Tülin Tekkal
Shownotes
Nicht unbedingt zur Kelly Family, zu den Waltons vielleicht. Zu den Tekkals: ganz sicher. Wenn es eine Großfamilie gibt, zu der man gerne gehören würde, dann wäre es Familie Tekkal, die Eltern, 4 Jungs, 7 Mädchen. Oder besser: 4 Männer, 7 erwachsene Frauen, von denen 5 ein eigenes, geschlossenes System erschufen, die Menschenrechtsorganisation Hawar.Help gehört dazu, die Bildungsinitiative German Dream und die Scoring Girls.
Tülin Tekkal, die jüngste der Schwestern, ist heute unser Gast. Sie kam 1992 in Hannover zur Welt. Ein eher stilles Mädchen, das sich das wilde Treiben ihrer großen Familie ansah, immer schon Musik liebte, nach dem Abitur aber erstmal Politik studierte. Als es 2014 durch den Islamischen Staat im Nordirak zu einem Völkermord an den Jesiden kam, erschütterte dies auch das Leben der Tekkals, alles wurde anders. Darum geht es heute sicherlich auch, aber der Fokus liegt ganz klar auf Tülin, die das Glück hat, gleich mit mehreren Talenten gesegnet worden zu sein. Wer sie kennt, weiß, dass das nicht übertrieben ist. Und wer sie noch nicht kennt, hat nun die Gelegenheit, es nachzuholen.
Playlist 28.06.26:
Koma Amed - Teşî
Münchener Freiheit - Ohne Dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)
The Verve - Bittersweet Symphony
No Doubt - Don’t speak
Armand van Helden - U don't know me
Tülin Tekkal - Dilane
Alcazar - Crying at the Discoteque
Bronski Beat - Smalltown Boy
Released by rbb media.
Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:05: Also das war meine Antwort auf all dem Schmerz, würde ich sagen.
00:00:09: All der Schmerzen, seitdem du geboren bist ist ja dieser Schmerzt da durch die Geschichten, diese Epigenetik, würd' ich auch sagen... Dieser Schmerze ist einfach in dir!
00:00:19: Ob du willst oder nicht?
00:00:20: Der ist einfach da und dann ist es deine Entscheidung wie du damit umgehst und was du daraus machst.
00:00:26: Und ich hab mich aber erstmal davon entfernt einfach um mich selbst zu schützen.
00:00:29: Und dann kam aber im Jahr zwei Tausend Achtzehn German Dream dazu und da habe ich dann meine Verantwortung gesehen, ich hab dann gesagt alles klar dass die Antwort auf all die Ismen die uns passieren, auf alle den Schmerz der uns passiert und da kannst du in die Schule gehen und sagen was dich beschäftigt, was dich ausmacht und wo du hin willst und mit den Schülern ist Gespräch gehen.
00:00:49: und ich finde die Schülerinnen von heute Die sind genau die Gegenüberschaft, die man braucht.
00:00:55: Weil sie sind ehrlich und konstruktiv und mit denen kann man gut streiten.
00:01:06: Herzlich willkommen zur Hörbar rust!
00:01:08: Das ist mein Gast heute.
00:01:17: Nicht unbedingt zur Kelly-Familie.
00:01:19: Zu den Worten zu den Tech-Hals ganz sicher Wenn es eine Großfamilie gibt, zu der man gerne gehören würde, dann wäre es Familie Teckel.
00:01:29: Die Eltern wie Jungs sieben Mädchen oder besser vier Männer, sieben erwachsene Frauen von denen fünf ein eigenes geschlossenes System erschufen.
00:01:39: Die Menschenrechtsorganisation Havar Help gehört dazu die Bildungsinitiative German Dream und die Scoring Arts.
00:01:47: Thylene Teckel, die jüngste der Schwestern ist heute unser Gast.
00:01:51: Sie kamen in Hannova zur Welt.
00:01:54: Ein eherstelles Mädchen, das sich das Wilde treiben ihrer großen Familie Ansar immer schon Musik liebte nach dem Abitur aber erst mal Politik studierte.
00:02:04: Als es aus den islamischen Staaten im Nordirak zu einem Völkermord an den Jesiden kam erschütterte dies auch das Leben der Teckels.
00:02:12: Alles wurde anders.
00:02:14: Darum geht es heute sicherlich auch, aber der Fokus liegt ganz klar auf Tulien – die das Glück hat gleich mit mehreren Talenten gesignet worden zu sein!
00:02:23: Wer sie kennt weiß dass das nicht übertrieben ist und wer sie noch nicht kennt, hat jetzt die Gelegenheit es nachzuholen.
00:02:41: auf dir liegen, aber das ist wie bei so einem Hefezopf.
00:02:46: Du bist schon sehr emotional und ja auch beruflich mit deiner Familie verwoben, also die tauchen immer mal wieder rechts und links des Weges auf.
00:02:55: Aber dass ihr sozusagen einzeln porträtiert werdet, das kommt selten vor.
00:03:00: Das kennt man von Dysen, deiner älteren Schwester, Menschenrechtsaktivistin, Kriegsberichterstatterin, Journalistin.
00:03:07: Du bist die Entertainerin der Familie.
00:03:10: Dabei heißt es, dass du als kleines Mädchen, du bist ja die Letzte ganz still gewesen sein
00:03:15: sollst?
00:03:16: Stimmt das oder ist das eine Fehlinformation?
00:03:18: Das ist keine Fehl-Information!
00:03:21: Ich habe vorgestern erst ein Video mit meiner Mutter gemacht weil ich sie sehr gerne auf Social Media präsentiere.
00:03:26: Ja, das macht sie auch gut.
00:03:27: Sie muss immer sehr lachen.
00:03:28: Ja diese Geschichte
00:03:29: müssen erzählt werden.
00:03:29: Ich hab sonst Angst, dass diese Geschichten irgendwie abäben aber... Da hab ich sie gefragt, Mama was hältst du von mir?
00:03:35: Und sie meinte ja, Thylien ist brav.
00:03:38: Ich war so scheiße!
00:03:41: Das kennen die Leute ja gar nicht vor mir.
00:03:43: Die kenn mich nur outgoing und entertaining und laut.
00:03:46: Aber diese Seite kennt sie ja nicht von mir.
00:03:48: Was wichtig ist vielleicht, dass niemand das ist auf den ersten Blick sieht sondern dass da viel mehr hintersteckt Und ich war einfach die Zuhörerin.
00:03:58: Also früher als Kind hatte ich ja keine andere Wahl, du kommst als Jüngste auf dieses Spielfeld und guckst dir an.
00:04:05: alle Rollen sind belegt also alle Positionen sind bewegt.
00:04:09: Scheiße was ist deine Rolle?
00:04:11: So dann guckest du erst mal zu bis erst mal still!
00:04:14: Das wurde mir auch vorgeworfen teilweise in meinem Verlauf des Lebens.
00:04:18: Tülin Du bist so still Warum sagst du nicht?
00:04:21: Du hast auch eine Meinung.
00:04:23: Und dann habe ich aber nie was gesagt, weil ich meine Meinung für mich ausgemacht hab.
00:04:28: Ich hab viele Dinge und Probleme, die ich meiner Jugend hatte, einfach für mich ausgemacht.
00:04:32: Weil heute würde ich sagen, ich bin ein Mensch ... Die geht ins Going!
00:04:38: Ich bin einfach ne Macherin in Anführungsstrichen.
00:04:41: Also ich mach einfach.
00:04:42: Was still wird, wird, sage ich immer.
00:04:48: Du hast ja gerade gesagt, der erste Eindruck sinngemäß stimmt in den Regeln nicht.
00:04:52: Ich habe dich outgoing um dieses Wort zu benutzen.
00:04:55: ich mag das ganz gerne kennengelernt.
00:04:57: wir kennen uns noch nicht sehr gut aber ein bisschen und Das ist ja nicht falsch d.h.
00:05:03: deine These hab' ich jetzt grad schon mal wiederlegt.
00:05:05: es ist schon so glaube ich oft dass man Menschen auf eine Weise kennenlernt und das ist dann nicht falsch.
00:05:11: nur wir alle haben mir noch wahnsinnig viel mehr andere Facetten.
00:05:16: Und die passen vielleicht manchmal nicht zu der Projektion, die man hat?
00:05:20: Ich wäre jetzt enttäuscht gewesen, wenn du nur Outgoing wärst!
00:05:23: Wenn man dich gar nicht festhalten könnte um mit dir aber bestimmte Dinge zu sprechen.
00:05:27: und so ist es ja nicht.
00:05:28: Du hast ja wie die meisten anderen Menschen auch ganz viele Facetten.
00:05:31: Ja ich glaube das braucht es auch am Ende.
00:05:33: Ich habe nun mal viele Facette.
00:05:34: Die muss man auch in einer Großfamilie haben ehrlich gesagt von zehn Geschwistern als Jüngste Da überlebst du sonst nicht.
00:05:40: Wenn du nur eine Facette hast gehst du unter.
00:05:43: Also du überlebst nur, wenn du mehrere Facetten hast.
00:05:46: Du musst alles bedienen!
00:05:49: Ich hab gar keinen Geschwister.
00:05:52: Du kannst keine von mir haben, wenn Du willst.
00:05:54: Ich habe ja schon verschiedene Male versucht mich in eure Familie einzuschmuggeln auf unterschiedlichen Weges und bin noch nicht geglückt... Aber ich weiß nicht nur, wie es ist, Geschwister zu haben.
00:06:05: Ich weiß auch nicht, wie's ist noch ein Zwillingsbruder zu haben und das würde mich schon sehr interessieren.
00:06:12: Das unterscheidet dich ja auch von deinen anderen Geschwestern?
00:06:15: Ja, ich find' das total schön!
00:06:17: Ehrlich gesagt muss ich grad auch lachen.
00:06:18: Ich krieg grad doch einen Gelachkampf gerade weil... Es gibt nichts Besonderes als ein Zwillingsbrudder zu haben.
00:06:24: Also, weil das hebt mich noch mal ab.
00:06:26: Ehrlich gesagt also als Jüngste okay du kannst still sein und nichts sagen aber es hebt dich in dem Moment ab dass du uns Filingsbruder hast Weil wir sind in Hannover Linden groß geworden.
00:06:37: Und wie waren kleine Küken?
00:06:39: Wir waren embryos!
00:06:40: Wir waren zwei drei Jahre alt und sind nackt auf einmal runtergegangen zur Eisdiele und haben uns dann Eis geholt und jeder wusste wer wir sind.
00:06:48: Jeder wusste, wer wir sind.
00:06:50: Mein Bruder ist mit drei Jahren abgehauen und ist in die Bahn gestiegen und von Endpunkt zu Endpunkt gefahren und hat sich irgendwo eine Pommes geholt.
00:06:57: Und trotzdem wusste jeder, wer weh sind!
00:06:59: Und deswegen als Zwilling irgendwie groß zu werden, in dem Ausmaß sozusagen, in Hannover-Linden war nochmal was... Ganz besonderes.
00:07:07: Wir können
00:07:08: ja mal starten, um Hannover-Linden auch all denjenigen zu erklären die das nicht kennen.
00:07:13: Das hat sich natürlich auch verändert.
00:07:15: also zur Welt gekommen bist du zweiundneunzig deine Eltern kamen in den siebzigern aus.
00:07:21: was Ost Anatolien?
00:07:22: Ost
00:07:23: Anatolia Diabakel
00:07:25: oder früher
00:07:26: Ahmet Genau.
00:07:27: Zwei deiner Geschwister kamen mit, also die lebten schon, die waren schon da.
00:07:32: Dysenne ist die Erste, die hier in Deutschland geboren wurde.
00:07:37: Wanden?
00:07:37: Ich glaube, zweiundsiebzig-dreien-sebzig.
00:07:40: Da fragst du mich was, das weiß ich nicht mehr, meine Mutter, ehrlich gesagt!
00:07:44: Ich weiß doch nicht, wann die alle Geburtstag haben.
00:07:46: Wollte ich das wissen?
00:07:48: Zumindest wenn ich Geburtstage habe.
00:07:49: Stimmt
00:07:50: ja!
00:07:50: Wie ist das denn?
00:07:51: Es wird eine von euch Schwestern geben, die das alles auf dem Schirm hat oder bin ich mir ganz sicher... Ja,
00:07:55: ich glaube Tuna weißt es.
00:07:56: Also Tuna, die altruistisches sage ich immer, die alles gibt für die ganze Familie, die weißt das aber ich weiss das wirklich nicht.
00:08:04: In Ordnung also wir gehen einfach davon aus.
00:08:06: Ich glaube Dysen ist jetzt forty-eight.
00:08:12: Okay, kommt ungefähr hin.
00:08:14: So dann kam quasi jährlich neue Geschwister dazu und ganz zum Schluss als eigentlich niemand mehr daran glaubte und auch der Arzt glaube ich deiner Mutter den Hinweis gab ja das könnte jetzt auch mal ist es auch mal gut Da kamt ihr zwei?
00:08:31: Ja, da kamen wir zwei.
00:08:32: Also meine Mutter hatte auch ... Ich sag ja immer, wir sind sehr spirituell.
00:08:37: Meine Mutter ist auch sehr spirituel und sie hat irgendwie so den zehnten Sinn, sage ich immer.
