadt mitgespielt, dann im Abendgruß so eine Stimme gemacht...
00:34:14: Du warst zick der Blitz?
00:34:15: Ja!
00:34:16: Weil's gab die blauen Blitze, du warst Impionier-Kabarett genau.
00:34:20: Das war immer Sonntags glaube ich.
00:34:21: Und dann bei einem Kinderberufskwiss, hast du gerade schon Gwendolin Reichwald?
00:34:27: Ja genau.
00:34:28: Dann habe ich mir rausgeschrieben Bahnhof Puppenstadt, Meisternadelöhr, Meisterspriefmarke
00:34:35: und
00:34:35: du warst die Assistentin von Professor Flimmrich!
00:34:38: Und das gab noch den Jugendbasar in dem du gehen durftest nachdem deine Mutter dir das... hat glaube ich, weil sie wollte nicht das zu den jungen Pionieren gehst oder?
00:34:47: Nein es wollte sie nicht.
00:34:48: Das hat sie dann nur gemacht, weil in diesem Pionierkabaret begann dieser Streit.
00:34:53: Die haben also gesagt wenn du bei uns im Pionierskabarett als Spiels musst du auch sein sonst geht das nicht.
00:35:00: Ja das habe ich meiner Mutter gesagt und natürlich war das der große Verdienst.
00:35:03: Warum wollte sie das nicht?
00:35:04: Und
00:35:05: wir waren katholisch.
00:35:08: Sie hat eine ganz starke Prinzipien, ganz stark geregelt.
00:35:11: Ich habe gesagt ich will zu dem Plenieren was machst du da?
00:35:14: Basteln, basteln kannst du zu Hause so an Wort verendet.
00:35:19: Jetzt haben alle Jugendweihe.
00:35:20: Jugendweiher gut!
00:35:21: Was kriegst du da?
00:35:23: ein Buch?
00:35:23: Ja, kriegste sonntag ein Buch.
00:35:27: Meine Mutter hat mal gesagt pack die Noten rein.
00:35:29: wenn Du die Beste in der Klasse bist dann muss ich nicht reden.
00:35:32: ansonsten komme ich hin und mische den Laden auf da Und dann macht die guten Noten, dann beschwert sich keiner.
00:35:38: Dann müssen sie dich mitnehmen überall und dann brauchst du das
00:35:41: nicht.".
00:35:41: Ich war mein Leben lang nicht in der FTJ.
00:35:44: Ich hab studiert an einer Hochschule... ...an einer Filmhochschule, an der Großen und
00:35:48: ich... Durch deine Leistung?
00:35:50: Ja einfach dann...
00:35:52: Ich habe hier aber auch ein Zitat.
00:35:53: also ich habe immer gedacht irgendwas wird aus mir!
00:35:57: Ich musste immer irgendjemandem was beweisen
00:36:01: ja?
00:36:02: Das war natürlich der Kampf, die kleinste zu sein und die letzte zu sein in der Familie.
00:36:07: Und irgendwie war ich auch nicht die hübscheste, sag' ich mal so... Ich hatte schon sehr früh ein sehr charakteristisches Gesicht gar nicht so sehr kindlich!
00:36:19: Und ich hatte wenig Allüren mit langen Haaren.
00:36:23: Ich hatte immer gerne kurze Haare weil ich mich besser bewegen konnte Weil ich nicht schwitzen wollte durch den Sport, was wir gemacht haben und so?
00:36:30: Das ist
00:36:31: viel sportgemachter.
00:36:32: Du bist für Olympia nominiert worden in der... Ins
00:36:36: Bruck!
00:36:39: Ist schnell auf.
00:36:40: Ja okay um das mal zu erklären.
00:36:43: Typisch weibliche vielleicht
00:36:45: War ich immer irgendwie.
00:36:48: Na da ist ein bisschen wie das letzte.
00:36:50: So kam ich mir immer vor als Kind.
00:36:52: Also benachteiligte irgendwo Und ich konnte soviel und konnte mit meinen Talenten nicht ran.
00:36:58: Und das Fernsehen hat das erste Mal ein Talent von mir konkret gerissen, um.
00:37:04: meine Mutter war total besämpftig durch das Geld.
00:37:07: sie konnte uns ernähren mit meinem Geld und mir war es auch egal.
00:37:11: ich habe da nie... heute würden Sie alle sagen dass ist mein Sparbuch oder so nicht.
00:37:14: damals hat man geteilt und hat alles aufgeteilt damit man nur existieren kann und das war irgendwie der Versöhnungsgrund.
00:37:23: Deshalb bin ich auch anders reingewachsen in diesen Beruf.
00:37:26: Ich war kein Kinderstar, sondern das war mein Hobby.
00:37:31: Die anderen haben Fußball gespielt oder was weiß ich und ich hatte als Hobby zum Fernsehen zu gehen nachmittags Schularbeiten da in dem Fernsehsender zu machen schnell die Texthefte.
00:37:41: was ist heute dran?
00:37:42: Was ist live?
00:37:43: Was kann nicht gucken?
00:37:45: Wo muss ich auftreten?
00:37:46: Da war eine Kinderfrau, die hat einen so sozusagen beobachtet und hat einem geholfen alles zu finden.
00:37:53: Alle Studios.
00:37:54: Dann wurde man abgegeben und dann wurde gesendet.
00:37:57: Und da ging man nach Hause und neben mir war Karl Eduard von Schnitzler der macht den schwarzen Kanal.
00:38:02: Der war im Studio eins Ich war im studio zwei.
00:38:04: Da war der Abendgroß oder die Kindersendung und mein Wuchs so herein lernte große Leute kennen die für andere ganz bekannt war, was einem als Kind wurscht ist.
00:38:16: Wie bekannt die anderen sind?
00:38:17: Die
00:38:17: besten Voraussetzungen um nicht so hierarchisch zu spielen oder einmal das auch anderen Menschen gegenüber und natürlich auch die allerbeste Voraussetzung für das, was wir dann später wieder fahren, ist nämlich beim Theater so abzufliegen weil du natürlich ... andere möglicherweise erst durchs Praktizieren trainieren mussten, mit was Lampenfieber angeht.
00:38:40: Was Disziplin angeht, was auswendig lernen kann ich mir vorstellen dass du das natürlich alles schon trainiert hast?
00:38:46: Natürlich also diese Live-Sendung.
00:38:48: die waren natürlich der absolute Vorbereitung für ein Liveabend im Theater und mit dem Lampenfieber hatte ich nicht viel zu tun wirklich nicht.
00:38:57: man war so bisschen aufgeregt weil es jetzt losgeht und wenn man das erstmal vielleicht diese Riesenrolle hatte Aber dass man so, was weiß ich, manchmal wird ja schlecht und manche müssen das.
00:39:06: Also was hatte ich nicht?
00:39:08: Hattest du das eigentlich nie?
00:39:09: oder gab es mal irgendwann eine Ausnahme bei einem Gastspiel vielleicht irgendwo ... Dass du dich erinnerst, dass da irgendwas
00:39:16: ... Nein, ich hab dann wirklich wie ich sah, wie ein Rennpferd der Tor auf und denk geht's los!
00:39:23: Und dann wird nur noch das gemacht und das wird mit Herz und Seele gemacht und alles andere bleibt auf der Strecke.
00:39:29: also ist so
00:39:31: John Lenn, hast du mitgebracht?
00:39:32: Mit Imagine.
00:39:33: Da ist dein Mann wieder im Spiel!
00:39:36: Ja das ist also da muss ich zu sagen dass es die erste... Das kann gar kein anderer nachempfinden als jemand der in der Zeit auch dasselbe getan hat vielleicht.
00:39:44: Ich hatte mein erstes Gaspiel und habe die erste Westplatte mitgebracht und auch durch den Zoll gekriegt.
00:39:53: Und wir haben zu Hause als erstes E-Maging gehört mit den Nachbarn.
00:39:59: Mit dem Nachbaren, die kamen mit ihren Tonbandgeräten und nahmen das sofort alle auf.
00:40:04: Unser ganzes Wohnzimmer war ein Einzisstudio und jeder der einen Tonband oder irgendwas hatte zum Aufnehmen scharrte sich bei uns in der Wohnung mit Weinen natürlich und Essen und mit allem – das war eine Riesenparty!
00:40:18: Und jedes Mal, wenn ich den Menschen höre irgendwo dann denke ich immer an diesen Tag.
00:40:23: Der war so wahnsinnig.
00:40:25: eine einzige Schallplatte hat einen Abend für so viele Menschen Glück gebracht.
