Ronen Steinke

Shownotes

Es sind im Leben oft nicht die angenehmsten Situationen, in denen plötzlich Anwältinnen und Anwälte ins Spiel kommen. Familien-, Arbeits- und Mietrecht, Strafrecht, nette Mandanten, fiese Mandanten, mal geht’s gerecht zu und dann auch wieder nicht. Unser heutiger Gast, Ronen Steinke, hat sich aus seinem Wissen - er ist promovierter Jurist und Lehrbeauftragter - einen hübschen Teppich gewebt, der u.a. aus journalistischer Arbeit für die sz, einem eigenen Podcast und einigen vielbeachteten Büchern besteht, die regelmäßig auf den Bestsellerlisten landen. Und regelmäßig wird die Arbeit des 1983 in Erlangen geborenen und in Nürnberg aufgewachsenen Journalisten ausgezeichnet. Was sicherlich seiner Fähigkeit geschuldet ist, dieses doch recht trockene, umfangreiche und auch einschüchternde Metier nachvollziehbar und alltagstauglich aufzubereiten mit Büchern wie „Jura not alone“ oder „Meinungsfreiheit“. Über Ronen Steinkes Musikgeschmack ist bisher nichts an die Öffentlichkeit gedrungen, über Geschichten aus seiner Kindheit und Jugend konnten wir bislang nur spekulieren. Aber das ändert sich mit diesem Besuch in der Hörbar Rust augenblicklich und für immer. Herzlich Willkommen Ronen Steinke.

Playlist 07.06.26 Ruthless Ginsburgs - I Dissent Bad Religion - 21st Century Digital Boy Portishead - Over Babyshambles - F..ck Forever Daniel Kahn - Hallelujah Interrupters - Alien Pjotre Iljitsch Tschaikovsky - Valse Sentimentale (für Klavier), Op. 51, No. 6 Noga Erez - Smiling Upside Down

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00:00:03:

00:00:05: Ich sage immer, ich bin im Auskonflikt hundert Prozent auf einer Seite und ich schäme mich nicht das zuzugeben.

00:00:10: Ich bin hundert prozent auf Seiten des humanitären Völkerrechts.

00:00:13: Das ist nicht so komplex!

00:00:15: Humanitäre Völkerrecht sagt Zivilisten sind Tabu Wenn sich Combatanten ja in Uniform oder ohne gegenseitig die Köpfe einschlagen.

00:00:23: lasst die Zivilistinnen Ruhe Und wer sie an den Zivilsten versündigt gegen dem muss man protestieren und aufstehen.

00:00:40: Es sind im Leben oft nicht die angenehmsten Situationen, in denen plötzlich Anwältinnen und Anwälte ins Spiel kommen.

00:00:57: Familienarbeits- und Mietrecht, Strafrecht, nette Mandanten, fiese Mandanten – mal geht's gerecht so und dann auch wieder nicht!

00:01:05: Unser heutiger Gast Ronin Steinke hat sich aus seinem Wissen, er ist promovierter Jurist und Lehrbeauftragter einen hübschen Teppich gewebt.

00:01:14: Der unter anderem aus journalistischer Arbeit für die SZ einem eigenen Podcast und einigen viel beachteten Büchern besteht – die regelmäßig auf den Bestsellerlisten landen!

00:01:26: Und regelmäßig wird die Arbeit des neunzehnhundertdreiundachzlichen Erlangen geborenen und in Nürnberg aufgewachsenen Journalisten ausgezeichnet… Was sicherlich seiner Fähigkeit geschuldet ist, dieses doch recht trockene umfangreiche und auch einschüchternde Mädchen nachvollziehbar

00:01:42: und

00:01:42: alltagstauglich aufzubereiten – mit Büchern wie Jura Nautalon oder Meinungsfreiheit.

00:01:49: Über Ronan Steinkes Musikgeschmack ist bisher nichts an die Öffentlichkeit gedrungen.

00:01:53: Über Geschichten aus seiner Kindheit und Jugend konnten wir bislang nur spekulieren.

00:01:57: Aber das ändert sich mit diesem Besuch in der Überrust augenblicklich und für immer!

00:02:03: Herzlich willkommen Ronin Steinke.

00:02:09: Vielen Dank für die Einladung!

00:02:11: Ich freue mich, im Teaser hast du schon verraten, dass du Punkrock gehört hast und auch immer noch hörst, dass es CD ist gepankt CD ist, die du hast?

00:02:21: Mit bunten Covers, Giftgrün, Comics drauf...

00:02:27: Aber nicht selbst gestaltet, sondern von den Bands.

00:02:29: Von den Bans?

00:02:30: Genau!

00:02:30: Es gibt so aus von amerikanischen Punk-Labels wie Epitaph Records zum Beispiel so Compilations oder irgendwie weil die Punk Songs so kurz sind auch gleich vierzig Songs drauf passen auf eine CD oder mehr sogar.

00:02:42: Manche Songs sind auch noch kürzer und immer von tausenden verschiedenen Bands.

00:02:46: und dann sieht man vorne so ein Wimmelbild wo die denn alle gezeichnet sind mit ihren lustigen Frisuren.

00:02:52: Ich stelle mir jetzt gerade, wo du sagst vor.

00:02:54: Was das für ein Song sein müsste?

00:02:55: Also die Vorstellung dass eine Punkband einfach mal ausschert und so aller Pink Floyd so ein Konzeptalbum macht mit dann so acht Minuten ... Ja

00:03:03: aber die Aufmerksamkeit ist spannend!

00:03:04: Die hatte schon früher da niemand... Ne im Gegenteil es gibt ja welche, der ganz sportlich auf siebzig Sekunden runter geht und also spielen so schnell, dass sie fertig sind.

00:03:13: Und hast Du Punkkonzerte besucht?

00:03:17: Also bist du da im, wie heißt das im Moshpit?

00:03:19: Pogo genau Ja, Moschen ist ja das mit dem Kopf und Pogo.

00:03:23: Dass man rumspringt... Ich hab mir auch mal den Arm dabei gebrochen.

00:03:26: Oh!

00:03:27: I regret nothing.

00:03:28: Ach guck

00:03:29: wirklich?

00:03:29: Wie alt warst du da?

00:03:30: Ich glaub sechzehn.

00:03:32: Aha.

00:03:33: Hast du Klavier gespielt?

00:03:35: Auch das, ja.

00:03:36: Also das heißt in der Zeit dann wahrscheinlich

00:03:38: nicht... Ich war ein Uierder-Punk würde ich sagen.

00:03:39: Also ich habe Klaviergespielt.

00:03:41: Ich war gut in der Schule.

00:03:42: Ich hab Einsen geschrieben und so.

00:03:43: Und ich war auch interessiert an der Schule.

00:03:45: also kein null Bock Jugendlicher Und ich war sogar ganz brav.

00:03:53: Ich bin jüdisch, bin zum Religionsunterricht gegangen in der Synagoge also freiwillig nachmittags und war da auch interessiert und fleißig aber einmal vor dem Religionslehrer, also dem Kantor der Synagorge gesessen in einem Bad Religion T-Shirt.

00:04:08: Da fügen wir erst auf dass er vielleicht falsch auffassen könnte das weiß nicht gegen ihn oder so gerichtet.

00:04:15: Der war ganz nett, ein alter Argentinier.

00:04:17: Er lebt heute noch, der ist, glaub ich, inzwischen.

00:04:19: Da meinte er so ganz lieb auf Englisch zu mir, which is the bad religion?

00:04:24: Dann hab' ich da nur so rumgestammelt.

00:04:25: also irgendwie haben doch alle was Gutes und was Schlechtes, aber dann bin ich unangenehm.

00:04:31: Aber das ist eine schöne Geschichte!

00:04:34: Ja... Ich weiß auch nicht warum ich gleich darauf gekommen bin dass ich hatte dich im Bruchter einer ersten Sekunde im Verdacht Du könntest dir mit Absicht den Arm gebrochen haben, um nicht länger Klavier üben zu müssen.

00:04:45: Aber das ist natürlich quatsch offenbar!

00:04:48: Hast

00:04:48: du gerne Klavier gespielt?

00:04:49: Ich habe sehr

00:04:49: gern Klaviergespielt.

00:04:50: ja ich hab jetzt als Erwachsener mir auch wieder an Klavier gekauft ein billiges und versucht jetzt wieder zum zu spielen und leidet darunter dass man doch merkt man kommt nicht mal in das frühere Niveau ran.

00:05:01: also wenn du nicht täglich spielst die Finger rosten irgendwie ein aber eines Tages kommt es wieder bestimmt

00:05:08: dann doch

00:05:09: Ja, wenn man mal wieder zahlt.

00:05:10: Wenn ich eines Tages ein ruhigeres Lied mache... Also

00:05:12: mach schnell bevor du Atrose bekommst!

00:05:13: Weil ich glaube dieses Einrosten ist nicht wirklich.

00:05:17: Ich glaube wenn du die Selbstdisziplin aufbringen würdest Du joggst ja auch regelmäßig wie du vorhin verraten hast Wie oft spielst du denn Klavier?

00:05:24: Was würdest du sagen?

00:05:25: Jetzt so einmal die Woche.

00:05:26: aber es ist wirklich Es ist ein bisschen schmerzhaft weil man zu merken wenn man konnte es mal besser und ich spiele noch die Lieder von früher Aber sie gelingen nicht mehr so gut.

00:05:38: Das ist dann ja so bittersüß.

00:05:41: Wir haben aber damit gehen wir raus aus der Sendung, ob das jetzt ein Cliffhanger ist oder Tisa?

00:05:47: Wir gehen mit Czajkowski raus und es ist ein Lied, dass du früher glaube ich gespielt hast.

00:05:52: Das war das Stichwort, was du uns gegeben hast.

00:05:54: Eine andere Stichworte, das gerade gefallen ist, war das Wort als sich erwachsen wurde oder als Erwachsener ab wann ist man denn eigentlich erwachsen oder ab wann bist Du erwachsen?

00:06:04: Wenn man für andere Leute Verantwortung übernimmt, ich glaube das ist dann bei jedem unterschiedliches Alter.

00:06:09: Die einen toben noch bis die Ende dreißig sind und ich wurde somit vielleicht dreißzig verantwortlich für andere Menschen.

00:06:17: Das ist deine klare Definition dafür?

00:06:19: Ich finde die nicht verkehrt oder wahrscheinlich ist sie sogar ziemlich gut.

00:06:23: Wie ist es denn mit der Verantwortung für sich selbst?

00:06:26: Ja gut hat man ja immer dass es dann keine Zäsur die im Leben plötzlich kommt.

00:06:30: Die hat man auch als Jugendlicher.

00:06:32: Aber dieses Gewicht auf den Schultern, dass man auch gucken muss... ...dass es anderen Leuten gut geht.

00:06:36: Und das ist ja auch irgendwie eine Form von Verlust und Freiheit.

00:06:40: Ja?

00:06:40: Man kann jetzt nicht mehr komplett frei drehen.

00:06:43: Gleichzeitig ist aber auch natürlich ein Gewinn an Wirksamkeit in der Welt.