00:08:42: Eigentlich eher den siebten Sinn aber ich sage immer, dass die jetzt den Zehnten sind weil dann noch sehr viele andere Sinne sind.
00:08:47: Und Sie hat dann aber gesagt, lieber Arzt, nee das mach' ich nicht Weil er hat hier geraten sozusagen diese Bibis nicht mehr zu bekommen.
00:08:54: Wie alt war sie?
00:08:55: Sie war vierzig So um die vierzig.
00:08:58: Aber früher war das ein bisschen was anderes, ich glaube es war ja nicht so weit sozusagen.
00:09:03: und dann hat sie aber entschieden nee ich höre auf mein Gefühl Ich werde diese babies bekommen egal was sie da draußen sagen Und meine mutter ist jemand die hört immer auf ihr inneres auf ihr herz und dass was sie sich selbst sagt und Dann hat sie uns Gott sei dank noch bekommen.
00:09:17: und dann waren wir sozusagen die kirche auf der sahen also Doppelte Kirche, also wir waren einfach das Highlight.
00:09:23: Ja
00:09:23: und ihr war zwei Personen mehr in dieser vierzimmer Wohnung die ihr zu dreizehnt bewohnt habt?
00:09:27: Da haben sich alle sicherlich gefreut.
00:09:29: ich glaube dass waren so zwei Kinderzimmer mit jeweils drei Doppelsstockbetten oder so ähnlich?
00:09:34: Ja da wurde einfach alles geteilt.
00:09:35: Also ich erinnere mich nicht mehr so richtig an diese Wohnungen.
00:09:38: Ich erinner mich nur noch anders draußen sozusagen dieses Leben draußen.
00:09:42: aber da war ja auch nur zwei drei Jahre alt oder vier zumindest bis viel weggezogen sind.
00:09:47: Aber in diese Wohnung erinnere ich mich nur noch ganz dunkel.
00:09:49: Ich weiß nur, dass wir sozusagen bei unseren Eltern mit dem Schlafzimmer geschlafen haben und einem Kinderwett zu sagen.
00:09:56: Und die anderen sich das Zimmer teilen mussten.
00:09:59: Deswegen hatten wir ganz ... Ja, da hat mir Glück.
00:10:02: Hannover-Linden ist damals ein Bezirk gewesen, ein Stadtteil verhältnismäßig zentral.
00:10:08: Dann doch viele Kneippen viel Studentenkultur, viele Wohnungen bezahlbarer Wohnraum würde man heute sagen.
00:10:15: Viele Altbauten auch runtergekommene Altbauden und ich mag das Wort Multikulti nicht aber sehr viele ähnlichen also sehr sehr viele Leute lebten da zusammen Und kam auch Das war mein Eindruck Ich komme auch aus Hannover lebten gut zusammen Also so, dass es zu Zerwürfenissen kam oder zu Straßenkämpfen.
00:10:35: Das ist mir eigentlich nicht in Erinnerung.
00:10:38: Nee, mir auch nicht ehrlich gesagt.
00:10:39: Also ich hab Hannover-Linden sehr positiv in Erinnerung.
00:10:41: Ich habe das Gefühl da durfte man sein wie man ist und da wurden keine Unterschiede gemacht.
00:10:46: Egal wo man hergekommen ist, egal was die Eltern verdient haben, egal wie man aussah, egal, was einen ausgemacht hat irgendwo.
00:10:53: Hannover Linden war Akzeptanz.
00:10:55: Und ich mag das Wort auch nicht, Multikulti.
00:10:57: aber so war es damals.
00:10:58: also so hat man's ja irgendwie genannt und wenn man sich die Medien anguckt, so hat er uns einfach genannt.
00:11:03: Ich bin total dankbar dass ich da aufgewachsen bin.
00:11:06: ehrlich gesagt, Ich komme aus Hannover, Linden.
00:11:10: Das ist was wert mittlerweile!
00:11:11: Also es ist ja wie in Berlin... Ja verdammt, wobei ich
00:11:15: das vergleiche.
00:11:18: Aber du weißt, was ich meine?
00:11:19: Ich weiß, was du meinst.
00:11:20: Wir hören jetzt Kummer Ahmet und da ist ja schon die Stadt von der Du gerade gesprochen hast, aus der Deine Eltern kommen vielleicht.
00:11:27: Ist das richtig oder ist es Zufall dass es auch so heißt?
00:11:29: Es ist eher Zufalls, dass es so heiß ist.
00:11:31: Ich habe später verstanden ehrlich gesagt aber Ahmet ist ja das früheren Diabaker Und daher kommen die Eltern.
00:11:38: Da sind sie aufgewachsen, dass sie groß geworden ist und von da sind sie hierher
00:11:42: gekommen.".
00:11:44: Warum hat es einen Platz auf deiner Liste gefunden?
00:11:47: Es hat Platz in meiner Liste gefunden, weil ich mit diesem Lied einfach groß geworden bin.
00:11:51: Durch meine älteren Geschwister die sozusagen aber auch in Diabackel groß geworden sind oder in Ahmet und dann hierher gekommen sind und diese Lieder immer im Auto liefen also mein meinem Bruder hat dann immer die CD angeschmissen.
00:12:03: wir waren auf dem Weg in die Schule und da lief dann dieses Songs.
00:12:07: Also mit diesen Songs bin ich sozusagen einfach großgeworden Identitär.
00:12:12: Das hat mir ein Gefühl von Heimat gegeben, aber ich hab's damals noch nicht verstanden, sag' ich auch ehrlich?
00:12:16: Ich rede jetzt sozusagen aus der jetzigen Ich-Perspektive daraus, aber damals habe ich das nur nicht verstanden und bin dann in die Schule gekommen und war nur so okay dankbar... Jetzt wird hier Deutsch gesprochen und nicht mehr kodisch, aber so sind wir in die Schule gefahren.
00:12:32: also er hat uns immer an die Schule gefahren und da hatte diese CD angeschmissen und dann lief dieses Lied.
00:13:03: Sie ist ein Super-DJ und Teil der Menschenrechtsorganisation Hava Herb.
00:13:13: Ich würde gerne noch mal auf den zu sprechen kommen, wie ist sein Name?
00:13:16: Sein Name ist Tammer also mit
00:13:19: M.
00:13:19: Aber ich habe einen Bruder.
00:13:20: da heißt auch Taner mit Ed.
00:13:22: Was haben deine Eltern sich dabei gedacht?
00:13:24: Ich weiß es bis heute nicht!
00:13:25: Ich hab die noch nie gefragt warum wir erstens alle mit T heißen
00:13:29: Außer Düsen.
00:13:31: Wie geht's dir damit?
00:13:32: Ich glaub, der geht es richtig gut!
00:13:33: Die liebt diese Rolle, dass sie anders ist und mit B heißt ... Aber meine älteste Schwester ist auch mit einem M. Die heißt Muchterdemm.
00:13:41: Und wir nennen Sie mit dem Spitznamen, also wir nenn sie Muchdo, Myrte... Ja alles Mögliche.
00:13:46: irgendwie aber sind zwei sozusagen die aus der Reihe tanzen.
00:13:50: Aber diese Frauen sind auch besonders muss ich sagen.
00:13:52: Haben
00:13:52: deine Eltern DNA Antwort darauf geben können?
00:13:55: eine befriedigende Antwort warum?
00:13:57: Einfach gesagt, wir haben damals viel Tee getrunken.
00:14:03: Das ist so ein bisschen Dad-Joke mäßig aber eigentlich auch nicht.
00:14:06: Schön!
00:14:07: Aber die meinten da verdierten kein Bock mehr und mein Vater hat daraus irgendwie einen Spiel gemacht.
00:14:11: ich meine Intelligent ist er ja Und hat dann irgendwie das einfach weitergefühlt mit diesen Tees.
00:14:17: Was mit Tamer und Taner los war, das kann ich bis heute nicht beantworten.
00:14:20: Das war echt ein Würfer Auch in der Schule weil wir alle zusammen auf einer Schule waren.
00:14:26: Da wusste ich immer nicht wer gemeint ist.
00:14:28: Zu meinem Zwillingsbruder, ich fühle mich ihm auf jeden Fall sehr verbunden.
00:14:33: Er ist der beste Mensch den es gibt.
00:14:35: also so ein Partner sucht man sich, so einen Weggefährten und so ein Bruder auch.
00:14:39: ehrlich gesagt Also er hat mich und rettet mich heute noch.
00:14:44: wenn ich den nicht hätte Ich wüsste nicht wie ich mich identifizieren würde.
00:14:50: ehrlich gesagt Würden
00:14:52: das deine Schwestern auch so über dich und ihnen sagen?
00:14:55: Ja, die würden sogar noch viel mehr sagen.
00:14:58: Weil sie uns anders erlebt haben gerade weil wir die Jüngsten sind.
00:15:01: Ich bin ja nicht so aufgewachsen dass ich sagen kann... ...ich hatte eine jüngere Schwester oder einen jungen Bruder und ich weiß wie das funktioniert ganz im Gegenteil.
00:15:09: Ich hatte nur Nichten und Neffen also ich wurde mit zehn Tante aber damit konnte ich ja nichts anfangen.
00:15:13: Also mit diesem Ruf von diesem Titel
00:15:16: Danke für Garnet!
00:15:18: Aber als Jüngste aufzuwachsen, ich glaube da haben die viel Wording und viel Geschichten.
00:15:25: Noch mal andere als die, die ich kenne?
00:15:28: Ich spiele nur
00:15:28: darauf an dass wenn du sagst wie oft der mich rettet und er ist der gegen den der mich redet Als Außenstehens so das Gefühl habe, dass tun deine Schwestern ja auch.
00:15:40: Aber er scheint es auf eine andere Art und Weise zu tun.
00:15:43: Könntest du versuchen?
00:15:45: Für dich ist es normal.
00:15:46: deswegen weiß ich nicht ob dir das gelingt aber das Besondere an einem Band mit einem Zwilling zu beschreiben Es gibt ja Zwillinge, wenn ich das noch schnell sagen darf.
00:15:55: Die haben Geheimsprachen!
00:15:57: Ich kenne ein Zwillingspaar, dass bis zum fünften Lebensjahr nicht gesprochen hat mit anderen sondern nur sie haben.
00:16:05: so da haben die beiden Jungs die beiden Brüder miteinander gesprochen einer Sprache die sonst niemand kannte und erst dann haben wir sich sozusagen eine Gemeinschaft einer größeren Gemeinschafe geöffnet.
00:16:13: Das heißt es gibt ja ganz verrückte ganz besondere Bande zwischen Zwillingen.
00:16:17: Ja,
00:16:17: das war bei uns nicht so.
00:16:18: Also wir haben uns schon immer geöffnet würde ich sagen aber er war ein bisschen outgoinger würd' ich's behaupten also... Wobei wenn man jetzt die Kamera draufhält bin ich eher outgoing, aber er ist der Stille.
00:16:29: Aber wenn es intern um die Familie geht da war er sozusagen derjenige der das Sprachrohr hatte Und ich war total dankbar dafür.
00:16:39: Ich seh mich in ihn, er spricht meine Sprache.
00:16:41: Das will ich damit einfach sagen.
00:16:43: Er spricht alles das aus was ich sozusagen auch verkörpere.
00:16:47: Auch diese Leichtigkeit und diese Lustigkeit.
00:16:51: Meine Schwägerin, die mit ihm jetzt verheiratet ist, die ich zusammengebracht hab by the way... Also das will ich noch mal props an mich!
00:16:57: Ist eine wunderbare Frau.
00:16:58: Die sagt doch immer also Jetzt verstehe ich dass ihr Zwillinge seid weil Ähnlicher können wir uns nicht sein in dem Sinne, dass wir uns immer gegenseitig anstiften.
00:17:06: Wir bauen sehr viel Scheiße irgendwo aber wir bringen auch die Familie zusammen und er hat mir aber sozusagen auch gezeigt wie das funktioniert.
00:17:14: also ich habe auch ein bisschen das Gefühl meine Schwestern hören auf ihn mehr als auf mich.
00:17:20: Das ist auch noch mal ein Unterschied.
00:17:21: Die hören ihn gerne mehr zu als mir manchmal.
00:17:25: Ich weiß nicht, worin das liegt
00:17:26: aber es ist einfach... Vielleicht ist das deine Wahrnehmung?
00:17:28: Ja, das
00:17:28: ist meine Wahrnehnung!
00:17:29: Aber diese Wahrnehmung ist ja wichtig.
00:17:31: Also die ist sehr wichtig einfach und meine Schwestern wenn die das jetzt hören würden sie sagen was sie ziehst du denn da?
00:17:35: Aber das ist mein Wahrnehmen mittels.
00:17:38: Aber es gibt jetzt nicht dieses.
00:17:40: Du warst auf, es ist zwei Uhr, thirty-fünf.
00:17:43: Und du hast ein komisches Gefühl und am nächsten Tag telefoniert er und er sagt, äh um zweieufeinunddreißig ist mir einen Blumentag auch im Kopf gefallen?
00:17:50: Doch
00:17:50: doch das gibt es!
00:17:52: Also es gab natürlich Phasen in unserem Leben wo wir junger waren, wo der eine oder andere Unfall geworden hat ob ich bin oder er... ...und er war aber dann so sensibel dass er das gefühlt hat insofern nicht dahin gehen wollte.