00:40:31: also das war einfach Wahnsinn!
00:40:33: Und man wurde ja auch kontrolliert.
00:40:35: Bei dem Gasspiel, wo wir uns zurückkamen, wurden immer ganz schön gefilzt alle.
00:40:38: Weißt du noch, wo du die Platte versteckt hast?
00:40:40: Dass du sie durch den Zeug reiste kriegst?
00:40:44: Ich hatte auf das Kaffee was aufgeklebt vorn und hat gesagt es ist nichts, was.
00:40:48: jedes hatten da gebastelt!
00:40:50: Wir hatten ja auch unsere Tricks wie wir unsere Sachen rührend gekriegt haben... ...und dann hatte ich etwas draufgeklebt, dass ich wieder abkriege.
00:40:56: aber es war die.
00:40:57: und dann habe ich gesagt so nie, das ist muss so nach runter gespielt und die waren denn auch ganz nett.
00:41:02: Manche waren ja nett.
00:41:04: Und das war die Platte, ja?
00:41:05: Deshalb hat sie immer diese Merkwürdigkeit dieses großen Abends aller Nachbarn und fremden Leuten auch, die die noch mitgebracht haben!
00:41:46: Es kann ja sein dass die nach einundzwanzig Jahren heute zum ersten Mal darauf kommen zu sagen was ist denn das für eine tolle Radiosendung gibt es ja gar nicht.
00:41:54: Was sind das für ein super Podcast.
00:41:56: Da kann ich Ihnen nur sagen, komisch dass Sie das jetzt erst herausfinden.
00:42:01: Aber die gute Nachricht ist.
00:42:03: es gibt diverse Gespräche, die sie sich auch im Nachhinein noch anhören können.
00:42:07: Wenn Sie uns als Podcast abonnieren entgeht Ihnen gar nichts mehr.
00:42:10: Das kostet nix.
00:42:11: Können Sie auch jederzeit wieder rückgängig machen aber warum sollten Sie?
00:42:14: Aber Sie finden zahlreiche Gespräche auf YouTube oder in der ID Audiothek oder bei Spotify.
00:42:23: Uschi Brüning zum Beispiel Andrea Savatski Tuba Tekka, Joachim Krohl, Tristan Pütter, Melika Voroutan, Thorsten Sträter, Maria Schrada.
00:42:35: Prof.
00:42:35: Meuer Goepel, Cashraub Behros, Dani Levy und viele andere mehr.
00:42:40: Zu Gast ist heute die Schauspielerin Carmen Maya Antoni.
00:42:45: Wir sind in den Anfängen der DDR.
00:42:47: Du verdienst wirklich genug Geld um deine Schwester und deine Mutter weiß ich nicht gut zu ernähren, gut durchzubringen.
00:42:54: Ich jetzt außenstehende stelle mir die Frage, warum deine Mutter dieses Engagement angenommen hat.
00:42:59: Es gab so eine Eis-Revue – sie war ja multitalentiert ist auch eben offenbar sehr gut als Kunstlauf gefahren und diese Berolina Eis Revue ging ins Ausland, tourte und da musste irgendwas mit euch passieren.
00:43:15: ihr musstet in ein Heim!
00:43:17: Warum hat sie das gemacht?
00:43:18: Du hast doch genug Geld verdient.
00:43:22: Ich glaube auch, dass sie irgendwann vielleicht auch ... Sie war zwischendurch sehr krank.
00:43:27: Magenkrank, Bauchspeicheldrüsenkrank und ich glaube, sie hatte plötzlich die Chance selber Geld zu verdienen und auch rauszukommen ein Stück von der Welt zu sehen.
00:43:37: Die Sehnsucht sei nie auch gestattet.
00:43:40: hier waren ja keine Babys mehr und keine kleinen Kinder sondern wir waren ja schon große Mädchen Und wir fanden das eigentlich auch ganz gut.
00:43:47: Das Einzige, was nicht geklappt hat war das Heim.
00:43:50: Er war zwölf und zwölft in drei
00:43:51: Wochen?
00:43:52: Ja, wir sollten also... Eigentlich in die Königsheide.
00:43:55: Es waren bei uns zwei S-Bahn-Stationen weiter.
00:43:57: Man hätte alles so weiter laufen können.
00:44:00: Und die haben aber keine Weisen... Also die haben nur weisen Kinder genommen zu diesem Zeitpunkt.
00:44:05: Wir wurden dann einfach vom Jugendamt zugewiesen und meine Mutter war bereits abgefahren.
00:44:11: Und da hat von diesem ganzen Kram nichts gewusst.
00:44:13: Da sind wir in diese schwerer Zieberinheimen reingelangt In Werneuchen bei Berlin, wir mussten alles aufgeben mit dem Sportaufhören und Fernsehen.
00:44:21: Es
00:44:22: gab keine S-Bahnverbindungen?
00:44:23: Keine
00:44:23: S-Mahnverbindung, gar nichts.
00:44:24: Es gibt keine Verwandten.
00:44:25: meine Großmutter konnte wie gesagt nicht zwar zu alt um dazu laufen im Regiozucht dahin zu fahren.
00:44:33: also das war schrecklich!
00:44:33: Wir hatten ja so kein Besuch.
00:44:35: es war alles schrecklig.
00:44:37: Aber wie wurde... Und euch das denn kommuniziert?
00:44:41: Also du bist da jemand, der wirklich... Vom Jugendamt
00:44:43: ist jemand gekommen und hat gesagt wir haben die Einweisung für ein Heim für Sie.
00:44:46: Wir dachten na gut es ja schön!
00:44:48: Das war im Wernäuchen bei Berlin in Werft-Fuhl hieß das.
00:44:52: Dann stellte sich erst raus dass es ein heimfür schwer erziehbarer war.
00:44:58: Spezial dir denn erklärt, dass dein, ich nenn's jetzt Karriere.
00:45:02: Aber darauf war es ja nicht angelegt.
00:45:04: Das war ja schon da neben der Schule und dem Sport ... Ja, das war mein Hobby!
00:45:07: Dein Hobby und ein wichtiger Bestandteil deines Lebens, dass das von einem Tag zum anderen aufhören muss.
00:45:14: Das musste ich doch in eine tiefe Trauigkeit gestürzt haben.
00:45:19: Hatte auch.
00:45:20: Das ist der erste Bruch mit meiner Mutter gewesen der mich schwer beschädigt hat als Kind in der Einstellung ihr gegenüber, weil ich nicht wusste warum man mir so was antut.
00:45:31: Was funktioniert und... Ich war auch gut in der Schule also ich hab überhaupt keine.
00:45:36: Sie haben mir den Sport weggenommen, ich trainiert hier inzwischen schon alles schnell auf und sie habe ja meinen Kinderfernsehen wegggenommen.
00:45:44: Und das war schon, nein es war nicht schön.
00:45:47: unter dem Heim war's auch nicht schön Es war gar nicht schön.
00:45:51: Ich habe mich dann auch mit Jungs und Mädchen geschlagen, weil ich meine Schwester verteidigen musste.
00:45:55: Diese dauernd gehänselt und geärgert haben.
00:45:59: Und der Deutschlierer hat sich an einem Mittwoch am Fensterkreuz aufgehängt im Klassenzimmer.
00:46:05: Das war plötzlich der Einzige, der begriffen hat, dass wir intelligente Kinder waren und so was gar nicht kannten, was stattfand.
00:46:15: Mit dem Bonerbesen, so vierzig Meter lang, der so schwer war mit einem schweren Eisenteil.
00:46:21: Den Flur machen die Schränke an Kippen wenn eine Hose quer lag und so.
00:46:25: Also Bestrafung und sowas ohne Ende.
00:46:27: das war entsetzlich.
00:46:29: Und dann meine Mutter.
00:46:31: nach drei Monaten kam sie ja dann oder nach vier Monaten zu Besuch weil Weihnachten war.
00:46:37: Da haben wir ihr klar gemacht.
00:46:38: also ich habe ihr klargemacht Ich gehe da nicht mehr hin Punkt aus egal wo ich bin Da geh ich nicht mehr hin und meine Schwester wollte auch nicht mehr.
00:46:47: Und dann hat sie uns, weil wer katholisch sind, sind wir bei den Orselinerinnen Prenzlauer Lehen in Papelali.
00:46:52: Sind wir dann in den katholischen Non-Kreis da gekommen?
