Gian Alba
Shownotes
Der gebürtige Saarländer wächst in Neunkirchen an der Saar auf. Als einzige italienische Familie im Dorf, sticht Lockenkopf Gian früh mit talentiertem Wortwitz heraus, hält die ersten Büttenreden beim Karneval und erprobt die Theaterbühne. Bereits im zarten Alter von 4 bis 12 entdeckt der Junge jegliche Art von Comedy, indem er täglich mehrere Stunden billige amerikanische Soaps und Actionfilme schaut. Nach erfolglosen Versuchen in die Kunsthochschule aufgenommen zu werden, studiert er schließlich Maschinenbau und arbeitet 9 Jahre als Diplom-Ingenieur in der Automobilwirtschaft als Fahrzeugentwickler und wird Testfahrer. 2014 ist Schluss: Kündigung und der Sprung ins Improtheater. Es folgen Film- und Theaterprojekte und 2020 schließlich der Umzug nach Berlin, in die keimende Comedyszene. Seitdem ist Gian fast täglich auf Berliner Bühnen und bei Comedy-Mix-Shows zu sehen und postet regelmäßig funny Reels aus dem Friseursalon. Für 2027 ist sein erstes Soloprogramm geplant. Wir sind gespannt und freuen uns auch Gianni Bunny in der Hörbar Rust
Playlist 21.06.26
Janelle Monae - Pynk Adriano Celentano - Il ragazzo della via gluck Franco Battiato - Summer on the Solitari Beach Iggy Pop - The Passenger Goran Bregovic - Ederlezi Aldous Harding - The Barrel Pino Danièle - Napulé The Knife - Heartbeats (Live)
Released by rbb media.
Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:05: Wenn du Italiener bist, der zwischen Deutschen aufwächst und ich absondern muss.
00:00:09: Das musste ich ganz stark, ne?
00:00:11: In einem Kindergarten hat mir mal ein Kind gesagt, Du sprichst ja kein richtiges Deutsch!
00:00:15: Das hab' ich bis heute nicht verkraftet,
00:00:17: ne?!
00:00:17: Danach habe ich angefangen, bin nach Hause gegangen, hab zu meiner Mutter gesagt Ich guck nie wieder was Italienisch ist, ich höre nie wieder italienischen Zungen, ich spreche kein Italienischer mehr.
00:00:26: Herzlich willkommen – das ist mein Gast heute.
00:00:43: Ja, das war eine kurze Einführung.
00:00:45: Jan Alba, Comedian!
00:00:48: Viel mehr ist auch wirklich noch nicht herauszufinden oder vielmehr weiß ich noch nicht über dich aber trotzdem... Ich bin sehr gespannt.
00:00:57: Herzlich willkommen in der Hörbarus, Lieber Jan.
00:00:59: Das freut mich auch gespannt!
00:01:00: Wer weiß was passiert?
00:01:01: Wer weiß, was?
00:01:02: alles ist möglich wenn du mich
00:01:03: fragst?!
00:01:04: Wie alt bist du?
00:01:06: Und die zweiundvierzig... Dreiundvierzig.
00:01:08: Kennst du noch Bundesjugenspiele?
00:01:10: Ja.
00:01:11: Hast du die...?
00:01:12: Hast du denen gerne beigewohnt?
00:01:14: Nein,
00:01:14: ich habe alles gemacht, dass ich da vorbeikomme mit dem Arztattest und alles.
00:01:18: Wirklich
00:01:18: bist du so professionell vorgegangen?
00:01:20: Also jetzt gar nicht so.
00:01:21: den Eltern sagen mir es schlecht sondern richtig.
00:01:23: Dr.
00:01:24: Hübner sagt sie haben verbogenes Hüftgelenk.
00:01:27: so
00:01:27: Ich hab etwas gemacht.
00:01:29: Sorry Mama!
00:01:29: Ich hab das Thermometer immer an die Lampe dran gehalten.
00:01:32: Das waren damals keine LEDs
00:01:34: Nee, und es war Quechsehöfer.
00:01:35: Genau!
00:01:35: Und dann wusste ich immer genau irgendwann so eine Minute Zack, vierzig Grad...
00:01:40: Und ist es nie mal im Aufgefallen dass du an solchen Sportwirtbewerben offenbar nie teilgenommen hast?
00:01:45: Doch meine Marm, die hat doch immer gesagt Türbissen hier los, nur unsere Marfrollen.
00:01:49: Hat
00:01:49: sie's?
00:01:51: Ich sagte,
00:01:52: ich möchte das nicht.
00:01:54: Also
00:01:54: ihr hattest
00:01:55: wahrscheinlich gewusst oder...?
00:01:56: Natürlich, die wusste also seit Kindesbeinen wusste dieses Kind möchte Fernsehen.
00:02:01: Das lebt seine Welt virtuell und in Narrativen, die irgendwie... Und das möchte ich nicht in die Schule.
00:02:07: Das habe ich überhaupt keinen verstanden wie wir irgendwo morgens hinten gehen.
00:02:11: Aber wem erkläre ich das?
00:02:12: Einer Freiberuflerin natürlich.
00:02:14: Na ja aber das ist schon noch was anderes!
00:02:15: Also ich finde Freiberufflerinnen sein dann später bedeutet nicht dass man nicht gerne zur Schule gegangen ist.
00:02:21: Ich glaube zwar, dass viele Kindern Probleme damit haben wirklich morgens so früh wach zu sein und da zu sein.
00:02:27: Und manche kommen danach ohne Frühstück, das ist dann schon schwierig.
00:02:31: Dann gibt es noch das Problem mit Lehrkräften die möglicherweise nicht da nicht richtig sind wo sie sind oder auch gar keine Lust mehr haben oder auch demotiviert sind.
00:02:41: Erinnerst du dich daran gar nicht dass du einen Lehrer hattest eine Lehrerin?
00:02:44: Du hattes doch Frau Fuchs!
00:02:47: Woher weißt du denn?
00:02:48: Oh nein... Oh, meine Internetpräsenz verrät mehr über mich als ich dachte.
00:02:52: Du hast... also das möchte ich jetzt vielleicht auch mal alle Hörerinnen und Hörern geben.
00:02:56: Über John Alba den sie nach diesem Gespräch genauso gut kennen werden wie ich weiß sich im Grunde gar nichts.
00:03:05: was ich weiß ist Ich habe irgendwann vielleicht vor einem dreiviertel Jahr zum ersten Mal deine Reels gesehen auf Instagram Und habe sehr gelacht finde dein Humor gut, habe dich beobachtet und hab gedacht ich will mehr wissen.
00:03:17: Und du machst auch bestimmt irgendwann noch Programme und ich möchte dich gerne einladen bevor die ganze Welt dich kennt so und es gibt nun im klassischen Sinne der Recherche jetzt gar nicht so viel über dich zu erfahren.
00:03:30: also Bislang seit twenty-fünf Jahren sieht meine Arbeit so aus, dass ich ein Presse ducier bekomme vom Archiv von Christiane Trommel.
00:03:39: Herzlichen Dank noch mal.
00:03:40: und den Rest Zusammensuche im Internet irgendwelche Home Stories, irgendwelchen Interviews usw.
00:03:45: Davon gibt es von deiner Generation an Comedians Schauspielerinnen und Schauspielen so gut wie gar nichts.
00:03:50: das heißt Ich bin wirklich auf das angewiesen was ihr selbst an Spuren hinterlasten mehr oder weniger Und Frau Fuchs gehört zu einer von sechs Informationen die Deinem Zweifel offenbar ja stimmen.
00:04:03: Weißt du noch, wo das her ist?
00:04:04: Ganz kurz.
00:04:05: Deine Seite!
00:04:06: Ah okay, da hab ich's gesehen.
00:04:07: Denn
00:04:07: da steht so eine Bewertung deiner Personen... Ich glaube der steht einmal...
00:04:14: Der hatte
00:04:14: aber tolle Haare oder
00:04:15: so?!
00:04:16: Und dann steht da einmal ein Zitat von Frau Fuchs, die was sagt.
00:04:21: Ja ja, irgendwas mit ihr.
00:04:22: Ich wollte mit ihr essen gehen und zwar in der siebten Klasse oder so.
00:04:25: uns hat nicht geklappt.
00:04:26: Da stand einfach sehr charmant.
00:04:28: aber nein ich möchte nicht mit dir essen gehen.
00:04:30: Jan Alba, siebte Klasse.
00:04:32: Hast du sie wirklich gefragt?
00:04:35: Weißt Du, ich hab das so oft erzählt, ich weiß es gar nicht mehr.
00:04:40: Was sie mir drin sagt dass ist keine Lüge war.
00:04:44: Das finde ich so lustig!
00:04:46: Dass sich das so verwischt, oder?
00:04:48: Ja.
00:04:49: Vielleicht hatte ich den Mut nicht und habe sie im Traum noch... Ich weiß es nicht!
00:04:53: Aber was ihr sagen kann ist, entschuldige wenn ich zurückkomme, ja wir sind unser eigenes Schaufenster mittlerweile.
00:04:59: Das heißt wir können uns aussuchen wo wir stattfinden wollen, naja ich hab' das jetzt so gewählt.
00:05:05: Mit einer Bühnenpräsenz als Komedien?
00:05:07: Genau, ich drehte sehr oft auf in der Woche vier bis fünf Mal meistens in Berlin aber jetzt mittlerweile auch im ganzen Bundesgebiet Und die Reels sind, wie gesagt, Mensch auf, wenn es da lernt.
00:05:18: Die Leute den Humor kennen, die Farbe was für eine Figur ist und das ist auch eigentlich ziemlich genau was ich mache und wer ich.
00:05:23: so bin total verspielt kindisch und ja aber dann noch liebevoll und dass ist sehr treffend.
00:05:29: Eigentlich alles was du wissen musst Bettina ist darin und in dieser Sehnsucht zu Frau Fuchs.
00:05:35: Dann haben wir jetzt eigentlich alles besprochen.
00:05:38: Nein Da gibt's noch so
00:05:39: viel mehr.
00:05:41: Gut, da bin ich gespannt.
00:05:42: Aber bevor ich dich jetzt in deinen ersten Song entlasse, sagen wir doch bitte mal was hat denn Frau Fuchs unterrichtet?
00:05:48: Frau Fuchs das war glaube ich Englisch oder was?
00:05:50: Nee, aber was war das?
00:05:51: Englische oder Deutsch?
00:05:53: Oder was die Klassenlehrerin?
00:05:54: ja und gab es dann wenn es nicht sie war, gab es eine Lehrerin einen Lehrer an den du dich gerne erinnerst wo du so denkst okay das was ich da entweder was sich vermittelt bekommen habe war gut oder das war auf jeden Fall ne Person die ich gemocht habe.
00:06:11: Ich hatte neulich eine Regisseurin zu Gast, Frau Klausmann, eine ganz tolle wunderbare Person jetzt knapp einen Siebzig und sie hat erzählt – hab' ich aber noch nie gehört so in der Geschichte – dass sie nicht aufs Gymnasium gegangen ist um bei ihrer Grundschullehrerin zu bleiben.
00:06:29: also das war nochmal ein anderes Schulsystem Aber sie war so begeistert von dieser Lehrerin, dass sie möglichst lange An ihrer Seite bleiben wollte als Schülerin.
00:06:38: Also Lehrer haben ja oder Lehrerin mitunter sehr viel Einfluss auf die Entwicklung einer Person?
00:06:43: Ja, es gab da eine und das war die Frau Hasekoch.
00:06:47: Und sie sagte Sie hat mich angeschaut und die wusste der Typ Der hat null Konzentrationen und überhaupt keine Lust aber er ... muss wahrscheinlich zu einem gut befreundeten Theaterregisseur.
00:06:59: Und da habe ich dann Jugendtheater gemacht, also es war so eine Erse... Die hat mich verstanden und die wusste das ist ADHS!
00:07:05: Das kannte noch niemanden und das war so ein Geburtshelferin.
00:07:11: Hatte diese Brücke gebaut zu diesem Regisseur?
00:07:13: Ich war vorher schon hatte viel Bühnerfahrung aber die wussten durch die Pubertät hinweg der musste's nochmal machen.
00:07:19: Das wird ja nicht los
00:07:20: und
00:07:20: dann hat sie mir geholfen.
00:07:22: bis heute bin ich hier dankbar.
00:07:23: Ja das glaube ich.
00:07:24: So dein erster Song.
00:07:26: Janelle Mone.
00:07:27: Pink heißt der Song mit Y-Geschrieben, warum dieses Lied?
00:07:31: Warum dieses Lieder?
00:07:33: Es gibt ein Mastering Engineer und er ist Chris Gehring und macht so eine tolle Bühne und das müsst ihr mit einer tollen Anlage hören.
00:07:40: dann wisst ihr was ich
00:07:41: meine!
00:07:42: Nee, das ist mir zu wenig als Erklärung.
00:07:45: Mastering engineer wie...
00:07:48: Das ist der technischste Song, den ich gewählt habe.
00:07:51: Weil es gibt so Leute diesen Künstler da wissen wir nicht was sie machen.
00:07:55: und dieser Typ der Zauber zu Hause.
00:07:58: aus einem Song, einer Idee eine Atmosphäre und ein sowas wie ein Handwerk?
00:08:03: macht
00:08:03: er daraus Videos oder macht er Sound Engineer?
00:08:07: Der Mastering Engineer der ist dafür zuständig dass wenn du das über tolle Lautsprecher hörst, dass du plötzlich nicht mehr weißt wo bin ich noch im Raum?
00:08:17: Und das ist so ein Wahnsinnsmagier, dass ich jeden Song den er gemastert hat, erkenne am Mastering.
00:08:23: Oh wirklich?
00:08:24: Das klingt ziemlich verrückt für Leute die wie sich mit Musik auskennen.
00:08:29: aber ich empfehle es wirklich gute Kopfhörer und dann den Song hören und sich darauf konzentrieren.