00:18:05: Also wenn ich jetzt sozusagen im Krankenhaus bin und da Lige und Schmerz hab, ist er so insensibel und feinfühlig, kann mich nicht besuchen.
00:18:13: Kann ich sehen wie du da leidest?
00:18:15: Er
00:18:15: kann das nicht sehen!
00:18:15: Bei meinen anderen Schwestern ist es was anderes aber uns verbindet ein Band, das ist unerklärlich.
00:18:21: also Ich würde für meine Schwesten sterben von meinem Brüder Aber für ihn würde ich doppelt sterben.
00:18:27: Münchener Freiheit hast du mitgebracht.
00:18:30: Ja, let's go!
00:18:32: Und schon ist die Reputation SDJ für immer weg.
00:18:35: was solls?
00:18:35: Ich liebe es.
00:18:36: Da wirste halt malerin oder so.
00:18:40: ohne dich schlafe ich heute Nacht nicht ein.
00:18:43: Gibt es dazu noch einen Stichwort außer dass jetzt alle Menschen das nie mehr aus dem Kopf kriegen für den Rest des Tages?
00:18:49: Integration ist gelungen würde ich
00:18:51: sagen.
00:19:28: Was hier in diesem kleinen Studio los ist, wenn man so ein Sommerspiel ist es nicht zu fassen.
00:19:37: Die Einzige die Konternance bewahrt hat bin ja wohl ich aber gut.
00:19:41: Ja das stimmt.
00:19:43: Tulien Tecay ist heute hier zu Gast.
00:19:46: dieser Song eben.
00:19:48: Wenn wir uns jetzt in dein damaliges Leben hinein zoomen In was für einer Situation hast du den gehört?
00:19:55: Was ist um dich rum?
00:19:57: Um mich rum ist unser Haus in Hannover-Garbsen im Bärenbostel im Gewerbegebiet.
00:20:03: Allerdings, alle dachten immer oh wow die teckelt's am Haus aber es waren Gewerbegebiete.
00:20:07: Es war noch mal was anderes und da steh ich gerade auf den Dachboden.
00:20:11: Ich stehe auf dem Dach Boden das ausgebaut wurde als Zimmer für meine zwei Schwestern Tuba und Thesian.
00:20:18: Und meine Schwester Tuba, die für den TSVH will sie Fußball gespielt hat, hat diese deutschen Lieder mit nach Hause gebracht Matthias Reim, Marianne Rosenberg unter Andem die Münchner Freiheit.
00:20:29: und mit diesen Songs bin ich mit zehn, elf, zwölf sozusagen auch groß geworden.
00:20:34: Das heißt wenn sie das oben angemacht habe, hab' ich es unten in der zweiten Etage gehört!
00:20:39: Und dann sehe ich mich – weil ich bin ja in die Fußstapfen von Tuba getreten – Sie hat für den TSV Havise gespielt und ich hab' damals auch für den GSW Havisen gespielt in Hannover-Gabsen.
00:20:49: Und da war ein Club heim Da war ein Club heim und da ist mein Hingegang.
00:20:53: Und dann liefen die deutschen Songs.
00:20:55: Dann liefen sie deutschen Songs, und dann warst du entweder dabei oder du warst raus?
00:21:00: Aber ich war natürlich
00:21:01: dabei!
00:21:01: Du warst dabei denn du hast es aus dem zweiten Stock gehört.
00:21:04: Lief denn zu Hause bei euch auch kurdische Musik?
00:21:08: Bei uns zuhause lief nur kurdischer Musik... Ich kannte das gar nicht anders also türkische Musik, weil wir sind ja sozialisiert sozusagen in der Türkei und ich habe mich der türkischen Kultur auch sehr verbunden gefühlt und fühle es auch immer heute noch.
00:21:23: Und da lief kodisch-türkisch ehrlich gesagt und auch der türksche Fernsehen.
00:21:27: also die ganzen Sendungen waren sozusagen auch bei uns immer an auf Dauerschleife.
00:21:32: mein Vater hat immer türkisches Fernsehen geguckt und die ganzen Nachrichten das war wirklich bis zwei Uhr drei Uhr nachts.
00:21:38: ich glaube jeder Migrant kennt diese Geschichte aber diese deutschen Lieder Die war nicht da.
00:21:45: Und die haben wir sozusagen mit reingebracht!
00:21:47: Aber meine Eltern können damit nichts anfangen.
00:21:50: Die haben wir uns von draußen geholt und das war auch ganz wichtig für mich, weil diese zwei Welten waren in denen ich mich zu Hause gefühlt habe um Münchner Freiheit.
00:22:01: dieser Song Ich liebe es auf dem Oktoberfest!
00:22:04: Ich bin die Erste, die auf den Tischen steht und diesen Song mit einem Bier in der Hand sinkt Und ich erinnere mich noch an Karneval Köln.
00:22:13: Da war ich mit Anne Will im Arm.
00:22:17: Wir haben diesen Song gesungen und dann habe ich zu ihr zugeflistert, ist so mehr Integration geht nicht.
00:22:23: Und da hat sie sich tot gelacht!
00:22:24: Tot gelacht.
00:22:25: Aber das ist es also das macht uns aus.
00:22:27: Also ich liebe das deutsche, ich liebe die deutsche Kultur Ich liebe die deutschen Songs.
00:22:32: Ich kenne jeden Song wirklich jeden.
00:22:34: Jeden Appa-Song der irgendwie in einer Kneipe gespielt wird und ich bin auch gerne in Kneipen unterwegs und trink mein Bierchen.
00:22:40: aber ich kenne auch viele kurdische Songs.
00:22:43: Das Gute ist, aber das sage ich jetzt so.
00:22:45: Das plappere ich jetzt raus ohne dass sich selbst die Erfahrung machen musste oder machen durfte und du auch glaube ich erst später Dass du dich nicht entscheiden musstest zwischen zwei Welten.
00:22:56: Ich glaube oft hast Du es wahrscheinlich oder das Gefühl gehabt Es zu müssen und vielleicht kommt das auch Jetzt noch.
00:23:02: ich weiß es nicht.
00:23:02: belehre mich da gerne Aber ich habe in einem deiner Interviews mal diesen fast erlösenden Satz gelesen oder gehört dass du sagst Und dann hab ich irgendwann Begriffen Ich muss nicht entweder oder, sondern ich kann das zusammenschieben.
00:23:16: Und es ist ja wie so ein Geschenk, ne?
00:23:18: Ein zusätzliches Geschenck!
00:23:19: Ja aber da dahinter zu kommen... Das ist ein Weg, sag' ich mal.
00:23:24: Also in der Jugendlichen Zeit war das ein Thema was mich total beschäftigt.
00:23:29: halt also weil Zuhause wird kurisch gesprochen und dann sind wir auch noch jäsidisch.
00:23:34: Wir sind eine Minderheit in der Minderheiz sozusagen.
00:23:37: Dann auch als Frau nochmal eine Munderheit.
00:23:39: Du hast sozusagen drei Minderheiten die du Ja, vonstatten gibst und dann aber draußen sozusagen diese deutsche Gesellschaft.
00:23:46: Und deine deutschen Freunde, deine deutsche Schule wo Deutsch gesprochen wird... Das war schwierig, sage ich wirklich ehrlich.
00:23:52: Ja das glaube ich!
00:23:54: Also es waren ein anderes Leben und ich würde sagen, ich bin da bei erst... also ich bin ja zu Hause ausgezogen erst mit sechsundzwanzig.
00:24:02: Es ist
00:24:03: relativ spät Würde ich sagen?
00:24:05: Deine Mutter hat eine andere Pläne.
00:24:06: Ich glaube, du würdest immer noch zu Hause wohnen oder wenn es nach ihr gehen würde
00:24:09: ... Wenn's nach ihr geht, hätte ich jetzt schon einen Mann und fünfzig Kinder und würde ein Haus neben ihr haben.
00:24:14: Oder würde auf der oberen Etage leben.
00:24:18: Das ist so der Traum meiner Mutter gewesen.
00:24:20: aber Gott sei Dank ist sie ja mit uns mitbekommen und hat sozusagen den Sinn dahinter verstanden.
00:24:25: Aber so ist das.
00:24:25: Eltern haben andere Plähne für einen.
00:24:28: Sechsundzwanzig
00:24:28: ist spät.
00:24:29: Sechso zwanzig is spät!
00:24:31: Sehr spät, aber es hat nochmal andere Gründe glaub' ich.
00:24:33: einfach weil sozusagen auch einfach die Jüngste war.
00:24:36: Also sie hat nochmal Hoffnung.
00:24:37: Hat
00:24:37: es so das Gefühl, sie nicht allein lassen zu dürfen?
00:24:41: Meine Verbindung mit meiner Mutter, mit sechsundzwanzig, war nicht gut.
00:24:44: also heute ist die eine ganz andere und das sagt sie als.
00:24:47: ich habe auch oft wie gesagt von ein paar Tagen mit ihr darüber gesprochen und sie sagt damals war ich nicht gut zu ihr.
00:24:52: Ich war böse
00:24:53: aber umso Böse kann, weiß ich nicht.
00:24:56: Das musst du interpretieren ob das stimmt oder ob du wirklich böse warst.
00:25:00: aber um so erstaunlicher doch dass du dann noch solange da gewohnt hast?
00:25:04: Ich hatte keine andere Wahl!
00:25:05: Ich hatte keinen anderen wahl insofern dass ich lange nicht wusste wer bin ich wohin mit mir und was ist mein weg.
00:25:14: und der ging bis sechsundzwanzig Jahre.
00:25:15: ich sag's wie es ist.
00:25:18: Das hat einfach lange gedauert.
00:25:21: Weil alle vorangeschritten sind und dann hartet man mit sich selbst, also man hartet einfach.
00:25:25: Man hat diese Identitätsprobleme die einen so wach rütteln aber irgendwie auch so beschäftigen dass man nicht so richtig weiß wer bist du jetzt eigentlich?
00:25:37: Und wohin willst Du?
00:25:38: Dann hat man da angefangen das zu machen letztendlich, und das sagt meine Mutter ja auch Gott sei Dank mittlerweile.
00:25:47: Sie sagt ja der Weg als ich nach Berlin gekommen bin war der Weg der Befreiung dass ich sozusagen von einer Raupel zu einem Schmetterling geworden bin und das von einer kurischen Mutter.
00:25:58: Und jetzt guckst du dir nebenan?
00:26:00: Da hängt es bei Schmetternlinge
00:26:03: Krass, ich hab die gar nicht gesehen diese Schmetterling hier neben mir.
00:26:05: Da sind sie jetzt.
00:26:07: Aber das ist sozusagen your wedding?
00:26:09: Du hast mal gesagt es hat dir das Leben gerettet dass du nach Berlin gegangen bist.
00:26:13: wir können ja erstmal Musik hören und so langsam da vielleicht auch heran erzählen was denn da so schwierig war in der Zeit wenn du das möchtest the verb hast du mitgebracht was sehr schön ist.
00:26:28: sehr schön bittes sweet symphony.
00:26:30: wofür steht der Song in deinem Leben
00:26:33: Jugend und Liebeskummer.
00:27:10: Thylian Tecal ist heute hier bei mir zu Gast, er wohnt inzwischen im Industrieviertel der Bärenborste an Hannover.
00:27:19: Ist deine Oma noch dabei?
00:27:21: Meine Oma ist noch dabei!
00:27:24: Das ist eine sehr außergewöhnliche Person.
00:27:26: Du hast es schon im Tee gesagt für Social Media aber vielleicht kannst du sie nochmal beschreiben weil sie eine sehr starke möglicherweise auch prägende Frauenfigur für euch alle war.
00:27:37: Ich glaube, meine Oma beschreibt heute das was wir heute sind.
00:27:40: Ähm... ich finde es sehr schade dass sie nicht mehr da ist weil Sie freiwillig entschieden dass sie jetzt nicht mehr hier ist.
00:27:45: Aber
00:27:45: sie hat lange durchgehalten?
00:27:46: Sie
00:27:46: hat lange Durchgehalten!
00:27:47: Sie ist hundertsieben Jahre alt geworden aber ich glaube sie hat uns alle überlebt.
00:27:50: Also ich sage ganz ehrlich also weil die war eine taffe starke krasse Frau und mega intelligent und sie war der erste Frau die sozusagen auch an den Männer-Tischen saß.
00:28:01: Man muss sich vorstellen, sie ist im Dorf groß geworden in Diabrakis also in Ahmed Und sie war bei diejenige, die sozusagen immer Darstand aufgepasst hat.
00:28:10: Die hat aufgepasst, dass keine Fremden reinkommen, dass hier nichts Feindliches passiert und die dann auch an den Männern mitgeredet hat über Politik oder gesellschaftsrelevante Themen.
00:28:19: Sie hatte
00:28:21: eine Waffe?
00:28:22: Sie hatte ne Waffe!
00:28:22: Weil es damals nicht anders ging... Sie hatte sie bei sich jetzt nie benutzt, darum geht's nicht.
00:28:27: Sie hatten sie einfach bei sich weil sie einfach autoritär war.
00:28:30: Und damals, wenn ich mich jetzt sozusagen ... Diese Zeit kannte ich noch nicht.