00:46:57: Das war für mich die Oberhölle eigentlich, weil das natürlich ohne Kunst, ohne Sport, ohne Kultur, die hatten dafür gar keinen Sinn.
00:47:04: Da wurde gebetet und da wurden Andachten gemacht und ... Das hab' ich unglaublich genervt!
00:47:12: Und meine Schwester war auch in einer anderen Gruppe, weil sie älter war.
00:47:17: Sie ist eine ältere Gruppe gekommen und ich war so allein da.
00:47:21: Da fing ich an zu kämpfen, also rebellisch um meine Sachen zurückzukriegen.
00:47:27: Ich wollte wieder zum Sporten Fernsehen und zwar noch Anfragen.
00:47:32: Und das war alles furchtbar!
00:47:35: Man muss sich ja auch vergegenwärtigen, dass diese Kommunikationsstruktur die heute selbstverständlich ist... Heute würde es so sein Du würdest einen Anruf kriegen.
00:47:46: Du würdest eine Mail bekommen, ne SMS und man würde sagen, wann kommst du wieder?
00:47:50: Deine Mutter würde so...
00:47:51: Ich
00:47:51: hab nicht mein Telefon.
00:47:52: Und es geht ja genau aus.
00:47:53: Also wir müssen uns versuchen an der Zeit vorzustellen in der auch noch zehn Jahre später wenn man Kontakt zueinander aufnehmen wollte da gab es an einer Feuerwehrdienstschille wie ist der Herr Eichel oder... Oberwachtmeister
00:48:06: Eichelt!
00:48:07: Vergesse ich mein Leben nicht.
00:48:10: Ja
00:48:11: Mein Lieberspitz.
00:48:12: Also das heißt, wie hast du denn um?
00:48:13: also zurück zu denen in die Pappelallee und zu den Ursulinerinnen?
00:48:18: Wie hast Du gekämpft?
00:48:20: Wie Hast Du von den Anfragen des Fernsehens erfahren und wie hast Du dir deinen Weg dann?
00:48:24: Wie bist Du da wieder gelandet?
00:48:26: Wie Bist Du da zurückgekommen?
00:48:28: Ich habe mit der, die das Pionierkabaretti Regisseurin Gisela Schwarz-Marrell Die hatte eine sehr große Hoffnung auf mein Talent gesetzt und hat mir auch gesagt dass ich sehr begabt sei dafür und dass ich nicht überlegen sollte, ob ich das später mal beruflich mache.
00:48:44: Und ... Das hat mir natürlich jemand anderes gesagt als meine Mutter, dass ich Talent habe, dass sie etwas kann.
00:48:54: Ich hab dann beschlossen dafür auch zu kämpfen.
00:48:57: Meine Schwester verdrängt diesen Kampf und nimmt mir das heute manchmal ein bisschen übeln.
00:49:03: Aber ich habe an diesem Weihnachten und nach dieser Papplerleso meine Mutter drangsaliert dass ich das nicht möchte, dass ich so nicht sein will und dass ich es so nicht leben möchte.
00:49:15: Dass meine Mutter wirklich gesagt hat okay ihr geht jetzt in unser Haus und ihr benehmt euch ordentlich und ich verlasse mich auf euch und ihr könnt alleine leben.
00:49:25: Und das fand ich akzeptabel.
00:49:27: Wow!
00:49:28: Und daraufhin wir waren ja dann inzwischen dreizehn und vierzehn.
00:49:32: Ja?
00:49:32: Vierzehn und dreizehnt natürlich minderjährig und alles.
00:49:35: aber ich konnte den Ofen heizen Ich
00:49:38: konnte kochen,
00:49:40: wir hatten ein bisschen Wirtschaftsgeld immer mit einer Wirtschaftskasse.
00:49:45: Wir haben sauber gemacht und kannten unsere Sachen.
00:49:47: Wir konnten zum Schuster gehen, wir konnten in die Bibliothek gehen... ...wir sind in der Schule gewesen, wir haben nie Schule geschwänzt oder sowas.
00:49:55: Wir waren beide naiv!
00:49:56: Wir wussten, wir hätten keine Aufklärung.
00:49:59: Wir dachten immer wenn man im Mann mit Zunge küst, dann kriegt man den Kind.
00:50:03: Also wurde nicht geküsst, es wurde abgesagt und wir hatten uns geschworen.
00:50:07: Wir bleiben ganz ordentlich und reden darüber immer und machen nichts bis Mama zurückkommt.
00:50:14: Und das haben wir irgendwie gut gemacht.
00:50:17: Das war die beste Zeit mit meiner Schwester.
00:50:20: da hat mich unsere eine merkwürdige Weise verbrüdert und wir haben die Nachbarn gegrüßt.
00:50:27: Wir haben die Wohnung abgeschlossen wenn das Wirtschaftsgeld alle war.
00:50:32: Dann haben wir überlegt, was wir machen.
00:50:34: Es gab ja noch keine Kühlschränke und Gefriertruhen und alles wo alles immer drin war ne?
00:50:38: Wir hatten einen kleinen Kühl schranke den ich vor meinem Fernsehgeld gekauft hatte Und da musste man ihn gucken wie man klar kommt.
00:50:47: und wir sind klar gekommen.
00:50:49: Die Großmutter Toni die kam dann öfter mal hat die Wäsche gewaschen mit und hat ein bisschen gestopft und gepflegt wenn etwas kaputt gegangen war Und ansonsten haben wir die Bude geschmissen.
00:50:59: Kein Jugendamt kam vorbei, niemand!
00:51:01: Die Nachbarn wussten nichts, sie haben gegrüßt, wir sind aus dem Ding abgeschlafen und sind zur Schule, zurück raus, Schularbeiten gemacht.
00:51:08: Total diszipliniert und ordentlich.
00:51:10: und im Buch habe ich geschrieben Wir sind still und allein erwachsen geworden
00:51:15: Das kann man wohl sagen und extrem symbiotisch.
00:51:18: Also
00:51:20: so war das glaube ich und da begann für mich dass Erwachsenen sein obwohl ich noch nicht erwachsen war.
00:51:27: Ich habe dann vom Sport gleichzeitig das Angebot bekommen für diese Olympiade und habe überlegt, mache ich jetzt Kunst?
00:51:33: Und Kultur?
00:51:34: gehe ich weiter zum Fernsehen oder trainiere ich die doppelte Zeit, weil die das wollten.
00:51:39: Wir reden hier von fünf... wenn du olympisch gehst sechsmal pro Woche bestimmt.
00:51:42: Ja natürlich!
00:51:44: Dann hab' ich irgendwann mit der Schwarz-Marielle geredet, mit der Regisseurin wieder und sie hat gesagt, trainier ab, du bleibst bei der Kunst, ich bin ganz sicher.
00:51:53: Dann habe ich gedacht, wenn die das sagt.
00:51:54: Das war für mich so manchmal Ersatzmutter-Urteil.
00:51:59: Dann ist da was dran und dann hab' ich abtrainiert und habe dem Sport AD gesagt weil ich gesagt habe Ich möchte lieber Kunst machen und Kultur und lieber beim Fernsehen bleiben.
00:52:11: Und dann bin ich ja in diese Jugendsendungen reingerutscht.
00:52:13: ganz prima Hab abtrainiert, bin brav noch ein halbes Jahr auf den Sportplatz gegangen und hab meine Schnellaufübung gemacht zum Abtrainieren.
00:52:23: Und dann kam ja schon die Mauer in der zehnten, als ich zur eften Klasse kam.
00:52:28: Da kamen schon in den Sechzig die Mauern und dann musste man sich sehr schnell entscheiden was macht man mit der Schule?
00:52:36: Macht man Abitur geht man Zehnteklasse ab?
00:52:39: das waren hier alles Fragen.
00:52:41: Ich war auf der EOS aber es kamen sehr viele Kinder aus dem West-Berlin die in West Berlin zur Schule gegangen waren.
00:52:47: Die kamen wieder alle zurück Und auf einmal gab es keine Studienplätze und es gab keine Plätze mehr da, dort.
00:52:54: Dann sagte die Schwarze Marrelle, die nehmen manchmal, wenn Leute sehr begabt sind, nehmen sie schon ab sechzehn, siebzehn.
00:53:02: Gehe auf die Filmhochschule!
00:53:03: Ich wohne in Kleinmachnung, kannst bei mir schlafen, sprichst dir davor...und machst das?
00:53:09: Ja, dann in der ersten Klasse habe ich das
00:53:11: probiert.".
00:53:13: Du bist genommen worden, du hast zweimal vor etwas zwei spektakuläre Vorsprechen gehabt.