00:08:33: auf diese Atmosphäre.
00:08:33: ja und dann wirst du das spüren.
00:08:35: Gut
00:08:35: bin gespannt.
00:09:04: Radio eins Die Hörbarus John Alba der Komedien ist heute hier zu Gast.
00:09:11: Ein bisschen schwierig, weil die visuelle Komponente wegfällt.
00:09:16: Und wie jetzt hier den Gespielten wird es nur hören quasi!
00:09:20: Aber ich würde gerne bevor wir noch tief an dein Leben einsteigen und dich kennenlernen und du erzählst auch denjenigen, die kein Insta-Account haben oder einen Social Media nicht unterwegs sind so einen Eindruck vermitteln von dem was du machst.
00:09:35: Es hat sehr viel damit zu tun dass du dich jedenfalls in dieser Art von Real dass du nicht allein bleibst, sondern dich... dir Leute holst.
00:09:44: Prominente Leute an die Seite holst!
00:09:46: Beschreib mal du was du da machst.
00:09:48: Eine, ja das kann man nennen eine klassische Montage.
00:09:50: Ja also ich nehme prominente Shows oder äh Snippets, die irgendwie im Netz oder meistens in Poliz Sendung gelaufen sind.
00:09:59: Und dann schneide ich mich da rein als so was wie ein Störfaktor oder irgendetwas verschiefen.
00:10:05: Der Gast hat ja nicht hingehört.
00:10:06: Also
00:10:07: ich
00:10:08: sehe Seriosität und diese Eloquenz der Sprechenden, die ich schieße mit meinen Ideen.
00:10:16: Ich reiß das praktisch so runter von dieser Ebene, die bedeutungsschwer ist oder so viel Raum lässt auch für Politiker, um sich darzustellen und bringe sehr viel banale Elemente rein.
00:10:30: Ich muss zugeben dass ich als ich dich entdeckt hatte und die ersten Rails online waren, hatte ich ein bisschen Sorge das dieses System, dass ich das irgendwie abnutzt, jetzt sehe ich dich wieder neben März oder zwischen Lanz und Precht wie und wo auch immer.
00:10:50: Und habe aber zu meiner großen Freude festgestellt, dass es immer wieder aufs Neue lustig ist weil die Situation ganz andere, sondern weil dir immer schöne Sachen einfallen.
00:11:03: also ich wollte das nicht sagen um dich zu demotibieren, sondern im Gegenteil man könnte jetzt auch sagen okay dieses Instrument What's next?
00:11:11: Und es kommen ja weitere Sachen, die das Ganze ergänzen.
00:11:14: Aber es wäre schade wenn es das irgendwann nicht mehr gäbe denn das machst du wirklich gut und jedem der ein Insta-Account hat sei geraten auf diese Seite zu gehen und sich auf jeden Fall auch, dass ist auch März anzugucken, der ist glaube ich ganz vorne fixiert wie du ihm als Friseur die Haare richtest.
00:11:34: Und was ich auch sehr mag ist Brecht und Lands beim Bingo spielen.
00:11:38: Und du dazwischen als Störfaktor, wie du es gerade beschrieben hast?
00:11:40: Also es nutzt sich ab.
00:11:42: bestimmt hat man manchmal das Gefühl dass wiederholt sich etwas vielleicht auch ja aber eins diese Mechanik des Social Media ist ja auch Es wird Menschen etwas ausgespielt die sie noch nicht kennen.
00:11:52: Das heißt für die Menschen ist es eine diese Strategie auch dann vielleicht nicht direkt beim ersten Mal sehen.
00:11:58: Es ist die Philosophie dieser Medien, dass man immer wieder als erstes neu ausgestrahlt wird an Menschen, die das nicht kennen.
00:12:05: Dann kommen sie auf die Seite und finden etwas, worin sich wohlfühlen.
00:12:09: Ich bin praktisch der Schokokuchen-Laden!
00:12:10: Ja, genau.
00:12:12: Du gehst immer wieder... Bei denen gehe ich am Samstagabend und nehme Schokokuchen.
00:12:16: Ich weiß, ich habe keinen Bock, dass der sich jetzt nur erfindet!
00:12:18: Und jetzt übermorgen zieht
00:12:20: die Zitronentat
00:12:21: bitte nicht.
00:12:22: Und ich kann auch so sagen, ich bin so viel mehr als Schokokochen.
00:12:25: aber nee wir wollen Schokokuhen.
00:12:27: Dann musst du das für eine gewisse Zeit lang bieten?
00:12:29: Ja
00:12:30: also vielleicht ist es auch so ne Nische finden oder so.
00:12:34: Aber man spürt ja, vieles rechts und links noch raus will.
00:12:40: Und auch raus kommt, da bin ich mir ziemlich sicher.
00:12:42: du arbeitest ja auch dran.
00:12:43: aber über ungelegte Eier wollen wir jetzt auch noch gar nicht reden.
00:12:46: Wir tasten uns jetzt sowieso erst mal ran.
00:12:48: Das Video das wir jetzt hören statt ist zu sehen trägt welchen Titel.
00:12:53: also Du bist der dritte Cowlitz Zwillinge
00:12:56: Genau die Cowliz Drillinge bei Hotel Batso.
00:12:59: Dann los
00:13:00: Weißt du, wir sind immer in LA.
00:13:02: In LA zu Hause gibt's für mich nichts Besseres als im Studiezusitz Musik zu machen.
00:13:05: Wir wohnen ja in LA, ne?
00:13:07: Witzig!
00:13:07: Würde ich nie im Leben drauf kommen.
00:13:09: Da
00:13:09: auch total Du warst noch nie in LA oder?
00:13:11: Der war noch
00:13:12: nicht in LA!
00:13:12: Die
00:13:15: hier ist ja auch schön.
00:13:18: Kann man so RTL II-Doku machen?
00:13:21: wo wenn Matze das erste Mal in LA... they eat you alive?
00:13:25: Ja, ich weiß aber nicht ob das sich irgendjemand für interessiert.
00:13:28: Du
00:13:28: hast eine Eigenschaft die ich manchmal ein bisschen vermisse, nämlich diese Naivität... Ich wünsche mir auch naivität!
00:13:34: Ich wünsch mir das auch!
00:13:35: Ja ja klar!
00:13:35: Nee, glaub' ich nicht!
00:13:37: Doch!
00:13:38: Ach, dass einfach wieder alles ein bisschen lockerer ist?
00:13:40: Es ist immer so stressig wenn du pendelst zwischen hier und LA!
00:13:43: Das kann ja schnell oberflächlich klingen.
00:13:45: Wir sind net oberflächtig und deswegen weil wir nicht ober flächtig sind, deswegen leben wir so gerne in LA.
00:13:51: Das ist alles so tiefgründig.
00:13:54: Das ist natürlich, wenn du sowas siehst und du magst dass da so ein paar Pointen schon sozusagen hinter die Herlaufen dann musst du das natürlich machen.
00:14:02: Und das zu sehen auf jeden Fall sehr lustig und ich hoffe es ist sich rein akustisch auch mitgeteilt hat.
00:14:10: So, geboren hast du uns gestickt, in neun Kirchen.
00:14:15: Ach so und im selben Krankenhaus wie Erich Honecker bist du zur Welt gekommen?
00:14:19: Richtig!
00:14:20: Gut recherchiert das.
00:14:21: Also es gehört zu den drei oder vier Sachen die ich recherchieren konnte.
00:14:24: So Saarland Neun Kirchen kenne ich gar nicht.
00:14:28: Was muss ich über das Saarland wissen?
00:14:29: Das kann ich nämlich fast genauso wenig.
00:14:31: Saarlands ist wunderschön, das Saarland ist unglaublich.
00:14:33: Es ist nicht so schön wie die Falsz, die nebenan ist, dass es eigentlich nichts Besonderes.
00:14:37: Ein armes geschundenes Bundesland...
00:14:39: Ist das
00:14:41: kleinste oder?
00:14:42: Nee, Bremen
00:14:43: ist auch ein
00:14:43: guter Stadtstaat.
00:14:44: Aber mit neunhundertachtzigtausend Einwohnern ist das bevölkerungsreichste Bundesland unter einer Million Einwohnern in Deutschland.
00:14:52: Das muss man wissen.
00:14:53: Es hat ganz viele tolle Eigenheiten, die es nur im Saarland gibt zum Beispiel.
00:14:57: Die größte Kennzeichendichte mit fünf eigenen Kennzeichen auf eine Million Einwohner.
00:15:02: Was?
00:15:02: Das ist der Wahnsinn!
00:15:04: Was für Kennzeiche und
00:15:04: Autokennzeichen?!
00:15:05: VKWND, KGB...
00:15:09: Damit die Menschen ihre Identität bewahren, sonst nimmst du ihnen ja alles.
00:15:14: Das war wie das Ruhrgebiet Kohle-Stahl
00:15:16: usw.,
00:15:17: da sind die ganzen Italiener und so hin um das alles aufzubauen weil es solle Stahlwerke gab Und dann haben die ganz viele Kohle verdient.
00:15:23: Oh, das war so ein wunderschönes... Der war unfassbar reich!
00:15:26: Das war mein Geberland.
00:15:28: Bayern hat Geld gekriegt vom Saarland.
00:15:30: Crazy kann man sich nicht vorstellen.
00:15:32: Das möchte ich demso da jeden Tag schreiben.
00:15:35: Möchte ich das sehen?
00:15:37: Und dann bist du da aufgewachsen.
00:15:38: Im kleinen Dorf, zwanzigtausend Einwohner... Neun Kirchen!
00:15:41: Wir waren im Nachbarort und bin ich also wieder aufgewachsene.
00:15:44: Und Neunkirchen ist die nächste größere Stadt.
00:15:47: Das war unfassbar strange weil ich war der einzige Italiener.
00:15:51: Es gab noch nicht mehr Dürken es gab genügend nur diesen Ere-Familie.
00:15:54: Es gibt eure
00:15:54: Familie.
00:15:55: Unsere Family und das da bist du schon unikum.
00:15:57: Da lernste was.
00:15:59: Das muss man wirklich machen.
00:16:00: Gab es denn nicht einen Italiena dort oder zumindest in neuen Kirchen?
00:16:06: gegangen ist, um zu essen.
00:16:08: Das gab es.
00:16:09: aber das haben wir nicht gemacht weil damals ich weiß nicht ob du dich erinnern kannst.
00:16:12: Es gab eine Zeit da waren die Restaurants alle beschissen.
00:16:15: Da waren sie alle schlecht.
00:16:17: Nee daran kann ich mich nicht erinneren.
00:16:19: Dann warst du bestimmt bei uns warst so.
00:16:21: Gab es da im Saarland so ne Welle wo alle Restaurants schlecht waren?
00:16:25: So warten wir das oder nehmen und es kann auch sein dass wir in den schlechten gingen.
00:16:30: Aber ich meine damit Da ist doch eigentlich, aber schon vieles... Ich überlege jetzt gerade.
00:16:39: Aber da ist doch sehr viel Vorarbeit geleistet worden durch sogenannte Gastarbeiterfamilien, durch Italiener, durch Türken und damals noch jugoslawische Familien,
00:16:52: die gekommen
00:16:53: sind?
00:16:54: Es ist allerdings regional sehr unterschiedlich.
00:16:56: Also es gab zum Beispiel, wenn ich mir das vorstelle, die Industriestandorte Wolfsburg
00:16:59: usw.,
00:17:00: da hattest du natürlich große Ansammlungen an Gastarbeitern für sich.
00:17:03: natürlich auch anders.
00:17:05: soziale Arbeit leisten konnten und sich vielleicht in die Gesellschaft anders einbringen konnten, präsenter waren.
00:17:10: Aber zum Beispiel im Saarland war das alles sehr parzelliert.
00:17:13: Das hattest du Menschen, die z.B.
00:17:15: in der Industrie arbeiteten, waren in bestimmten Städten... ...und dann gab es andere Riegelrechte Siedlungsphänomene, dass z. B. einige Italiener eines bestimmten Ortes sich an deutschen Orten so festsetzten und dort vielleicht nur im Bereich Straßener Bau.
00:17:30: Und dann waren sie in ihren kleinen Orten jeweils ein Unikum verteilt!
00:17:34: Zufälle waren die auf verschiedenen Orte verstreut und das war so eine Besonderheit, sage ich mal.
00:17:40: Aber in den ländlichen Gegenden war die Migration nicht so sichtbar.
00:17:44: Da warst du dann sehr alleine.
00:17:46: Wie groß?
00:17:48: War eure Familie denn damals?
00:17:50: Unsere Kernfamilie waren vier Leute und dann hattest du den Opa, der war vier Straßen weiter.
00:17:54: Und damit hattet du so in unter zwanzigtausend Leuten verteilt.
00:17:58: Hattest Du dann so unter zwansichttausends vielleicht acht oder fünfzehn Italiener.
00:18:03: Also fein verteilt wie Parmesan.
00:18:04: Waren die drüber?
00:18:05: ne?
00:18:05: Parmesan ist aber also den Verteile ich großzügig.
00:18:08: ganz ehrlich da gibt's viel!
00:18:10: Das ist eine Maßeinheit die immer mit viel gleichgesetzt wird.
00:18:13: Ja
00:18:14: vielleicht waren wir damals ein bisschen sparsamer.
00:18:16: das ganze
00:18:17: Wie Kappa?
00:18:18: Sehr gut, wie Kappa.
00:18:20: Das ist treffend!
00:18:21: Ich war die einzige Kappa in dieser Grundschule.
00:18:26: Es gab irgendwo ein Klasse-Übendrück.
00:18:32: Da war ich eine Kappa und da bist du dann wer.
00:18:34: Und es gibt ne Prägung...
00:18:37: Dass dein Großvater da ist bedeutet Dass deine Eltern ihn mitgenommen haben, als sie nach Deutschland ging?
00:18:44: Oder war er schon da und deine Eltern sind nachgekommen.