00:06:47: Das ist glaube ich schon eine Zäsur.

00:06:49: Ist auch stärker als andere als Heiraten oder Partnerschaft oder sonst was.

00:06:53: Das wird glaube ich erwachsen werden.

00:06:55: Und es ist natürlich auch etwas Geistiges.

00:06:56: also wenn ich die Einsicht gewinne dass ich in der Welt für andere verantwortlich bin, wenn ich die Einsicht gewinne.

00:07:03: Dass auch wenn ich mich heute mal stark fühle, so Zeiten geben wo ich mal unten bin.

00:07:08: also dieses das ist erwachsen werden glaube ich.

00:07:13: Du hast gesagt aber vielleicht haben das auch schon andere vor dir gesagt wer spricht übernimmt Verantwortung für das Gesagte?

00:07:18: Ja.

00:07:20: Gilt der Umkehrschluss auch?

00:07:22: Wer schweigt übernimmt keine Verantwortung?

00:07:24: Nein!

00:07:24: Und wer schweiget hat auch Verantwortung für's Schweigen.

00:07:29: So jetzt kommt ein Satz, den sage ich ungern weil das so ein abgetauschenes Klischee ist aber man kann nicht nicht kommunizieren.

00:07:35: Ist ja so eine Binsenweisheit und man kann auch nicht handeln.

00:07:39: also klar Ja

00:07:40: auch durch dass nicht handelt das ist ne Handlung ne Verweigerung oder weggucken oder sowas.

00:07:46: Denn ich glaube dass das was eine Sache ist die wir uns wieder in Erinnerung rufen müssen wer auch immer wie er ist als gesellschaft möglicherweise Dass wir natürlich in der zeit leben die dazu einlädt in vielen Situationen überfordert zu sein.

00:08:02: Aus verschiedenen Gründen würde ich jetzt mal sagen, es würde auch jedem Menschen zugutehalten und sich da auf aktiv für etwas auszusprechen ist fehlen zu viel.

00:08:14: aber zu schweigen ist eben dann oft zu wenig um möglicherweise ein Zeichen zu setzen.

00:08:21: man denkt oft dich ziemlich zurück bevor ich was Falsches sage sag' ich lieber gar nichts oder mache ich lieber nicht.

00:08:26: Ist ja

00:08:26: total verständlich Manchmal sogar ganz löblich, dass man sagt, ich denke erst mal eine Runde nach und melde mich dann später zu Wort.

00:08:36: Ich muss erstmal sacken lassen.

00:08:37: also das möchte ich gar nicht... Das ist nicht immer feige wenn man schweigt, das ist auch manchmal ganz anerkennenswert gleichzeitig kommt nicht raus ist der Nummer.

00:08:45: Also die Situation ist da und wie immer du dich dazu verhältst das wird folgen haben sich das bewusstzumachen und ihm nicht auszuweichen.

00:08:52: Glaube das es in der Verantwortung der muss man ja sich dann stellen.

00:08:56: Aber wir sind abstrakt, das ist in der Situation im Leben.

00:08:58: Manchmal sind die ernst und nicht ernst.

00:09:02: Ja aber sie laufen irgendwie dann doch aufs selbe hinaus oder?

00:09:06: Also es ist wahrscheinlich zu abstrakt um das jetzt der gemeingültig zu beantworten.

00:09:10: Wir retten uns einfach an die Musik Und da hast du ne... ich weiß nicht ne Interpretin mitgebracht, eine Band.

00:09:16: Ich muss sofort an die Richterin am Supreme Court denken.

00:09:19: Wahrscheinlich kein Zufall.

00:09:20: Ich denke mal dass sie sich danach benannt hat oder haben.

00:09:23: I Descent heißt der Song.

00:09:26: Wer ist das?

00:09:26: Wen hören wir gleich?

00:09:28: Ruthless Ginsbergs sind eine Verballhornung des Namens von Ruth Bader Ginsburg, der vor ein paar Jahren verstorbenen langjährigen Richterin am amerikanischen Supreme Court.

00:09:40: Eine Vorkämpferin für feministisches Denken in den USA, eine wirkliche Ikone die auch es verstanden hat in der Öffentlichkeit jetzt nicht nur als Juristin mit so Fachcowderwälsch sondern in der Ja, anzuprangern wie sie ungerechtes Geschlechterverhältnis in den USA ist und... ...wie offensichtlich es ist dass das nicht so bleiben kann.

00:10:03: Und ja... ...idescent heißt also ich stimme nicht der Mehrheit zu.

00:10:07: Ich setze mich davon ab.

00:10:08: Das ist... ...das was sie ganz oft gemacht hat am Gerichtshof Wo neuen Richterinnen und Richter entscheiden aber immer mit Mehrheit und dann ist jemand in der Minderheit und kann sich auch zu Wort melden und seine Abweichende Meinung äußern.

00:10:20: Ja und dieser Song?

00:10:21: er ist sozusagen eine Verneigung oder einen Amarstar an.

00:10:24: Und ist das eine Band?

00:10:26: Ist das ein Sängerin,

00:10:27: wer ist das?

00:10:27: Das ist eine Band aus Amerika und es ist mir jetzt in jüngerer Zeit untergekommen weil ich mich für einen Buch mit dem Thema Meinungsfreiheit beschäftigt habe.

00:10:36: was da immer die Frage beinhaltet bin ich in der Mehrheit oder in der Minderheit.

00:10:40: Weil meinungsfreiheid brauchst du ja nur wenn du in der minderheit bist Die Mehrheit wenn du mit einem Mainstream segelst.

00:10:47: Wenn du zum Beispiel sagst Herr Kanzler sie haben einen fantastischen Job gemacht brauchst du keine Grundrechte für.

00:10:54: Niemand würde dir das verbieten.

00:10:55: von der Oberrichtkeit, nur in dem Moment wo du an der Minderheit bist, wo du unpopulär bist und sagst die anderen nicht hören wollen da sei froh dass du eine Meinungsfreiheit hast dich beschützt.

00:11:05: Für diese Situation ist dieses Grundrecht mal erstritten worden und daran sollte man sich glaube ich erinnern und das wird glaube ich sehr gut ausgedrückt mit diesem Ich Eidecent, ich bin in der Mnderheit und ich sage es euch.

00:11:41: Podcast-Houst, Tausend Sasser ist heute hier zu Gast.

00:11:46: In welcher Reihenfolge oder wie wurdest du deine Jobs am liebsten gewichten?

00:11:50: Wie ist es dir am Liebsten vorgestellt zu werden?

00:11:52: Also ich bin Jurist und schreibe über das juristische oder erzähle darüber, sofern ja ... Jurist & Journalist.

00:11:59: in der Reihen folgen würde ich sagen.

00:12:00: Jurist&Journalist okay geboren in Erlangen.

00:12:04: Dort aber nicht aufgewachsen.

00:12:06: Aufgewachsen in Nürnberg Um

00:12:07: die Ecke.

00:12:10: Wann warst du das letzte Mal in Nürnberg?

00:12:13: Vor drei Wochen oder so.

00:12:15: Ich komme aber inzwischen nach Nürmberg nur noch als Besucher.

00:12:18: Ja!

00:12:19: Ich habe keine Familie mehr da, ich sei gezogen... ...ich hab wenige Freunde noch die ich dann treffe und ja Stadt hat sich sehr verändert.

00:12:29: Wollte ich nämlich fragen wenn man regelmäßig hin fährt an so einen Ort, dann merkt man diese Veränderungen oft nicht.

00:12:36: Wenn da ein größerer Zeitabstand zwischen ist, dann schon Wie wurdest du das Nürnberg deiner Kindheit, so das Viertel in dem du groß geworden bist beschreiben?

00:12:45: Was war das für ein Ort?

00:12:46: Im Vergleich zu allen Städten, in denen ich seither lebe, arm.

00:12:50: Also es ist wirklich auffällig gewesen... Ich bin nach dem Zivilgienz nach Hamburg gezogen und der Kontrast war riesig!

00:12:56: Also ich fand's schon als nürnberger kind beeindruckend dass in Hamburg die Leute alle so H&M-Klamotten anhatten weil das galt schon als was irgendwie schickes in Nürmberg.

00:13:07: Nürnberg ist zwar ein Bayern und dann gibt es dann schnell Klischees von irgendwie Powerhouse, aber das ist überhaupt nicht so.

00:13:13: Nürmberg hat eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit, sehr stark davon geprägt dass so IG und gründig und alte Flachschiffe der deutschen Wirtschaft den Bach runtergegangen sind in den letzten zwei drei Jahrzehnten.

00:13:27: Es ist auch eine Stadt die innerhalb von Bayern zweit oder dritte Liga nur ist im Vergleich zu München wo immer alle hinstarren eine Stadt die auch ein bisschen unterleidet, unter diesem im Schatten zu stehen.

00:13:41: Und es gibt ne sehr schöne Hymne von Gimmick.

00:13:43: das ist so nen Nürnberger Punk und Reggae-Liedermacher.

00:13:47: ich mag den sehr.

00:13:48: Die Hymna heißt nürnberg und handelt davon dass da große Bands noch nicht mal halt machen.

00:13:55: Das Umland ist so schön dass man schnell ins umland möchte.

00:13:58: Ja also ich mag's sehr aber es ist jetzt kein Juwiel oder sowas.

00:14:03: Das wirst du ja wahrscheinlich früher nicht so wahrgenommen haben.

00:14:06: Du kanntest ja nur Nürnberg als Kind, denke ich mal.

00:14:09: oder hattest du Vergleiche?

00:14:11: Seid ihr regelmäßig in andere Städte gefahren?

00:14:15: Nee, ich hatte nicht die Vergleiche.

00:14:17: Ich habe als Kind drei Jahre in England gelebt also von dem achten bis zum elfen Lebensjahr waren wir im Manchester.

00:14:24: Warum?

00:14:25: Durch die Arbeit meines Vaters.

00:14:26: Darf ich fragen was der gemacht hat?

00:14:28: Der war Ingenieur und er hat dann da einen Auftrag gehabt für drei Jahre.

00:14:33: Und ich bin ganz normal auf eine englische Schule gegangen, mit acht Jahren gelernt den Krawatte zu binden.

00:14:37: Weil er zur Schuluniform gehört.

00:14:39: Ich war erst mal ganz schockiert als ich da zum ersten Mal sah wie Kinder mit Krawatter rumlaufen,

00:14:43: dass ich gleich

00:14:44: zurück ins Auto und wegfahren hier.

00:14:45: was ist das denn?

00:14:46: Aber dann habe ich gelehrt diesen Knoten zu bünden und bitte den bis heute noch so schlecht wie mit acht jahren.

00:14:53: aber das war völlig anders

00:14:55: Manchester.

00:14:58: Aber wie war denn dieses, also dieses Nürnberg?

00:15:01: Ich komme aus Hannover.

00:15:02: Also das heißt, Hannover schneidet immer schlecht ab wenn Leute sagen okay aus welcher Stadt kommst du?

00:15:09: und trotzdem habe ich das Gefühl dieses Hannover von früher so ein bisschen in den Arm nehmen zu können weil dass es war ok da groß zu werden.