00:53:17: Ja die waren wirklich also Bubenstück ein Buben-Stück.
00:53:22: Ich würde das so gerne, dass hätte ich gerne mal auf einem Band gehabt.
00:53:24: Glaublich!
00:53:25: Du hast es in irgendeinem Interview erzählt und da musste ich schon lachen bei der Vorstellung, dass du da wie ein Dervisch drei Rollen spielst und dich da wirklich komplett verausgabst ohne dass es eigentlich lustig sein soll.
00:53:37: die ganze Zeit aber so wie du es beschrieben hast
00:53:42: Szene.
00:53:43: Also ich bin gerannt um mein Leben und die Tasse der Brunnen, und ich habe die Stimmen verstellt und alles... Und die haben da unten lang gelegen!
00:53:50: Die haben lang gelegend!
00:53:52: Und ich hab gedacht sind die blöd hier?
00:53:53: Sind die
00:53:54: Blöd?!
00:53:54: Die lachen über mich statt das zu begreifen was ich mir für Mühe gemacht habe.
00:53:59: ja.
00:53:59: Ich versteh'n die Sauern nicht.
00:54:04: Und immerhin, ich meine du wurdest wieder eingeladen mit dem Vermerk.
00:54:08: Das musst du mir erklären, du solltest einen Rock tragen.
00:54:10: beim zweiten Mal
00:54:11: Naja, ich war so ein ziemlicher Hosenmatz weil das immer praktisch war wenn man Hosen an hatte gar nicht aus irgendwelchen anderen Gründen und die schrieben mich soll also im Rock vorsprechen.
00:54:20: Ich hab mir gedacht denken die habe irgendeine Narben an den Beinen oder irgendetwas nicht?
00:54:25: Naja nun hat ich aber keinen Rock.
00:54:26: Daran ist es gescheitert überhaupt!
00:54:29: Ich hatte so einen Latsrock.
00:54:30: damit bin ich zur Schule gefahren.
00:54:31: Ich hatte zwei Röcke und einen Strickleiten da schwitzt man drin.
00:54:35: Das kann man nicht nehmen.
00:54:37: Also habe ich mir von meiner Schwester Norok geliehen, der war natürlich zu lang und den haben wir dann mit farblosen Latex umsäumt.
00:54:43: Schön festgemacht konnte ja keiner nähnen?
00:54:45: Damit hast du bestimmt auch dieses Cover beklebt, hab' ich vorhin gedacht.
00:54:48: Genau das war der Original-Kleber am ganzen Haushalt!
00:54:52: Mit farblosem Latex konnte man alles zukleben.
00:54:55: was gab er.
00:54:56: Die hätten die Mauer gar nicht gebraucht da hätte man etwas ganz anderes hin kleben müssen oder hinkleben können.
00:55:02: Wow, und der Rest ist Geschichte.
00:55:04: Wobei wir gleich Zeit haben noch mehr in diese Geschichte einzusteigen.
00:55:08: Erst mal eine gewagte These Too Much Love Will Kill You.
00:55:14: möglicherweise es so.
00:55:16: Brian May und Luciano Pavarotti Wie ist denn dieses Lied in dein Leben gekommen?
00:55:26: Die Queens waren immer für mich Leute, die gebrüllt haben um irgendwas.
00:55:30: Also der Freddy Mercury hat seinem Leben lang alles aus dem Hals geschrien und das fand ich immer total phänomenal weil ich sowas kenne.
00:55:39: Schreien aus Lust, schreihen aus Freude, schiessen aus Wahnsinn also einfach...
00:55:44: Auch als Wut?
00:55:48: Ich bin nicht wütend
00:55:49: ganz selten.
00:55:50: Bist du nicht wüdend?
00:55:51: Nein nein!
00:55:51: Ich bin ich nachtragend und ich bin ich wütende.
00:55:57: Manche Kollegen sagen, wer mit mir nicht auskommt, der ist krank.
00:56:03: Das stimmt auch!
00:56:05: Ich bin wild und temperamentvoll Und ich sage was ich denke und das gefällt manchen Leuten nicht.
00:56:09: Das ist schon okay.
00:56:11: Das mache ich da tobig aber Nicht wütend auf Leute.
00:56:15: und na diese Wut die Die also mich erschreckt eigentlich Man kann doch alles beraten, man muss doch nicht schreien aus Wut.
00:56:25: Nein, Schreien muss man aus Liebe und Freude aus Wahnsinn!
00:56:28: Also für mich ist Schrein immer etwas Tolles auch wenn man irgendwo angekommen ist ein großen Schrei das ist einfach tolles.
00:56:35: oder man hat was geschafft es einfach super dass es einfach Energie die ihm raus muss oder sowas weiß ich.
00:56:44: dafür finde ich Schreie.
00:56:45: und Freddie Mercury immer geschrieben.
00:56:47: aber dieser Mensch der bei Pavarotti und Frenz dort Gast ist.
00:56:51: Der hat dieses Lied gesungen als Entschuldigung, der hat gesagt Entschuligung.
00:56:56: ich denke hier gerade an Freddie Mercury seine Spezialsong von mir gesungen sagte vorher Und er begibt sich in diese Nummer ein und ich finde der singt das also wirklich total scharf.
00:57:07: Ich bin total verliebt Wenn dir da los schreit Das find' ich total schön.
00:57:13: Ja Herzenslied
00:58:34: Glaubst du das stimmt, dass zu viel Liebe jemanden umbringen kann?
00:58:38: Jemand töten kann?
00:58:40: Ja schon.
00:58:43: An die Liebe ist es wirklich etwas an dich Glaube im Leben.
00:58:47: Egal zwischen welchen Menschen und auf welche Art, egal ob zwischen Mensch und Tier... Also Liebe finde ich ist das glaubwürdigste überhaupt weil Da darf nicht gelogen werden und wenn eine Seite lügt, dann kann man umgebracht werden.
00:59:03: Ja doch das hat für mich eine große Wahrheit.
00:59:06: Zu viel Liebe kann töten?
00:59:09: Tu mal Schlaf, kein Kirchen.
00:59:11: Ja je nachdem ist es ja nur einer der getötet wird.
00:59:14: Also gibt's einen zweiten, der das verursacht.
00:59:16: wahrscheinlich.
00:59:17: Von wem kommt die Liebe, die zu viele?
00:59:19: Das ist also...
00:59:21: Es gibt ja Menschen, die sagen man kann nur zu wenig lieben nicht zu viel.
00:59:24: Man kann gar nicht weil Liebe etwas so schönes ist.
00:59:27: also ich glaube dass naja liebe kann einengen eine andere eine andere Person wenn sie nicht auf dieselbe art er wiederkürzt
00:59:35: natürlich wenn es nicht auf die selbe war.
00:59:36: man kann auch wenn man verzweifelt ist so zu viele liebe kann auch umbringen aber das zerstört nicht den Begriff der Liebe an sich, den ich meine.
00:59:48: Also ich finde das Liebe das Einzige ist was einen Wert hat zwischen Menschen.
00:59:54: auch Freundschaft ist ja ein Stück Liebe.
00:59:57: Ja also für mich ist es ganz wichtig.
01:00:00: Ich bin eine ganz treue Person wenn ich mit jemandem befreundet bin und wenn das ist dann bin ich ganz treu!
01:00:07: Also ich bin auch mir treu.
01:00:09: Wenn mir etwas nicht passt, ich schreihe das raus.
01:00:12: Das muss raus sonst kriege ich eine Macke.
01:00:15: Sonst wütend und wütent willst du ja nicht
01:00:17: werden?
01:00:17: Und wütnd wäre ich nicht sein, dann mache ich das gleich so.
01:00:21: Würdest Du sagen, dass Du die... Was würdest Du über Selbstliebe sagen?
01:00:27: Ach, die Selbstlieben!
01:00:28: Die selbstliebe, die... Ich finde ein sehr unalter Mensch.
01:00:32: leider ist so...
01:00:33: Warum schneidet dieses Wort so schlecht ab?
01:00:35: Also wenn wir uns eben noch darauf verständigen konnten, dass Liebe das Allerwichtigste ist.
01:00:39: Wir lieben uns doch selbst.
01:00:41: Oh, das
01:00:42: ist nicht selbstverständlich.
01:00:43: Nein,
01:00:44: sicher nicht!
01:00:45: Aber ich liebe mich weil es funktioniert dass Ich lebe und liebe.
01:00:54: Darum lieb' ich mich Und ich freue mich wenn Mich andere Leute Lieben.