00:18:48: Das ist ziemlich treffend zu dem, was heute stattfindet.
00:18:49: Er war ein illegaler Einwanderer aus Italien.
00:18:52: das Gastarbeiter ankommen.
00:18:53: bei irgendwann achtundfünfzig gab es die ersten, die waren sehr reglementiert und dann ist er neunundfünftig illegal über Alpen mit einem gestrickten paar Socken so über die Alpengewischstabs, vielleicht neunhundertzehn weiteren Kollegen.
00:19:11: Zwei Jahre später gab es dann das richtige Gastarbeiterabkommen, da wurden die in Scharen geholt.
00:19:14: Er hätte nicht in den Alpen sein Koffer verlieren müssen und hätte das einfach noch ein Jahr oder zwei Jahre Zeit gehabt.
00:19:20: War das die Geschichte, die er immer erzählt hat?
00:19:22: Das war die Geschichte... der hat wirklich seinen Kofferkauf
00:19:25: gehalten.
00:19:26: Wenn du das so sagst, dann klingt es danach als hätte er das immer
00:19:30: erzählt.
00:19:31: Und wenn ich heute noch ins Südtirol wandern gehe, denke ich manchmal auch irgendwo hier Müsste dieser Koffer in irgendeinem
00:19:36: Gletscher legen diese selbst gestrickten und vielleicht auch ein Foto.
00:19:40: hat er mal gesagt was da alles drin ist.
00:19:41: Nee,
00:19:42: das hat der nicht
00:19:42: erzählt.
00:19:43: Er hat das glaube ich einmal erzählt und dann hat meine Mutter wiederholt und wiederhohlt und ich sehe den vor mir an diesen wirklich co-eigenartigen Sorgen.
00:19:50: Du musst dir vorstellen Kalabrien war es unfassbar warm!
00:19:53: Und dann war irgend eine Oma in dem Haus und hatte die fixe Idee Der geht nach Deutschland.
00:19:57: Ich stricke dem jetzt ein paar
00:19:59: Socken.".
00:19:59: Er kennt das Konzept, der Socke überhaupt nicht!
00:20:02: Aber wenn er in den Alpen ist wird er diese feine dünne Socke schätzen und es ist natürlich gar nichts war so arschkalt dass er trotzdem zu kalt war.
00:20:09: Wie lange
00:20:09: hast du ihn noch erleben können?
00:20:11: Wann ist der gestorben?
00:20:12: Sehr lang.
00:20:13: Also ich verknopste nur um fünfzehn Jahre einen sehr ruhiger Mann, sehr leise geschunden.
00:20:18: Der ist ja aufgewachsen.
00:20:19: wir vorstellen... Es ist eine Zeitraffer was meine Familie durchgemacht hat.
00:20:23: Und meine Opa?
00:20:24: es waren Analphabeten zum großen Teil oder sehr wenig Schulbildung, drei oder vier Jahre.
00:20:30: Mein Opa war zum großem Teil auch Scharfhüter in jungen Jahren dann die Elterngeneration ist.
00:20:36: hierher hat ein Riesendruck das aufzubauen und fassbare Drücke wie ich erlebt habe in meiner tanten Onkel-Generation nicht nur meist auch Druck der auferlegt ist nicht durch die Eltern sondern sich selbst und auch um die Migration, die Geschichte der Migration zu erfüllen.
00:20:52: Das war das größte, das größt auferlegte.
00:20:55: was sie tun mussten wir einfach vor den Menschen die zurückgeblieben sind das fertig zu erzählen.
00:21:00: Wir kommen zurück mit einem Mercedes.
00:21:02: Ah ja
00:21:02: genau!
00:21:02: Das ist ja das wo das Geld oft hinfloss.
00:21:05: deswegen war ja Migration Beispielsweise in der Türkei mit riesen Communities, ein ganz wichtiger Wirtschaftsfaktor für Anatolien beispielsweise bei unglaublich viel Geld ja auch zurückgeflassen ist.
00:21:19: Hingeschickt wurde und es gab ja meistens den Plan wie du sagst als gemachter Mann, als gemachte Frau, als gemachte Familie zurück zu.
00:21:28: wollten deine Eltern das auch?
00:21:30: Ist das kommuniziert worden in deiner Kindheit?
00:21:31: weißt du das?
00:21:32: erinnerst du dich daran?
00:21:33: Natürlich, also die Geschichte geht zurück.
00:21:37: Meine Opa-Generation ist ja ausgewandert.
00:21:38: Meine Eltern waren schon vier bis zehn Jahre alt als sie her kamen – ohne freien Willi hierher!
00:21:43: Aber in diesen späten fünftiger, frühen sechziger Jahren war sehr oft die Idee ich gehe zurück mit ein bisschen Geld oder auch sehr oft war die Idee Ich geh drei Jahre hin und geh dann wieder zurück.
00:21:52: Kauf mir da in Süditalien, in Restaurants oder ne?
00:21:56: Und das ist sehr oft fehlgeschlagen Aus verschiedensten Gründen.
00:21:58: Egal was du dort sähst Da kommt nicht... Zum Beispiel mein Opa hat zum Beispiel einmal mit dem ersten Geld sich dort so ein dreirädriges Teil da gekauft.
00:22:07: Diese Dreirad-Britchenwagen da, Arpe steht immer drauf.
00:22:11: Kennst du diese drei rädrigen
00:22:12: Autos?
00:22:15: Und ein Businessmodell ist in Galabrien damit durch die Straßen zu fahren und Obst zu verkaufen!
00:22:23: Das hat er dann gemacht und hat sich das Teil mit dem Geld aus Deutschland schön komplett neu gekauft.
00:22:28: Ob vollgeladen, mit Orangen fuhr durch die Straßen und hat beim ersten Mal... Da musste ich halt schreien.
00:22:32: Musste schreianorongen, ne?
00:22:34: Da hat bei einem ersten Schrein gemerkt, ich bin ja überhaupt nicht extrovertiert.
00:22:41: Ich hasse
00:22:42: Menschen!
00:22:43: Und dann kam der zurück mit diesem Dreirad voller Orangen bei vierzig Grad und die Fliegen kreisten über diesem Dreirad.
00:22:55: Und drei Wochen später war er in Neuenkirchen Saar zurück mit der ganzen Familie.
00:23:02: Entschuldige Bitte, aber es ist eine wunderschöne Geschichte!
00:23:05: Es ist der Zauber des Scheiterns in a nutshell wie ihr jungen Leute sagt.
00:23:12: Und es hat so eine, also ich sehe so ein Film und das ist überhaupt keinen sich erheben über.
00:23:17: Ich lache ihn nicht aus sondern ich lache einfach über... ...das was wir Menschen manchmal tun weiß ich nicht aus einem Impuls heraus und dann irgendwann feststellen dass es zu unserem Leben oder zu uns selbst überhaupt gar nicht passt.
00:23:30: Die Mutter der Komödie ist das Drama?
00:23:32: Ja wirklich!
00:23:33: Und dieser Mann hat das
00:23:35: Drama ehrlich?
00:23:36: Das glaube ich.
00:23:37: War er verbittert oder konnte er das mit einer gewissen Art von Selbstironie sehen?
00:23:43: oder ist das zu viel verlangt?
00:23:45: In dieser Zeit weiß ich nicht, ob der irgendetwas empfinden konnte.
00:23:48: Du weißt wie die Männer waren, die irgendwie in nineteen forty geboren sind.
00:23:52: Kein Zugang zu ihren Gefühlen da haben sie sich früh ab trainiert.
00:23:56: Aber eins kann ich dir sagen als er hier war und mit der Bank sein erstes Haus finanziert hat Mit diesen Zinsen die es gab von fünfundvierzig Prozent oder keine Ahnung Da war der so stolz.
00:24:07: Er schritt durch diesen Ort, also richtig mit erhobener Brust und seinen Wohlstands geschwängerter Bauch.
00:24:14: Er trat hervor durch die Straßen Neuen Kirchens und er war einfach irgendwann zufrieden.
00:24:20: Und dann hat er irgendwann auch gesagt auf die Frage das daran erinnern.
00:24:23: Ich hatte gesagt, willst du irgendwann nicht zurück nach Kalabrien bis wir ihn jetzt rennen?
00:24:26: Und er so was gibt es denn schöneres als hier Neuen kirchen spießen Elfersberg im Saarland
00:24:34: Ja, Ding-Dong angekommen.
00:24:37: Nach nur vierzig Jahren?
00:24:39: So crazy!
00:24:41: Du hast schön erzählt.
00:24:42: Vielen Dank jetzt habe ich und sicherlich auch stellvertretend für viele andere so einen mini kleinen Eindruck.
00:24:51: Auch wenn es bislang noch gar nicht um dich ging aber um deine Familie.
00:24:55: Um die ist jetzt noch weitergehen würde oder wird.
00:24:58: Adriano Celentano hast du mitgebracht.
00:25:04: Warum dieses Lied?
00:25:05: Alles, was wir bis jetzt besprochen haben ist genau der Text dieses Songs.
00:25:09: Er spricht davon, Ilada Gazzoudalvi.
00:25:11: Glück heißt Der Junge aus der Via Gluck, Glück für Glück, Glück, Immigration nach Deutschland.
00:25:16: Ach das ist auch das Glück!
00:25:20: Genau und die Story.
00:25:21: wenn ihr mal das eintippt vielleicht irgendwo bei WGB oder Übersetzer und dann werdet ihr sehen genau dass es geht darum du gehst jetzt weg Du gehst irgendwo hin, du willst fließend Wasser haben.
00:25:31: Du kommst zurück und hier wird alles anders
00:25:33: sein.".
00:25:56: Der
00:26:01: Comedian Jan Alba ist heute hier zu Gast.
00:26:06: Deine Familie haben wir eben schon ein bisschen kennengelernt.
00:26:09: Hast du einen Bruder oder eine Schwester, du hast gesagt ihr war zuviel?
00:26:12: Ja genau ich habe ne Schwester die lebt im wunderschönen Saarland ist der Lehrerin.
00:26:16: Aha!
00:26:17: Sie isst die Frau Fuchs für andere?
00:26:19: Sie
00:26:19: ist die Frau fuchs für Andere.
00:26:20: Genau Ich glaube das ist sie... ja ich war noch nie bei ihrem Unterricht.
00:26:25: ich würde so gern mal da drin sein aber ich glaub dass wäre so viel Druck für sie.
00:26:29: Ah mach das doch mal Sie freut sich bestimmt.
00:26:32: Nee, weißt du wie es ist?
00:26:33: Es gibt ja so Familien die haben sehr viel für sich dieses Konzept des gegenseitigen Beurteilens und so oder Judges und das haben wir bei uns total.
00:26:43: Wir urteilen über was richtig und falsch is.
00:26:46: anderen Menschen sagen
00:26:47: Also auch ungefragt
00:26:49: Bevorzug.
00:26:50: Ich wollte ihn fragen, hier bitte!
00:26:52: Du nimmst den ganzen Spaß raus.
00:26:54: Wenn jemand fragt, da kann er das ... Nee,
00:26:56: ich bin einfach auch so.
00:26:57: Ich wünschte, ich könnte mich darauf herausreden Italienerin zu sein aber ich bin es nicht mehr.
00:27:01: einfach nur taktlos.
00:27:02: Taktlos?
00:27:03: Ja, aber das ist ja weil wir so fasziniert sind von unseren Meinungen gedacht.
00:27:06: Oh ich hab mir Gedanken gemacht und das ist richtig!
00:27:09: Es muss jeder erfahren und es muss jeder so leben.
00:27:13: Das ist doch genau das.
00:27:15: Was ist das?
00:27:16: Und also ich meine geht bei dir zumindest wenigstens auch so ein Alarmsystem hin und wieder an während du dich sprechen hörst und du siehst die Worte die raus kommen.
00:27:24: Du kannst sie aber nicht mehr einfangen.
00:27:25: Also Sie gehen raus wie so kleine Figuren aus deinem Mund und überlegst währenddessen wie du Dich aus der Affäre ziehen kannst um jemandem klar zu machen, pass auf.
00:27:33: Du hast mich nicht gefragt!
00:27:34: Ich habe dir hier meinen Rat gegeben und das ist wahrscheinlich total blöd.
00:27:37: Entschuldige
00:27:38: bitte!".
00:27:38: So geht es bei dir?
00:27:39: Manchmal.
00:27:41: Also ich fühle das jetzt super edel wie du das Handhabst.
00:27:43: Das ist sehr schön.
00:27:44: Bei mir ist es leider richtig traurig, bei mir ist eher so ein nazistischer Gedanke... Okay, ich erklär das jetzt nicht noch mal.
00:27:52: Ich hab' den Bock, dass du noch frei warst, wenn ich mich mehr hasse.
00:27:55: Das ist sehr nassistisch!
00:27:57: Oh, das ist Next Level.
00:27:59: Gut... Aber der Umgang, dass sich das jetzt weiß?
00:28:01: Ist doch schon mal ein kleiner Schritt.
00:28:03: Absolut,
00:28:04: absolut.
00:28:05: Wie heißt es?
00:28:06: die halbe Miete?
00:28:07: Selbsterkenntnis ist die halben Miete.
00:28:11: Der Fakt, dass wir's nur nicht einmal hinkriegen zeigt schon sehr viel.
00:28:16: Den Satz
00:28:17: muss man auch nicht fertig kriegen.
00:28:21: Das ist auch immer toll, wenn Leute so Sätze zu Ende führen.
00:28:23: So bin ich nicht!
00:28:23: Bist du so?
00:28:24: Total!
00:28:25: Das ist das ADHS.
00:28:27: Worauf ihr ADHSler euch überall rausredet ganz ehrlich?
00:28:31: Ich sage dir was...ich leide.
00:28:32: Ich würde alles geben, dass nichts
00:28:33: zu haben.
00:28:34: Dann erklär mal bitte weil es gibt wirklich viele Menschen die unter ADHSleiden irgendwo zwischen.