00:15:19: Vielleicht auch weil man keine Vergleichheit hat, weil man nicht weiß wie's in anderen Städten ist, dass es da cooler ist oder weiß ich nicht Wenn ich da jetzt hinkomme, habe ich so ein distanziertes Gefühl.

00:15:29: Aber wenn ich mich an das Hannover von früher erinnere... ...habe ich schöne Erinnerungen weil es gut war dort Kind zu sein.

00:15:37: In diesem Viertel in dem du aufgewachsen bist wo auch immer das war also bis du acht warst und dann ab elf wieder was.

00:15:43: War's schwierig da wieder reinzufinden macht ihm zurückgekommen?

00:15:46: Also

00:15:46: ich beschreibt mal wie abstrus eigentlich die Situation war.

00:15:50: Ich bin aufgewachsene ziemlich nah am Reichsparteitersgelände Ja also wo Hitler seine NSRP Aufmärsche gemacht hat, was Punktbauten sind.

00:15:58: Was riesige Tribünen aus riesigen Steinblöcken zusammengebaut, sodass die einzelne Menschen wie so kleine Ameisen nur noch sind.

00:16:09: Das steht da alles noch.

00:16:10: Das ist nach dem Krieg klar die Hakenkreuze weggemacht worden aber man konnte es nicht sprengen, dann hättest du die halbe Stadt in Stuttgart und Asche gelegt, so viel Dynamit hätte es zugebraucht.

00:16:18: So das steht da!

00:16:18: Und alle Häuser, alle Einkaufszentren... All Supermärkte rundherum sind Mini im Vergleich dazu.

00:16:26: So und da in dem Schatten von so einer alten langsam vor sich hin rottenden Nazikulisse bin ich aufgewachsen, das ist etwas was man als Kind erst langsam oder als Jugendliche dann langsam so reflektiert wie bizarre es eigentlich ist.

00:16:39: Hast du das denn früh reflektieren können?

00:16:44: Du wart die einzige Familie weit und breit, hast du mal gesagt?

00:16:48: Die Hebräersprache.

00:16:49: Also es wird ja wenn auch vielleicht eine kleine oder wahrscheinlich eine kleine jüdische Gemeinde gegeben haben weiß ich nicht.

00:16:56: Eine Synagoge, die mehr der weniger nah oder entfernt war.

00:17:01: Ja es gab in Nürnberg eine Synagoe mit dreihundert Gemeindemitgliedern.

00:17:05: Ja musste man ein bisschen mit der U-Bahn hinfahren, war nicht so nah aber mir war das schon bewusst.

00:17:12: Klar, wir waren die einzigen Librehesprachen.

00:17:14: Aber wir waren auch... Das muss man dazu sagen, überhaupt die einzigend so Ausländer-Kinder in der Nachbarschaft.

00:17:20: Also das war überhaupt da noch sehr selten?

00:17:23: Ausländer Kinder habe ich in dem Zusammenhang noch nie gehört.

00:17:27: Darf ich... Ich weiß nicht ob ich... Du bestimmst einfach wo es dir zu persönlich ist weil ich weiß dass du über dein Leben oder dein privat leben, persönliches Leben nur bestimmte Dinge preisgibst und das finde ich total hinnehmbar.

00:17:40: Nichtsdestotrotz hast du dich auf diese Einladung hier eingelassen und hast jedes Recht der Welt zu sagen, darüber möchte ich nicht reden.

00:17:46: Wann sind deine Eltern nach Deutschland gekommen?

00:17:48: Was hätte auch sein können, dass sie vielleicht sogar hier aufgewachsen sind aber sind sie offenbar nicht?

00:17:53: Ja!

00:17:54: Ich meine, das war im Jahr neunzigundachtzig.

00:17:56: Nach Erlangen eben.

00:17:58: Woher?

00:17:58: Woher sind deine Eltern gekommen?

00:18:00: Mein Vater ist in Hessen aufgewachsen und meine Mutter ist in Rumänien geboren, ist dann als Kind mit ihren Eltern nach Israel geflohen und hat dann in Israel zur Schule gegangen, aufgewachsen und hat mein Vater der als deutscher Ingenieurstudent nach Israel so auf dem Kibbutz für Apple-Picking sozusagen wie junge Leute heute nach Australien gehen.

00:18:25: So ist er in den Siebzigerjahren nach Israel gegangen, hat da meine Mutter kennengelernt.

00:18:28: Die haben dann eine Weile in Israel gelebt und sind dann Ende der siebzigen Nachdeutschland gekommen... ...nach Erlangen einfach aus beruflichen Gründen in eine noch kleinere jüdische Gemeinde die es in Erlangan gab.

00:18:39: Und nach zwei Jahren haben sie erlebt dass der Vorsitzende der Erlange Jüdischen Gemeinde erschossen wurde von einem Nioh-Nazi.

00:18:49: Das heißt also dieses Bewusstsein als jüdische Familie und als kleine jüdischer Gemeinde Da außen zu stehen ist sehr

00:18:59: Ja,

00:19:00: kann man nicht konnte man nie verdrängen.

00:19:01: Also die jüdischen gemeinde ist dann sehr davon belastet gewesen dass die ermittler von der polizei Erstmal die gemine selber verdächtigt haben also dieser neonazi der es über alle berge gewesen.

00:19:12: Und genauso ähnlich wie beim nsu ja wo er auch Die familien der erschossenen dann beschuldigt wurden habt ihr nicht irgendwelche schmutzigen Geschäfte, Zigaretten-Schmuggel, habt euch mit der Mafia eingelassen und jahrelang hat man nicht sehen wollen dass da Nazis die Täter waren.

00:19:27: Genauso lief es auch da, ja in den Jahr neunzehnt

00:19:29: achtzig

00:19:30: das die Gemeinde die dann sich versammelte für die Trauerfeier ... beobachtet wurde von LKA-Beamten, die dann sich Notizen machten.

00:19:40: Wer von den Juden könnte da womöglich eine Rechnung zu begleichen

00:19:43: haben?

00:19:44: Ja und du musst dir vorstellen also in der Zeit achtzig... Da sind die Leute ohnehin noch schwer ein Vertrauen zu fassen zur deutschen Umwelt.

00:19:53: Das ist dann nicht leichter geworden davon.

00:19:55: Also das heißt dieses war sehr prägend und dann die Kulissen der alten Nazi bauten waren für mich auch... ... war für mich auch etwas, was schon im Bewusstsein da war.

00:20:06: Nürnberg ist eine Stadt... ... braucht man ja gar nicht so weit reisen, dass einem wenn man Leuten erzählt, man kommt aus Nürmberg sofort gesagt wird, aha!

00:20:12: The Nuremberg Trials habe ich schon mal von gehört oder the Nuremburg Laws?

00:20:16: Auch die Architektur,

00:20:17: also Speerarchitekturen.

00:20:18: Ja, die Speer-Architektura das ist und auch das Nürbberg ist ne Stadt mit... Eine coolen Alternativenszene, es gibt also eine Punk-Szene.

00:20:27: Es gibt eine Nachoszene... ...es gibt ein freies Radio für das ich gearbeitet habe als Jugendlicher so wie ein freier Kanal der aber sehr kreativ und auch politisch wahr und ist.

00:20:39: Es gab aber auch eine virulente Neonaziszene Also richtig Baseballschläger und waren einmal Grillen mit Freunden vielleicht so mit fünfzehn, sechzehn auch Und wurden dann von Neonazis mit Baseballschläge überfallen und der eine meiner Freund hat es über den Kopf bekommen.

00:20:56: Er hatte ne Platzwunde nachher gehabt, also das ist schon ein Aufwachs.

00:21:03: Das war schon nicht so smooth alles.

00:21:07: Du hast Bad Religion mitgebracht?

00:21:09: Wir haben die Geschichte schon, damit sind wir quasi eingestiegen.

00:21:14: Deswegen wartet der Song jetzt auch mit scharren den Hufen darauf endlich gespielt zu werden.

00:21:40: Der Jurist und Journalist Ronan Steinke ist hier heute zu Gast.

00:21:44: Und während wir den Song gerade gehört haben, hat er gesagt ich kann auch was zu dem Text sagen!

00:21:48: Was denn?

00:21:48: Ich habe das Lied nämlich deswegen ausgewählt, Twenty First Century Digital Boy weil es mir fast peinlich ist wie toll ich das mal fand.

00:21:55: Das ist nämlich ein Text der eigentlich so säuerlich kulturpessimistisch boomerig.

00:22:05: Der Sänger singt es, aber er singt das so ironisch.

00:22:07: Ich bin ein Junge des XXI Jahrhunderts und habe viele Spielzeuge, aber ich kann nicht mehr

00:22:11: lesen.".

00:22:12: Und mein Papa hat keine Zeit für mich in meiner Mama als immer abwesend.

00:22:15: Also praktisch wie jemand der von früher ist sagt die Kinder heute mit dem Internet verstehen doch nichts mehr vom Lesen was also nicht meine Meinung ist oder was sich auch vielleicht damals nicht dachte.

00:22:27: Aber Rückblicken kommt völlig unmöglich vor.

00:22:31: und auch null Punk

00:22:33: Hast du gern gelesen?

00:22:34: Ja, supergerne.

00:22:35: Und zwar Comics, Romane... Ich habe in meiner Zeit in England als Kind Charles Dickens, also so Klassiker gelesen.

00:22:45: Mark Twain, Tom Sawyer sowas und dann später Comics auch.

00:22:51: Dieses Zurückkommen nach Nürnberg, in einer Zeit in der du dann... Warte mal, da bist du elf!

00:22:58: Es geht los mit der Pubertät.

00:23:01: Du bringst natürlich ganz andere Strömungen mit, also nach Bayern in dieses Nürnberg.

00:23:07: Diese Zeit war ja sicherlich auch inspirierend was so Popkultur angeht oder zumindest wirst du da ein paar neue Eindrücke gehabt haben die du mitgebracht hast, die in Nürnenberg eben noch nicht waren oder die es da nicht

00:23:19: gab?

00:23:20: Bist du damit angeeckt oder konntest du damit punkten?

00:23:24: Nee, Punkten konnte ich nicht glaube ich... Jetzt ohnehin, wie gesagt, ein bisschen aus der Rolle des...der aus der Reihe tanzt oder so.

00:23:33: Aus dem Rahmenfeld.

00:23:34: Also

00:23:35: freiwillig?

00:23:35: Also würdest du das Wort Außenseiter benutzen?

00:23:37: Ja,

00:23:37: also es ist so ja.

00:23:39: Wir waren als Familie jetzt nicht immer angefeindet und so soll's nicht klingen.

00:23:44: Aber klar!

00:23:45: Man war mal in dem Bewusstsein dass man nur so halb dazugehört.

00:23:48: Und das ist für Kinder nicht schön.

00:23:50: Durch das Jüdisch sein?

00:23:51: Durch das

00:23:51: jüdische sein weil das bedeutet so ich war im katholischen Kindergarten zum Beispiel einfach weil das der Kindergarten vor Ort war, wo man halt hingehen ging.