01:00:59: Ja
01:01:00: Und ich freu mich auch sehr Wenn mich Das Publikum so liebt
01:01:03: Und das tut Es?
01:01:04: Und das gibt mir Absolutes Glück.
01:01:07: Glück Von dem Ich mich unglaublich lange Ernähren Kann.
01:01:11: von diesem Glück, dieses Liveabend, dass du auf einer Bühne stehst im Prinzip hilflos.
01:01:18: Denn es ist ja alles gewesen!
01:01:20: Es ist hier alles vorbei.
01:01:21: ich schwitze nur und bin fix und foxy Und dann kommt Applaus.
01:01:26: und dieser Applaus der is so wahnsinnig das ist so viel Glück.
01:01:31: Also ich bin danach dann immer total satt.
01:01:35: Ich habe so viele.
01:01:36: nach dem Tod meines Mannes habe ich soviel Glück vom Publikum bekommen für meine Courage und für meine ganzen Sachen, die ich gespielt habe.
01:01:45: Dass ich total glücklich unzufrieden war und das hat mich erfüllt.
01:01:51: Und dann kann ich sagen dafür lieb ich mich weil ich das geben konnte auch.
01:01:57: also Ich konnte den Publikums einen tollen Abend geben und die geben mir auch ein tolles Abend.
01:02:05: Das ist toll!
01:02:08: Das ist für mich auch eine ganz tiefe Erinnerung, eine ganz tiefe Erfahrung vom Liveabend.
01:02:12: Darum mache ich jetzt auch manchmal gerne noch Lesungen, weil ich die Leute live erlebe.
01:02:18: Es ist ganz angenehm Reaktion zu hören und zu wissen wie sie dann applaudieren, dass Sie einen mögen!
01:02:24: Und das ist ein großer Zuspruch der auch optimistisch ist ja?
01:02:28: Ich finde es so wenn man gemocht wird gibt es so viel Lebensoptimismus also Kraft auch für andere was zu tun Und da ist man dann weit weg von dem selbst ich, vom Eidln.
01:02:43: Also ich, ich und das meine ich nicht.
01:02:46: Nein nein aber danach habe ich auch nicht gefragt ja?
01:02:48: Aber egal auch wie ich immer aussah wie ich mich gefühlt hab Ich habe mich irgendwie immer lieb gehabt.
01:02:53: Und darauf wollte ich so ein bisschen hinaus.
01:02:55: Das ist eine gesunde Art des Selbstbewusstseins.
01:03:01: Auch Selbstbewusstein wird oft so konnotiert als sein Menschen So keine Ahnung auch in die Richtung Arroganz oder so.
01:03:10: Im Grunde geht es ja nur darum, auch den Schmerz und auch die Defizite und auch den ganzen Kack im Leben bewusst wahrzunehmen und in der Regel oder irgendwie damit klarzukommen.
01:03:19: Und
01:03:19: der Mist überwiegt.
01:03:20: Entschuldigung Meister, was man so bekommt
01:03:23: im Alltag?
01:03:24: Ja, das kommt ja auch drauf an wie du aufs Leben guckst.
01:03:27: also da kannst du ja auch manchmal wenn du Glück hast Erfreust du dich an kleinen Dingen?
01:03:32: Vielleicht muss man auch ein gewisses Alter erst haben, weil diesen Satz hätte ich wahrscheinlich vor zwanzig Jahren so auch nicht gesagt.
01:03:38: Aber heute könnte ich dir Sachen aufzählen die mich vor zwantzig oder dreißig Jahren nicht bewegt hätten oder die nicht gereicht hätten um mich zufrieden oder glücklich zu machen.
01:03:47: das hat sich heute verändert dafür bin ich sehr dankbar.
01:03:50: und Ich sehe aber einige Menschen und leider eben auch gerade jüngere menschen Die diese den dieser selbst Akzeptanz deutlich vorlebt, ohne dass du sie an die große Glocke hängst.
01:04:04: Die du auch damals schon hattest, dass denen diese Selbstakzeptanz so fehlt?
01:04:09: Dass die eben niemals sagen würden, Sie lieben sich oder Sie haben gesundes Verhältnis zu sich selbst und dann Sie würden dir erst mal aufzählen was ... Was Sie nicht haben!
01:04:18: Sie
01:04:18: sind zu dumm, sie sind zu klein.
01:04:21: ja natürlich
01:04:21: Und das ist so schade
01:04:23: Ja finde ich auch Und das ist eine neue Generation, die daran wächst.
01:04:27: Das ist natürlich eine Mediengeneration, die sich definiert über diese ganzen Medien und da werden auch die Vorbilder eingeblendet.
01:04:35: Den wird ja auch gesagt per Tick-Tock-Tack alles was da kommt.
01:04:41: Du bist zu fett!
01:04:42: Guck mal wie ich aussehe und ich esse dasselbe wie du ne?
01:04:45: Da wird ein falsches Leben vorgeführt.
01:04:48: Die Eltern haben weniger Zeit für diese... Ich muss schon sagen Entwicklungszeit, wenn die Kinder schwere Zeiten durchmachen.
01:04:58: Die Kinder dürfen diese schlimmen Zeiten nicht ohne Eltern durchmachen...
01:05:01: Da muss ich jetzt sofort Veto einlegen, entschuldige!
01:05:05: Jetzt nur auf Teufel komm raus du.
01:05:07: Du hast mir gerade vorgelebt, dass du ganz allein gelassen wurdest und das hervorragend geschafft hast.
01:05:13: Das soll kein Play-Doh jeder für sein, dass Eltern ihre Kinder
01:05:15: nicht schützen wollen.
01:05:16: Aber ich habe Verantwortung übernommen?
01:05:17: Genau!
01:05:18: Und sie übernehmen
01:05:19: keine Verantwortung.
01:05:20: Nein, nein...
01:05:20: Man für sich die wollte dich.
01:05:23: Als junges Mädchen zu einem Alter wo es nicht selbstverständlich ist schon so viel Verantwortung für sich zu übernehmen, hast du das hingekriegt.
01:05:31: Also irgendwie hast du's auch ohne geschafft.
01:05:34: Die Frage ist halt nur ... Ja, man kann das wahrscheinlich auch nicht für allgemeinern.
01:05:39: Ich denke schon, dass es wichtig ist, dass Kinder oder heranwachsenden Menschen haben, denen sie sich anvertrauen können?
01:05:46: Wie ist bei dir eben die Frau Schwarze-Schwarze...
01:05:48: Genau!
01:05:49: Es müssen nicht unbedingt die Eltern sein aber es können gute Freunde sein und man muss Freunde auch suchen und sie sich erwerben, die guten Freunde.
01:05:57: Die kommen sich ins Haus gerannt.
01:06:02: So der nächste Song Pass auf kommt von Robin Gibb.
01:06:08: Die Bee Gees, er war einer von den Bee Geese.
01:06:13: Saved by the Bell heißt das die.
01:06:15: Damit springen wir jetzt natürlich ziemlich weit nach vorne.
01:06:17: also wir müssen vielleicht schon voranschicken.
01:06:20: du hast also sehr jung angefangen zu studieren.
01:06:22: Du hast es durchgezogen.
01:06:23: Ninzeinzeintsechzig bis neunzehntfünfundsechszig in der Filmhochschule.
01:06:27: Konrad Wolf bist diplomierte Schauspielerin.
01:06:35: Dort in Potsdam zum Theater, zum Hans-Ottotheater hatte er natürlich.
01:06:39: Und auch überhaupt zu Babelsberg hat dir glücklicherweise viele kleine Rollen auch oft beschert?
01:06:47: Du bist da schon ziemlich
01:06:48: schnell... Ja war der Dfer eingestiegen im ersten Dferfilm mit einem Drehtag, zwei Drehtagen und da habe ich immer gedacht wenn nur ein Drehtak ist dann bist du ja nur einmal zu sehen.
01:06:58: also musst du alles geben damit die dich nicht vergessen.
01:07:02: Das war immer so meine Devise als junges Schauspielerin.
01:07:06: Und das ist mir auch meistens gelungen!
01:07:08: Ich habe manchmal einen Auftritt und manche erinnern sich an diesen Filmen, ich hab nur einen Satz gesagt oder so... ...und das fand ich irgendwie, das hat mich sehr gefreut, dass es so aufgegangen ist in Nachhinein erst Jahr.
01:07:20: Du hast immer das gesamte Drehbuch gelesen, weil du eine Mini-Rolle hattest?