00:28:34: Ich kenne sie nur aus den Geschichten, die sie erzählt hat.
00:28:37: Aber als Issy kennengelernt war ihre Waffe ihr Gehstock und ich erinnere mich an ein Bild.
00:28:45: Wir haben dieses Haus vor uns.
00:28:47: Ich stehe da in der Sonne und da ist ein Basketballkorb.
00:28:51: Es sind rote Bausteine von dem Haus und sie ist unter dem Basketballkorb.
00:28:56: Sie sitzt da!
00:28:57: Sie sitzt da und ich komme mit meiner Mitschülerin sozusagen nach Hause.
00:29:03: Und meine Mitschülerin fragt mich, wer ist das?
00:29:06: Ich sage, ich habe keine Ahnung.
00:29:08: Oh wow ja!
00:29:10: Ich habe keine ahnung.
00:29:11: Bleib sie mal!
00:29:12: weil sie anders aussah.
00:29:14: Sie sah anders aus, sie hatte ja diese jesidische Tätowierung die sozusagen dafür da waren dass man erkennt wer die jesiden war
00:29:21: im gesicht?
00:29:22: Im Gesicht an den händen.
00:29:23: sie hatte sonnen tätowiert sie hatte punkte tätowirt und das haben meine Eltern auch also meiner mutter sowohl auch mein vater.
00:29:32: und dann saß ich da mit nem turban auf dem kopf mit orangenen haren Und sie saß da und hat dann beobachtet und jemand der ihr irgendwie nicht wohlgesonnen war, den hat sie auch konfrontiert.
00:29:45: Also aber in ihrer Sprache.
00:29:47: Sie konnte jetzt kein Deutsch sprechen.
00:29:49: Sie hatte ihre Sprache gesprochen, nämlich kodisch und denen hat sie sozusagen konfrontierend.
00:29:53: Und dann musste ich erst mal sagen oh Scheiße!
00:29:55: Ich schäme mich gerade.
00:29:56: Was passiert hier gerade?
00:29:58: Aber jetzt rückblickend weiß ich einfach... Die war die krasseste Frau, die ich kennengelernt habe.
00:30:04: Und ich glaube dass wir unsere Resilienz unserer Stärke, die wir heute haben, dass wir das auf jeden Fall von ihr haben.
00:30:11: Wie
00:30:11: alt warst du, als sie gestorben ist?
00:30:13: Wie alt bin ich?
00:30:14: Ich weiß es gar nicht!
00:30:15: Ich war Jugendlich, ich war... ...sebzehn, achtzehn würde ich sagen und ich weiß noch, als das passiert ist weil sie hat dann gefastet.
00:30:23: Sie wollte nicht mehr essen, nicht mehr trinken, weil ihr Sohn gestorban ist vor ihr an einem Herzinfarkt.
00:30:29: also der Bruder meines Vaters ist gestorgen und sie hat sich dann vorgenommen ne ein zweites Mal kann ich das nicht erleben, weil ich überlebe hier alle.
00:30:37: Das war ihr Leben, also dass sie das wusste und wir überzeugen.
00:30:42: Sie wusste, sie überlebt alles!
00:30:43: Und sie ist dafür da auch alles zu überleben.
00:30:46: Ja, das ist Wahnsinn.
00:30:47: Und sie war so tough... die war so da mit der konnte man Pferde stehlen und die hat mich damals vom Kindergarten abgeholt.
00:30:55: Die hat das alles verstanden obwohl sie die Deutschsprache nicht verstanden hat.
00:30:59: Trotzdem war ich so scheiße.
00:31:00: meine Oma holt mich ab.
00:31:02: Na klar, ich meine rückblickend ist das.
00:31:04: Ich glaube oder meine dass Dysen so was Ähnliches auch erzählt hat, dass die Eltern kein Deutsch gesprochen haben, dass man sich inzwischen dafür schämt, sich dafür mal geschämt zu haben.
00:31:16: aber als Kind willst du ja dazugehören Du willst ja nicht weitere Punkte sammeln wenn du vielleicht etwas anders aussehst und immer das Gefühl hast, gehöre ich denn überhaupt dazu?
00:31:27: Und dann kommen noch weitere Punkte hinzu.
00:31:29: Und du denkst so, oh nein!
00:31:31: Oh nein bitte nicht dass auch noch.
00:31:32: Ja genau das ist es also diese Andersartigkeit die durch eine Familie sozusagen geprägt ist.
00:31:37: Du hast es dir nicht selbst ausgesucht.
00:31:39: Ich meine du wirst ja hineingeboren in diese Familie und dann wird ihr einfach auferlegt anders zu sein.
00:31:44: aber... Du willst es doch gar nicht, du willst doch am Ende nur dazugehören.
00:31:47: Du willst auch Teil dieser Gesellschaft sein.
00:31:49: und dann siehst du deine Oma die da voll tätowiert ist mit dem Turban auf den Kopf und einem Gehstock, die dir entscheidet wer hier reinkommt und wer nicht?
00:31:56: So und dann stehst du da und musst erst mal erklären wer das ist.
00:31:59: aber Rückblicken weiß ich natürlich eine der krassesten Frauen!
00:32:02: Natürlich war das die krasseste Frau und wenn ich heute Bilder von ihr sehe bin ich wahnsinnig beeindruckt davon.
00:32:08: Und das ist auch ein bisschen meine Geschichte insofern dass ich denke Ich muss wieder back to the rules weil das sozusagen auch meine Mutter ein bisschen verkörpert.
00:32:17: Diese Generation sozusagen, also meine Mutter ist vor mehr als siebzig Jahre alt die es auch tätowiert.
00:32:22: Die trägt auch manchmal Kopftuch und manchmal nicht.
00:32:24: das ist ihr überlassen also das kann sich selbst für sich entscheiden.
00:32:26: da sind wir ja sehr frei und ich habe das Gefühl ich muss was zurückgeben.
00:32:30: Ich hab das Gefühl, ich muss etwas zurück geben und diese Generation zeigen.
00:32:33: Und ich hätte gerne auch meine Oma gerne gezeigt wenn ich heute dieses mit diesem wissen was ich damals hätte wenn ich das angewendet hätte wäre ich so dankbar.
00:32:40: aber Da fehlt jetzt etwas.
00:32:42: Ich konnte meine Oma nicht zeigen, aber ich war noch nicht so weit.
00:32:45: Ich glaube nicht dass ihr das gefehlt habt.
00:32:47: wenn sie so eine kluge Frau war wird Sie verstanden haben, dass du viel zu jung dafür warst.
00:32:51: Aber es scheint noch ne andere Phase gewesen zu sein weil Du sagst was du vorhin angedeutet hast.
00:32:56: ich weiß nicht wie weit du da gehen willst darüber zu sprechen.
00:33:00: Also bestimme das selbst und zieh da die Grenze.
00:33:03: aber als die frau die mir jetzt gegenüber sitzt und wann immer ich dich gesehen habe wie du rüber kommst Erstauntest mich eben, dass du so lange zu Hause gewohnt hast.
00:33:13: Und erstaunt es mich auch, wenn du sowas sagst wie ich war Böse?
00:33:16: Weil ... Du das nicht ausstrahlst als Mensch.
00:33:19: Ja, ich strahlt das überhaupt nicht aus!
00:33:21: Also... Ich war auch nur böse zu meiner Mama, will ich damit sagen oder auch zu meiner Familie insofern und was heißt böse?
00:33:30: Ich war glaube ich einfach anders drauf Zuhause.
00:33:33: Wie gibt man sich außen?
00:33:34: Wie geht man sich in?
00:33:35: Also ich weiß nicht ob du das kennst aber das ist ja manchmal einfach so.
00:33:40: Meine Mutter, die hat einfach gesagt, ja früher warst du halt nicht so gut drauf.
00:33:45: Was heißt das?
00:33:46: Das heißt dass ich sozusagen noch nicht soweit war zu verstehen wer ich bin und was mich ausmacht und dass da Potenziale waren, die ich für mich noch nicht ausgeschöpft habe.
00:33:55: Wer bin ich?
00:33:56: Was will ich?
00:33:57: Und wo will ich hin?
00:33:58: Okay
00:33:58: aber wer also... Ich weiß nicht ob ich dir das heute... als Achtundfünfzigjährige beantworten könnte.
00:34:05: Aber wer wusste es?
00:34:07: Nein, das weiß ich ja heute!
00:34:08: Aber
00:34:09: das weiß man ja auch irgendwie so zwischendurch.
00:34:11: Man muss sich da ja auch erst hin entwickeln.
00:34:13: Ja absolut
00:34:14: natürlich muss man sich dahin entwickeln und ich finde jeder soll seine Zeit auch dafür nehmen aber mit sechsundzwanzig Das ist schon eine Nummer, dass man da noch zu Hause wohnt.
00:34:21: Aber das hat ja auch Gründe.
00:34:22: also ich meine meine Mutter hat ein anderes Leben für mich vorgestellt und meine Eltern die wollten ein anderes leben für uns.
00:34:28: irgendwo bist
00:34:28: du nicht rausgekommen im Sinne von...
00:34:31: Ich bin da nicht raus gekommen aber es hatte was mit mir zu tun.
00:34:33: Es ist nicht so, dass meine Mutter das sozusagen vorbestimmt hat.
00:34:36: ich bin dann nicht raus geworden Ich bin da einfach selbstständig nicht rausgekommen.
00:34:41: Insofern, weil ich mich nicht weiblich genug gefühlt habe... ...insofern dass ich mich anders gefühled hab insofern das ich immer anders war.
00:34:50: Ich wurde anders gelesen auch von meinen Mitschülerinnen!
00:34:53: Es gab eine Gruppe die hieß Bebex.
00:34:57: Die hieß Bebex, das hieß so was wie übersetzt.
00:34:59: Wie Babys.
00:35:00: und dann wollten die, dass ich Teil dieser Gruppe werde...
00:35:02: Deine Mitschülerin?
00:35:03: Meine Mitschülerin!
00:35:04: Die wollten teil, dass sich diese Gruppe werden und ich meinte nein.
00:35:06: Und da haben sie gesagt alles klar, Bebecks Fithylien.
00:35:09: Ich war immer ein und.
00:35:11: Ich bin immer einen und, ich bin immer einer dazwischen gewesen.
00:35:14: Ich weiß immer sozusagen Resultat oder nicht mal Resul- oder einfach nur
00:35:19: Einhänge.
00:35:19: Oder ein Beobachterinnen.
00:35:21: Aber das konnte man.
00:35:23: also ich konnte es für mich noch nicht so richtig Frame, also ich wusste nicht was ist denn das?
00:35:28: Was bedeutet das für mich.
00:35:29: Du
00:35:29: konntest dich mit solchen... Also heute ja genau okay gut vielleicht ist das auch Das zum Älterwerden und zu diesem reifen Prozess dazu, dass man da jetzt anders drauf guckt wenn man älter ist.
00:35:39: Und das nicht so negativ abtut, sondern einfach sich heute andere Antworten geben kann.
00:35:44: Ich konnte mich damit damals nicht identifizieren.
00:35:46: Punkt!
00:35:46: Ich habe nichts zu denen gehört.
00:35:47: ich bin kein Typ für eine Gruppe oder was auch immer aber du hast es dir schwer gemacht Du hast dich hinterfragt?
00:35:52: Genau ich hab mich sehr hinter gefragt und das ist gar nicht... nicht dazu, ich hätte dazugehören können.
00:35:59: Aber das ist eher eine Hinterfragung in dem Moment.
00:36:01: also dass es eine hinterfragungen sofern man zuhause wird kurdisch gesprochen draußen wird deutsch gesprochen und du willst irgendwo dazugehören.
00:36:10: aber wohin gehörst du jetzt?
00:36:12: So und deine mutter verlangt was anderes und draußen wird alles verlangen.
00:36:16: Also wo positionierst du dich jetzt?
00:36:18: Und das war ein langer Prozess bei mir Das waren sehr lange prozess auch beruflich Dass ich nicht so richtig wusste.
00:36:25: Was macht mich jetzt so aus?
00:36:26: Also was kann ich jetzt werden, dass das sozusagen das ist, was ich machen will.
00:36:30: War dieses Politikstudium also eher so ein ... bevor du gar nichts machst lieber... Ja!
00:36:35: Das war schon so etwas okay dann mach' ich es einfach.
00:36:38: Also das war dann einfach als Kode bist du ja einfach politisch.
00:36:42: Du kommst politisch auf die Welt.
00:36:43: Genau, du kommst Politisch auf Die Welt und Ich hab mich auch dafür interessiert.
00:36:46: Also ich meine für mich dieser Verantwortung auch nicht los sagen.
00:36:48: aber das war da und dann hast du das gemacht.
00:36:52: aber damit habe ich mich nicht wohlgefühlt Damit habe ich mich nicht wohlgefühlt, weil in Deutschland muss man sich immer für eine Richtung entscheiden.
00:37:01: Aber mich macht doch viel mehr aus!
00:37:03: Ich bin noch so vieles.
00:37:04: Du sagst es am Anfang – ich bin DJ, aktivistin und Entertainerin.
00:37:09: Warum soll ich mich für eine Sache entscheiden?
00:37:13: Kann ich dir hier nicht beantworten?
00:37:14: Hier musst du das nicht.