00:23:58: Da wurde jeden Morgen gebietet aber einer stand am Rand und sollte nicht mitbeten.

00:24:04: Sollte nicht mitbeben?

00:24:05: Aber ist auch

00:24:05: okay.

00:24:05: also es ist nicht mal eine Religion kann da schwerlich zu Jesus beten.

00:24:09: zwar wollte er auch nicht vielleicht.

00:24:11: Hey jesus war Jude ich bitte dich!

00:24:13: Ja

00:24:13: aber Jesus anbeten oder nicht das ist schon der eine so oder andere so.

00:24:17: nur Das heißt, ich möchte das jetzt nicht zum Vorwurf machen.

00:24:21: Aber es ist einfach dann vom Gefühl her schon als ganz kleines Kind.

00:24:25: okay.

00:24:26: also irgendwie sind wir anders.

00:24:27: Dann gibt's keine Weihnachtsbombe bei uns zu Hause.

00:24:29: Es gibt andere tolle Feste.

00:24:30: Ja es gibt den Hanukkah Leuchter Es gibt Pessach ja wo man so den Auszug aus Gippen feiert und sehr viel isst.

00:24:37: Es gibt Purim wo man sich verkleidet Und als Erwachsener die religiöse Pflicht hat sich zu betrinken.

00:24:42: Also kein Mangel an Partys aber halt in einem anderen Rhythmus und man ist halt da dann immer nicht dabei bei diesen Dingen.

00:24:51: Und in der Schule, das ist heute glaube ich nicht mehr ganz so sehr und vielleicht auch was in Bayern noch mal stärker... ...ist ja Jahreskreis sehr davon geprägt dass man zu Ostern was bastelt, was österlich ist, zu Weihnachten etwas was weihnachtlich ist und es sind immer Erinnerungen daran.

00:25:09: Es gibt einen hier im Raum der ist aber gar nicht christlich.

00:25:13: Und dieses Mitmachen, dieser Austausch, dieses Sowohl als auch.

00:25:18: Also das kommt ja auch hin und wieder vor.

00:25:21: also ich habe schon mit einigen Leuten gesprochen die unterschiedlicher Herkunft waren oder unterschiedliche Religionen hatten wo es dann eben wurde ein bisschen gequengelt und dann stand da eben auch so einen Weihnachtsbaum.

00:25:34: der wurde dann halt nicht angebetet.

00:25:36: aber Es geht dann einfach darum, aber im Sinne von da wurde jetzt nicht großgehuldigt oder so.

00:25:43: Da ging es eher um diese oberflächliche Symbolik vielleicht mit dem man ja in gewisser Weise entgegen kommen kann.

00:25:50: Es sei denn... Man nimmt das Ganze sehr, sehr ernst und es gibt wenig Austausch.

00:25:54: also in dem Moment wo Menschen von außen kommen und es wird gesagt hier kommt guckt ihr das mal an war euer Haushalt denn offen genug, um auch Freunde und Freundinnen reinzulassen?

00:26:06: Ja total.

00:26:07: Und diese Kompromisse ja.

00:26:09: und dieses Entgegenkommen.

00:26:10: also wir hatten auch ein Adventskalender weil das hätte man nicht verkraftet als siebenjähriger mit alle anderen morgens Schokolade.

00:26:17: Das

00:26:18: gibt mir heute noch so.

00:26:19: Doch es gibt's

00:26:19: das nicht!

00:26:20: Also da war klar waren alle locker.

00:26:23: aber trotzdem ist ändert er nichts daran.

00:26:25: Alle anderen machen Konfirmationen, Kommunionen einer nicht.

00:26:29: So das ist damals nicht schön gewesen.

00:26:33: Wenn man jetzt in der Großstadt wie Berlin ist, das ist natürlich anders.

00:26:36: Weil da ist die Diversität eine ganz andere.

00:26:37: Aber in den acht oder neunzeiger Jahren im Nürnberg ist es so gewesen... ...das war ein Gefühl von ich bin außen vor und das mögen Kinder nicht.

00:26:48: aber es ist in gewisser Weise auch etwas was ich heute gar nicht so rückblickend ändern würde

00:26:54: weil

00:26:56: es bedeutet ja auch ich meine dann musste ich mir halt auch selber Gedanken machen nicht einfach also ... sonst wäre ich halt mitgeschwommen, das Programm wäre vorgegeben gewesen.

00:27:04: Ja, Konfi-Freizeit und so musste ich halt... ...eins mehr mich dann bemühen zu überlegen was ich eigentlich bin und wo ich hingehör.

00:27:14: Was bist du denn?

00:27:16: Tja!

00:27:18: Zolli dass ich frage.

00:27:20: Ja aber also dieses sich nicht ganz eins fühlen mit der Umwelt ist glaube schon geblieben und das ist aber auch gar nicht so schlimm.

00:27:32: Wahrscheinlich gibt es viel weniger Leute, die sich eins fühlen mit der Umwelt als wir denken.

00:27:36: Wir stecken ja immer neu in unseren eigenen Köpfen und ich glaube ... Die ganzen Songs, die wir gut finden und die ganzen Bücher und die ganze Filme werden glaub ich nicht entstanden wenn nicht ganz viele Leute auf der Suche werden weil sie denken ist gelbe da eine ganz tolle Antwort.

00:27:50: wahrscheinlich gibt diese Antwort überhaupt gar nicht und wahrscheinlich is in dir vielleicht hast du dich auch ein Bücher gestürzt Dein Gehirn durchblutet und mit tollen Geschichten, mit Wissen und was gut in der Schule.

00:28:01: Und hast gerne gelernt, vielleicht ist das auch ein Effekt da?

00:28:05: Keine Ahnung, dass du für dich selbst von deinem eigenes Leben eine Alternative gesucht hast um deine Fantasie unterzubringen, um die Gedanken, die du hast zu unterzubrengen.

00:28:15: Ich glaube es gibt Franz Xaver Kreuz, bayerische ... Schauspieler.

00:28:21: Aber auch so Comedian und Autor, vor dem jetzt mal einen Satz den ich sehr nachdenkenswert fand, nimm mir nicht meine Depression weg!

00:28:30: Die möchte ich schon behalten weil das für ihn ein bisschen die Triebfeder seiner Kreativität oder seine inneren Spannung ist.

00:28:38: Und ich glaube sich vorzustellen eines Tages werde ich ganz entspannt sein.

00:28:42: Das ist eine ganz, also keine gute Zielvorstellung.

00:28:46: Ich finde das ist ne gute Zielvorschelung aber es ist ja nichts.

00:28:48: was bleibt?

00:28:49: Also die Traurigkeit wenn du Glück hast bleibt nicht Aber die Entspannung bleibt auch nicht.

00:28:54: Es ist ja alles so verdammt temporär.

00:28:57: Wir warten immer auf so ein Zustand oder Streben da vielleicht drauf zu.

00:29:01: Aber wir wissen doch Um vierzehn Uhr kriegst du plötzlich Zahnschmerzen.

00:29:05: Und um sechszehn uhr schenkt dir jemand ein Auto und du denkst, was ist denn das für einen Crazy-Tag?

00:29:08: Was

00:29:09: ist das denn?

00:29:09: Was hast du für Tage?

00:29:13: Nein aber wir wissen es ja nicht!

00:29:16: Ich meine, da steckt auch etwas Positives in so einer Spannungssituation.

00:29:20: In der aufzuwachsen, in der zu leben... Das hat auch etwas, was eine anspornd zu kritischeren Blick auf die Welt oder auch zu einer kreativen Suche nach eigenen Wegen.

00:29:32: Ja, man kann natürlich auch wenn du Pech hast wirst du Zynecker inwürst bitter und selbst mitleidig.

00:29:42: das ist ja auch auch.

00:29:43: das wäre legitim für ein Kind oder einen Jugendlichen der einfach das Gefühl hat nicht anzudocken.

00:29:49: Oder wenn man richtig Pech hat wird man schüchtern und zieht sich in sich zurück was auch passieren kann.

00:29:56: Wenn du das Gefühl hast, die Umwelt akzeptiert mich nicht oder ich pass irgendwie nicht rein... Oder du wirst so eine Mimikrieperson und versuchst sie über zu assimilieren.

00:30:08: Zum Glück ist mir das bald nicht passiert aber es ist schon Challenge.

00:30:14: Gab es denn einen Setting in dem du dabei warst?

00:30:18: Sowas wie Fußball spielen?

00:30:21: Nee,

00:30:23: also Fußball ist genau das Gegenwarteil eigentlich.

00:30:26: Also tatsächlich jetzt bin ich anfangvierzig, jetzt bin Ich redakteur bei der süddeutschen Zeitung.

00:30:31: da habe ich zum ersten mal weil es so ein vielfältiger Haufen ist, der arbeitet zum erst Mal das Gefühl gehabt Da passe ich rein.

00:30:39: Ach gut!

00:30:40: Ja, weil das ist Süddeutche.

00:30:43: ja man stellt sich dass vielleicht als sehr menschnerische Veranstaltung vor ist es aber gar nicht sondern achtzig Prozent der Leute kommen aus ganz verschiedensten Ecken und auch ... gedanklich und fachlich verschiedensten Ecken.

00:30:53: Also wir sitzen da an einem großen Tisch rummorgens... ...und am Tisch sitzt eine Theologin, ein studierter Physiker,... ...eine Frau die japanisch kann.

00:31:04: Die Leute kommen aus den verschiedenste Ecken.... ...und dann komme ich als irgendwie hebräisch sprechender Jurist.

00:31:10: Und das ist gar nichts so was aus der Reihe fällt!

00:31:15: Das war sehr wohltuend also dass zum ersten Mal erlebt habe, jetzt auch schon fünfzehn Jahre her.

00:31:21: Ja, das ist natürlich total kontraproduktiv für deine... ...für die nächsten Gehaltsgespräche.

00:31:26: Jetzt wissen Sie wie sehr du an deinem Job hängst.

00:31:28: Früchte Protokoll gebe ich mich leidetäglich und ich bin mehr schwarz ins Geld!

00:31:32: Ach

00:31:32: Herr Steinke, leider müssen wir wissen, alle müssen den Gürtel enger schneiden und dieses Jahr tut mir wirklich wahnsinnig Leid.

00:31:39: Ich hoffe sie bleiben trotzdem bei uns.

00:31:42: So was haben wir denn hier?

00:31:44: Porteshead sind wir eigentlich auch schon Ein bisschen nerven, wobei ein bisschen sind wir da noch.

00:31:49: Oder waren wir da gerade als Teenager?

00:31:51: Habe ich hier das Stichwort Als Teenager in Nürnberg Radio gemacht.

00:31:54: Wir hören erst mal den Song und dann würde ich mir gerne anhören wie es dazu kam.

00:32:27: Partysheit waren das mit Over.

00:32:29: Mir gegenüber sitzt Ronen Steinke.

00:32:31: er ist Jurist und besteller Autor auch Podcast Host Und arbeitet als Leitender Redaktor fürs Politikressort der Süddeutschen.