01:07:25: Also du hast dich selbst extrem trainiert dadurch, vielleicht ohne es zu wissen damals.
01:07:31: Naja das ist die böse Erfahrung dass ich einmal wie gesagt einen Buch in die Hand bekommen habe.
01:07:35: im Potsdam im ersten Angerschemang kriege ich die große Brechtrolle und da stand am Dings der Dings und als Letzte stand mein Name Grusche ein Küchenmädchen.
01:07:47: Und dann bin ich nach oben in die Dramaturgie geholt.
01:07:56: Ich dachte, was hast du denn für eine große Klappe gehabt?
01:07:59: Halleluja!
01:08:00: Auf jeder Seite kamen sie vor und er dachte, das ist ja die Hauptrolle, ich werde verrückt.
01:08:05: Da habe ich mir vorgenommen, dass sich den ganzen Brech ganz schnell liese.
01:08:09: Dann bin ich noch nach oben an die Bibliothek gegangen Und dann habe ich gesehen, was ihr geschrieben hat.
01:08:13: Ich bin bald umgefallen.
01:08:14: Da dachte ich, das lese erst mal ein paar Theaterstücke dackeln und das ist das, dass man immer dieses ganze Programm liest.
01:08:21: also auch wenn ich heute noch einen Hörspiel kriege und ich bin nur mit zehn Sätzen im letzten Bild drin, ich lese dieses Hör spielt.
01:08:27: Ich weiß auch nicht, ich muss es lesen.
01:08:32: Du bist wie eine gute Regisseurin!
01:08:33: Hat dich das denn eigentlich nie gereizt mit all deiner Erfahrung und all deinem Weitblitz.
01:08:38: Habe
01:08:38: ich doch gemacht, in der Schweiz habe ich Regie gemacht.
01:08:41: Wie der Spenziensähmung hab' ich da inszeniert?
01:08:43: Entschuldige das ist mir irgendwie entgangen ja... Aber hier in Deutschland als Regisseurin Theaterregisseur zu arbeiten, hätt' dich das nicht gereiz't?
01:08:52: Ich hab einmal etwas gemacht im Jahr eightorneunzig Und das sollte auch Premiere haben und dass mein Mann gestorben ist Das Ja wo mein Mann Gestorben is und Diese Premiere ist ausgefallen einfach, weil es eine Woche vor der Premiere war und ich war nicht in der Lage.
01:09:12: Und dann habe ich das nie wieder für so gut.
01:09:16: Wahrscheinlich...
01:09:17: Hast du's damit verknüpft vielleicht?
01:09:19: Irgendwie
01:09:20: hat der Kopf gesagt mach' ich nicht!
01:09:21: Ich hab hier einer Schule unterrichtet und so kleine Inszenierung gemacht und auch Studieinszenierung an den Schulen aber ich hatte keine Lust mehr auf sowas.
01:09:32: Ich wollte da nicht mehr vorn stehen mit anderen.
01:09:35: Das war sowieso, das war ein neuer Tag.
01:09:38: Das Jahr' Nineteig war ein neues Leben hat begonnen.
01:09:43: Zu sich das heute.
01:09:44: Weißt du was?
01:09:47: Dann werden wir dieses Lied jetzt einfach... Ach nee!
01:09:49: Wir haben es ja schon anmoderiert.
01:09:51: Also insofern entschuldige.
01:09:52: Jetzt kommt erstmal...
01:09:54: Soll ich fast zu dem Lied sagen kurz
01:09:56: oder...?
01:09:57: Ja, ich überlege... Ja mach!
01:09:59: Es war einfach, nach Potsdam kam Helene Weigel zu mir das zweite Mal.
01:10:03: Ich habe ihr wieder abgesagt und ich bin zu Beno Besson gegangen an die Volksbühne mit einem Super Ensemble, mit Ludwig, mit den Krösussen der ganzen Theaterwelt, die waren dort alle engagiert... Amin Müller-Stahl!
01:10:14: Amin Möller Stahl,
01:10:16: Helma
01:10:16: Tate...
01:10:18: Frau Domröse?
01:10:19: ...Domrösel, Ludwig also was man sich hinde mit, was man vorstellen kann und der sagte zu mir, die will ich.
01:10:28: Und ich bin hingegangen.
01:10:30: und dann hat er noch ein Wort gesagt, das hat mich sofort verzaubert.
01:10:34: Wir fahren nächste Woche nach Meiland auf dem ersten Gaspiel.
01:10:40: Wir fahren nach Meilland, das sagt mal einem DDR-Burger, der ganz gerade ist und ganz gerade ausguckt.
01:10:46: Er sagt wir fahren schnell nach Italien!
01:10:48: Nach Italien auch noch, also Volken wo ich total mediterran in meiner Birne bin.
01:10:55: Mit nem italienischen Nachnamen?
01:10:58: Und da habe ich dem zugesagt.
01:11:00: und als ich wie gesagt nach Hause kam, haben sie Safe By The Bell gespielt.
01:11:05: Als sich das Angergemang in der Tasche hatte!
01:11:07: Das war gerade frisch rausgekommen und da brüllt... Ich machte das Radion
01:11:13: safe by the bell.
01:11:16: Die und die Bee Gees mochte ich sowieso.
01:11:18: Also die vier Buben, weil diese vier Brüder waren im Anfang noch vier.
01:11:22: Einer ist gestorben und da waren sie drei!
01:11:25: Und ich mochte diese Brüde und diese Lieder von denen... ...und dann kam dieses Lied und das war wie so ein Urschrei.
01:11:31: jetzt bin ich in Berlin engagiert Jetzt geht's los, jetzt geht was Neues los.
01:11:36: Das war mein erstes Berliner Engagement.
01:12:10: Die Schauspielerin Karma.
01:12:13: Das ist eigentlich auch schön, oder?
01:12:16: Wenn ich dich abkürzen müsste, würdest du Karma heißen.
01:12:18: Karma-Maya
01:12:20: ist heute ... Nein, Carmen-Maja Antoni ist hier zu Gast.
01:12:24: Du hast zahlreiche Intendanten überlebt könnte man sagen und da waren diese ganzen Alpha-Rüden auch drunter!
01:12:34: Und die haben sich ganz schön an dir gerieben Und du bist einfach so unbeeindruckt gewesen, was ich ganz toll finde.
01:12:41: Also war es nicht Zadek der dir irgendwann mal gesagt hat?
01:12:44: Was hat er dir hingegen geschrieben?
01:12:46: Er kann so eine starken Frau wie mich nicht leiden und da habe ich gesagt, ich hasse schwache Männer!
01:12:52: Damit war das Ding gelaufen.
01:12:54: Da hab' ich nie wieder gegrüßt sich mehr besetzt und gar nichts.
01:12:57: also man zahlt auch mit Frechheit natürlich aber ich habe besser geschlafen als er.
01:13:03: Das muss dann raus aus mir.
01:13:05: Und ein hilft mir manchmal mal eine Schlagfertigkeit oder meine Schnelligkeit, dass ich dann sehr schnell antworte und dabei lässt man eben doch mal
01:13:14: locker.
01:13:15: Ja aber also wir reden jetzt ganz amüsiert drüber weil wir wissen das es gut ausgegangen ist, weil sich niemand um dich sorgen musste.
01:13:24: Aber natürlich ist das wenn man auf so einen Ensemble guckt und nicht mit der selbstsicherheit aller Kraft oder Ausstrahlung ausgestattet ist wie du Kann das eine junge Schauspielerin natürlich auch extrem beleidigen, verletzen und verunsichern?
01:13:38: Und dann wird sie nicht mehr besetzt.
01:13:41: Also wie konntest du dich denn aus der Situation wieder rausbringen?
01:13:46: Wie kriegst du denn wieder größere Rollen?
01:13:49: Ja es gab für mich die Zeit des Wartens und des Nichtbeschäftigteins.
01:13:54: Glück war dabei dass ich genügend Hobby hatte und andere Tätigkeiten nicht ausführen konnte und wollte.
01:14:00: aber
01:14:01: Man muss eine gewisse Frechheit und eine gewiss Geduld und auch eine gewissen Demut haben.
01:14:06: Und wenn ich sage, mein Maß ist voll!
01:14:08: Dass ich nicht besetzt werde dass die Rollen zu klein sind dann gehe ich nach oben und klopfe an die Tür und rede mit dem großen Baden und dem König und sage Herr König sie behandelt mich schlecht.