00:37:15: Und ich bin froh um diese Art von mehreren Schichten.
00:37:23: Nicht anders beantworten kann.
00:37:24: Ich könnte dir auch nicht die eine Antwort geben.
00:37:27: No doubt, don't speak hast du mitgebracht?
00:37:30: Warum?
00:37:31: Ja das war... Das ist ne witzige Geschichte weil ja ich dachte früher ich kann singen aber ich kann es leider nicht.
00:37:39: Meine
00:37:40: Schwester haben mir gesagt ich kann Sing und ich habe die Chance bei Star Search zu sein Aber das war voll daneben.
00:37:47: also
00:37:47: Bist du da aufgetreten?
00:37:48: Nee leider nicht.
00:37:49: bin er nicht aufgetretet aber ich hatte die Hoffnung bis heute.
00:37:52: Also ich warte immer noch darauf, dass meine Schwester mich anmeldet.
00:38:06: Aber du konntest dem nicht so richtig nachgehen oder als DJ arbeiten.
00:38:52: Das wär einfach schon mal so.
00:38:54: irgendwie auflegen, das wäre damals einfach nicht gegangen.
00:38:57: Das hätte schon deine Mutter wahrscheinlich zu verhindern gewusst?
00:39:00: Ja also mit Hausmusik bin ich wirklich groß geworden und dann aber wenn man in die Jugend guckt sind andere... Mit anderer Musik groß geworden, das war ja eher Rap, Black und R&B.
00:39:11: Also wir reden jetzt über die etwas... etwas spätere Pubertät denn vorhin haben wir gelernt dass du auch mit Matthias Reim und Mönchner frei heißt?
00:39:19: Ja genau!
00:39:19: Wir sind jetzt ein bisschen später wobei das ist alles nebeneinander.
00:39:22: also es hat auch existiert nebeneiner.
00:39:25: man hat hier sozusagen mehrere Phasen nebeneinander sozusagen.
00:39:28: aber Ich würd sagen, ich war trotzdem aber diejenige auf Hauspartys, die immer einen mp-III-Player anschließen musste.
00:39:36: Ich muss immer meinen mp III-Playern anschließen, weil es dann sozusagen um Stimmung ging und das hat mich unterscheidet zwischen den anderen, die dann sozusagen auch Black R&B und Hip Hop mitgebracht haben oder Deutschrap und damit konnte ich überhaupt nichts anfangen!
00:39:50: Ich konnte damit nicht so ... Mit Matthias Reim konnte ich was anfangen, aber mit Deutschrap leider gar nicht.
00:39:56: Diese Tür hat mir meine Schwester Dysen eröffnet und aber auch Thesian, würde ich sagen.
00:40:03: Die haben
00:40:03: für die Avant-Garde gearbeitet damals?
00:40:05: Genau,
00:40:05: die haben damals für die avant-garde geararbeitet.
00:40:07: Und dann erinnere ich mich noch an den Momentum.
00:40:10: Mein Gott!
00:40:10: Das ist als wär's gestern gewesen... Ich war in Hamburg, ich war ein kleines Küken also wirklich ein Embryo.
00:40:15: Wie alt warst du?
00:40:16: Ich war vierzehn.
00:40:17: Vierzehn, fünfzehn würde ich es sagen und wirklich grün hinter den Ohren.
00:40:21: Aber ich bin da in Hamburg gewesen und Dyssen war mit ihren Best Buddies wirklich die gut aussehendsten Typen, die man kennt war sie auf einer Hauspartie bei jemandem zu Hause und da lief dann Hausmusik.
00:40:35: Da lief denn Haus Musik?
00:40:37: Und das hat mich so geprägt weil ich wusste okay dass ist anders.
00:40:42: Das hört sich ja mal ganz anders an als das was man aus Hannover gab's in Bärenbostel kennt.
00:40:47: also das war ein Unterschied und da wusste ich okay das gefällt mir da will ich hin aber ich habe noch nicht begriffen wohin.
00:40:55: Also ich wusste nur, das gefällt mir.
00:40:58: Aber was ist letztendlich bedeutet?
00:40:59: Das hab' ich nicht verstanden!
00:41:02: Du gehst wieder zurück nach Hause... also Dysen hat dich wahrscheinlich mitgenommen weil ihr... Ich
00:41:06: war ihr Assessor
00:41:10: was sie geschmückt.
00:41:11: Ich glaube, die Älteren mussten sich immer um die Jüngeren kümmern.
00:41:14: Ja,
00:41:15: die durften das Haus nicht ohne uns Jüngern verlassen.
00:41:18: also die mussten erst putzen alles aufräumen und dann durften die raus aber nur mit den jüngeren Leuten.
00:41:23: So
00:41:23: bist du
00:41:23: zur Hausmusik gekommen.
00:41:24: ich meine letztendlich Danke Düseln!
00:41:27: Aber dann ging es doch wieder nach Bärenbostel und zwar noch viele viele Jahre So mit sechzehn.
00:41:33: Wenn ich dich gefragt hätte, was willst du machen?
00:41:35: Du hast ja schon gesagt, du wusstest es nicht genau, wer du bist aber hättest jetzt überhaupt keine Grenzen gegeben oder keine Erwartungen und keine Konventionen.
00:41:44: Wofür hättetest du dich entschieden?
00:41:47: Ich erinnere mich daran dass wir mal Silvester gefeiert haben und dann gibt's dieses Bleigießen und bei mir ist ein Mikro entstanden.
00:41:55: Ach!
00:41:56: Mikro also ich hab so gedeutet zwar Mikro...ich habe das heute noch By the way.
00:42:00: Ich hab's heute noch und ich habe mich damals als Moderatorin, Entertainer in dem Musikbereich gesehen schon immer aber ich hab nie den Weg dahingefunden oder hab nicht nie getraut sozusagen den Weg da hin zu
00:42:14: mir.
00:42:15: Aber das war sozusagen was mich umfasst hat.
00:42:18: also da hab' ich von geträumt.
00:42:20: in dem Alter mit sechzehn Jahren wollte ich MTV-Moderatoren werden.
00:42:24: Ich habe immer zugeguckt, aber da war niemand der so ausser wie ich oder die so aussere wie ich.
00:42:30: Und deswegen habe ich das dann abgetan.
00:42:33: Deine Mutter hat ja teilweise wirklich auch ein sehr strenges Regiment geführt was nicht anders geht.
00:42:37: also dass ich das hier zu sage entnehme mich auch nur vielen Äußerungen die ihr schon getätigt habt ihr Schwestern auch öffentlich in Interviews.
00:42:45: ihr habt einen Buch raus gebracht.
00:42:46: Wut und Wärme ist es ganz warm quasi.
00:42:49: das ist gerade erst heraus gekommen.
00:42:51: Warte mal, der zweit.
00:42:52: Wie wir als Schwestern schafft Deutschland verändern?
00:42:55: Genau
00:42:56: wie wir als Schwester schafft Deutschlands.
00:42:58: Ja und insofern ist es glaube ich okay wenn ich das zitiere dass sie eben aber sie musste natürlich auch.
00:43:04: als Mutter so vieler Kinder musste sie auch einfach eine klare Linie vorgeben kann ich mir vorstellen.
00:43:10: dein Vater nun hat sehr sehr viel gearbeitet aber auch schon früh als Menschenrechtsaktivist glaube ich gearbeitet also Leuten geholfen die Asyl gesucht haben.
00:43:19: richtig bei euch war viel Besuch.
00:43:22: Also hättest du ihm mit deinem Berufswunsch kommen können?
00:43:26: Ich hätte damit bei ihnen ankommen können, ja aber ich habe mit ihm darüber nicht geredet weil einfach immer Platz für andere dabei.
00:43:33: also du musst dir vorstellen du bist in diesem Haus und es ist ein wunderschöner Garten und du wächst da auf morgens samstags sonntag und es riecht nach Champion-Jungpfanne es richt nach Eierspeisen Wie wir es nennen.
00:43:51: Super lecker!
00:43:52: Es riecht nach frischen Tomaten, frischen Gurken und dann wirst du da wach.
00:43:55: aber da geht's um andere Themen.
00:43:56: Da gehts um Politik, da geht´s um politische Themen und so bist du groß geworden.
00:44:01: ich bin Politisch groß geworden, also schon immer.
00:44:03: Es ging immer um andere es ging Immer um das politische es gingen darum die welt zu verbessern.
00:44:09: durch mein vater und meine mutter Stand wiener.
00:44:12: eins hinter ihm.
00:44:13: Also meine mutta würde ich sagen war die diplomatin die alles gehalten hat Und mein Vater ist eine idealist.
00:44:18: also ich würd sagen diesen kommt nach ihm ehrlich gesagt Also sie sind sehr idealistisch und sehr purpose-gedriffen.
00:44:26: Aber meine Mutter ist sozusagen die der ganze Kartenhaus zusammenhält Die hält das alles zusammen.
00:44:32: Ich glaube, ich hätte damals niemanden von meinen Eltern gehen können und sagen können, diesen Wunsch hab' ich.
00:44:38: Hätte ich nicht machen können aber zu meinen Schwestern hätte ich gehen können.
00:44:41: Und es habe ich auch!
00:44:42: Also ich bin zu meinen Schwester gegangen.
00:44:44: Ich habe dann irgendwann in den zwanzig Jahren gesagt hey Leute... ...ich habe ja einen Wunsch weil mich ganz viel ausmacht und dass ist Musik,... ...das ist Politik weil ich nicht anders konnte.
00:44:55: Das sind gesellschaftsrelevante Themen aber das is auch Entertainment & Comedy.
00:45:00: Ich möchte das gern alles zusammenbringen, darf ich eine Sendung machen.
00:45:04: Und dann standen meine Schwester wie ein Eins hinter mir und meinten mach es einfach!
00:45:08: Dann hab' ich ne Sendung
00:45:09: gegründet.".
00:45:10: Hast du wirklich gemacht?
00:45:11: Die lief im WDR... also du hast es erst alleine gemacht, da ist es viral gegangen.
00:45:15: der WDR ist drauf gesprungen Es gab zwei Staffeln, es gab ne Grimmepreisnominierung.
00:45:20: Anders ist die Talkshow.
00:45:22: Aber da kommen wir gleich zu.
00:45:23: Lass uns erstmal kurz durch Musik unterbrechen.
00:45:29: Warum hören wir dieses Lied jetzt?
00:45:31: Wir hören diesen Lied, weil das sozusagen mein Einstieg in die Hausmusik war.
00:45:35: Also mit diesem Lied und diesem Haussong bin ich das erste Mal so zu sagen groß geworden.
00:45:39: also da habe ich gespürt was Haus Musik bedeutet und dass wenn ein Haus DJ diesen Song nicht auflegt dann hat er mit Haus nichts zu tun.
00:46:20: Der Haus Musik war auch für mich dich um einige Jahre älter bin eine absolute Initialzündung und sowas ganz Neues.
00:46:29: auch wieder ein Beleg dafür, dass man sich nicht für eine Sache entscheiden muss sondern sehr viele verschiedene Musikarten nebeneinander existieren können und man sie gut finden kann.
00:46:38: Und Haus hat allerdings ein bisschen was durcheinander gebracht fand ich weil ich bis dato immer wusste wer Interpreten sind auch ein bisschen die Geschichte dazu die Namen kannte ich und die Alben usw.. und Haus kam ja auch so ein bisschen mit der Digitalisierung.
00:46:52: plötzlich gab es eigene einzelne Tracks usw.
00:46:56: das ging ja so langsam ineinander über auch andere elektronische Musik und irgendwann habe ich zu den Überblick verloren.
00:47:02: Also, ich hab nach wie vor gute Songs entdeckt tolle Projekte aber ich wusste nicht mehr wer dahinter steckt.
00:47:07: das ging so schnell.
00:47:08: Wer ist der DJ?
00:47:09: Wer hat's gemixt?
00:47:10: was ist das für eine Referenz?
00:47:11: wo gehört das hin?
00:47:13: eigentlich egal
00:47:14: Ja, eigentlich egal.
00:47:15: Aber wenn man gute Musik feiert, dann bleibt man dran habe ich das Gefühl.
00:47:18: Und vor allem, wenn man damit arbeitet?
00:47:20: Denn die guten Songs willst du natürlich auch auf die Partys ballern!
00:47:25: Du willst ja dass die Leute danach
00:47:26: tanzen?!
00:47:27: Ich finde es gibt cool Songs, die müssen laufen also... Das muss sozusagen in deinem DJ-Set mit eingebaut werden.
00:47:35: Es ist jetzt nicht nur Armand van Helden Also mit You Don't Know Me.
00:47:38: Da gibt's noch diverse andere Beispiele, aber mit diesen Songs bin ich groß geworden und finde es kann wieder ein bisschen back to the roots gehen.
00:47:46: also Ich will ihn wieder in die Achtziger, in den Neunzigern, in die Zweitausender vielleicht auch noch Und diese Hausmusik von damals Wiederbeleben.
00:47:54: Ich hab auch das Gefühl, dass wenn ich auflege... ...dass dann auch noch mal eine andere Altersgruppe mit dazu tanzt.
00:48:00: Also nicht nur die Jensie und die Millenials sondern auch wirklich nochmal on top sozusagen.
00:48:06: Wir!
00:48:06: Wir Hörerinnen und Hörern!