00:32:41: So Wie kam's denn dass du als Teenagradio gemacht hast?

00:32:45: Ich war sehr politisch interessiert und bei dem örtlichen freien radio radio z also frei heißt nicht kommerziell keine werbung aber auch nicht öffentlich rechtlich sondern die leute kommen da einfach aus eigenem antrieb.

00:32:58: Handeln miteinander aus welcher sendung machen darf, da konnte ich das machen, da hatte ich eine nachrichten redaktion.

00:33:04: die haben dann so ein bisschen einen anderen blick auf die auf die politische welt und auch ein bisschen mehr auf n gos und auf proteste und auf politik von unten gehabt.

00:33:14: Tolles Umfeld, da gab es eine bis heute existierende fantastische Heavy Metal Sendung.

00:33:18: Zorsch jeden Mittwoch abend drei Stunden lang ich... Bin da gar nicht so affin, aber ich fand das so toll gemacht.

00:33:25: und samstags gab's Hip Hop.

00:33:27: Und ich hab am Mittwochabend eben vor der Heavy Metal Sendung eine Stunde... ...eine Chartsendungen gemacht die aber also wir haben uns selber ausgedacht welche Lieder in Charts sind.

00:33:37: Da war dann Punk und da waren irgendwie Ernie und Baird und... ...am immer so getan als ob das irgendwie Publikums Voting wäre was mir da nur so viel ergeben war.

00:33:45: Also der Gipfelsturm hieß die Sendung.

00:33:47: So und das fand ich war wirklich ne ganz tolle prägende Zeit.

00:33:51: Porta set war ein eine band als ich das zum ersten mal gehört habe.

00:33:55: da ging so richtig in der welt auf.

00:33:57: Das ist so ähnlich wie wenn man also der film matrix ja die science fiction film Als den zum erst mal gesehen hat, dass hat mich wirklich umgehauen.

00:34:05: diese special effect sowas hatte Ich vorher noch nie gesehen und so ähnlich bei portis hat so eine musik hatte.

00:34:10: Ich vorher doch nicht gehört.

00:34:12: es war völlig Eröffnete sind ne neue welt für mich nach Ja, einer Herkunft aus Gitarren und Schlagzeug und Schrammelei.

00:34:22: Und dann sowas.

00:34:23: Was heißt Herkunft?

00:34:24: Hast du neben dem Klavierspielen auch Schlagzeug gespielt?

00:34:27: Nee aber so eine musikalische Prägung und so eine Affinität hatte ich eher zu Rockmusik.

00:34:35: Bevor wir dieses Haus gleich wieder verlassen versprochen würdest Du mir so ein zwei Eindrücke geben von deinem damaligen Zuhause.

00:34:44: also habt ihr als Familie zusammen Musik gehört, zusammen Musik gemacht.

00:34:50: Hattest du eine eigene Anlage?

00:34:52: Ist das alles relativ frei oder relativ geordnet gewesen bei euch zu Hause?

00:34:58: Es stand ein Klavier im Wohnzimmer auf dem ich gespielt habe und Musik war jetzt nicht so ein Thema was die Familie zusammengebracht hat.

00:35:10: Meine Mutter spielte immer noch Ganz, ganz toll Klavier.

00:35:15: Die hat als Jugendliche ... War sehr viel fleißiger als ich offen war oder viel begabter wahrscheinlich beides und hat Tchaikovsky gespielt.

00:35:23: Und ich weiß noch wenn ich dann oben war im Zimmer und hab Hausaufgaben gemacht und habe dann auf meiner Anlage dabei irgendwie Musik gehört Punk zum Beispiel.

00:35:31: aber Wenn meine Mutter sie ans Klavier gesetzt hat habe ich sofort mal ein Sterbanlage ausgemacht und meine türen spalt aufgemacht.

00:35:37: nicht

00:35:37: ganz dass jetzt nicht merkt das

00:35:39: ist ja noch schöner

00:35:40: wirklich toll.

00:35:41: also

00:35:42: Ja,

00:35:42: das habe ich sehr, sehr geliebt.

00:35:44: Gab es unabhängig von religiösen Ritualen?

00:35:49: Andere Regelmäßigkeiten die euch als Familie zusammengebracht haben, die ihr zusammen erlebt habt, die jetzt zusammen gemacht habt?

00:35:56: Also ein schönes ja religiös oder so kulturelles Ritua im Judentum ist der Shabbat.

00:36:02: Das ist also der Ruhltag, der am Samstag ist immer.

00:36:05: Ruheltag heißt man soll chillen.

00:36:08: Man darf oder man soll jedenfalls nicht arbeiten.

00:36:10: Man soll aber auch nicht den Fernseher anmachen, sondern man soll wirklich sich auf so verlegen Buch lesen und Zeit mit geliebten Menschen verbringen.

00:36:19: Und der Schabbat beginnt am Freitagabend mit Sonnenuntergang.

00:36:23: So und das ist jetzt alles ein.

00:36:25: dass kann man so oder so ernst nehmen.

00:36:27: Ich finde muss es nicht ihre Ernst nehmen.

00:36:29: Aber wenn man kann es wertschätzen als eine schöne kulturelle Praxis Dass man sich vornimmt jeden freitag Abend fahren wir gemeinsam runter Und dann gibt es Rituale, also das Wichtigste ist es werden zwei Kerzen angezündet und es wird ein Wein aufgemacht.

00:36:46: Und Wein spielt ohnehin eine automatisch große Rolle in der jüdischen religiösen Praxis... ...und da gibt's die Chala, das ist so'n Hefe-Zopf, der traditionell dazugehört.

00:36:56: Das sind so die banalen Äußerlichkeiten, die aber triggern dass dann die Ruhe einsetzt.

00:37:05: Und das ist etwas, dass selbst in meiner rebellischsten Phase mit grünen Haaren und zerfetzten schwarzen Klamotten da bin ich immer gerne Freitagabend nach Hause gekommen... ...und finde es eine sehr schöne Praxis unabhängig von Religion!

00:37:20: Aber ja dann doch abhängig vom Religion?

00:37:22: Ja so mal inspiriert von.

00:37:24: aber es ist ja kein, dass man da jetzt mit Gott sich befasst an dem Abend sondern man befasst sich mit seiner Familie Mit seiner Woche, die hinter einem liegt.

00:37:31: Mit dem Gedanken jetzt erstmal Feierabend, jetzt mal Handy weg und...

00:37:35: Weil ich versuche mir gerade vorzustellen also das klingt als einzige hebräisch-sprechende Familie ist man dann wahrscheinlich ob man das nun will oder nicht so ein Mikrocosmos und verlässt sich auf sich selbst.

00:37:49: und ihr habt wahrscheinlich natürlich den Austausch gehabt aber du sagst eben es war für dich ein bisschen schwierig Dann hast du da deinen Punk, du hast deine grünen Haare.

00:37:59: Du sprichst bevorzugt von rebellisch sein oder Widerstand oder Kritik.

00:38:04: also auch schon damals warst du offenbar... Auch das ist ja so ein leichter Widerspruch eigentlich von außen so der von dem man sagt mit dir sollten unsere Kinder nicht in Verbindung kommen aber dann einzeln schreiben.

00:38:16: Also irgendwie ziemlich viele Widersprüche die sich da finden auf der einen Seite Auf sehr

00:38:23: viele Weisen

00:38:24: nervig.

00:38:24: Nervig weiß ich gar nicht, aber auf jeden Fall kann das ja sehr aufregend sein wenn man in deiner Haut steckt, aber es kann natürlich auch anstrengend sein, wenn man das Gefühl hat dass da so viel widersprüchlich ist.

00:38:35: in einem ist sowieso in der Zeit indem man wie du schon sagst versucht sich zu finden oder zu überlegen wer bin ich wo will ich hin?

00:38:42: Was hättest du denn geantwortet wenn wir uns begegnet werden und du hast mit siebzehn und ich hätte gesagt Und was haste vor?

00:38:49: Wo willst du hin?

00:38:50: Ja, ich

00:38:53: hätte mich wahrscheinlich gescheut das so dir zu verraten.

00:38:56: Ich hätte irgendwie da so aus Scham irgendwelche Sprüche geklopft aber die ehrliche Antwort wäre schon gewesen die Welt verändern.

00:39:04: So ganz pathetisch ja jetzt als Erwachsener traue ich mich das auch mal so.

00:39:07: Ich finde es ist nämlich gar keine Schande auch mal was pathetisches.

00:39:09: Ist es nicht komisch dass man sich davor scheut sowas zusammen?

00:39:13: Weil's so cheesy klingen mag in den anderen?

00:39:15: also wem will man gefallen?

00:39:17: Es

00:39:17: ist komisch weil einerseits wir ja alle erkennen glaube ich dass mit der welt vieles im argen liegt und ... dann sich dazu zu bekennen, dass man da gar was ändern möchte.

00:39:25: Finde ich eigentlich sollte man sich nicht fischen.

00:39:27: Nein!

00:39:28: Ich habe bei der Zeitung angefangen hat... Also so umgeben von jungen Journalisten die sich gerade diesen Beruf gewählt haben erlebt das man in so Runden mit anderen Volontären ja also so.

00:39:40: Azubis in der Zeitung sitzt und dann spricht man darüber, warum willst du Journalist werden?

00:39:45: Und dann geht es auch so ganz verschämt.

00:39:48: Keiner will irgendwie von Idealismus um Gotteswillen sprechen.

00:39:50: Es geht ganz viel darum.

00:39:51: ich möchte Geschichten erzählen Ich möchte also mehr so Entertainment.

00:39:57: und wenn ich dann gesagt habe ja also ich finde dass das kann man so nicht lassen und Demokratie braucht auch die Gesellschaft widerspricht und der Politik auf die Finger klopft Da war ich fast irgendwie so der Uncoole und dann nicht nur fast, da war ich definitiv der UnCoole in der Runde.

00:40:13: Aber ich stehe dazu und ich steh heute mehr denn je zu.

00:40:16: Ich finde also die Jahre mit Donald Trump haben glaube ich jetzt eher dazugeführt dass es wieder mehr Leute so sehen das ganz wichtig

00:40:23: ist.

00:40:24: Ja es wäre schön!

00:40:26: Und ich glaube wir müssen uns auch alle vor Augen führen dass wir da irgendwelche imaginären Korrektive in unserem Kopf haben Die sich bitte nicht über uns lustig machen oder denen wir gefallen, die nicht über und lachen sollen.

00:40:40: Oder den wir gefallen in so einem voraus einen Gehorsam.

00:40:43: Das ist ja irgendwie das... Was?

00:40:44: Wer ist das denn?

00:40:45: Also wer ist das dann der ein Doof finden könnte weil man sagt also wenn ich einen Wunsch frei hätte ich würde gern die Welt besser machen schöner machen.

00:40:54: Ja

00:40:54: der lacht soll halt lachen!

00:40:55: Also da ist vielleicht auch sein Problem.

00:41:00: Anzeige geht raus.

00:41:01: Nein und du gleich wieder, ey nein!

00:41:03: Du hast mein Buch zur Meinungsbeide gelesen, spinns wohl.