00:28:45: Das kommt
00:28:48: nicht irgendwo her.
00:28:49: Es war nur genau das, was wir seit Jahrzehnten nicht gerafft haben.
00:28:52: Warum ist Herr Weber-Rechtenwald aus der Stadtverwaltung Reglinghausen?
00:28:57: Warum hat er Schnaps im Schrank?
00:28:58: Warum ist es Kind so aufgedreht?
00:29:00: Warum kann dieser Mensch keine Beziehung aufrecht erhalten?
00:29:05: Es gibt Tausende Varianten, warum man es nicht kann oder nicht möchte.
00:29:09: Warum funktionieren manche Menschen nicht?
00:29:12: Und dann haben wir irgendwann rausgestellt, jetzt können wir sehen alle so unterschiedlich aus.
00:29:15: Wir sind so verschieden und unsere Gehirn ist aber alle gleich!
00:29:19: Das ist nicht der Fall... Wir sind leider unterschiedlich.
00:29:22: Also wie fühlt es sich für dich an wenn du sagst ich wünschte Ich hätte das nicht?
00:29:27: Wann spürst du eine Einschränkung?
00:29:29: Du kennst es ja nicht ohne
00:29:30: Ja.
00:29:31: Kannst du versuchen mir zu erklären, wann sich dein ADHS oder hat es dich hier während unseres Gesprächs schon bemerkbar gemacht?
00:29:37: Was kennst du eigentlich deinen ADHS?
00:29:40: Stellt euch vorher geht durch den Wald und ihr könnt richtig gut entspannen.
00:29:43: Der Hund läuft rum!
00:29:44: Ihr seht die Wälder, ihr seht Straße, Bach und alles wunderschön und denkt oh das ist so toll und ihr saugt das in euch auf.
00:29:51: Und bei mir ist so tausend Gedanken Du kannst dich nicht konzentrieren.
00:29:55: Es geht überhaupt.
00:29:56: Du siehst
00:29:56: die Bäume nicht, du siehst den Bach nicht?
00:29:58: Du bist nicht entspannt weil der Hund rumläuft sondern du denkst Steuererklärung, Programmen pro Arnte kriege was?
00:30:05: Genau
00:30:05: daraus kann man Witz machen.
00:30:06: das ist eigentlich so.
00:30:07: ich könnte jetzt in der Zeit aber ganz schön viel Telefonate er Und dann guckst du ein Handy oder der ganze... In der Zeit denkst du, was eigentlich mit dem Eins hungt, den ich einmal... Wenn ich nächstes Mal herkomme, da will ich noch mal genau an der Stelle wandern gehen.
00:30:17: Weil hier gefällt es mir total gut!
00:30:18: Aber wo's mir auch gut gefallen hat war einmal als ich vor drei Jahren in Rom war, das ist in der Stadt, fühlte mich eigentlich viel wohler.
00:30:23: Ich bin so froh jetzt einmal in den Wald geschafft zu haben, ich bin stolz auf mich dass ich es geschafft habe und dann hast Du diese wechselnden Gedanken kein Gedanke zu Ende geführt.
00:30:32: Und das permanent und das ermühte Dich auch.
00:30:35: Deswegen, Du hast recht überall tauchtsauf Überall ist es jetzt, wie wir sagen zurecht, Trenddiagnose.
00:30:42: Wer weiß?
00:30:42: Aber aktuelle Studien zeigen darauf hin, dass das mehr Menschen haben als wir dachten und es ist verschieden.
00:30:48: Es ist wie ein Schnupfen stark und schwach gibt es alles.
00:30:50: Also verschiedene Nonsen.
00:30:52: Ja aber erstens danke fürs bildhaften Machen.
00:30:56: ja du hast dann wahrscheinlich wirklich den besten Job für dich gewählt um wie einen Stein übers Wasser zu springe ein virtuos geworfene flacher stein über das wasser zu springen ohne ohne unterzugehen und ohne jemals anzukommen.
00:31:12: Und immer in Rotation!
00:31:14: Was ich gar nicht, rotieren die?
00:31:15: Nein, die rotieren doch nicht diese flachen Steine.
00:31:18: was sagt denn der Ingenieur?
00:31:19: du bist ja nun auch Ingenieur.
00:31:21: let's face it.
00:31:22: Du hast zehn Jahre als Ingenier gearbeitet und hast sogar, hast du mir vorhin verraten ein Patent.
00:31:31: Ja genau werden.
00:31:32: also in einem Unternehmen mussten wir mal für eine bestimmte technische Anforderung etwas erfüllen und dann wirst du lange daran gearbeitet in einem Team, drei, vier, fünf Leute.
00:31:41: Und war ich maßgeblich mit drin?
00:31:43: Dann haben wir einen Patent gemeinsam angemeldet.
00:31:46: Das war sehr wichtig!
00:31:47: Du musst es dann anmelden damit diese Lösung, an der du so hart gearbeitet hast auch zeitintensiv gesetzt wird Ingenieur sein war.
00:31:54: Kriegst
00:31:55: du da Geld für?
00:31:56: Ja, ja dann kriegste später noch Geld für.
00:31:58: Jetzt so jährlich wie eine Gema-Ausschüttung!
00:31:59: Nein, ich habe ein paar Jahre melden die sich mal und sagen hey wir haben jetzt Europa-Patent rausgemacht... ...und wir haben noch drei weitere Aufträge mit XY.
00:32:09: Ist nicht so viel es sind zwei Urlauber oder sowas.
00:32:12: Achso!
00:32:14: Gute Urlaube
00:32:16: Das gibt's ja nicht, ist nicht so
00:32:18: viel.
00:32:19: Alles
00:32:20: klar!
00:32:20: Gut.
00:32:21: Muss man schon ein bisschen stolz drauf
00:32:22: sein?
00:32:22: Ja das wollte ich gerade sagen.
00:32:23: Schön
00:32:24: gut.
00:32:24: Aber ich sag dir dann... Hölle.
00:32:26: Wenn dein Gehirn seit du Kind bist in diesen Welten ist, der Komödien, der italienischen Comedystars, der Italienischen... meiner ganzen Heroes und das habe ich ja nie losgelassen und du fühlst die ganze Zeit so viel.
00:32:39: Dein Gehirne möchte wie im Wald, die ganze zeit tausend Stellen.
00:32:42: Du kämpfst gegen dich selber und dann musst du noch Ingenieur sein tagsüber.
00:32:45: Das ist unfassbar anstrengend.
00:32:47: Warum bist du nicht Kunstlehrer geworden?
00:32:50: Ja weil verschiedene Dinge.
00:32:52: erstens die Erzählung der Italierner.
00:32:54: meinem Kind muss es besser gehen.
00:32:55: Dann, unsere Familie war nicht so, sag ich mal Kunstschule affin.
00:32:59: Ich hab versucht in die Kunstschulle hineinzukommen, irgendwann dann so mit neunzehn, achtzehn sagte ein Familienmitglied, ich glaube du hast dich jetzt zweimal beworben und dann wird das nix.
00:33:08: Wir wissen alle durchschnittliches Bewerbungsverfahren für die Kunst-Schule.
00:33:12: Die Leute bewerben sich sieben, vierzehnt, zwanzigmal!
00:33:15: Das ist das nicht passiert, ich wollte eine sichere Bank.
00:33:17: Ich dachte auch na, ich war.
00:33:20: wenn ich nur ein brillanter Ingenieur werde dann kann ich danach auch Produktdesigner sein.
00:33:25: also so allmachtsgefühl ich kann das alles schaffen.
00:33:27: Ja vielleicht hättest du es auch geschafft aber du hast einen anderen Weg eingeschlagen.
00:33:33: Ist ja dafür ganz gut gelaufen.
00:33:36: Manchmal crazy schnelle Gedanken hast.
00:33:39: Hast du kannst du dir jetzt immerhin als Brotloser Comedian noch vor zehn Jahren?
00:33:44: Brotlose Comedien?
00:33:45: langsam gehst Du Richtung Olymp, aber konntest Dir schon zwei fette Urlauberlauben davon.
00:33:50: Du hast das richtig, du hast es richtig.
00:33:52: Aber weißt du wie's ist?
00:33:53: Man kann eben nicht im Leben drei Karrieren... Es gibt Menschen die können das extrem selten.
00:33:59: deswegen reden wir von dem.
00:34:00: aber wenn du mit einem normalen Gehirn in Deutschland versuchst zwei oder drei Karrier.
00:34:05: Jede Karriere hat ihre Zeit!
00:34:07: Ich denke großen Teilen Deutschlands jetzt hier sitzen.
00:34:10: In Berlin wer weiß, aber wenn wir Deutschland als Ganzes sehen, die Gedanken und die Strukturen sind nicht so aufgebaut als wäre deine Toleranz.
00:34:20: Wir haben in großen Teilen unsere wesentliche Industrienation, im größten Teil unserer Menschen denken wir immer noch in den alten Industriestrukturen.
00:34:26: Da ist ja nicht, sagen wir mal fünf Jahre Ingenieur.
00:34:29: dann gehst du wieder und machst Theater und danach kommst Du wieder Ingenieur.
00:34:32: und das ist ja auch nicht Deutschland wie wir es kennen.
00:34:36: Ist das in anderen Ländern anders?
00:34:39: Wir kennen ja die Erzählung USA heuer entfeier da ist ein bisschen freier vielleicht.
00:34:43: aber ich kenne die Biografien hier immer noch sehr linear.
00:34:46: Es lockert sich jetzt.
00:34:47: Seit Corona lockern sich Biografien ungemein, aber gerade in den alten Industrien glaube ich erhalten sich denkweisen unfassbar massiv stark.
00:34:58: In den USA aber korrigier mich da gerne ist es ja oft auch so, dass Leute mehrere Jobs haben um über die Runden zu kommen.
00:35:04: Und durch diese Higher in Fire Mentalität musst du mehrgleisig fahren weil du nicht weißt okay wenn du da jetzt nicht Fuß fasst musst du flexibel sein musst du irgendwas anderes machen.
00:35:15: das ist ja oft nicht auf einer Freiwilligkeit gewachsen sondern aus einer Not heraus was es unterm Strich nicht schlechter macht weil du breiter aufgestellt bist.
00:35:23: möglicherweise das kann ich jetzt aber muss ich länger drüber nachdenken aber nicht Jetzt, denn jetzt spielen wir ja Musik.
00:35:29: Und zwar Franco Batiato.
00:35:34: Franco Battiato.
00:35:35: Summer on a Solidary Beach.
00:35:37: und warum dieses Lied?
00:35:39: Dieses Lied!
00:35:40: Dieser Typ ist ein Sizilianer und er war ein Künstler der seiner Zeit voraus war.
00:35:45: durch die Texte und das hat in eine ganz eigene Nischige Weise habe ich immer gehasst diesen Song.
00:35:52: und jetzt heute verstehe ich was der Typ wollte Und durch ihn habe ich mich so ein bisschen mit Italien versöhnt.
00:36:20: Der Comedian Gian Alba ist heute glücklicherweise hier zu Gast.
00:36:26: Sag mal, dieses Lied das wir gerade eben gehört haben, du hast so angedeutet dass du es erst gehasst hast und dass du... Das ist ja ein großes Wort!
00:36:35: Wo ist es denn überhaupt begegnet?
00:36:37: Dass man die Gelegenheit hat einen Hass für so'n Song zu entwickeln?
00:36:40: und warum hat sich das dann
00:36:41: gedreht?!
00:36:42: Kennst du so Songs, die du zu Hause hörst?
00:36:45: Also Kind warst vielleicht zuhause gehört hast bei einem Elternteil und die Eltern haben das gemocht.
00:36:50: Und du warst in der Phase wo ja wer bin ich denn jetzt?
00:36:52: ne?
00:36:53: Ich möchte nicht die Songs meiner Eltern hören usw.. Das war natürlich ganz stark wenn Du Italiener bist, der zwischen Deutschen aufwächst... ...und ich absondern muss!
00:37:00: Das musste ich ganz stark, ne?
00:37:02: In den Kindergarten hat mir mal ein Kind gesagt, du sprichst ja kein richtiges Deutsch.
00:37:07: Das habe bis heute nicht verkraftet.
00:37:09: Danach hab' ich angefangen, bin nach Hause gegangen meiner Mutter gesagt, ich gucke nie wieder was Italienisches.
00:37:14: Ich höre nie wieder italienischen Zonen und spreche kein Italienisch
00:37:18: mehr.".
00:37:19: Und dann irgendwann im Jahr zwei Tausend Sechzehn hörte ich diesen Song, den ich bei meinen Eltern im Auto gehört habe, während ich gezwungenermaßen durch Italien fahre.
00:37:29: Und plötzlich ergibt alles einen Sinn!
00:37:32: Denn?
00:37:32: Denn irgendwelche in mir drin wohnenden Moleküle kommen von hier und aus irgendeinem Grund fühle ich mich über den normalen Tourismus hier wohl.
00:37:44: Es ist auch irgendwie passiert, dass ich ohne es zu üben italienisch kann.
00:37:49: Frag mich nicht warum aber ich spreche heute italienische keine Ahnung.
00:37:53: Und plötzlich mit diesem Song er singt über das Meer Ich habe dasselbe gefühlt.
00:37:57: dann hab' ich gemerkt Er is auch Künstler aus Sizilien unverstanden Künstler, das heißt er war sehr off, dadaistisch aus dem Takt gesungen.
00:38:08: Seine Videos haben viele komische Elemente.
00:38:12: Elemente des Witzes, des Turns und das habe ich so verstanden und ich hab mir nicht so verbunden gefühlt dass ich dachte dann kannst du dich auch versöhnen Du musst es irgendwann annehmen, dass da ein Teil nicht von da war oder bis eben kein Michael sondern das ist jetzt Teil von dir.
00:38:27: Und abdann begann beides.
00:38:29: Abdann war ich Europäer.
00:38:30: Ah ja, ist gut.
00:38:31: Das ist gut!