00:48:08: Die Radio-Eins Zielgruppe!
00:48:10: Nein, das wollte ich jetzt nicht sagen aber.. Das ist doch die Hausmusik, die wir lieben.
00:48:15: Das ist es doch.
00:48:16: Worauf es ankommt Und da will ich wieder hin.
00:48:19: Das is' das was ich auch liebe.
00:48:22: Da schlägt mein Herz für.
00:48:24: Damit bin ich ja groß geworden.
00:48:25: Aber Musik ist ja auch so fluide, sodass du ... Du kannst diese alten Anführungsstrichen Tracks ja nehmen und du kannst trotzdem noch neue dazu holen oder auch mixen... Und du machst ja auch Selbstmusik, wir hören nämlich jetzt gleich ein Stück das du selbst gemacht hast?
00:48:42: Was ist das für eine Genese, erzähl mal!
00:48:44: Ja also dadurch dass sich eben Hausmusik liebe hat mir eine Sache aber gefilmt.
00:48:49: es gibt Africa House, es gibt British House.
00:48:52: Es gibt alle Varianten von Haus aber dieses kodische Haus das gibt es noch nicht.
00:48:57: und klar gibt's auch Oriental House sozusagen aber nur nicht auf diesem Niveau von neunziger-achtziger Haus.
00:49:04: Da habe ich jetzt sozusagen mit zwei weiteren DJs, die auch da sehr groß etabliert sind einfach die Antwort gehabt.
00:49:13: Hey lass uns das doch mal in diese Richtung lenken!
00:49:16: Lass uns doch mal was größeres machen.
00:49:18: Das ist auch mal Migranten, die so aussehen wie ich oder meine Geschwister, die sich da auch wohl fühlen und dazu tanzen können weil das fehlt mir momentan noch auf Ibiza.
00:49:28: Ehrlich gesagt, auf Ibiza fehlt mir noch...
00:49:29: Gibt es Ibiza?
00:49:30: Ja, Ibiza gibt das sowas von auch.
00:49:31: Also okay!
00:49:32: Es gibt Ibiza noch aber
00:49:33: ist das der
00:49:36: Hotspot für Hausmusik und Klops und so?
00:49:38: Das ist der Hatspot nach wie vor.
00:49:40: Das bleibt wird auch nicht gehen glaube ich, aber ich glaube Miconos ist auch noch zu kommen.
00:49:43: Stimmt,
00:49:44: Miconoss.
00:49:44: Südafrika kommt noch dazu, Mexiko kommt noch dazu Aber ich finde das war noch nicht Repräsentant.
00:49:50: Das gab's noch nicht und das gibt es noch nicht!
00:49:52: Und ich dachte, hey, das ist doch das was mich ausmacht und ich muss jetzt einfach übersetzen und hab jetzt sozusagen diesen Song daraus
00:49:59: gemacht.".
00:50:01: Ich habe einen DJ-Set von dir gesehen – das ist eine Stunde lang, das kann man auch nachhören, das läuft auf YouTube höher?
00:50:07: Also höher heißt... Ist das so ne Reihe?
00:50:10: oder was is höher?
00:50:11: Ein
00:50:11: Projekt?!
00:50:12: Das ist ein Projekt sozusagen, was in nem... also das wird ja Wie in so einem Badezimmer ist das?
00:50:17: Da gestellt,
00:50:17: als wäre es ein BadeZimmer.
00:50:18: Aber solche Projekte gibt's überwiegend also jetzt nicht nur im Bade-Zimmer sondern einfach dass dann Raum gegeben ist wo man auch Menschen mit hinbringen kann.
00:50:26: aber das ist ein Online Format.
00:50:29: Das ist ein online Format was super gut ankommt und wo jeder DJ oder DJ sich selbst entfalten kann.
00:50:35: Und genau da habe ich eine Stunde Set hingelegt und mein letzter Song war dann sozusagen auch mit einem... Darauf
00:50:41: wollte ich hinaus!
00:50:41: Der Testballon gewesen ist vor allem Juli.
00:50:46: Da hab ich's angeteasert und ich habe aber auch letztes Jahr angefangen auf den Straßen von Berlin, ob es jetzt in Kreuzberg-Prenzlauer Berg oder in Schöneberg war.
00:50:56: Hauptsache hoch?
00:50:57: Aber da habe ich angefangen mich da einfach hinzustellen und ein Video zu drehen.
00:51:00: Und hab dann Hausmusik mit kodischer Musik, die es aus den neunzigern-achtzigern gibt, zu verbinden.
00:51:06: Das hat super gut funktioniert!
00:51:08: Das ist supergut angekommen, das ist viral gegangen... ...und deswegen habe ich dann entschieden in dem Moment alles klar.
00:51:13: Thylien, dass brauchst du jetzt?
00:51:15: Deswegen produzierst Du jetzt genau das.
00:51:18: Und deswegen hören wir jetzt genau DAS.
00:51:50: Jetzt sind Sie traurig, dass es vorbei ist.
00:51:57: Die Lani?
00:51:58: Ja, die Lani heißt sozusagen wie ... ist auf Kurtisch tanzen.
00:52:02: Die Lane also kommen die Lane.
00:52:04: wir tanzen auf eine Hochzeit so zu sagen.
00:52:06: Machst du mehr oder macht ihr mehr davon?
00:52:08: Wir machen mehr davon und da ist noch sehr viel davon und ich freue mich auch richtig damit rauszukommen weil unsere identität unsere kurtische Identität die lebt ja von Musik.
00:52:19: Also das ist ja auch ne Art von Widerstand die sie mir sozusagen zutage legen Und mit der wir uns zum Ausdruck bringen.
00:52:26: Also, ich glaube viele Kulturen fühlen sich... Fühlen das jetzt?
00:52:31: Weil ich glaube, es ist nicht nur was Kodisches.
00:52:33: Aber mit Musik drücken wir uns auch aus.
00:52:35: und auf kodischen Hochzeiten wenn du da bist ja okay von morgens bis abends geht von
00:52:40: zwölf bis
00:52:41: keine Ahnung wie viel Uhr.
00:52:44: aber das ist manchmal so als wenn ihr von morgens bis abendst mit einem Hammer auf den Kopf schlägt so laut wie das da ist.
00:52:49: Aber da kommen diese Beats her!
00:52:52: Da kommt diese Hausmusik schon her.
00:52:54: also da is's schon.
00:52:56: Deswegen habe ich daraus dann sozusagen das Frabiziert.
00:52:59: Kannst du mir eine ganz subjektive Antwort geben?
00:53:02: Also die muss wirklich nicht für irgendwas stehen, weil in dem Punkt bin ich noch sehr, sehr uneins mit mir und der Welt was kulturelle Aneignung auf den musikalischen Sektor bedeutet.
00:53:14: Ich sehe das nicht so kritisch ehrlich gesagt.
00:53:18: Ich finde es schön wenn Menschen da draußen diese Musik spielen
00:53:22: Also, sich auch anderer Töpfe.
00:53:24: Wir können das ja
00:53:24: von den polnischen
00:53:26: Weg nehmen, sondern generell...
00:53:28: Genau!
00:53:28: Wenn ich jetzt an den DJ-Hugel denke, also es ist ein französischer DJ der total viral geht, der auf dem Coachella auflegt und mit Snoop Dogg auf die Bühne geht und seine Tracks oder Samples spielt aber auch viel Afrika Haus spielt.
00:53:43: Ich persönlich kann vor mir sagen, dass ich nicht schlimm diese kulturelle Aneignung und Anführungsstrichen finde weil ich es schön finde wenn sie überhaupt stattfindet.
00:53:53: Ich finde es gut, wenn's überhaupt stattfindt und darum gehts doch letztendlich!
00:53:56: Es muss doch einfach nur stattfinden ist es doch egal wer es spielt und das unterstreiche ich in dem Sinne.
00:54:02: aber trotzdem ich find' es wichtig dass du das ansprichst weil ich mir dann auch gedacht habe bei kodischer Musik ist ein bisschen was anderes weil das ist noch politischer hab ich manchmal das Gefühl kurdische Identität ist einfach politisch und kurdischer Musik ist auch politisch.
00:54:17: Und viele, die rausgekommen sind, sind auch politischen oder identitätsmäßig geprägt oder sind auch deswegen rausgekommen weil es da um das Land geht, weil's da um Identität geht, wenn es darum um Änderung geht, um Schmerz.
00:54:30: Da muss man eben aufpassen.
00:54:31: also man sollte trotzdem immer mal wissen worum gehts in dem Song?
00:54:35: Und kann ich das jetzt sozusagen für mich anwenden?
00:54:37: Wenn man das bewusst sein hat dann...
00:54:40: Dann ist das okay.
00:54:41: Ich glaube, es werden dir viele sagen auch bei African Beats oder was auch immer ... Das hat ja oft etwas sehr politisch.
00:54:49: Absolut!
00:54:50: Es ist sehr aufgeladen und rein intellektuell.
00:54:55: kann ich etwaige Bedenken nachvollziehen.
00:54:59: Dass es schmerzt die Vorstellung dass sich jemand dieser Tribes diese Sachen bedient, dieser Symbole Sie kommerzialisiert ohne zu wissen, wo es herkommt was Sache ist.
00:55:15: Andererseits finde ich das gerade bei Musik, Literatur, Kunst und Kultur Das kann man nicht zurückrechnen.
00:55:23: Wenn man das täte, würden unglaublich viele Sachen in Bestandhalle zerfallen.
00:55:29: Der Zauber, dass du etwas durch die Sinne aufnimmst und keine Ingredientsliste vorher durchlesen willst.
00:55:36: Es ist ein schmaler Grad dazwischen.
00:55:39: Solange du verstehst, warum es da gilt ... ... ist mir alles andere.
00:55:43: Ich kann jetzt nur von mir sprechen, also ich... Also
00:55:44: deswegen habe ich dich auch ganz subjektiv gefragt?
00:55:46: Genau und ich kann jetzt noch von mir sprechen, ich will es auch nochmal betonen.
00:55:49: aber ich finde für mich ist das einfach nur wichtig Verstehe es und spiele es.
00:55:54: Und mir ist ja auch wichtig wenn ich diese Musik rausbringe Ist mir total wichtig dass andere DJs das auch spielen und dass sie sich damit identifizieren können und das verstehen.
00:56:03: und ganz ehrlich in den ganzen Produktions im Keller als ich die Musik produziert hab wie in Berliner Kellern sozusagen da war ich jetzt auch mit zwei deutschen Jungs unterwegs, die mit denen ich das produziert habe.
00:56:17: Und die haben am Anfang überhaupt nichts davon verstanden.
00:56:21: aber jetzt sind die Kurden also weil sie es einfach so krass verstanden haben und jetzt damit umgehen können mit diesem Material und ich bin total dankbar dafür.
00:56:33: Warum dieses Lied?
00:56:35: Ich finde, ein DJ-Gig muss davon leben dass man mit einem guten Song abschließt.
00:56:40: Und das ist ein Song mit dem ich immer gerne abschließe so wie Freed From Desire Das kennt man ja auch oder einige andere Songs aus den Neunzigern und Achtzigern.
00:56:50: damit schließe ich immer gern ab.
00:56:52: also da sind die House Tracks die sozusagen einfach jeder kann.
00:56:55: Ist das dann zum Schluss ... provozierst du dann noch mal den Schmerz, weil das Songs sind zu denen man so gerne tanzt und dann wird einem klar jetzt ist es vorbei.
00:57:05: So dass man sich danach sehnt, dass du wiederkommst... Ja!
00:57:08: Das ist
00:57:08: ein Ey ich komm' wieder, also eine Abschiedsong.
00:57:11: aber ey ich komme wieder und ihr wollt mich haben.
00:57:14: Deswegen tanzt's jetzt, aber das ist ein guter Abschlusssong.
00:57:16: Also zudem geht man gerne feiern und alle und das meine Erfahrung Drehend darauf durch.
00:57:21: Bevor wir ihn jetzt spielen, ich hab dich jetzt Konstant DJ genannt weil die Techno DJ Anna Reusch war hier neulich zu Gast.
00:57:29: also wer könnt ihr euch jederzeit als Podcast noch mal anhören?
00:57:34: Über Achso gute Stichwort über Sounds beispielsweise Ich sag es noch eine Weile dazu das ist der neue Name der ARD Audiothek könnt ihr Euch die App runterladen und dann alle mögliche Podcasts, natürlich auch die Hörber ganz viele unterschiedliche Gespräche.
00:57:51: Anna Duschime war hier, Sepp Schellhorn, Bustempa Steffkas in der Berge Anke Engelke, Francesco Wilking, Wetterov, Sophie Hunger, Jordi Striebel und viele andere auch.
00:58:04: So warum habe ich davon jetzt angefangen?
00:58:08: Ah wegen Anna Reusch!
00:58:09: Genau vielen Dank Mary im Chillig.
00:58:10: Im Hintergrund ist sie Producerin.
00:58:14: Anna hat gesagt, sie möchte DJ genannt werden.
00:58:17: Wie ist das für dich?
00:58:18: Ich bin bei Anna.
00:58:21: Anna ich liebe dich!
00:58:26: Ich will's nicht kompliziert haben.
00:58:28: Bist du generell gegen Gender?