00:41:07: Gut hier haben wir noch die Baby Shambles.

00:41:09: sehr schön heißt es Fuck Forever?

00:41:13: Ja oder darf man das sagen?

00:41:15: Nee, das kann man gar nicht oft genug sagen.

00:41:16: A Baby

00:41:17: Shamba ist großartig im Band.

00:41:18: Also in Libertines ist ja so der Nucleus, also die Band wo Pete Docherty einer nur war von den fantastischen Musikern Wegen seines Drogenkonsums irgendwann nicht mehr erträglich war, für die anderen Bandmitgliedern rausgeschmissen wurde.

00:41:32: Dann hat er es den einen gezeigt und ihm mal seinen eigenen Laden aufgezogen hat der noch besser war.

00:41:37: Und

00:41:38: das Tolle ist.

00:41:39: also die Geschichte wird immer nur noch besser.

00:41:41: Also der zurückbleibende zweite Sänger Karl Barrett hat dann auch selber gemacht ja Karl Barret and the Jackals hat er da gegründet ich glaube einfach aus Rache an seinem ehemaligen Band Kollegen.

00:41:53: Also nochmal eine fantastische Großartige Band, mehrere Alben die alle wirklich ganz oben sind.

00:42:00: Und jetzt haben sie sich wieder vereinigt und Libertin sind wieder auf Tour.

00:42:02: also die haben uns so viel geschenkt ein Baby Shambles.

00:42:05: also von denen hätte man zwanzig Songs auswählen können die sind alle gleich fantastisch.

00:42:33: Der Journalist und Jurist Ronensteinke ist zu Gast.

00:42:39: angefangen hast du schon als politischer Schüler bei einer Schülerzeitung?

00:42:44: Und es gab da mal den Besuch des damaligen Innenministers Beckstein an eurem Gymnasium.

00:42:50: Ungwürdig?

00:42:51: Ja, denkwürdig!

00:42:52: Ich glaube, denkewürwig daran war – wenn ich das jetzt richtig erinnere – dass du oder dass ihr irgendwas Negatives oder Kritisches über ihn geschrieben habt und du gemerkt hast, das geht.

00:43:03: Das darf man.

00:43:03: Es war

00:43:04: herrlich.

00:43:04: also wir waren, ich glaube, vierzehn-fünfzehn.

00:43:07: Günter Beckstein ist auf meinem Gymnasum gewesen einst und war dann zu der Zeit Hardliner ist schon milder ausgedrückt, also er war wirklich rechts außen innerhalb der CSU.

00:43:18: Abschieben abschieben abschieben als damaliger Innenminister und er kam dann und sollte so eine Festtagsrede erhalten, so ein Star-Gast und hat dann angefangen.

00:43:27: und wir haben dann so... Also ich und meine Schülerzeitungsbuddies, wir haben da so gestenkt hat während seiner Rede und Buu und so was das irgendwie nach zehn Minuten abgebogen ist thematisch und die langweiligste, also frei improvisierte Rede über EU-Recht gereiten hat.

00:43:42: Flora fauna Habitatricht diene... Also um wirklich nichts mehr irgendwie Anlass zu bieten, dass irgendjemand sich dafür interessiert.

00:43:49: Und wir haben dann auch noch in der Zeit oder nachher so eine Schulerzeitung an Bericht drüber gemacht wie alle weggedämmert seien und was das für ein verschenkter Abend gewesen sei.

00:43:58: Das war ... Da hat der Minister uns einen demokratisch lohnendes Erlebnis geschenkt auf diese Weise vielleicht unfreiwillig und er hat nicht so viel Spaß gehabt wie wir.

00:44:08: Aber dieses Gefühl, ich bin klein.

00:44:10: Ich bin acht Klässler oder neun Klässer aber... ...ich kann hier sagen was ich will.

00:44:16: Vielleicht habe ich ja sogar recht.

00:44:18: viele Leute geben mir Recht und trauen sich vielleicht nicht so sehr zu sagen wie ich aber ich traue mich und die sind froh wenn sie es dann lesen können und sagen's mir dann auch Das ist ein tolles Erlebnis und dass das möglich war, dass es auch etwas was für viele Leute wünschen würde.

00:44:36: Also man ist schon als Jugendlicher erlebt.

00:44:40: Und zwar nicht auf Teufel kommen raus.

00:44:41: also es gibt ja diese Trotzphase wo man irgendwie gegen alles ist oder alles sein möchte.

00:44:49: Das nutzt sich ja dann auch ziemlich schnell ab.

00:44:51: Aber ich kann mir vorstellen, dass aus so einem Erlebnis wie dem gerade geschilderten eben auch der Wunsch wachsen kann, Journalist oder Journalistin zu werden.

00:44:59: Du hast dann Abitur gemacht und Zivildienst?

00:45:04: Wo

00:45:05: mit Obdachlosen in Nürnberg?

00:45:07: da gibt es relativ viele also auch Straßenkinder So muss man's, glaub ich nennen.

00:45:11: Also zwölf-dreizehn Jahre und Pennacht unter der Brücke machen Platte wie man sagt?

00:45:15: Ja also die gibt es nach wie vor und wahrscheinlich sind das heute eher mehr als... Ich vermute auch ja Wie passiert ist das zwölft dreizehnjährige auf der Straße landen?

00:45:26: Schlechte Eltern.

00:45:28: Was sind schlechte Eltern?

00:45:29: Die sich mehr haben sie selber kümmern um ihre Eitelkeiten Und sich da dem nicht dieser Aufgabe nicht unterordnen für die Kinder da zu sein oder Gewalt in der Familie, Gewalt gegen die Kinder ausüben.

00:45:42: Also eine Situation schaffen wo Kinder dann eher ausbüchsen das ist in der Regel so gewesen sind von zuhause weggelaufen und wollten auch nicht von der Polizei gefunden werden.

00:45:54: Und ich habe in einer obdachlosen Einrichtung der Caritas gearbeitet mit Mönchen und Nonnen.

00:46:00: also der Leiter war ein Mönch ein Franziskana-Mönch Ruder Martin und die wichtigsten Mitarbeiterin waren alles Ordensschwestern.

00:46:08: Und wir haben die sozusagen anonym, keiner musste seinen Namen sagen, Mittagessen gegeben, wir haben mit den Tischtennis gespielt, Kicker gespielt... Alle hatten Spitznamen, also so Punk-Namen irgendwie, Läufer oder sowas.

00:46:21: Das hat mir, glaube ich mal noch einmal eine Reality Check gegeben.

00:46:28: Also wie viel schlechter es Leuten geht.

00:46:33: Ja, ein was für eine Gesellschaft wir auch leben.

00:46:36: Das lässt sich sicherlich nicht verallgemeinern aber die meisten von uns wenn sie sich versuchen zurückzuerinnern wie man ist mit zwölf, mit dreizehn ja eigentlich sehr unselbständig also ziemlich unselbständig.

00:46:50: Die wenigsten können sich keine Ahnung was kochen oder ich glaube dass es da viele Ängste gibt.

00:46:57: Aber was veranlasst dich dazu?

00:46:59: Wo gehst du hin, durch was wurden junge Menschen... Ich frage mich.

00:47:05: Und du fließt ja vor einer Sache für Elternhaus zum Beispiel aber wo du Zuflucht findest ist er auch nicht.

00:47:11: dann also in der Regel Pendi-Leute?

00:47:13: entweder unter freiem Himmel wurde auch nachts ... schlimme Sachen erleben kannst oder auf dem Bahnhof.

00:47:20: Du

00:47:20: gehst zum Bahnhof, ne?

00:47:21: Als ein Mädchen das vielleicht auch noch nicht so lebenserfahren ist, da kann viele schlimme Dinge passieren.

00:47:27: und ich erinnere mich... Ich war als Zivilenleistin also in den vergangenen Jahrzehnten, dass einen Punk der vielleicht so in den letzten Jahrzehn war mir erzählte oder mir so ein kleines Bild zeigte von einer Ultraschallaufnahme seiner Freundin, dass sie schwanger ist und ich klopfen sie auf die Schulter sagt Mensch Glückwunsch.

00:47:45: was gibt es ein schöneres im Leben?

00:47:47: Und er brach in Tränen aus.

00:47:49: Riesiger Typ mit so Noppen, also mit so Niten ja so Stahl Spikes auf den Schultern und ganz furchterigende Erscheinung der Brache in Tränen aussagt du hast doch keine Ahnung was redest Du denn da?

00:48:03: ja wie soll ich denn dein Kind durchbringen?

00:48:07: Ja und also da sieht man mal Das ist unsere Gesellschaft.

00:48:10: Das sieht man oft nicht im Fernsehen, davon handelt nicht unsere Talkshows und unsere Telenovelas aber das ist die Realität von gar nicht so wenigen Menschen.

00:48:21: Also wenn Sie zu Hause das Gefühl haben sie haben in ihrer alten schwarzen Jeans kurz vorm Waschen versehentlich noch dreißig Euro gefunden wo kommen denn die her?

00:48:31: Und Sie möchten dieses Geld sinnvoll spenden.

00:48:33: es gibt natürlich unglaublich viele sinnvolle Angelegenheiten Aber es gibt auch sehr viel Nicht mehr ganz so viele, weil die auch auf Unterstützung warten und da wird viel Unterstützung gestrichen.

00:48:43: Aber es gibt immer noch einige Initiativen, die sich zum Beispiel eben um Straßenkinder kümmern und versuchen eine Ausbildung zu kriegen.

00:48:52: und einen Beruf und den Wohnung zu besorgen kann man ganz leicht im Netz recherchieren.

00:48:57: wir wollen jetzt hier nicht eine Initiative hervorheben aber auf jeden Fall sind in jedem Fall unterstützenswert.

00:49:04: können sie ja mal gucken einem ruhigen Moment So, dann müssen wir auch mal langsam in die Pötte kommen Richtung Gegenwart.

00:49:13: Wennst du das noch nicht mal studiert?

00:49:15: Das ist eigentlich los!

00:49:16: Du ängst dir nur rum.

00:49:19: Daniel Kahn hören wir und nicht Leonard Cohen mit Halleluja.

00:49:24: Warum dieser Song?

00:49:25: was löst er in dir aus?

00:49:27: warum hast du dich für den entschieden?

00:49:28: Es ist

00:49:29: eine Coverversion des berühmten Songs von Leonard Cohen auf Jidisch Und jidisch ist eine Sprache die sehr nah beim Herzen ist.

00:49:37: Es ist eine eigene Sprache, das nicht nur ein Dialekt des Deutschen.

00:49:41: Aber es ist dem Deutschen sehr eng verwandt, so nahe verwandt wie das Niederländische im Deutschen und weil die Aussprache nicht so anders ist versteht man auch wenn man nur Deutsch kann mindestens die Hälfte von Jüdisch.

00:49:54: Und es ist im Vergleich zum Hochdeutschen niedlicher, vielmehr mit...

00:49:59: Weicher, ja spielerisch!

00:50:02: Vielmehr Mit Verkleinerungsformen.

00:50:05: Die Grammatik ist eine andere.