01:14:18: Ich bin hier untertan und ich bringe gute Arbeit Und ich möchte bitte beachtet werden, ansonsten gehe ich.
01:14:23: Das war mit Perlmann so?
01:14:24: So
01:14:25: ist es!
01:14:25: Mit Perlman war's und auch mit mehreren im Fünfer Gremium.
01:14:28: War damals ja selbe Kampf.
01:14:30: Was ist das für ein Vagremium gewesen?
01:14:32: Das war Herr Zadik, Heiner Müller, Langkopf ist gleich ausgeschieden aber Fritz Markwart Peter Palic und Heiner Müller.
01:14:42: Alles
01:14:42: Männer?
01:14:42: Alles
01:14:43: Männer eine.
01:14:43: Dann später kam die Mathis dafür
01:14:46: also
01:14:47: für Langkoff dann.
01:14:49: Und in diesem Fünfergremium, das war die Nacht der Wende, dann praktisch die erste große Regierung am Berliner Ensemble.
01:14:57: Das Fünvergremienum waren natürlich fünf Könige des Theaters, die sich alle behackt haben selber und da war man im Ensemble natürlich in schlechter Rechnung.
01:15:06: Da passiert auch das Mitzadeck!
01:15:08: Ich spiel zu dem Zeitpunkt ja noch große Rollen – die Gentil von den Inszenierungen, die sie brauchten um den Spielplan überhaupt zu bepflücken bevor ihre großartigen Inszenierung dann den Platz weggenommen haben, wenn ich das so formulieren darf.
01:15:23: Und da hatte man auch nichts mehr zu tun.
01:15:25: und dann geht man dann zu den entsprechenden Leuten nach oben und sagt okay Ich war hier mal die Nummer eins und ihr könnt mich jetzt nicht zur Nummer zehn machen.
01:15:33: Dann gehe ich in die künstlerische Schädigung.
01:15:35: Es gibt ein Gesetz wo sich Künstler aufregen können Wenn sie mal ganz oben waren und spielen können.
01:15:40: Da müssen Sie allerdings den Nachweis bringen.
01:15:44: Dann kann man sich eine künstlerische Regierung holen, die das beurteilt was man kann.
01:15:49: Wirklich?
01:15:49: Das gibt es!
01:15:51: Künstlerischer
01:15:51: Schädigung heißt das.
01:15:53: Kann man darauf klagen weil man nicht beschäftigt wird und alles kann.
01:15:56: Und wie läuft das dann ab?
01:15:57: Du sagst dann passt auf Leute wir haben betreffen uns wie zu so einem Betreffen bei...
01:16:01: Nein ich habe einfach gesagt bitte sagen sie mir ob Sie mit mir arbeiten wollen oder ob sie es nicht wollen.
01:16:08: Ich bin unzufrieden mit dem Stand den ich hier habe und ich möchte einen größeren Stand haben Und ich kann mehr, so.
01:16:16: Dann wurde ich besetzt in mehreren kleineren Sachen und dann kam ja recht bei Peimann.
01:16:21: Das war alles nur kurzweilig das andere... ...und Heiner Müller ist dann nach dem Zeitpunkt neunzehnt gestorben.
01:16:26: Und neunneunzig kam schon Peimahn, baute das Haus um.
01:16:29: uns ging schon los.
01:16:31: Bei Peimahn war dasselbe.
01:16:32: da wurden viele Kollegen entlassen.
01:16:35: Ich habe mich mit ihm unterhalten und gesagt okay also wir hatten eine Begegnung bis jetzt uninteressant die kleine Geschichte.
01:16:43: Er hat nur nicht gewusst, dass ich es war, wo er mal dachte.
01:16:46: Dass das eine andere Schauspielerin war.
01:16:48: Er hatte eine großartige Inszenierung am BI gesehen und behauptete weil ich der Frau so ähnlich sehe fände er mein Typ gut.
01:16:55: Und daraufhin habe ich gesagt Ich war die frau denn kein anderer hat das gespielt.
01:16:58: Punkt So da war er erst einmal ein bisschen beeindruckt Und dann hatte mich auch klein besetzt.
01:17:05: dreimal Kleinbesetzen hab ich gesagt ich mache dasselbe Spiel nicht noch einmal.
01:17:09: Ich möchte jetzt die Abfindung haben Denn ich war ja Insgesamt war ich dreiundvierzig Jahre im B. Und ich war auch da weit über die fünfzehn Jahre, also mit einfach rausgehen ist nicht.
01:17:19: Da muss man schon mal nachfragen und habe gesagt Ich bin nicht bereit diesen Vertrag zu verlängern und das sondern ich streite mit ihnen um ein Grundwert ist hundertfünfzigtausend Euro also demark waren es damals noch Und das dafür kommt sie auf so eine Summe.
01:17:35: Ich sage meine Freundin ist Rechtsanwälte und die hat mir gesagt, wenn man an der Deutschen Bank an erster Stelle arbeitet und gut ist dann kann man diese Summe verlangen.
01:17:43: Und da hatte ich gesagt, das brauchen Sie nicht verlangen!
01:17:45: Ich arbeite mit Ihnen!
01:17:46: Das heißt schon alles Gute!
01:17:47: Dann haben wir es doch!
01:17:48: So und das war unser Endgespräch.
01:17:50: und dann war ich nach einem Jahr wieder da und habe gesagt, Sie haben Ihr Wort nicht gehalten aber ich hab meins gehalten.
01:17:57: Ich habe sieben kleine Rollen bei ihm gespielt und ich kann mehr.
01:18:02: Und dann hat er mich besetzt mit der Daia im Nathan der Weisen.
01:18:05: Im Nathen-Weisen, ja, das war genau in den Jahr zwei Tausend Eins als die
01:18:10: ins
01:18:11: New York reingeflohen sind und da haben wir aus Protest diesen Nathan der Weise gespielt.
01:18:20: Das war der Durchbruch.
01:18:21: Der hatte gesehen was ich kann.
01:18:23: Weil es war deutsche Klassik ganz normale Rolle und man musste da Fleisch reinbringen... ...die Sprache von Lessing verständlich machen, man musste das ganze Ding modern machen und da war der Knicker zwischen uns genau an dem Tagfinker an mich zur Protagonistin zu machen.
01:18:43: Die nächste Rolle war dann die Mutter, dann gingen alle Weigelrollen durch, dann ging es die Chorusch, dann kam also ein Ding nach dem anderen und im letzten Interview hat er ja gesagt.
01:18:53: In Berlin konnte er nicht ohne der Antoni-Egyptis zu.
01:18:56: Ja gut, das ist toll!
01:18:57: Toll dass er sich ja abgelassen hat und nach Jahren eingestanden hat sich ein Fehler gemacht zu haben.
01:19:04: Hast du das Gefühl?
01:19:06: Die Frage ist schon ein bisschen eingefärbt, gebe ich gerne zu aber dieses ganze Idealisierung dieser Dieser Alpharöden, dieser Theater-Alpharöden.
01:19:18: Dass sie zu Recht dieses Standing haben oder hatten?
01:19:22: Diese Big Five die du zum Beispiel aufgezählt hast?
01:19:25: Also ich sage mal so... Ich spiele leidenschaftlich gerne Theater!
01:19:31: Ich war in diesem Hause und wollte bleiben und wollte groß spielen Und mir waren die Barden eigentlich uninteressant weil sie mich als Männer zum Beispiel, die nie interessiert haben, sondern mich hat nur der Arbeitskampf interessiert.
01:19:46: Und ich habe mir gesagt, ich nehme diesen Kampf auf mit diesem und wenn ich die alle überlebe... Ich gehe hier nicht freiwillig, ich räume hier nicht den Platz!
01:19:52: Ich war schon hier.
01:19:54: Also ich bin dann auch wirklich eine Kämpferin.
01:19:56: Ich setze das durch dann.
01:19:59: Und weil ich mich das getraut hab und diese Frechheit imponiert diese Baden ... Er sagt er kann mit dieser Frechkeit und in meinem Humor kann er nicht umgehen?
01:20:08: Er ist gebrochen.
01:20:08: danach.
01:20:10: Ich habe auch junge Kollegen rausgerissen.
01:20:12: Es haben junge Männer geweint auf den Proben, ich habe gesagt heul zu Hause beißt die Zähnen zusammen und sagt okay sag ein lockeres Wort damit ihr seht du bist bereit zu arbeiten aber du darfst nicht Opfer sein.
01:20:25: das ist dein Jäger.
01:20:27: Du darfst kein Opfer sein.