00:58:30: Nein, dann bin ich gar nicht!
00:58:31: Ich mach immer einen Doppelpunkt und bin voll dafür.
00:58:36: Mir geht es einfach nur um mein Selbstgefühl.
00:58:38: Also ich hab das Gefühl in dieser Musikwelt ist noch mal eine andere Sprache.
00:58:42: Und das heißt jetzt nicht dass ich sie verändern muss also will ich auch in dem Sinne nicht.
00:58:47: aber Es kann für mich einfach DJ sein und damit fühle ich mich wohl weil damit bin ich aufgewachsen wenn ich angekündigt werde Nämlich gerne DJ.
00:58:55: Genau, das Jockey ist einfach finde ich ein sehr neutraler Begriff.
00:58:59: Ja genau es ist ein neutraler Begriff.
00:59:01: darum geht's am Ende.
00:59:02: also man muss jetzt nicht kompliziert.
00:59:04: Man muss einfach ein gutes Set machen.
00:59:07: Da könnt ihr gerne reinholen!
00:59:31: Das sind zwei Plattenspieler.
00:59:41: hast du dir jetzt im Jahr Zwei-Tausend-Zwölf zugelegt?
00:59:44: hast du die noch?
00:59:45: Ja die habe ich noch.
00:59:46: woher weißt du das?
00:59:47: Benutzt Du sie noch?
00:59:48: Ich benutze sie noch.
00:59:49: ja.
00:59:49: Also
00:59:50: Blattenspieler,
00:59:51: die sind bei mir zu Hause.
00:59:53: Damit habe ich gelernt aufzulegen und mir ein guter Freund auch gezeigt weil ich sage es auch wie's ist.
00:59:58: also ich meine Musik ja waren Teil unserer Geschichte aber das Equipment war ja nicht zuhause.
01:00:05: wir hatten ja Zuhause kein Equipement.
01:00:07: das einzige was wir hatten Wann Computer von nineteen fünfzehn gefühlt und der stand im Flur Und egal was du damit gemacht hast Deine Geschwister sind ja dann vorbeigegangen, die ganze Zeit.
01:00:18: Wir haben immer geguckt was machst du eigentlich gerade?
01:00:20: Und da hast du fünf Minuten Zeit.
01:00:22: also du hattest fünf Minuten Privatsphäre sozusagen und deswegen war es für mich voll schwierig diesen Einklang oder diesen Zugang zu Musik zu finden oder als DJ sozusagen auch zu arbeiten weil ich das ganz lange nicht hatte.
01:00:34: Also ich hatte keine Vorbilder Ich hatte keinen Zugang.
01:00:37: Ich wusste nicht kann ich dass?
01:00:38: jetzt ist es erlaubt von meiner Mutter.
01:00:40: Und als ich dann aber angefangen habe, hat meine Mutter ja gesagt, ich bin dein größter Fan.
01:00:44: Hat sie?
01:00:45: Hat sie gesagt und dann sagt sie immer auf Kodisch.
01:00:48: Sagt es
01:00:49: mal auf Kordisch!
01:00:49: Sie sagt immer Tulien dich der Gibi Musik tschädige.
01:00:53: Also das ist total spannend dass sie das sagt weil das von einer kodischen traditionellen Mutter zu hören ist wie ein Ritterschlag.
01:00:59: also wirklich was ganz besonderes in dem Moment und mit diesem Equipment sind wir nicht groß geworden.
01:01:05: und dann hab' ich mir bei irgendwann gewünscht Ich will Plattenspieler, ich will lernen wie das geht.
01:01:10: Und
01:01:11: dann brauchst du
01:01:12: ein Mischpult?
01:01:13: Genau!
01:01:15: Berlin sozusagen verstanden habe, auch von weiter weg.
01:01:19: Habe ich mir das dann auch gewünscht?
01:01:21: Und dann kam es und dann hab' ich's damit gelernt.
01:01:23: Ab aus dem Jahr zwei Tausend Sechzehn bist du regelmäßiger hin- und her mal für Parties, mal für drei Viertel Jahre.
01:01:28: eine Freundin von dir hat dich auch darin bestärkt glaube ich weiterzumachen um diesen Weg zu gehen.
01:01:33: Genau
01:01:34: die hat bei Flux FM gearbeitet Das heißt sie hatte auf jeden Fall Musikerfahrung auch was in diesem Bereich total notwendig ist.
01:01:42: und sie hat mir dann aber gesagt hey Tülin besorgen.
01:01:45: und ich war so, Herr wirklich?
01:01:47: Weil ich kannte das nicht.
01:01:48: Und dann meinte sie natürlich!
01:01:50: Dann hat sie mir Equipment besorgt Total überrascht davon.
01:01:53: Und dann habe ich losgelegt und hab dann auf großen Partys aufgelegt, z.B.
01:01:58: auf dem CSD in Berlin.
01:01:59: und dieser Moment wenn du da auflegst auf ein Truck... Das ist ein unbeschreiblicher Moment weil in dem Moment bringst du ja sozusagen mit deinem Beat den Lkw und die Menschen zum Beben.
01:02:11: Was Besseres gibt es nicht!
01:02:12: Also was besseres gibt's ja nicht um Menschen zusammenzubringen egal wie jemand aussieht.
01:02:17: Du bringst die Menschen zusammen zu dieser Musik.
01:02:20: In dem Moment war mir klar, dass muss weitergehen.
01:02:23: In
01:02:23: die Richtung geht es?
01:02:24: Genau!
01:02:24: Du bist im Jahr zwanzig nach Berlin gekommen.
01:02:28: Diese Talkshow von der wir gesprochen haben anders beim WDR, wann war das?
01:02:32: Warst du das noch im Kopf?
01:02:33: Also es war im Jahr zweitausendzwanzig mit der Talkshow weil ich dachte okay warte mal alles was mich ausmacht.
01:02:40: warum muss ich mich für eine Sache entscheiden?
01:02:43: wer sagt mir das?
01:02:44: dass ich diesen Weg sozusagen gehen muss.
01:02:46: Und ich hab das Gefühl, dass ich dafür geboren bin und dass mein Weg ist, dass Ich dafür bestimmt bin Dinge zusammenzubringen die auf den ersten Blick eben nicht zusammen können.
01:02:55: Das ist eben Menschenrechtsarbeit mit Mode, Mode die mich ja auch interessiert.
01:03:00: Mit
01:03:00: Comedy?
01:03:01: Das ist schon ein großer Sprung.
01:03:02: Ja,
01:03:03: Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit und eben aber auch Musik und Politik.
01:03:08: Das habe ich dann für mich zusammen kombiniert und daraus habe ich aber auch die Sendung gemacht.
01:03:13: Die ja auch, wie gesagt ... Sie hat zwar keinen Grammepreis gekriegt, den hat dann Bömmemann gekrieg, surprise, surprise!
01:03:19: Aber sie war nominiert... Und ich weiß es gar nicht, das ging nach der zweiten Staffel nicht weiter.
01:03:24: Ich hatte aber auch das Gefühl du hast da sehr genaue Vorstellungen was du wie wolltest.
01:03:28: Es ist jedenfalls nicht weitergegangen, was ja nicht bedeutet, dass du nicht noch neue Projekte in die Umlaufbahn schießen kannst.
01:03:35: Ich kann und möchte mit dir natürlich nicht aus diesem Gespräch herausgehen ohne über das zu sprechen, was passiert ist.
01:03:44: Das jesidische Volk wurde vom IS angegriffen im Nordirak.
01:03:52: Offiziell, das ist die anerkannte Formulierung.
01:03:55: Ein Völkermord an den Jesiden statt.
01:03:58: Viele Menschen wurden getötet und verschleppt.
01:04:00: Frauenhandel.
01:04:01: Frauen wurden auf dem Markt in Mosul fallgeboten.
01:04:05: Kleine Jungs wurden ausgebildet teilweise als Selbstmordattentäter.
01:04:10: Ich hab da Zahlen gefunden nach Angaben der UN.
01:04:12: Wurden fünftausend bis zehntausend Jesidinnen und Jesiden ermordet und über siebentausende jesidische Frauen und Kinder meistens Mädchen ... entführt.
01:04:22: Das ist das, was passierte.
01:04:24: Dysen und dein Vater sind hingeflogen in dieses Gebiet haben Interviews geführt, haben das Ganze mit der Kamera festgehalten, sind zurückgekommen.
01:04:37: Dylsen hat vorgehabt und hat daraus auch einen Film gemacht ein sehr ergreifenden Film Und das hat eure ganze Familie neu aufgestellt und euch alle natürlich auch.
01:04:50: Du hast ja vorhin schon erwähnt, dich mit einer gewissen Zeitverzögerung.
01:04:53: Aber wenn du es jetzt in eigenen Worten beschreibst, was passierte ab dem
01:04:58: Jahr?
01:04:59: Ab dem Jahr hat sich das Leben einfach verändert.
01:05:01: Weil all die Geschichten, die wir von Oma kannten und von Mama und Papa haben sich bewahrheitet auf einmal im Jahr.
01:05:08: Obwohl man dachte... Man ist jetzt soweit, dass man verstanden hat wer wir sind.
01:05:12: Die jesidische Glaubensgemeinschaft in zwei drei Sätzen?
01:05:15: In zwei
01:05:15: drei Setzen!
01:05:16: Wir sind auch eine monatistische Religion.
01:05:18: Monatistisch.
01:05:19: Genau, wir glauben an einen Gott und es ist eine sehr friedliche Religion würde ich sagen.
01:05:23: Klar also... Jede Religion bringt noch mal was anderes mit, also da gibt es natürlich auch die Heiratsregel.
01:05:28: Die sozusagen aber auch aufgrund dessen gegründet wurde dass man Angst hatte vor Verfolgung unter der Drückung und deswegen jetzt sozusagen auch diese Heirat-Regel eingeführt hat.
01:05:38: aber das ist sozusagen diese Kultur in der ich aufgebacksen bin.
01:05:41: Die Heiratzregel wird besagt, dass nur Jeside ist wer ein jesidischen Vater oder eine jeside Mutter
01:05:46: hat?
01:05:46: Man darf nur einen Jesiden heiraten.
01:05:48: genau In der Schule war es so, dass ich ständig Referate halten musste über Jesiden und wer wir sind.
01:05:55: Und irgendwann hat man da auch keine Lust drauf, ständig zu erklären wenn man ist und deswegen gibt man dann irgendwann bekannt alles klar.
01:06:03: Ich bin das was du mir sagst.
01:06:06: Also nur in Teilen Anführungsstrichen hast ja auch gesagt, du hast ja mehrere Identitäten sozusagen in dir gespürt?
01:06:10: Genau ich habe ja mehrere identitäten in mir gespült und dann gibt man dem sich irgendwann hin und sagt, ich habe keine Lust mehr zu erklären, wer ich bin.
01:06:17: Aber im Jahr zwei Tausend vierzehn ist eben genau das passiert, was Du eben erklärt hast.
01:06:25: Ja, das ganze Leben hat sich irgendwie verändert.
01:06:28: Weil man auf einmal sehr nah dran war und durch Social Media noch näher dran.
01:06:33: Man hat auch immer Bilder und Videos gesehen ... Die man nicht sehen will, die will keiner sehen.
01:06:39: Und dann die Geschichten, die nach Hause getragen werden natürlich auch und diese Begegnungen auch.
01:06:44: Und Dysen ist ja dann hin mit meinem Vater und meine Mutter war auf jeden Fall dagegen weil sie meinte ihr könnt den Krieg nicht mehr in Hausen mängen also ihr könnt ihn nicht mit nach hause bringen.
01:06:54: es ist unmöglich.
01:06:56: wir kennen noch die geschichten von damals.
01:06:58: Wie könnt ihr jetzt dahin reisen?
01:06:59: Aber meinem Vater, die kannst du keine Steine in den Weg legen.
01:07:04: Die folgen ihrem Herzen und sind dann dahin.
01:07:06: Und ich bin auch total dankbar, dass sie da hingegangen sind aber für einige von uns war das zu viel Schmerz also für mich zumindest.
01:07:12: Für
01:07:12: dich war es zu viel
01:07:13: schmerz.
01:07:13: Genau!
01:07:14: Und trotzdem will ich sagen, dass ich mir meiner Verantwortung auch bewusst war.
01:07:17: Ich wusste wo ich herkomme und was mich irgendwie ausmacht.
01:07:20: Aber die Frage war ja, wo will ich hin und will ich damit auch dahin?
01:07:25: Und die sind dann mit dem Film nach Hause gekommen.
01:07:27: Die haben wir in Deutschland weitergezeigt und hatten diverse Kinofahrführungen, waren auch bei der UN und haben den Film da gezeigt.
01:07:36: Auf einmal hat man aber auch verstanden wer die Jesiden sind.
01:07:39: Also auf einmal sind wir von traurigen Geschehnissen zur Berühmtheit geworden in Anführungsstrichen.
01:07:45: Das war auf einmal verändert.
01:07:49: Auch im meinem Leben war das verändert!
01:07:51: Und dann musste man nochmal anders erklären, wer man ist und welcher Religionsgemeinschaft man angehört.
01:07:58: Damit das nie wieder passiert und um eine gewisse Hilflosigkeit auch zu vermeiden – nach Möglichkeit!