00:38:33: Bist du denn, wenn du sagst, du hast Italienisch gar nicht gelernt?
00:38:39: Habt ihr Deutsch gesprochen zu
00:38:40: Hause?!
00:38:41: Zum großen Teil.
00:38:42: Also die Kinder, wenn Kinder von Migranten in den Kindergarten gehen dann lernen die deutsche Kinder kennen und da fangen sie an und sagen Hallo das ist jetzt... Das bin jetzt neu ich ja.
00:38:50: Aber die Eltern sprechen oft dann die Heimatsprache?
00:38:55: Genau!
00:38:55: Die trainieren das weiter und dann bekommen die es durch die Kinder langsam eingetröbbelt und dann willkommen die durch die Kindern dann die besseren Kenntnisse.
00:39:02: so war's bei uns auch.
00:39:03: Eltern haben ihren Milieus das italienisch kultiviert.
00:39:06: plötzlich kommen die Kinder nach Hause und antworten auf Deutsch.
00:39:09: so war das bei uns.
00:39:11: Ja, das habe ich auch gemacht.
00:39:12: Warum du als Kindert aber auch Deutsch willst oder wolltest erstens mal die Akzeptanz deiner Freundin?
00:39:18: Aber dann auch später.
00:39:20: die Erzählung im Schule und Studium war in diesen Neunzigern wenn du das alles machst, wenn du die Integration komplett durchziehst dann war das so ein digitales Ding.
00:39:32: Dann kommt Folgendes, dann kommt Ankommen und Akzeptanz, keine Konflikte, Wohlstandaufstieg, das ganze Versprechen, was diese Erkränkungen der Eltern dir vorher schon erzählt haben.
00:39:46: Das war eigentlich so ein Versprechen du musst alles erfüllen.
00:39:49: Deine eigene Identität habe ich in dieser Zeit nicht vorgestellt.
00:39:53: Vielleicht war es auch durch die Generationen davor gar nicht nötig?
00:39:58: Also diese eigene Identität.
00:40:01: Ich frage mich manchmal, ob meine Großmutter sich nach ihrer eigenen Identität erkundigt hat, ob sie ihr gefehlt hat oder ob sie sich darüber Gedanken gemacht hat?
00:40:12: Kann sein dass ich da auch falsch liege aber ich glaube einfach das die Belange sehr viel existenzieller waren und der Platz den wir diesen Suchen und finden einräumen schon was sehr Neues hat, was sehr Besonderes hat.
00:40:28: Wir reflektieren ja auch viel über uns.
00:40:30: Wir drehen uns hier auch manchmal ein bisschen zu sehr im Kreis freiwillig oder unfreiwilliger bei dieser Identitätssuche.
00:40:36: und wer bin ich?
00:40:37: Und seit wann und wo will ich genau hin?
00:40:38: Und wer bin Ich jetzt?
00:40:40: Das ist ja schon dieses Kreis um den eigenen Bauchnabel.
00:40:44: Ist das die richtige Formulierung?
00:40:45: Du kannst
00:40:45: ja auch um dich selber drehen!
00:40:46: Es geht alles, also wir drehen
00:40:48: rein... Also ich will es nicht gleichsetzen mit Egoismus und Narzissmus aber es ist diese Selbstbetrachtung.
00:40:53: mach ich das richtig, wer bin ich?
00:40:54: Aber es ist wahrscheinlich in der Situation die du da beschrieben hast noch mal eine andere.
00:40:58: Wenn du das Gefühl hast dass du von außen kritischer beobachtet wirst als eben möglicherweise Michael oder Christian
00:41:04: Kommt auf die Milieu an!
00:41:05: Kommt auch auf die Region an.
00:41:06: Es gibt Regionen Da hast du super viel identitäre Vorgänger.
00:41:11: Wenn du zum Beispiel Baden-Württemberg wenn wir jetzt nach Stuttgart gehen und sagen Identitäts gibt nicht, dann sagen die wie so ein Badewürdeburger.
00:41:17: Oder wenn du nach München gehst und sagst, oh Identität.
00:41:20: Wir sind Münchner!
00:41:21: Also dieses Gruppenzugehörigkeit einer Gruppe zuzugehören damit du wieder richtig und falsch hast ne?
00:41:27: Das ist ein mega Ding.
00:41:29: und stellen
00:41:30: dir vor jetzt gehst du aus einem Land raus wo du Zuhause warst mit einer kleinen Kernfamilie Und gehst irgendwo hin und deine einzige Identität ist wir sind vier und die Identität in den Stern steht wir sind angekommen, wir sind akzeptiert.
00:41:47: Also die Gruppen und dann männliche Milieus auf dem Dorf.
00:41:51: Da gab es viele Gruppenunidentität.
00:41:53: Wir sind Saarländer.
00:41:55: Saarlender waren Volk, die mussten sich ja schützen, wurden ja hin- und hergeworfen zwischen den Weltkriegen zu den Franzosen, zu den Deutschen.
00:42:01: Die mussten die ganze Zeit sagen was bin ich täglich?
00:42:05: Müssen sie in das Gehirn rein drummeln wer Sie sind.
00:42:09: Ich bin aufgewachsen nur mit Milieuse die sich die ganze zeit Klar, abgrenzen wollten.
00:42:14: Gut erklärt!
00:42:16: Wir spielen Iggy Pop The Passenger.
00:42:19: Ein Song, das steht hier, der für deine Liebe zu Berlin steht und bitte gestattet mir dass wir über Berlin etwas später sprechen ja?
00:43:03: Der Comedian Jan Alba ist heute hier zu Gast.
00:43:07: Als ich ihr über Frau Fuchs gesprochen habe hast du sowas gesagt wie Ich hatte schon Bühnenerfahrung oder Theatererfahrung, wer hättest du es gesagt?
00:43:18: Ich war immer so aufgedreht mit sieben Jahren.
00:43:19: Dass mich irgendwann eine Kommunionslehrerin oder sowas werden ... Religionsleherin
00:43:25: vielleicht?
00:43:25: Ah, Kommunionsunterricht!
00:43:27: Da gab's noch eine Person im Ort die hat alle Kommunionetten durch diese ... ich kenne die ganzen Termine nicht mehr.
00:43:33: Nein
00:43:33: wahrscheinlich von der Kirche aus,
00:43:35: ne?
00:43:35: Vorbereitet und hat die dadurch geschläust und fertig gemacht.
00:43:38: Und dann kam die einmal zu meiner Mutter, nee zu mir, er sagte, ich muss nach dieser Stunde mit dir reden.
00:43:43: Da wusste ich, ich krieg wieder Ärger.
00:43:45: Weil als Schüler war ich so gut im Jokes machen in dem Unterricht.
00:43:49: Das hat ja wirklich eine Kultus.
00:43:51: Also bin ich sehr stolz bis heute.
00:43:53: Für
00:43:53: die Mitschüler war es wahrscheinlich toll und die Lehrer haben sich geärgert?
00:43:56: Ja aber die Lehrer verstehen das Konzept nicht was da abgeht.
00:43:58: Die haben unterschiedliche Kinder da.
00:44:00: Die wissen überhaupt nicht was sie machen.
00:44:02: Und dann habe ich gedacht jetzt kriege ich wieder Ärgers wie in der Schule.
00:44:06: Dann kam die nach dem Unterrichten und sagte wir machen hier Karneval Und ich organisiere das und du bist jetzt für den Kinderkarnival, du kannst bestimmt so frei reden.
00:44:16: Und dann gehst du jetzt mal üben wir jetzt.
00:44:18: Und im Februar hätt' dich sowas.
00:44:20: da kannst du dann so eine Rede halten und die Leute lachen.
00:44:24: Also was ist das?
00:44:25: Sondern hab dir mir einen Text geschrieben mit geklauten Jokes.
00:44:28: So hat man das gemacht bei dem Karneval auf den Dörfern... ...und dann habe ich ab dem siebten Lebensjahr jedes Jahr... Ich war auch Karnevalsprinz!
00:44:36: Jedes Jahr auf Bühne, Bühnen, Buhnen... Die ganze Stadt Hallen voll.
00:44:41: Und so hatte ich Bühnerfahrung seit dem siebten Lebensjahr, die einzige Pause war diese Ingenieurzeit.
00:44:46: aber da habe ich auch so viel gelogen dass es eigentlich auch ein Schauspiel war.
00:44:51: gelogen im Sinne von deine Identität verleugnet oder was meinst du?
00:44:55: Ja,
00:44:56: es freut mich so bei ihnen hier zu seinem Unternehmen.
00:44:59: Ich bin mir sicher wir haben die richtige Lösung für sie.
00:45:04: Also das war ja brav als Sie im Chef sagen oh das ist eine gute Idee die Sie da hatten und das war meine Idee oder so ein Scheiß.
00:45:12: aber jedenfalls erwart fing das an Bühne bühne bis sein vierzehn.
00:45:16: die ganze Zeit habe ich da Karneval gemacht.
00:45:21: Hase Koch sagte, ich habe einen Freund der ist im städtischen Theater und er macht den Jugendclub.
00:45:27: Und da geht es jetzt Theater spielen.
00:45:28: oder haben wir Impro Theater gemacht?
00:45:30: Und so kam das Bühnerfahrung bis durchgehend seit dem sieben Lebensjahr zwar die Es war wunderschön weil du musst wissen Comedy War.
00:45:38: Seit Kindesbein hab Ich nur Komödinge Guckt Jeden Tag Bis Heute.
00:45:42: zwei bis drei Stunden gucke ich Nur Witzige Sachen Oder mache selber
00:45:47: Komödie ist ja nicht gleich witzig.
00:45:48: Also soll sein, aber worüber reden wir?
00:45:50: Das ist ja ein breites Spektrum also das was meine Großmutter noch unter Komöde verstanden hat und Komödien einen komedianten Stadel und so.
00:45:58: Und dass was moderne Komöden heute sind da liegt wirklich viel dazwischen.
00:46:02: Aber die geht es darum möglichst breites spektrum an...
00:46:07: Ja...
00:46:07: Humor wie würdest du's nennen?
00:46:11: Nervenmuskeln Darstellungen
00:46:14: Spielweisen und Ebenen Alle, ich liebe Comedy so sehr.
00:46:19: Also genau wie du sagst es gibt Humor und Witz.
00:46:23: Also Humor ist was wir haben, Witz ist was passiert den wir schreiben.
00:46:27: Es gibt ja Witz überall!
00:46:28: Es gibt einen witz in schlechten Komödien, guten Komödien dem was deine Großmutter, ich gucke alte Komödie also durch die Generation... Ich schau wirklich von Bastakiten bis heute versuche ich überall alles mitzukriegen.
00:46:40: Die Grundmechaniken sind dieselben Die Grundregeln sind dieselben.
00:46:46: Wir haben über dasselbe gelacht und du kannst von allem da
00:46:51: lernen.".
00:46:52: Was sind die Regeln einer Komödie?
00:46:53: Kannst du das sagen, gibt es so... zwei, drei Sätze so wie eine Heldenreise.
00:46:58: Also es geht los und dann eine Enttäuschung und dann Erfolg und da wieder ne Enttäuschung und ein Happy End oder?
00:47:04: Ja ich hab versucht in einer Zeit lang die perfekte Formel für die Komödie zu finden.
00:47:09: ingenieurmäßig aber es gibt einige Grundregeln.
00:47:11: also dass im sinnvollen das Widersinnige finden im widersinnigen das Sinn voll erfinden.
00:47:19: Das sind zwei Spielweisen, also es in jedem was sinnvoll ist findet sich etwas Widersinniges an jedem was widersinnig ist findet sich auch etwas mit Sinn.
00:47:26: Es hat auch viel mit Drama zu tun.
00:47:27: in jedem drama ist die Kumpel.
00:47:29: dann gibt es die Philosophie dass es überall ein Bruch gibt.
00:47:32: Also du läufst eins zwei drei jetzt weiter drunter Schritt Bananschalle fallen das ist der bruch.
00:47:37: Dann gibts den Rhythmus.
00:47:38: der ist wichtig für die Comedy ist unten.
00:47:40: dann gibt's die visuelle Comedy etwas was nicht passt.
00:47:43: Ein Mann der Humpelt und hat dabei Westernmusik, die du drüber legst.
00:47:48: Also Bild- und Tonpass nicht ein Mann der Humpelt und Fältin und dazu eine Oper.
00:47:54: Dann hast du Drama Verstärkung.
00:47:57: Es gibt zu Grundmechaniken der Comedy Und wenn Du die alle verstanden hast dann bist Du kein Comedian.
00:48:02: Dann am Ende passiert das Loslassen und machen, befreien.
00:48:06: Und dann nimmt es seinen Lauf.
00:48:08: Ist
00:48:08: das wie mit Noten oder Jazz und Improvisieren?
00:48:11: Wobei es gibt ja auch gute Comedians, die sich diese Mönig gemacht haben in der Theorie einzusteigen.
00:48:16: Aber du hast deine ... Du bist da von außen rangegangen und hast dir das von außendem Blase eingedrungen und hast jeder einzelne Tür aufgerissen.
00:48:29: So klingt das zumindest!
00:48:30: Also ich merke jetzt, was am Ende übrig bleibt.
00:48:33: Der Rhythmus und das Gefühl ist eigentlich alles, was ich dazwischen gelernt habe.
00:48:39: Aber die Essenz ist eigentlich das, was sich mit sieben gelernt hat im richtigen Moment das Richtige machen – mit dem Körper, der Sprache... Und dafür entwickelst du einen Gefühl, was ein Witz ist.
00:48:52: An welcher Stelle ihr das Geschehene ins Absurde dreht und dann ... Das ist wie ein Reflex, der aus dem Rückenmarkt kommt.
00:48:59: Wenn du es einmal gelernt hast am besten im frühen Alter, weißt du bis heute.
00:49:04: Okay!
00:49:04: Aber jetzt gibt's die Digitalisierung.
00:49:09: mit der Digitalisierung kommen die sozialen Medien.