01:20:28: Ist
01:20:29: es gut, wenn diese Personen, die so viel Verantwortung haben Jäger sind?
01:20:33: Kann man das auch anders lösen?
01:20:34: oder würdest du sagen leider müssen da Leute stehen, die auch echt mal einen an der Waffe haben und dies vielleicht nicht ganz so gut mit den Menschen malen und nicht so empathisch sind um das Beste aus den Schauspielerinnen und Schauspielen rauszuholen?
01:20:46: Leider ist diese Generation von Jägern gezeichnet Und sie erdulden keine Götter neben sich.
01:20:53: Wenn sie eine Garde von jungen Menschen hinter sich hergezogen hätten, die das übernehmen diese Art von Disziplin.
01:21:00: Von Können!
01:21:01: Von Ausbildung!
01:21:02: Von Wollen!
01:21:03: Von Brennen für Theater!
01:21:05: Wenn Sie das den anerzogen hätten und sie ran gelassen hätten dann hätten wir heute auch eine bessere Theater-Situation.
01:21:12: Nein es waren alles Götter.
01:21:14: Einzelne Göttern und die dulden keine Götten neben sich Und dadurch sind diese Barden Jäger geworden, weil sie meinten das gehört ihnen.
01:21:27: Man kann nur von Glück sagen dass wir so oft ein gutes Ensemble hatten an diesem Haus Weil immer von der älteren Garde was übrig geblieben war die mitgezogen haben.
01:21:39: Also ich wusste von dem Tag an wo ich Protagonistin wurde Wusste ich muss das Ensemble ziehen.
01:21:45: Ich muss es schützen Auch die, die nur drei Sätze haben in meiner Inszenierung wo ich mich totquatsche oder so.
01:21:52: Die muss ich schützen!
01:21:53: Die müssen mich liebhaben damit wir zusammen hier eine Aufführung machen, die für die auch ein toller Abend ist.
01:22:01: Diese Verantwortung habe ich an mich gerissen und habe auch viele Leute vor Peinmann ins Schutz genommen.
01:22:07: also sie wirklich beschützt.
01:22:10: Ich bin auf den Bühnen jünger habe gesagt Wir schreiten hier so Und warum?
01:22:13: Gut
01:22:15: Es gab Kollegen, die mich angerufen haben.
01:22:16: Kannst du mal auf die Probe kommen?
01:22:17: Hier ist der Teufel los!
01:22:20: Und dann bin ich auf die Prube gefahren und habe gesagt, guten Morgen was denn los?
01:22:23: Ihr probiert ja gar nicht.
01:22:24: Ist das nicht mein Bild dran?
01:22:25: Antoni Sie waren gar nicht bestätigt.
01:22:27: Dann schreien sie mich doch nicht an.
01:22:29: Ich hab immer versucht diese Toleranzschwelle immer auf Arbeit umzudrehen und nicht auf spezielle menschliche Zuspitzung und Launen, die man gerade hat.
01:22:44: Ich kann sowieso so, was Launisches kann ich nicht ertragen.
01:22:47: Leute die alle zehn Minuten eine neue Einwendung haben und neue Idee haben und dann noch meinen das ist die richtige.
01:22:54: Ich weiß nicht irgendwie.
01:22:56: es gibt ein komisches Wort, das klingt ein bisschen christlich aber das heißt Demut.
01:23:01: Schönes Wort!
01:23:02: Und ich muss sagen ich bin demütig vor einigen Dingen.
01:23:07: wirklich ich bin es und bemühe mich auch Die Sachen demütig zu sehen und damit ist man schon erstmal auf einem besseren Pegel.
01:23:17: Hat was mit Dankbarkeit zu tun, hat was mit Distanz zu sich selbst zu tun?
01:23:21: Das ist glaube ich auch wichtig.
01:23:22: Wir haben einen Lied noch übrig.
01:23:27: da ist die Zeit
01:23:28: drum!
01:23:29: Und dieses Lied dürfen wir jetzt gar nicht spielen weil es dich durcheinander bringt, durcheinandawirbelt, weil das dich traurig macht.
01:23:36: Ja aber es hat auch etwas Schönes.
01:23:39: Ich muss zu diesem Lied doch mehrere Sachen sagen.
01:23:42: Also erst mal war die gesamte Familie, also mit Kindern waren wir auf allen Konzerten von Leonhard Kronen.
01:23:48: Vielleicht darf ich dazu sagen dass deine Familie aus deinem Leider verstorbenen Mann besteht und deinen beiden Kindern Jakob.
01:23:56: Und jetzt weiß ich gar nicht, Jenny ... Jennifer?
01:23:58: Du hast sie ungewöhnlich genannt.
01:24:00: Jennifer wird so mit PHA geschrieben.
01:24:04: Weil die DDR den Namen nicht anerkannt hat.
01:24:06: Sie sollte Jennifer heißen, mit Y-Pha geschrieben.
01:24:10: Das wurde nicht anerkannend der Name.
01:24:11: Dann mussten wir auf Doppel-Ni und Pha gehen.
01:24:16: Okay, muss sie wahrscheinlich häufiger mal erklären.
01:24:18: Aber es sind Jenny und Jakob!
01:24:20: Ja, Jenny und Jacob.
01:24:21: Und da kann man schon sagen, liebe Grüße in Richtung Brecht.
01:24:24: Aber eigentlich gehen die großen Grüßen in Richtung Leonard Cohen!
01:24:27: Das ist euer Familienmusikalischer Guru?
01:24:32: Ja absolut.
01:24:33: also mein Sohn hat seinen Sohn Leonhard genannt.
01:24:38: Wir waren auf allen Konzerten.
01:24:40: wie gesagt wir haben alle Platten von ihm alle CDs.
01:24:44: Wir sind total Fans.
01:24:47: der ist emotional dermaßen in der richtigen Richtung bei uns allen gewesen, immer.
01:24:55: Und natürlich habe ich Ihnen auch das Lieblingssied meines Mannes auf seiner Beerdigung gespielt.
01:25:02: Das ist der Song, der eigentlich so Familie ist.
01:25:06: Der ist mein Sohn und lebt in Kanada mit seiner Familie.
01:25:09: Auch da ist das Lied immer mal zu hören und der Sohn heißt Leonhard.
01:25:16: Ich habe mir Jennifer angeschaut.
01:25:22: Und dann war ich irritiert, weil ich dachte, nee, ich habe das Falsche eingegeben in die Suchmaschine und bin beeindruckt, irritiert amüsiert wie sehr sie nach dir kommt.
01:25:36: also sie ist eine eigenständige Persönlichkeit mit Sicherheit.
01:25:39: Ich kenne sie nicht.
01:25:40: ihr arbeitet auch viel zusammen macht Lesungen zusammen.
01:25:42: habt schon auf der Bühne zusammengestanden Fotos von ihr, von Inszenierungen.
01:25:50: Da habe ich das Gefühl ohne dich wiederum früher gekannt zu haben.
01:25:53: aber es gibt ja so ein paar Bilder aus seiner Vergangenheit als wählt ihr dieselbe Person.
01:25:57: Das ist wirklich unglaublich!
01:25:59: Mein Sohn ist eine Abklatsche meines Mannes.
01:26:01: Ist der Wahnsinn.
01:26:03: Errer
01:26:03: manchmal... Gut, bist du bereit für das Lied jetzt gleich?
01:26:09: Ja.
01:26:10: Dann sind wir durch!
01:26:11: Wir haben den Barden noch so viel Zeit eingeräumt.
01:26:14: Aber was Du gesagt hast ist finde ich sehr wichtig.
01:26:16: Also insofern habe ich gerne die Musik übersprungen weil es schön ist wenn jemand der so erfahren ist wie Du das einfach mal auf dem Punkt bringt und es benennt.
01:26:24: Weil jüngere Schauspielerinnen und Schausspieler sind möglicherweise noch in unserem Abhängigkeitsverhältnis und müssen ein bisschen vorsichtiger sein.
01:26:31: Insofern danke dafür für deine Offenheit für all diese Geschichten.
01:26:34: Vielen herzlichen Dank.
01:26:35: Es war wirklich schön, dass du dir die Zeit genommen
01:26:37: hast.
01:26:38: Danke vielmehr!
01:26:39: Ja, mir Spaß
01:26:39: gemacht.
01:26:53: Das war der Podcast der Radiosendung Hörbarust.
01:26:58: Wir hoffen, dass es Ihnen gefallen hat wenn Sie möchten.
01:27:00: sie können ihn abonnieren.
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