01:08:06: Hat deine Familie?
01:08:07: Hat dein Vater mit Dysen?
01:08:09: Ich weiß nicht, wer genau auf die Idee kam... letztendlich unerheblich Hawa Help gegründet, den Verein.
01:08:16: Ich kann ihn und euch nur ans Herz legen da mal im Netz zu schauen.
01:08:19: das ist ein Verein den man auch unterstützen kann und unterstützen sollte.
01:08:23: sehr sehr wichtig.
01:08:25: ihr unterstützt ganz unterschiedliche Projekte in Syrien Afghanistan Im Irak genau.
01:08:32: Du hast glaube ich mal sinngemäß gesagt als dann German Dream einige Jahre später gegründet wurde, eine Bildungsinitiative die auf der Idee basiert Demokratie zu stärken und Bildung zu fördern.
01:08:48: Und Menschen als Wertebotschafter in Schulen zu schicken um zu sagen hier ist es wichtig wir haben die Freiheit hier.
01:08:55: lasst uns friedlich miteinander leben Aufklärungen zu betreiben damit eben Aggressionen Brutalität damit das alles nicht stattfindet und Menschen miteinander können.
01:09:04: Da konntest du dich einklinken, weil das für dich so was war wie eine Antwort.
01:09:08: Wie eine Hoffnung und Hilfe?
01:09:10: Richtig!
01:09:11: Das war meine Antwort auf all dem Schmerz, würde ich sagen.
01:09:15: All der Schmerzen, seitdem du geboren bist ist dieser Schmerzt da durch die Geschichten... ...durch diese Epigenetik würde ich auch sagen.
01:09:24: Dieser Schmerze ist einfach in dir, ob du willst oder nicht.
01:09:27: Der ist einfach da.
01:09:28: Und dann ist es deine Entscheidung, wie du damit umgehst und was du daraus machst.
01:09:32: Ich habe mich aber erst mal davon entfernt.
01:09:34: Ich hab mich davon entfernt, und auch als das im Jahr ist, musste ich mich auch entfernen.
01:09:39: Einfach um mich selbst zu schützen habe mich dann an meine Brüder gedockt die dann sozusagen mehr Leichtigkeit hatten.
01:09:44: Und meine Schwester haben sich sozusagen diesen Schmerz angenommen was nicht bedeutet dass es jetzt Trauerklöße sind ganz im Gegenteil.
01:09:50: Die haben natürlich auch Leichtigheit und Freude in ihrem Leben und sind auch gute Menschen gut gelaunte Menschen aber Wie gesagt auch am Anfang schon uns.
01:09:59: uns vereint ja sehr viel also wir mehr viele Charaktere und viele Gedanken.
01:10:03: Und dann kam aber im Jahr zwei Tausend achtzehnt German Dream dazu und da habe ich meine Verantwortung gesehen.
01:10:08: Ich hab dann gesagt, alles klar ist die Antwort auf all die Ismen, die uns passieren.
01:10:12: Auf alle den Schmerzen der uns passiert.
01:10:15: Da kannst du in die Schule gehen und sagen was dich beschäftigt, was dich ausmacht und wo du hin willst und mit den Schülern ins Gespräch gehen.
01:10:25: Die sind genau die Gegenüberschaft, die man braucht.
01:10:28: Weil sie sind ehrlich, konstruktiv und mit denen kann man gut streiten.
01:10:31: Gut aber wenn ich richtig informiert bin als ihr losgegangen seid damit auch du als Wertebotschafterin in Schulen also so um die zwanziger Jahre Wände da ging es schon sehr um Selbstbestimmung.
01:10:44: Also ist jetzt ein großes Wort für Schülerinnen und Schüler Aber eine gewisse Freiheit um das was Gleichberechtigungen und was diese Kinder auch unter Demokratie möglicherweise verstehen oder wie sie davon im Alltag profitieren können.
01:10:58: Du hast neulich in einem Interview gesagt, das hat sich jetzt heute durch TikTok
01:11:02: usw.,
01:11:03: es ist leider in eine Richtung gegangen dass die Themen heute, das Thema heute Nummer eins ist Religion oder Religiosität.
01:11:09: Und dabei reden wir nicht vom Hinduismus und Ommen sondern von Radikalisierung.
01:11:14: Richtig, also das hat sich verändert.
01:11:16: Also ich kann den Vergleich ziehen insofern wie gesagt dass ich im Jahr zwei tausend achtzehn neunzehntzwanzig in den Schulen war und da war damals wenn ich gefragt habe hey was sind eure Lieblingswerte?
01:11:26: Und das stellen wir Eingangs immer!
01:11:28: Wenn wir in die Schulklasse gehen oder der Wertebotschafter wird begleitet von dem Moderator oder eine Moderatorin und dann wird erst mal über Werte gesprochen.
01:11:35: Was ist euch wichtig?
01:11:36: Welcher Wert ist euch wirklich?
01:11:37: Dann wird angekreuzt.
01:11:39: dann war wichtig Gleichberechtigung, Freiheit wie du es gesagt hast Familie und Toleranz auch ganz großes Thema.
01:11:47: Und das hat sich nach ein paar Jahren jetzt heute sehr verändert und da war Religion sehr wichtig, auch Familie aber alles in Bezug darauf.
01:11:58: Ich würde auch sagen, es hat was auf jeden Fall mit Social Media zu tun.
01:12:02: Einfach weil sich da auch vieles radikalisiert hat insofern dass ich spreche von dem Instagram-Paradoxon.
01:12:08: also ich habe manchmal das Gefühl, dass man auf social media schnell einer Meinung sein kann oder eine Haltung mit anderen haben kann ohne seine eigene Meinung zu bilden weil man so beschallert wird von den Meinungen von anderen.
01:12:22: und trotzdem will ich aber sagen Da ist so ein Dazwischen.
01:12:26: Also man kann sich noch entscheiden, entweder habe ich meine eigene Meinung oder gehe ich mit den anderen mit und da.
01:12:31: es ist ganz wichtig Räume zu schaffen wo man noch miteinander reden kann Wo man konstruktiv miteinander reden können.
01:12:36: Und ich hab das Gefühl dass können wir mit German Dream.
01:12:38: Man kann die noch nehmen man kann noch mit ihnen reden Man kann darüber diskutieren.
01:12:42: auch wenn sie sagen Religion ist mein wichtigster Wert Kann ich mit denen austausch gehen und sagen hey warum?
01:12:48: Warum ist das so ein?
01:12:48: klären dies mir und dann Ich will ihn nicht anders.
01:12:51: Polen darum geht's nicht ist mehr auch wichtig.
01:12:54: aber Lass uns auf Augenhöhe treffen, weil vieles passiert ja auch aus Unterschieden.
01:12:58: Also die machen Unterschiede.
01:12:59: Hey du bist Kurde nicht mit dir will ich nichts zu tun haben.
01:13:01: Du bist Frau?
01:13:02: Du bist Frau und mit dir willst du nichts zu tun haben.
01:13:03: Hey!
01:13:04: Du bist Türken und mit dich willst du nix zutun haben.
01:13:06: Es wird ja mittlerweile auf diese Identität gedrückt.
01:13:08: also mit dir ist nichts zu TUN haben Und Bist du für mich oder bist du gegen mich?
01:13:12: Und da müssen wir wieder hinkommen, dass ich das Gefühl habe und es schaffen wie in den Schulklassen und in den Schulräumen.
01:13:18: Dass wir dann Dialog schaffen, dass man wieder miteinander reden kann und das auf Augenhör und das eben auch konstruktiv und dass man auch miteinander streiten kann.
01:13:26: Also man kann auch miteinander Streit.
01:13:27: Aber ich
01:13:27: hab das Gefühl,
01:13:28: das ist auf Social Media verloren gegangen.
01:13:30: Man kann nicht mehr miteinander streitten oder man isst nur im Streit und man wird gecancelt.
01:13:35: Das darf's halt nicht sein und davon darf man sich kein Beispiel nehmen.
01:13:37: Also ich kann nur noch mal darauf hinweisen, German Dream aber auch German Dream lest euch was darüber durch.
01:13:45: es ist unverantwortlich dass zurzeit gerade Gelder für demokratisch stärkende Projekte gekürzt oder gestrichen werden.
01:13:52: das genau der falsche Zeitpunkt.
01:13:53: richtig also so kann man sich wirklich selbst ins Knie schießen als als Gesellschaft muss anders laufen.
01:14:03: Wenn es nicht anders geht, muss es eben privat wieder stärker unterstützt werden.
01:14:07: Und wir können nicht aus diesem Gespräch rausgehen müssen aber ganz schnell ohne das Projekt der Scoring-Girls von Tuba zu erwähnen.
01:14:13: Gelingt dir das in zwei Sätzen?
01:14:15: Es gelingt mir!
01:14:16: Es ist Teilhabe, es ist Zusammenkommen.
01:14:19: Mädchen haben Spaß und eine Freiheit.
01:14:21: also da kommen kleine Mädchen zusammen...
01:14:24: Wo?!
01:14:24: die sowohl in Köln als auch in München, in Berlin, im Irak und Syrien durch Fußball zusammenkommen.
01:14:31: Aber es geht nicht nur um Fußball, es geht um pädagogische Arbeit Es geht um Hausaufgabenhilfe Und es geht darum Um die Antwort, die mich immer beschäftigt hat Wer bist du?
01:14:42: Wo willst du hin?
01:14:43: Dafür findest Du die Antwort.
01:14:46: Also vielen, vielen herzlichen Dank für all die Inspirationen.
01:14:50: Für alle Sachen, die wir jetzt zum Schluss leider nur so ein bisschen angerissen haben.
01:14:53: Das sind große Themen aber wir haben sie zumindest hier drin gehabt weil das Ganze vertiefen möchte.
01:14:59: es gibt im Netz genügend Möglichkeiten und unter Havar auf eurer Seite findet man alle weitere Föhrnen links und viele Informationen.
01:15:09: Zum Schluss würde ich gerne nochmal das Buch erwähnen.
01:15:12: Kurzer, direkter Absprache mit dir.
01:15:14: Hab ich auch gerade erfahren bedürfen drei Exemplare verlosen.
01:15:18: Wut und Wärme wie wir mit Schwestern schafft Deutschland verändern erschienen im Brandstädter Verlag.
01:15:25: Und die Frage die sie richtig beantworten müssen Das ist jetzt eine reine Ratenummer für Sie hat Vater Tecay gesagt Deutschland is das Land der Schwäne Deutschland ist das Land der Autos oder Deutschland ist es das Land des Chancen und hat seine Kinder dementsprechend erzogen.
01:15:52: Gut, dann fallen die Schwäne raus!
01:15:54: Das war jetzt die erste Hilfe.
01:15:56: Schreiben Sie die richtige Antwort in eine E-Mail und schicken Sie auch Ihre Telefonnummer und Ihre Adresse mit damit wir sie im Gewinnfall benachrichtigen können.
01:16:06: Dann gehen wir jetzt raus mit dem Song Deiner Beerdigung.
01:16:09: Wenn du nach deiner Großmutter kommst, was ja der Plan ist, es dann auch viel, viel Zeit.
01:16:15: Ich hoffe dass das eine gute Zeit wird weil ich werde irgendwann ausgestiegen sein.
01:16:19: aber wenn Du auch hundert sieben wirst können wir uns ja ausrechnen.
01:16:22: Läuft Small Town Boy von Brunsky Beat Wann?
01:16:27: Fünftausend zweihundertzwanzig.
01:16:30: Lass uns das wirklich mal ausrechen!
01:16:32: Du bist jetzt vierunddreißig Du bist jetzt vierunddreißig.
01:16:35: Also ich
01:16:35: will das nicht ausrechnen!
01:16:37: Willst
01:16:37: du mir Angst machen?
01:16:38: Nein, Sechsundsiebzig also sechsundsechzig.
01:16:41: Also Mathe war meine
01:16:42: Späche.
01:16:43: Ich meine in drei und siebzig Jahren würde der Song dann laufen wenn nur hundertsieben wirst.
01:16:47: Wenn ich das richtig ausgerechnet habe.
01:16:49: Danke
01:16:49: für die schlechte Laune.
01:16:52: Also bitte... In dreiundsibzig Jahren bist du hundert sieben.
01:16:56: kann ich dich nur zu beglückwünschen weiß ich nicht genau?
01:16:59: Das wird der Song auf seiner Beerlegung sein?
01:17:01: Small Town Boy Brunsgebiet.
01:17:02: Möchtest du noch irgendetwas sagen zum Abschied?
01:17:05: Ich hoffe, ihr habt mich alle geliebt.
01:17:08: Ist da schon so ein Intro für die Beerdigung oder ein Outro für dieses Gespräch hier?
01:17:12: Sowohl als auch also weil ich fühle mich jetzt hundertsieben!
01:17:15: Also...ich bin gerade auf meiner Beerdigung.
01:17:18: Okay
01:17:18: sorry ja..also dann
01:17:20: Aber viel Spaß damit.
01:17:21: Ja
01:17:21: vielen Dank ist ein guter Song Tschüss.
01:17:38: Das war der Podcast der Radiosendung Hörbar Rust.
01:17:43: Wir hoffen, dass es Ihnen gefallen hat.
01:17:44: Wenn Sie möchten, Sie können ihn abonnieren!
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