00:50:06: Es ist sehr stark von Slavischen Sprachen inspiriert und es gibt einige Worte, die aus dem Hebräischen stammen und dann so eingedischt worden sind.

00:50:17: Und da finde ich vieles wieder, was mich sehr berührt.

00:50:23: Mein Großvater hat jüdisch als Kind in der Familie gesprochen Und ich hab jüdisch eigentlich dann nie so erlebt, dass man mit mir jüdische gesprochen hat.

00:50:33: Aber ich habe es jüdischen immer als Einsprengsel in der Sprache, also als Redewendungen kennengelernt und... Wir

00:50:38: werden gleich für ein anderes Projekt nochmal genauer über Sprache sprechen aber gib doch mal kurz doch ein paar Begriffe jetzt an diesem Zusammenhang raus.

00:50:49: Die deutsche Sprache bedient sich ja des Jüdischen auch und wird dadurch auch bereichert.

00:50:57: viele Begriffe, die wir instinctiv vielleicht sogar richtig benutzen und okay sind weil sie nicht religiös aufgeladen sind.

00:51:04: Und dann gibt es aber einige, du hast dazu auch ein ganz kleines schönes Büchlein geschrieben.

00:51:10: das heißt warte mal hier liegt ziemlich neben mir.

00:51:12: Antisemitismus in der Sprache es im Dudenverlag erschienen.

00:51:17: Das ist sehr unterhaltsam geschrieben und wo kann man in einer Stunde so durchlesen?

00:51:22: ungefähr gibt doch mal Beispiele für ... positiv gewählte Worte und welche, die dann aber doch antisemitisch sind.

00:51:29: Ja also sehr schön ist ein Wort wie Meschugge.

00:51:32: Ja Meschuge bedeutet nichts anderes als verrückt, aber wenn man mal die Phonetik vergleicht... Also verrückt ist es so einen konsonanten Salat!

00:51:38: Und Meschugges?

00:51:39: Das ist ein weiches Wort das hat eine bisschen so ne Rhythmik.

00:51:44: Tacheles ist ein anderes Wort.

00:51:45: ja es bedeutet nichts anders als Klartext, aber möge jeder selber beurteilen was irgendwie Schamanta ins Ohr geht.

00:51:52: Und dann die ganzen Verniedlichungsformen.

00:51:54: Also wenn kleine Kinder rote Wangen haben, auf jeden Fall sind sie die Bäckerlach und so.

00:52:02: das Problematische auf der anderen Seite ist dass einige jüdische Begriffe, wenn sie ins deutsche als Lienworte importiert werden in ihrer Bedeutung verdreht werden.

00:52:13: also ein schlimmes Beispiel aus meiner Sicht Mischpoke die Nackenhaare irgendwie aufsteigen lässt, weil wenn ich mir Spoke höre es in der Regel in so einem Kontext von das ist irgendwie anrühig.

00:52:29: Das sind irgendwie ein düsterer Verbund von Leuten begegnet.

00:52:33: Was ist denn das für eine Mischpoke von Bankern und Politikern, die sich da zusammengebraut hat?

00:52:38: Es gibt ja manchmal auch ironisch gebrochen, dass Leute über ihre eigene Familie als meine Mischpoke.

00:52:42: Aber halt dann ist es ironisch und dann ist auch der Witz das das ironische ist und das wäre nur dann.

00:52:48: also der witz funktioniert nur deswegen weil es eben vordergründig erst mal ein negatives Wort ist

00:52:53: wenn eigentlich ist es Familie?

00:52:54: Und

00:52:54: auf jüdisch.

00:52:55: Also für Menschen wie mein Großvater der das einfach als seine Muttersprache sprach Ist es ganz erstaunlich wie die Deutschen darauf kommen dass das was Negatives sein soll Weil das Wort bedeutet einfach nur Familie.

00:53:04: Familie als neutraler Begriff.

00:53:06: Schachern und Mauscheln, lass uns die zwei noch nehmen.

00:53:09: Fürchterlich!

00:53:09: Schachern ist auf Jüdisch einfach nur Handeltreiben – das ist ja auch jetzt moralisch

00:53:14: nicht mehr

00:53:14: neutral – aber wenn wir es im Deutschen hören, Postengeschacher, das ist nie was Positives.

00:53:19: Also da färbt ein negatives Bild von Juden.

00:53:22: fast die Menschen, die das importiert hatten, hegten ab auf den Gebrauch dieser jüdischen Worte.

00:53:29: Und mauscheln ist vielleicht das Allerschlimmste?

00:53:31: Das ist ein Wort, das viele Leute ganz Ja, unschuldig benutzen ohne zu ahnen woher das Wort herkommt.

00:53:37: man kennt es ja so aus der Journalismus.

00:53:40: Aus Schlagzeilen.

00:53:41: Mauschelai bei der Bankenfusion und so weiter bedeutet irgendwie so korrupte Deals kommt aber daher dass in siebzehnten Jahrhundert der jüdische Vorname Moses oder auf Yiddish Moshe verballhorn wurde zur Mausel.

00:53:57: also Mausl war ein gängiger jüdischer vorname der dann so Verwendet wurde als sozusagen um alle Juden zu bezeichnen.

00:54:05: So ähnlich wie wenn Rassisten von Türken sprechen und sagen der Ali, also ähnlich verächtlich Und Mauschellen das Verb bedeutete dann und so steht es sogar in Grimms Wörterbuch Reden wie ein Jude.

00:54:19: Wenn man das weiß dann sollte man diesen Begriff nicht mehr benutzen finde ich.

00:54:21: Aber überhaupt die Gebrüder Grimm Karl Marx Also ist ja alles da sind Martin Luther.

00:54:26: Da ist unglaublich viel unglaublich Viel verwurzelter Antisemitismus zu finden, mit dem größten Selbstverständnis.

00:54:35: Das ist schon echt ein ziemlich erschütternder Erkenntnis.

00:54:39: Okay vielen Dank für diesen kurzen Exkurs!

00:54:42: Und wie schön die jüdische Sprache ist?

00:54:43: Wunderschön!

00:54:44: Wie wunderschöne, damit man sie singen kann.

00:54:46: Ja das haben wir jetzt.

00:55:09: Hörbar, Ad Radio Eins.

00:55:10: Sie können uns eine E-Mail schreiben wenn sie möchten.

00:55:15: Du hast dich entschieden, die baronen Rechtswissenschaften zu studieren und so steht es in deinem Lebenslauf und Kriminologie...

00:55:24: Sehr gut!

00:55:25: ...in

00:55:25: Hamburg und Tokio.

00:55:28: Wo denn sonst?

00:55:29: Ja na klar du kannst auch gleich rein und ich habe gesagt das ist mein Hund Yuki und du hast doch voll gesagt ah japanisch.

00:55:35: ja Also bei euch in der SZ am großen runden Tisch habe ich ja gelernt, sitzt auch eine Frau die Japanisch spielt.

00:55:42: Viel besser als ich.

00:55:43: Aber du ja auch!

00:55:44: Ich kann es,

00:55:44: ich delitiere ein bisschen...ich mag's sehr gerne.

00:55:46: Die japanische Sprache ist nicht so schwer wie man sich das vorstellt.

00:55:50: Es ist ganz anders als chinesisch wo also jedes Wort ein eigenes Zeichen ist, dass die japanischen hat durchaus einen Alphabet.

00:55:58: Zwar komplekt, also forty acht Buchstaben nicht sechsundzwanzig aber es ist beherrschbar.

00:56:03: Die Grammatik ist ein bisschen komplizierter, aber es ist relativ so mathematisch logisch.

00:56:09: Man muss halt nur fleißig sein und es ist eine tolle, tolle Kultur.

00:56:13: Ich habe also einen Semester nur da verbracht viel zu kurz Aber Tokyo als ne unheimlich lustige Kindische Stadt kennengelernt, ja also das ist klar.

00:56:26: es gibt diese Welt die man so sofort vor Augen hat der Männer mit Anzug die in engen U-Bahn morgens zur Arbeit und diese Soldaten ihrer Firma sind.

00:56:33: Das gibt's auch.

00:56:34: aber es gibt eine unheimliche Präsenz von Comics und Zeichentrickfiguren der Öffentlichkeit.

00:56:39: jeder Supermarkt hat irgendwelche lebensgroßen Puppen von irgendwelchen Zeichentrickserien.

00:56:45: Also das ist... Sagt

00:56:46: man nicht Manga?

00:56:47: Ja, Manga genau!

00:56:48: Hast

00:56:48: du jetzt mit Absicht nicht Mangan gesagt weil du nicht wusstest ob wir das verstehen?

00:56:54: Doch doch

00:56:55: doch doch.

00:56:57: Also nicht nur Manga, also auch Disney alles...

00:57:02: Das finde ich toll!

00:57:02: Das löst das

00:57:03: in

00:57:04: dir aus?

00:57:04: Das

00:57:05: würde ich mir in Deutschland auch wünschen.

00:57:08: Wir haben das viel weniger und wo du sagst die Mangas ja heute wahrscheinlich nicht mehr.

00:57:12: aber als ich da war in den Nullerjahren Da waren ja noch Papier und Zeitungen und Bücher irgendwie mehr als digitales Lesen.

00:57:21: Und es kam einmal in der Woche der Altpapierabholer und hat wirklich Berge von dicken, also so Telefonbuch-dicken Manga Büchern von der Straße eingesammelt.

00:57:33: Japaner sondern unheimlich lesefreudiges Volk!

00:57:36: von der Straße eingesammelt.

00:57:38: Sie sind doch aber auch so ordentlich, kriegt man da nicht gleich eine Haftstrafe?

00:57:44: Die Leute kaufen so viele Mangas und dann werden die ausgelesen, dann werden sie nicht in der Bibliothek aufbewahrt, sondern wieder zum Altpapier gegeben.

00:57:51: Und man sieht an dieser riesigen Berge, die dann ordentlich aufgeschichtet und abgeräumt werden... Was für ne große Relevanz das hat!

00:58:00: Aber das Lesen hat ja eh ne große Relervanz.

00:58:03: ich sage nur Okay, ich dachte dass ich jetzt echt einen fetten Punkt mache.

00:58:13: Forumrecht das ist eine Zeitschrift für und von Juristinnen und Juristen.

00:58:20: glaube Du hast, wenn ich das richtig rekapituliere nach dem ersten Jahr oder im ersten Jahr ein bisschen gestruggelt mit diesem Studium weil es dir ein bisschen blutleer erschien und auch doch weniger mit Weltverbesserung offenbar zu tun hatte als gehofft.

00:58:36: Als

00:58:36: Vertragsfristen.

00:58:39: Und dann hast du in diesem Forum recht etwas gelesen nämlich einem Artikel so geht die mehr des um drei Jahre jüngeren Tilo übrigens der über Fritz Bauer geschrieben hat

00:58:51: Und die kleine Anekdote wirklich nicht länger als zehn Sätze war, dass zu einer Zeit in den fünftiger Jahren als der wichtigste noch flüchtige Nazi-Verbrecher in Argentinien ausharrte unter falschem Namen.