00:49:11: Mit den sozialen Medien ist etwas eine ... andere Art der Öffentlichkeit entstanden und auch eine andere Art des Rezipiens, also des Wahrnehmens.
00:49:24: Denn wenn es früher vielleicht so war dass sich jemand über irgendetwas aufgeregt hat dann hat man das seinem Mann gesagt seiner Frau seinem Kind seiner Freundin und Vielleicht haben ganz erboßte Menschen Postkarten an den Sender geschrieben oder so Die im Übrigen bis heute noch sehr ernst genommen werden.
00:49:44: So direktes Feedback, das gebe ich euch gerne mal weiter die ihr das hört.
00:49:48: Es ist egal ob es Lackritz-Pasteln sind eines Unternehmens oder ob es eine Verun in euren Augen vor Unlücktes Serie ist oder was auch immer.
00:49:56: In dem Moment wo ihr schreibt werdet ihr ernst genommen?
00:49:58: Das ist tatsächlich so!
00:50:00: Solche Emails landen in irgendwelchen Sitzungen und werden in der Regel besprochen.
00:50:05: Durch Social Media kriegt es ein anderes Gewicht, weil jede und jeder plötzlich Richter sein darf.
00:50:11: Sowohl was gut und schlecht ist aber eben auch etwas witzig ist und was nicht.
00:50:15: Und vor allen Dingen das ist ja das, was glaube ich den meisten Menschen, die in irgendeiner Weise kommen, die mit Humor arbeiten, was verletzend ist und welches nicht.
00:50:25: Das ist dein größter potentieller Gegner oder?
00:50:31: Die Verletzbarkeit der anderen!
00:50:33: Oh ja, natürlich das kann sein.
00:50:36: Aber zum einen ist es sichtbarer weil jetzt kannst du sehen wen ich verletze.
00:50:42: Vorher habe ich das... Oder
00:50:43: wer sich verletzt fühlt?
00:50:45: Ich kann das vielleicht auch gar nicht nachvollziehen aber ich sehe plötzlich dass Carla D aus Wunstorf schreibt sorry gar nicht lustig.
00:50:54: Ja genau
00:50:56: stehe ich voll drüber.
00:50:57: also Ist egal, ob ich drüber stehe.
00:50:59: Der Punkt ist es ist sichtbarer.
00:51:01: ja die Verletzbarkeit war vorher auch gegeben Aber es ist alles Krauzon Alles was wir tun.
00:51:07: wenn wir ein Song schreiben können wir jemand verletzen.
00:51:09: Wenn wir einen Song schreiben Können wir etwas triggern.
00:51:11: Wir erzählen von unserem Schmerz Da machst du nicht vom Song die Trigger-Bahnung.
00:51:15: Also Comedy ist wie jede Erzählung.
00:51:18: Guter Punkt!
00:51:19: Du kannst Menschen verletzten Die leicht verletzlich sind oder schwer verletzt bar?
00:51:24: Es kommt am Ende, es treffen diese Ebenen aufeinander.
00:51:27: Es gibt Menschen die sind sehr leicht triggerbar und die sind überhaupt nicht triggerbar.
00:51:30: Es gab Menschen die sagen du kannst nur von deinem Leid erzählen wenn du es durchlebt hast.
00:51:34: aber auch wenn ich mein Leid durchlebte habe heißt das nicht dass ich eine andere Person die dasselbe Leid durchlebt hat obwohl ich es durch lebt hab trotzdem triggere und trotzdem in ihr etwas schlechtes auslöse.
00:51:46: Ich finde ich korrekt und für das Gute, dass wir darüber reden können.
00:51:51: Und wir können im Diskurs bleiben – und das sollten wir auch!
00:51:54: Das find' ich auch wichtig.
00:51:55: Aber... Wir werden es kaum schaffen eine Medienwelt zu gestalten in der wir nicht irgendetwas berühren bei Menschen.
00:52:02: Absolut.
00:52:03: Und dessen sind wir uns mittlerweile fast alle bewusst?
00:52:07: Dann müssen wir einfach im Diskurst bleiben.
00:52:09: Ich hab einfach akzeptiert, dass das ein Kommunikatz….
00:52:12: Also das ist praktisch meine Werbefläche Ein Kommunikationsmittel.
00:52:16: Vorher war es ein Schaufenster, dass du deine Sachen reingestellt.
00:52:20: Wie das was wir jetzt gerade machen und als wenn ich... Wenn du plötzlich akzeptierst okay jetzt ist eine Membranen und die schwingt von beiden Seiten kann da etwas reinkommen dann habe ich's irgendwann akzeptiert und das ist wunderschön weil dann kannst du
00:52:32: demnächst nichts hinzuzufügen.
00:52:34: Wir spielen Goran Bregovic in der Lassie und sagen danach warum Hörbar at Radio eins.
00:53:35: Das ist unsere E-Mail Adresse.
00:53:37: Schreiben Sie uns, wenn sie möchten und ich möchte an dieser Stelle ... Ich mach das eigentlich nie!
00:53:43: Aber wenn Ihnen dieser Podcast gefällt dann bitte bewerten Sie ihn positiv.
00:53:47: Das ist wirklich wichtig.
00:53:51: Und wir freuen uns darüber.
00:53:54: Sie können sich über die Sounds App, Sounds das ist der Neuname der ARD AudioTik zahlreiche Podcasts, Gespräche, Formate anhören.
00:54:06: Unter anderem natürlich auch Gespräche der Hörbarusz zum Beispiel mit Tara Luise Wittwa mit Janik Schümann, Inna René Alexandrov aka Pitchi – auch eine tolle Komedien.
00:54:20: Karoline Peter, Sebastian Betze, Karolina Schuch, Natalia Werner auch ein sehr schönes Gespräch.
00:54:28: Linnella, Peter Wohlleben Daniel Louis und viele andere.
00:54:34: Zu Gast ist heute der Comedian Jan Alba, dieses Lied von Goran Bregovic den ich jetzt besonders kroatisch ausspreche finde ich.
00:54:44: Warum hat es das auf deine Liste geschafft?
00:54:46: Wofür steht
00:54:47: das?
00:54:47: Das bekleidet mich irgendwie seit dem Leben also...
00:54:50: Ist er Kroate?
00:54:51: Der ist
00:54:53: Serbe.
00:54:54: Es gab eine Zeit, da war Serbien und also was alles zusammen als Ostern.
00:54:59: Genau, Jugoslawien!
00:55:00: Und der war mit seiner Band in den achtziger Jahren so etwas wie die Rolling Stones des Ostens.
00:55:07: Ein schillernder, großartiger Künstler.
00:55:11: Der ein riesiges Band anführt in einem patriarchalen Stil mit dem Finger dirigiert und dann kommt diese vollgefüllten Chöre- und Plasorchester.
00:55:25: Und damit geht er richtig vorwärts und macht eine so belebende aber tanzbare Musik.
00:55:31: die ganzen die Arenen, die stampfen und tanzen wenn er seine Live Shows macht.
00:55:36: das muss man mal gesehen haben.
00:55:37: Gordon Pregovich ist ein Phänomen, aber sehr unbekannt bei uns natürlich leider.
00:55:43: Ich habe irgendwann eine Kassette geschenkt gekriegt.
00:55:45: ich war siebzehn und ich wusste nicht was das bedeutet.
00:55:47: es war nicht mehr leserlich was drauf stand nur der Titel des Films.
00:55:51: Emiya Kusturika hat mal einen Film gemacht.
00:55:53: er hieß Time of the Gypsies und da war das der Soundtrack.
00:56:01: Irgendwann fahre ich nach Berlin mit meinem Auto um hier vier fünf Tage zu verbringen.
00:56:06: Deutschlandfunk, das war Goran Pregovic und ab dann bin ich diese Menschen gefolgt.
00:56:12: Er verbindet alles!
00:56:13: Und das ist das Interessante – dass Drama was er erzählt, was man auch im Song gefühlt hat dieses tiefe Drama der Schmerz der Armut und dann Witz und dann wieder Armut wechseln in den Witz immer mit neuen Ebenen, ne?
00:56:28: Dann die Tuba, dann die Blasorchester.
00:56:30: Das ist eine Riesenwelt.
00:56:33: Also du machst Abitur Versuchst in diese Kunsthochschule reinzukommen, das klappt nicht.
00:56:41: Dann studierst du Maschinenbau und wirst Diplom-Ingenieur?
00:56:44: Du hast es schon erwähnt und hast dann auch neun Jahre in der Automobilwirtschaft gearbeitet.
00:56:50: Hier steht Fahrzeugentwicklung und drei Jahre Testfahrer.
00:56:53: Testfahra!
00:56:54: Du warst
00:56:54: testfahrer?!
00:56:56: Das ist ja ein Traum.
00:56:58: Das denkt man.
00:56:59: Test- und Applikationsfahrers war die Hölle.
00:57:01: Wirklich warum?
00:57:03: Also zunächst mal denkst du, du fährst die ganze Zeit mit irgendwelchen unfertigen Autos durch Frankreich oder durch die Allerginen und so.
00:57:11: Und soll ich ehrlich sagen der Teil stimmt?
00:57:14: Wir waren in St.
00:57:15: Moritz!
00:57:18: Aber ich hatte Teile in der Ingenieurslaufbahn, die waren schöpferisch.
00:57:22: Da könnte ich Dinge erfinden und da hatte ich eine Freiheit.
00:57:24: Die Firma war ein bisschen kleiner, konnte ich Sachen, konnte meine Ideen ausleben oder dreidimensionale Sachen.
00:57:30: Und beim Testfahren machst du Folgendes.
00:57:31: Du hast einen Computer festinstalliert im Auto.
00:57:34: Übrigens wichtig wenn irgendjemand zu euch sagt man darf beim Autofahren nicht aufs Handy gucken.
00:57:40: Alle Testfahrer gucken beim Autofahren auf dem Computer und programmieren beim Fahren.
00:57:46: Und die fahren auf der Autobahn zwischen euch rum, also ihr habt immer ne Entschuldigung.
00:57:50: Wie heißen die nochmal?
00:57:51: Erlkönig heißen sie.
00:57:53: Wir reden hier von diesen Autos, die so komisch beklebt sind dass man denkt was ist da los?
00:57:59: Das ist eine Technik um sie nicht gut fotografieren zu können damit sich die Form... Genau
00:58:05: das ist dass es dasselbe Sonntagmorgen du bist total verballert und sagst dich geht zum Bäcker sondern nimmst du schwarzen Hut und die Brille, und kaschierst alle Ringe.
00:58:12: Und genau das ist das.
00:58:14: Das ist
00:58:14: das!
00:58:15: Und in so einem Erlkönig bist du auch zum Beispiel nach St.
00:58:18: Moritz gefahren?
00:58:19: Da bin ich ja...und jetzt kommt es schöner.
00:58:22: Warum fährst du nach St.
00:58:23: Moritz?
00:58:24: Zum Schieffahren, zum Frauen kennenlernen und aufreißen an deinem Fall wahrscheinlich.
00:58:27: Männer kennenlern fast
00:58:30: ein bisschen anders.
00:58:30: da ist es sehr kalt und aus irgendwelchen Gründen gibt's.
00:58:35: neben St.Moritz ist übrigens Pontresina und da war die Angela Merkel immer Urlaub machen.
00:58:40: Da habe ich dann dort erst gesehen, weil überall die Bilder von ihr hängen.
00:58:43: Die Paparazzi haben die abfotografiert wie sie mit ihrem zehn Jahre alten Langlauf-Ponschu hier durch die Gegend.
00:58:50: Ja stimmt!
00:58:51: Interessant.
00:58:51: warum weiß ich das?
00:58:52: Weil ich ein sehr schlechter Applikateur war.
00:58:55: du fährst ja nicht nur test und fährs rum und guckst und denkst oh geil hier kann ich Croissant essen sondern in der Zeit du programmierst Dinge am Getriebe, damit es besser fährt usw.
00:59:03: Darf
00:59:04: ich dich kurz was fragen?
00:59:05: Warum sitzt nicht jemand neben dir, der das programmiert, weil du ja fahren musst?
00:59:10: Ich weiß auch nicht.
00:59:10: Industrie, Menschen sparen...
00:59:13: Ich weiß nicht!
00:59:14: Du sitzt in so einer riesen Vierhunderttausend Euro Entwicklungskarosse in so einem Prototyp und in dem Moment wo du nämlich gerade Applikation C-II eingibst und so ein Sonnenstrahl dich trifft.
00:59:28: Und du gegen eine fucking Laterne oder gegen Angela Merkel fährst, weil du grad nicht hinguckst wird es doch verhängnisvoll und sehr teuer.
00:59:35: Es ist dramatisch!
00:59:36: Es ist noch viel dramatischer warum wir dahin gefahren sind, weil es ist auf zwei tausend Metern und du erprobst den Kältefall.
00:59:43: dann wird das Auto über die Nacht runtergekühlt auf minus dreißig Grad
00:59:47: und
00:59:48: dann sind wir morgens bei Außentemperatur minus fünfzehn Grad.
00:59:51: und da steigen wenn diese Minus dreizig Grad kalten Autos morgens um und durch die leeren Straßen zu simulieren, wie der Besitzer in Moskau morgens Brötchen holt.
01:00:00: Und ich war der einzige Ingenieur, der eine Wärmflasche im Poncho
01:00:02: hat.
01:00:04: Der kann es dir vorstellen!
01:00:06: Ich habe überhaupt keine Anstalten gemacht.
01:00:08: Irgendwie vor den Kollegen meine Männlichkeit erhalte... Na
01:00:11: richtig so?
01:00:12: Scheiß egal.
01:00:13: Also
01:00:13: dann
01:00:13: hab' ich diese Wärmblasche und da haben sie alle dumm geguckt und damit ja ihr Gesicht waren, so oh das ist ein Sopper.
01:00:19: Oh das ist Sabato und so.
01:00:21: Ja aber ich hab einen warmen Schritt drauf.
01:00:24: Und dann fährst du darum und das ist ja noch viel.
01:00:26: Ich hatte so ein Testfahrzeug dagegen die Bremse nicht richtig, der hatte Stromausfälle und während du da durch diese Pentigen gefallen bist es die Lenkung ausgefallen.
01:00:33: irgendwann dachte ich mir, ich will hier nicht sterben!
01:00:36: Das ist mir nicht fein genug um dazu sterben.
01:00:39: Dann ist ganz krumm.
01:00:41: Du musst dir vorstellen dass es eine Männerwelt mit männlichen Belohnungssystemen und ich sage die Leute sagen immer die Medienwelt und jetzt auch den leusten Fälle die so.
01:00:48: aber ich sag euch die Industrie Die ist viel schlimmer Weil die ist so verkrustet.
01:00:54: Und da fährst du mit zwanzig Männer durch die Alpen und manche Männer fahren VW um den abzustimmen, andere fahren ein Bentley um den Abzustimmen.
01:01:02: und obwohl wir dieselbe Arbeit machen und dasselbe verdienen haben die Männer im Bentley plötzlich diese Jacken an!
01:01:08: Mit dem mit diesem Golfspieler da drauf, mit dem Polo.
01:01:11: Polo-Reifloro!
01:01:11: Weil sie plötzlich die Identität angenommen haben.
01:01:14: und ich hab gesagt Jungs wir verdienen das gleiche.
01:01:16: Hallo Wir haben ja eigentlich dasselbe Job Warum?
01:01:19: Und dann fangen die an die Sonnenbrüllen zu tragen und ich sag Entschuldigung das ist euer Testfahrzeug Das ist nicht euer Privatauto.
01:01:26: und dann hast du diese Typen und dann fahren die da rum und bilden sich was ein.
01:01:33: Okay gut also das ist jetzt vielleicht nicht das die Schillernte Und auch nicht die wärmste Zeit deines Lebens gewesen.
01:01:40: Du hast dir dann auch irgendwann gesagt, wirst ihr was?
01:01:48: Ich sag dir, wie das war.
01:01:49: Es gab einen gewissen Moment und das war der Kernmoment!
01:01:52: Wir kamen aus der Schweiz zurück und der Chef war da und wir haben alle was ausgefüllt... ...und unsere Urlaubszettel.
01:02:00: Und auf diesen Urlaubzzetteln muss es dann ausfüllen.
01:02:03: Ich fahre über die Grenze in die Schweiz um neun Uhr fünfzehn und deswegen kriege ich dort mein Mittagstisch mit zwölf Euro vergütet.
01:02:11: Und plötzlich haben wir die Zettel.
01:02:12: als wir die alle abgegeben haben.
01:02:14: Schreit einer der Kollegen.
01:02:15: Moment!!!
01:02:16: Die Schweiz gehört nicht zur EU.
01:02:17: Das heißt, unser Umkostenpauschale ist schon zwölf Euro, fünfzehn Januar, elf Euro, sechs Euro.
01:02:23: Wir müssen das alle wieder aus und sind alle wieder hingerannt haben ihre Zettelchen rausgefüllt.
01:02:26: Und dann habe ich gesagt hey Leute irgendwann da ist mir so wer kennt es erst wenn eine Sicherung fällt?
01:02:32: Und du rastest aus obwohl du nicht die Person dazu bist und dass es passiert
01:02:36: Falling down.
01:02:37: Ich hab alle Rolladen runter und ich schreihe, wir sind hier mit zwanzig Leuten.
01:02:42: Und füllen seit zwei Stunden Papiere aus.
01:02:44: Sechsundsechzig Euro mal Zwanzig!
01:02:46: Wir haben hier gerade für über zweitausend Euro Papier ausgefüllt.
01:02:50: Seid ihr noch?
01:02:50: Und die gucken mich an als hätte ich grad ein lebendes Schaf gegessen.
01:02:55: Und dann habe ich gesagt das war's, hab gekündigt...
01:02:57: Gut, ich meine wir sind uns sicher oder wir sind eigentlich.
01:03:01: der letzte Tropfen war, der das fast zum Überlaufen brachte wahrscheinlich.
01:03:05: Aber was für ein Illustratropfen?
01:03:08: Ein großer dramatischer Tropfen und ein lustiger Tropfen.
01:03:12: Toll!
01:03:13: Manchmal braucht man solche Dinge, ich hab mal einen ganz schlimmen Mann verlassen wegen einer Kleinigkeit.
01:03:18: Verhältnismäßig-Kleinigkeit die da passiert ist muss man sagen aber ich habe die offenbar gebraucht.
01:03:23: es war schon so viel es gab schon so viele Argumente das war schon So klar.
01:03:27: Und dann brauchte es eine kleine Fruchtfliege im übertragenen Sinne.
01:03:30: und dann ging's und deine frucht fliege war dieses zugegeben etwas, wie gesagt.
01:03:34: Das
01:03:35: war eine fruchtige für zweitausend Euro einfach.
01:03:37: Unglaublich!
01:03:39: Okay weiter geht es mit Musik.
01:03:42: Eldis Harding.
01:03:43: Kenne ich?
01:03:44: Woher?
01:03:45: Ich weiß nicht, das ist grandioses.
01:03:48: Tolle Sängerin The Barrel.
01:03:50: Warum dieses Lied?
01:03:52: Weil dieses Lid traf mich irgendwann unverhofft und es war direkt lieber auf den ersten Ton.
01:04:25: John Oliver der Komedien und ehemalige Nicht-Testfahrer, Applikationsfahrer ist hier zu Gast.
01:04:33: Der ehemallige Karnevalsprinz und Applikationfahrer.
01:04:38: Das habe ich noch nie in einer Bio nebeneinander gehört!
01:04:41: Aber jetzt?
01:04:42: Es gibt immer ein erstes Mal ja.
01:04:45: Und dann rief dich Berlin.
01:04:47: Berlin hat mich schon vollgerufen... Permanent fast jedes Jahr seit zwei tausend fünf.
01:04:52: Jedes Jahr hier um Party zu machen, um die Stadt zu sehen und die Stadtgeschichte kennenzulernen immer wieder alle paar Jahre.
01:04:58: Um
01:04:59: Party zu Machen?
01:05:00: Wie machst du denn Party?
01:05:02: Wir müssen ja sowieso noch ein bisschen über Berlin sprechen.
01:05:04: Du hast vorhin eine Song hat dir ausgesucht.
01:05:07: The passenger.
01:05:09: Sehr treffend.
01:05:10: Meine Liebe zu Berlin kam tatsächlich über David Bowie und Iggy Pop, also ich hab mich informiert und musste dann, ah die haben mal da, warum?
01:05:17: Die fanden das doll!
01:05:19: Und da waren sie jetzt in neunundsebzig... Also zum einen natürlich, Berlin war ein Versprechen.
01:05:25: Zu der Zeit zweifünf war das Credo in Deutschland, fahre nicht nach Ibiza, fahr nach Berlin wenn du Party machen willst.
01:05:32: Das habe ich nicht geglaubt.
01:05:33: Dann hab' ich's gesehen.
01:05:35: Erste Nacht in Berlin, Tacheles war offen
01:05:38: Oh, ja.
01:05:39: Und dann lieber auf den ersten Blick.
01:05:42: und dann dachte ich um Gotteswillen das ist alles was ich brauche.
01:05:46: Ich komme hier rein.
01:05:47: es ist genau.
01:05:47: also meine Synapsen brauchen viel Information.
01:05:51: Hier ist es.
01:05:52: Dann habe ich dann zweiter Tag ich war auf der Suche David Bowie Hauptstraße hundertfünfundfünfzig ach du Scheiße da war ja Hansa Studios geguckt.
01:06:01: oh.
01:06:02: und dann fuhr ich Ringbahn Und im Osten der Ringbahn hat der Iggy Pop den Song geschrieben, The Passenger.
01:06:09: Da fahre ich jetzt immer und ich kam dreimal im Jahr nach Berlin und fuhr immer die Ringbahnen und schaute auf diese Hinterhöfe in Prenzlauer Berg und dann runternach.
01:06:23: Aber da ist er dann lang gefahren.
01:06:25: Wenn du jetzt da lang fährst und hörst the passenger I see the city's ripped back sides dann sie einfach das, was er da erlebt hat.
01:06:36: Hat mich unfassbar fasziniert die gesamte Stadtgeschichte, die Industrie-Geschichte Deutschlands.
01:06:40: als Ingenieur.
01:06:41: Lernst du über diese verschiedenen Leute Borsig Siemens und dann kommst du hierher und ziehst wie dass alles die gesamten Geschichte eigentlich gesamte schlesische Geschichte, Industriegeschichte hier aufeinander trifft.
01:06:53: Meine Berliner Liebe ist eine ganz profunde Klingt
01:06:57: so, aber es ist ja von diesen Wurzeln nicht mehr viel übrig.
01:07:01: Also du hast deine Industrie-Liebe, die musstest du, durftest du da noch eintauschen?
01:07:06: Weil als Industriestandort ist Berlin nun nicht mehr bekannt.
01:07:09: Aber nach wie vor noch erstaunlicherweise immer noch als Party, Feier...
01:07:15: Ja, absolut!
01:07:17: Und bist Du hierher gekommen wegen dem Party?
01:07:19: oder warum war's bei dir?
01:07:22: Weil es das Kontrastprogramm zu Hamburg war.
01:07:25: Ich war mit Hamburg durch einfach und ich wusste, dass es Berlin sein würde.
01:07:28: Ich hatte ... War häufig in Berlin Klassenfahrt-Berlin damals.
01:07:32: Ich hätte Freunde hier in Berlin.
01:07:33: Berlin war immer toll.
01:07:34: Tolle Partys, andere Leute Reibung, Inspirationen, würd' ich's jetzt im Nachhinein so sagen.
01:07:39: Damals ... Hätte ich, weiß ich nicht wie?
01:07:42: Was ich dir damals für Begründungen gegeben hätte... Freiheit?
01:07:45: Ne, ich hab mich immer freigefühlt!
01:07:48: Aber da war nicht mehr Freiheit möglich.
01:07:50: Hier war eher Unfreiheit, weil hier eine Mauer drum rumbaar damals ... Als ich hier gezogen bin, das war in den Köpfen.
01:07:58: Ja?
01:07:59: Da hab' ich schon längst, meine Freiheit, die hatte ich eh.
01:08:04: Das ist vielleicht was anderes, wenn du aus einer Kapsel wie dem Saarland kommst und du hast ja grad von ... Vorhin die Kapseln, die Mikrofamilie oder der Mikrokosmos Dann irgendwie die nächste Kapsel, der Job den du gemacht hast.
01:08:21: Genau
01:08:21: dieses ständige Trippen von Kapsel zu Kapsel.
01:08:24: und dann kommst du nach Berlin und siehst oh ja hier sind alle...ja die jede Kapsel gesprengt kann sein.
01:08:30: also Die Liebe war immer da Und auch aber wie?
01:08:33: und das ist wieder diese Parallel ne?
01:08:34: Die Liebe zu einer Person die Du einmal kennenlernst und denkst jetzt habe ich mich verliebt und Jetzt muss es immer so bleiben.
01:08:41: und Das hatte Ich.
01:08:41: Aber Irgendwie Hat Ich Den Gedanke Auch Wenn berlin Jetzt Ist Wie Zwei Tausend.
01:08:46: Dann ging ich dahin und dachte, es wird dann so bleiben.
01:08:48: Es ist natürlich eine Illusion.
01:08:49: Er wurde geöffnet, akzeptiert als neue Bundeshauptstadt im ständigen Umbau.
01:08:53: Wunderschön!
01:08:54: Ich habe erst mal nicht begriffen warum verändert sich die Stadt?
01:08:57: Und das hat mich fertig gemacht.
01:08:59: Die ersten zwei Jahre sich hier war jeder Investor jedes Ding alles hat sich fertig gemacht.
01:09:02: ich war total fertig und irgendwann ist aber der Kroschen gefallen.
01:09:07: Ich hab ein Riesenbild von Josephine Baker.
01:09:09: Das ist eine
01:09:11: Sängerin, die in den zwanziger Jahren sehr bekannt
01:09:13: war.
01:09:14: Genau!
01:09:14: In der letzten Zeit war sie ein Lieblingsstadt, Berlin.
01:09:19: Berlin war das, was es für uns im Jahr zweitausend war – die Party-Stadt.
01:09:24: Das war
01:09:26: eine wilde, tolle und wichtige Zahl.
01:09:28: Wenn wir jetzt sagen, wir vermissen in dem Jahr neunzehnt, sind wir neunzig.
01:09:33: Und in der Zeit habe ich auch über Bekannte mit einer Person geredet, die habe ich getroffen.
01:09:37: Die hat zu mir gesagt, auch seit Mauerfall ist ja Berlin langweilig geworden!
01:09:41: Wir haben hier in Charlottenburg alles Partys und nichts mehr jetzt.
01:09:44: Dann habe ich irgendwann festgestellt, jeder hat für sich die Deutungshoheit in Beschlag genommen und sagt Ich will diesen Moment – das ist für mich Berlin – und so will ich….
01:09:55: Das ist mein Bild.
01:09:57: aber diese Stadt hat sich immer geändert.
01:09:59: Das ist die Identität, siebzehnvierzig.
01:10:02: Da hat der Kaiser Friedrich gesagt hier soll jetzt mal mal ja Residenz statt Opa und so weiter.
01:10:08: da war es alles geleckt.
01:10:09: das würden wir heute vergleichen mit unserer heutigen Investorenzeit.
01:10:13: dann später dann war ne?
01:10:14: Dann war zweiter Welt alles kaputt oder neunzehnteinzehn zwei als es von einer Million Einwohner auf fünf Millionen Einwarner hoch.
01:10:21: da war's ja.
01:10:21: die Leute haben ihre Kack auf die Straße geworfen.
01:10:24: Das tun Sie heute wieder.
01:10:26: Ja und wer hat die Deutungshoheit?
01:10:28: Was ist das Richtige?
01:10:29: Und der Wandel trecke ich sauber, Investoren.
01:10:32: Es war schon immer die Stadt der Glücksritter.
01:10:35: Es waren schon immer in der Menschenfresser.
01:10:38: In den Industriezeit was?
01:10:39: Immer die Stadt aus Beuter.
01:10:42: und dann habe ich da die Gejosefin Baker gesehen und dachte mir, sie würde sagen... Das war die gute... Sie ist nach Paris wegen Geldgründen aber nach dem Krieg würdest du sagen, das wäre ganz anders.
01:10:54: Ich habe mich Gott sei Dank, ich hätte es nicht gedacht von dem Bild gelöst dass diese Stadt für mich in einer Zeit gefangen sein muss.
01:11:01: Wir haben eben als die Musiklev darüber gesprochen über unser Verhältnis zu beidigen weil du mich auch nach meinem Verhältnissen gefragt hast das sehr gespalten ist in den letzten Jahren und er tendenziell sowas negativem kippt, weil mich der Müll abfuckt und weil mich die Aggressivität abfragt.
01:11:20: Und es hilft mir leider überhaupt nicht zu hören dass diese Stadt in Teilen immer schon so war denn ich weiß warum ich mich dafür entschieden habe.
01:11:28: Ich weiß warum mich nicht in Baden-Baden lebe sondern hier.
01:11:31: das ist total klar und ich habe nicht mal ein festes Bild von Berlin Denn dazu kenne ich die Städte dann doch gut genug.
01:11:37: Dass ich sehe dass sie aus... ich weiß gar nicht wie viele Bezirke es gibt offiziell aber dass sie im Grunde aus zehn, zwölf verschiedenen, wirklich schon wieder grundverschiedenen Städten besteht.
01:11:47: Also Dalem hat so wenig mit Marzahn zu tun.
01:11:50: und dann wenn Leute sagen da eine Stimmkarte gibt es auch ganz große Ein-Familien-Hausgebiete ja.
01:11:55: ich weiß aber jetzt einfach von den Wahrheits-, von der Energie.
01:11:58: das ist ja auch toll!
01:11:59: Ist ja wie ein riesengroßes Buffet an dem sich Menschen bedienen können.
01:12:03: Ich würde mal sagen die wenigsten Menschen sind zufällig in Berlin.
01:12:05: Es ist ja Du weißt, was du Chris von nach Köln gehst.
01:12:09: Wenn du nach München gehst oder Hamburg gehst – das sind sehr unterschiedliche Städte!
01:12:13: Und im Grunde ist diese Unterschiedlichkeit in dem Mikrokosmos in Berlin wiederzufinden.
01:12:17: Das würde ich gar nicht leugnen.
01:12:19: Dass dieser Art von Lokalpatriotismus, der diese Stadt immer, egal glaube ich, in welcher Phase über Wasser gehalten hat und der dieser Stadt immer eine eigene Koloration verliehen hatte und auch eine eigene Art von Reibung und von Widerstand
01:12:34: usw.,
01:12:36: dass das kippt in was Kaltes.
01:12:39: Dass das Menschen irgendwie nicht mehr ...
01:12:42: Empathieflöten geht?
01:12:43: Ja, Empathieflöten gibt.
01:12:45: Was bedeutet Empathy?
01:12:46: Also das Menschen.
01:12:48: eigentlich müsste man noch sagen, diese Stadt ist auch für uns Schöneren, auch die Straße ist schöner wenn wir unsere Folge Piste und Folge Kotze Möhlsache hier nicht einfach hinlegen.
01:13:00: Geht doch irgendwie allen so, dass man denkt es ist irgendwie schöner, wenn das nicht hier ist.
01:13:04: Und ich hab das Gefühl dieses Auch miteinander ein bisschen drauf achten und auch mal eine Eigeninitiative hier was pflanzen, da etwas wegschmeißen.
01:13:11: Da was machen sehe ich nicht.
01:13:13: Sehe ich zu wenig?
01:13:15: Ja aber du hast gerade gesagt dass das weniger wird.
01:13:17: wissen wir denn wie es war, siebzehnhundert, achtzehn-hunderte.
01:13:20: Wissen wir dann wieviel aufeinander achten da war?
01:13:23: Ne aber da habe ich nicht gelebt!
01:13:24: Mir geht es ja schon um die Zeitspanne die ich mit kriege.
01:13:26: Es geht um uns.
01:13:27: Wir verändern uns Die
01:13:28: Verändern uns natürlich Wir verinnern uns Und die Städte verändern sich.
01:13:32: Auch Gesellschaften verändern sich.
01:13:34: Wie geht man miteinander um?
01:13:35: Was ist State of the Art, worauf hat man sich verständigt?
01:13:37: wie geht man mit einer Stadt um?
01:13:40: was es gibt es auch für Gesetze es gibt auf der Weltstätte da musst du eine hohe Geldstrafe zahlen wenn du dein Kaugummi auf dem
01:13:45: Boden wirst total.
01:13:47: und ich war letztes dieses Jahr letztes Jahr in Neapel Und Ich liebe Neapelt und ich lande in Berlin.
01:13:55: Ich lande, wir steigen aus.
01:13:56: Abends steigen in die S-Bahn von Flughafen fahren rein Treptower Park Die Türen geht auf und du siehst noch die Neukölln und Treptauer Park Und dann tauben.
01:14:09: und ich denke Alter ist hier sauber Deutschland ist so
01:14:15: sauber.
01:14:17: Ich war gerade aus Neapel.
01:14:21: Und da weißt du, was dafür ein Drucksack dir abfällt?
01:14:24: Wir leben in diesen Städten und wenn du runterprigst statt Person pro Stadt die meisten Leute in den Städte.
01:14:34: auf einer sauberen Insel Berlin ist.
01:14:37: Ich weiß, das wird dir nicht helfen wie ich dich jetzt erlebe.
01:14:41: Aber es ist im Vergleich Neapel, Gattanzaro, Perlermo, vielleicht Lissabon... wir wissen nicht von Lissa Bonner ja?
01:14:50: Ja und das ist auch gar nicht.
01:14:53: Damit können wir das Thema auch zuklappen.
01:14:55: Ich bin nicht so eine Müllpolizeitante.
01:14:57: ... hebe im Zweifel sowas auch auf.
01:15:01: Also das ist... Und ich weiß auch, dass ganz viel rum weht von Touristen und so,... ... vielleicht hat es auch was damit zu tun, dass sich das Gefühl habe,... ... einen anderen Blick auf Natur bekommen zu haben.
01:15:12: Und das hat wahrscheinlich etwas mit meinem fortschreitenden Alter zu tun.
01:15:15: Das ist mir vielleicht mit Femons oder Sichermitfemons wahnsinnig noch nicht so wichtig gewesen.
01:15:20: Aber es war mir wirklich wichtig, dass ich ein Parkplatz vorm Club kriege.
01:15:23: Nicht, dass du mich falsch verstehst!
01:15:24: Ich finde absolut richtig, dass wir alle haben das Recht irgendwann zu sagen.... Ich will es schön haben.
01:15:30: Ich merke das auch und das ist absolut cool!
01:15:34: Das wollte ich gar nicht abholen.
01:15:35: Nee, das hast du auch nicht.
01:15:36: Ich fand diesen kleinen Ausflug... Ich hoffe dass sie mitgegangen sind?
01:15:42: Ich fand das ganz schön.
01:15:44: Von Friedrich bis nach Neapel.
01:15:46: Igipop vielen Dank.
01:15:48: So über Neapela haben wir gerade gesprochen.
01:15:50: Wir spielen jetzt ein Song.
01:15:51: hier habe ich einen Stichwort gekriegt auf deiner Musikliste.
01:15:53: Dieser Song steht für Neapels Erkommt von
01:15:56: Bino Daniele
01:15:57: Und heißt Jean-Albert der Komedien ist heute hier zu Gast.
01:16:30: und wenn Sie dieses Gespräch, wenn Sie das was ich jetzt gerade sage im Radio hören und jetzt gerade erst eingeschaltet haben möglicherweise dann sollten sie sich dieses Gesprich auf jeden Fall nochmal als Podcast anhören.
01:16:41: Das lege ich Ihnen ans Herz.
01:16:43: kriegen Sie über die Radio Eins Homepage da können Sie streamen oder über die gängigen Podcast Plattformen über YouTube oder über Sounds.
01:16:53: Dann so heißt die ID-Audiothek ja jetzt.
01:16:56: Ist denn für dich als ... bist du überhaupt Italiener?
01:17:02: Du bist, was bist denn, bist du halb Italienern?
01:17:05: Bist du Europäer?
01:17:07: Was würdest du denn sagen?
01:17:08: Hast du dann zum Beispiel den Wunsch in der Apel eine Wohnung zu haben oder da mal zu leben oder in Italien zu leben?
01:17:13: Total!
01:17:14: In der Apels und oben.
01:17:16: Oh ich liebe das... Also was wir gerade gehört haben war auch ein... Song aus einem Film von Paolo Sorrentino, der malt italienische Szenerie.
01:17:24: und unbedingt diese Videos um Filme gucken.
01:17:26: Aber das wäre wunderschön!
01:17:29: Die
01:17:29: komme die Saison im Winter in Deutschland und dann drei Monate... Oh ja?
01:17:33: Das
01:17:33: ist eine gute Idee.
01:17:34: Und dann
01:17:34: drei Monate in Giaia in Neapel verblieben.
01:17:37: Dann brauchst du jemanden, der dir Blumen gießt weil du dir einen Dachgarten zugelegt hast und das bin ich da.
01:17:42: Ja, wo in Neapel gießt du die Blumen?
01:17:44: In Neapelt ist es mit so laut.
01:17:45: Aber wenn du dir dann doch in Rom noch vielleicht einen kleinen Dachgarten zunimmst... Ich
01:17:49: werde das in Rom aber auch an einer sehr lauten Gegend machen ja.
01:17:53: Okay ich trage Kopfhörer!
01:17:55: Ist es vielleicht nicht wichtig ob du Europäer bist oder wie du dich... Was sagst du selbst?
01:18:01: Bist du unter Italienern Italiene und unter deutschen Deutscher?
01:18:05: Also ich persönlich, ich liebe es überall zu spielen was gerade vor Ort ist.
01:18:10: Ich habe auch mal zwei Jahre in Frankreich gelebt aus verschiedensten Gründen und ja aber also ich fühle mich wirklich als Europäer.
01:18:17: Ich mag die verschiedenen Sprachen und ich koche eine wundervolle Bolognese.
01:18:21: Und mein Comedy-Stil ist auch sehr italienisch glaube ich schon.
01:18:26: das sieht man total wenn man dann italienische Referenzen sieht.
01:18:30: deswegen Das bin ich jetzt im Moment.
01:18:32: Dann gehen wir noch mal zu deinem Comedy-Steal, denn das was du so aus unser Gespräch losgegangen... ...das was ich von dir kenne sind die Reals.
01:18:41: Die sind gut!
01:18:41: Die gefallen mir.
01:18:43: also falls sie das jetzt erst hören schauen Sie sich auf Insta den Account von Jan Alba an.
01:18:47: da sind schöne und sehr lustige Videos.
01:18:51: aber du bist hier auch ein harter Comedyworker um es mal sozusagen und trittst in.. Es gibt ja in Berlin zahlreiche kleine und mittelgroße Comedyclubs, da trittst du auf.
01:19:03: Genau ja also in Berlin eigentlich bundesweit.
01:19:06: Ich bin immer so einmal in der Woche in Berlin und dann fahre ich beim ICE durch die Lande.
01:19:11: sehr oft Leipzig drehst und dann verschiedene Städte.
01:19:13: ... sehr viel Programm zusammen und kann jetzt ... ... im Jahr zwei tausend siebenundzwanzig beginnt mein Solo-Programm.
01:19:21: Oh, wie schön!
01:19:22: Und bis dahin kann man dich aber in den kleineren oder mittelgroßen Clubs sehen?
01:19:27: Wie komme ich auf die Termine?
01:19:29: wahrscheinlich über dein Insta-Account auch...
01:19:33: Über meine Website auch, Janminusalba.de.
01:19:36: Da sind die Terminen verzeichnet, auch die Solo-Termine.
01:19:38: Okay.
01:19:38: Zwanzig sieben und zwanzig stehen da drin.
01:19:41: Das ist eigentlich alles was sich so... Natürlich schneide ich mich nirgends rein auf der Bühne, ne?
01:19:45: Aber ich erzähl vor mal.
01:19:46: Leben, ich erzähle im Stand-up-Style eben die ganze Zeit Punchlines und Punchlines.
01:19:50: Und dann Bilder und schauspielerische Einlagen mache ich da.
01:19:54: Ist ganz interessant!
01:19:56: Also Jan wird geschrieben G I A N und Alba wie Alba Berlin natürlich?
01:20:01: Genau ein Minus dazwischen.
01:20:02: und dann noch DE ne?
01:20:04: Ja ich dachte jetzt über Insta nach aber das ist ja sowohl als auch.
01:20:10: Es gibt das alte Internet noch und ich sage es auch manchmal dazu.
01:20:14: Und wir gehen raus mit The Knife, Heartbeats in der Live-Version.
01:20:21: Sag noch einen Satz dazu bitte.
01:20:23: Warum dieses Lied?
01:20:24: Das sind die Lieder, die dir irgendwann zufliegen und du denkst dir, ich kann nie wieder ohne diesen Song leben.
01:20:30: Das ist doch...das ist die beste einmal, den man sich vorstellen kann!
01:20:33: Vielen Dank dass du hier zu Gast warst.
01:20:35: Danke.
01:20:53: der Radiosendung Höhebar Rust.
01:20:57: Wir hoffen, dass es Ihnen gefallen hat.
01:20:58: wenn Sie möchten sie können ihn abonnieren.
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