00:59:07: In Deutschland ein Staatsanwalt saß und er bekam diesen Tipp auf dem Tisch diese Info wo sich Adolf Eichmann, der Cheforganisator der Züge nach Auschwitz befindet.

00:59:19: Und was macht man damit?

00:59:20: so eine Info?

00:59:21: und diese deutsche Staatsanwalt jüdisch, der aus dem Exil zurückgekommen war namens Fritz Bauer.

00:59:27: Musste sich dann die Frage stellen gehe ich damit jetzt zu meinem Apparat meinem Team und sagt denen so wir machen das ganz normalen Strafverfahren und da wird jetzt Auslieferung beantragt wie man es halt macht was dazu geführt hätte dass ... die Chance bei hundert Prozent liegt, dass Adolf Eichmann gewarnt worden wäre.

00:59:43: Und wie so viele andere Nazi-Verbrecher dann... ...wäre man zur Razzia angetanzt und er wär am Abend vorher aber schon abgereist gewesen oder wär gewarnt geworden?

00:59:52: Oder nimmt man das recht in die eigene Hand?

00:59:54: Und Fritz Bauer dieser Staatsarbeit hat das dann... Das Letzterer gemacht.

00:59:57: der hat dann heimlich mit dem israelischen Geheimdienst Kontakt aufgenommen mit dem Mossad... ...und hat gemeinsam mit denen diese weltberühmte Entführung von Adolf eichmann geplant die dazu geführt hat, dass Eichmann dann in Jerusalem vor Gericht kam und einer der wahrscheinlich wichtigsten Prozesse des zwanzigsten Jahrhunderts stattfinden konnte.

01:00:16: Darüber hatte er geschrieben?

01:00:18: Und das hat mich so umgehauen!

01:00:20: Ein deutscher Jurist, also in der Frage entscheide ich so wie es vorgeschrieben ist oder wie es meinem Gewissen entspricht sich so klar für seinen Gewissen entscheidet im vollen Bewusstsein, dass das seine Karriere kosten kann, dass ihn das so ganz Gefängnis bringen könnte im vollen Bewusstsein, dass alle um ihn herum das Gegenteil wollen.

01:00:39: Dass er sich also da rebellisch gegen sein ganzes Umfeld stellt.

01:00:43: Das war genau der Spirit, den

01:00:45: ich gefühlt

01:00:46: hatte.

01:00:47: Du hast wenig später ein Buch über ihn geschrieben... Fritz Bauer?

01:00:52: ...über Fritz Bauern schuldige Bitte und dieses Buch diente dann als Grundlage für den später vielfach ausgezeichneten hervorragenden Film Der Staat gegen Fritz Bauer.

01:01:06: Glückwunsch und auch noch mal shout out an Tilo Scholle, der als Buchautor und Jurist dort arbeitet.

01:01:13: Aber ... Und ich will jetzt hier überhaupt gar nicht einen Haar in die Suppen legen?

01:01:19: Null!

01:01:19: Überhaupt nicht.

01:01:20: Ich finde das so toll und hoffe, dass es viele Fritz- und Friederbauers gibt, die genau das machen und sich für das Gute entscheiden, was auch immer das Gutes oder das Gerechte.

01:01:32: Nichtsdestotrotz ist natürlich das, was da passiert ist, das Recht in die eigene Hand zu nehmen.

01:01:37: Das würde ich mir bei jemandem mit dessen moralischen Kompass nicht übereinstimmen, nicht wünschen.

01:01:44: Also das ist ja dann das wo man sagt eigentlich darf das nicht passieren?

01:01:48: Eigentlich bist du hast du deine Liebe oder der Funke zur Liebe für Juras übergesprungen?

01:01:55: einen Moment, gemerkt, dass sich jemand unrechtmäßig verhalten hat.

01:01:59: Eigentlich!

01:02:00: Er hat sich gegen das Gesetz entschieden...

01:02:02: Das ist richtig und man sollte sich nicht wünschen, wir reden hier von Leuten die Macht haben, ja Staatsanwälte, der ist einfach nach seinem persönlichen Gerechtigkeitsgefühl.

01:02:11: also so sollte die Regel nicht sein.

01:02:13: aber wie war denn die Lage in der Nachrichtzeit?

01:02:16: Wir hatten ja in Deutschland eine Schicht von Leuten, die in der Justiz oder bei der Polizei entscheidend waren, die eine alte braune Gesellschaft waren.

01:02:26: Die haben nicht nach den Regeln gespielt.

01:02:30: Sie haben ständig sabotiert Augen zugemacht, obwohl das Gegenteil ihr Job gewesen wäre.

01:02:35: Die haben stendlich Leute gewarnt.

01:02:37: also die haben letztlich das Gesetz am laufenden Band gebrochen und was Fritz Bohr gemacht hat war eine Form von Notwehrreaktion darauf.

01:02:46: Ich lass euch damit nicht durchkommen.

01:02:47: Ich such mal einen Umweg, um zu dem zu kommen was das Gesetz will.

01:02:50: Denn das Gesetz wird verbrechen bestraft werden.

01:02:53: Das ist jetzt keine persönliche Privatmeinung von ihm sondern das ist schon Konsens eigentlich.

01:02:58: und rund um mich herum haben alle anderen dem Gesetz wieder gehandelt.

01:03:02: Und ich glaube dann ist es auch in Ordnung.

01:03:04: Dann ist es so eine Form von zivilen Ungehorsam oder von ja dienen einer höheren Sache sich verfichtet fühlen.

01:03:12: Ja aber da geht es im Bereich der Definition Und da können wir einfach Glück haben oder nicht.

01:03:18: Deswegen ist es so wichtig, dass Richter und Richterin unabhängig gewählt werden bzw von mehreren Personen und nicht mit irgendwelchen Interessen im Hintergrund.

01:03:36: Alien hast du mitgebracht?

01:03:38: Die Interruptors!

01:03:40: Was ist das denn?

01:03:41: Eine

01:03:42: super-kalifornische Punkband aus dem Umfeld von Rancid, was eine sehr, sehr bekannte, sehr erfolgreiche Punkband ist.

01:03:49: Die Interrupter sind so ein bisschen ein Spin Off und haben sehr viele gute Liedern.

01:03:54: Dieses hier ist wegen des Textes so beeindruckend finde ich.

01:03:58: die Sängerin hat bei einem mal beim Live Konzert es so anmoderiert.

01:04:02: Es ist ein Lied für alle, die mal das Gefühl hatten man hat sie auf dem falschen Planeten abgesetzt.

01:04:08: davon handelt das Lied.

01:04:40: Der Jurist und Journalist Ronin Steinke ist heute hier zu Gast.

01:04:45: Du hast als studentischer Mitarbeiter in straffverteidiger Kanzlein gearbeitet.

01:04:53: Hättest dir das auch wahrscheinlich ganz gut vorstellen können, aber dann hast du etwas beobachtet dass es diese Klassenjustiz gibt.

01:05:03: also die spektakulären Fälle sind nur das eine Aber was sich in der Realität abspielt sind eben diese vielen Kleinsachen, die ja auch die Gerichte verstopfen wie es immer wieder heißt.

01:05:15: Ich habe

01:05:15: einen Fall als Akte vor mir gehabt von einer Frau Erwachsenen Mutter von Kindern.

01:05:23: Die hatte ein Pullover gestohlen im Wert von dreißig Euro oder sowas und das war der Strafverfahren und es endete mit einer zappedingten Freitstrafe aber eine freie Strafe auf Bewährung Und ist doch unfassbar.

01:05:34: also wir reden hier von wirklich ne harte Sanktion Und das war jetzt nicht aus kleptomanischem Egoismus oder sonst was, sondern es war aus Not dass sie gestohlen hatte.

01:05:46: So und das ist etwas solche Fälle kommen wenn man die Augen offen hat und im Strafrecht sich das alles anschaut sehr oft unter.

01:05:54: Das ist eigentlich die Masse unserer Fälle vor deutschen Strafgerichten.

01:05:58: Ja wir haben dann mal die Zeitung aufschlagen oder im Fernsehen gucken Dann vor allem so die spektakulären Gewaltfälle vor Augenmord und natürlich der Tatort handelt nie von Ladendiebstahl Aber das ist der Standard.

01:06:09: Also, weiß nicht, siebzig, achtzig, neunzig Prozent sind solche Elends Kriminalität und ich finde dass es nicht gut wie wenig wir darüber reden.

01:06:17: Ich finde wir haben ganz oft ein öffnlichen Diskurs, der beim Thema Kriminalitet von dem Bösen sehr stark spricht und es gibt das Böse ja... Ich habe am Jugoslawien-Tribunal eine Zeit lang gearbeitet in den Hague also wo's wirklich um Kriegsverbrecher geht um da scheue ich mich nicht zu sagen Das ist

01:06:33: böse Ja

01:06:34: aber ganz viel was Wir vor deutschen Gerichten haben, sind Leute die eigentlich selber Opfer sind vor allem.

01:06:41: Und die Sachen machen, die ich nicht weiter empfehlen möchte – man soll nicht klauen, ja?

01:06:45: Aber wir sollten uns ein bisschen hüten wie wir diese Nöte nicht haben mit dem moralischen Zeigefinger, mit dem Wort Böse und der Verurteilung, um so eine Härte daran zu gehen, dass man sogar Freiheitsstraffen gibt für einen

01:06:57: Pulverklauen.

01:06:58: Würdest du nicht eher sagen das es eine Gleichgültigkeit ist, eine gesellschaftliche, nur dass die Justiz… weil es irgendwann mal so festgelegt wurde, da ahntet.

01:07:07: Also ich glaube... Vielleicht wasche ich mich da auch, aber ich weiß gar nicht ob die Gesellschaft das wirklich als so böse abtut.

01:07:13: Weil jeder irgendwie schon mal geklaut hat.

01:07:16: So, das macht die Sache nicht besser und es gibt ja auch schon Abstufungen und auch aus der Motivation.

01:07:21: also machst du's aus langer Weile, machst du es als Mutprobe, machst du es weil du es wirklich nötig hast?

01:07:26: Weil dir das Geld für Essen fehlt?

01:07:29: Machst du's weil du eine psychische Erkrankung hast oder um dich ganz einfach zu bereichern?

01:07:34: Es gibt ja so viele unterschiedliche Sachen, Eben einzelnen Fall, die Mühe machen.

01:07:40: können wir das überhaupt leisten abzuwägen und es neu zu beurteilen?

01:07:44: Wir

01:07:44: müssen auf jeden Fall...

01:07:46: Aber wie soll das gehen wenn das so mannig falldich stattfindet?

01:07:50: Das soll mal nicht tolerieren.

01:07:51: Man darf nicht im Supermarkt was klauen.

01:07:53: Also gibt's keine Ausreden für, wenns dir nicht gehört aber wenn man das später verurteilt vor Gericht dann ist der Anspruch sehr wohl dass man sich das individuell anguckt Denn Strafen werden für einen Menschen ausgesprochen.

01:08:05: Es geht darum, dass der Staat in ein Menschenleben eingreift und eine Sanktion soll irgendwie diesen Menschen auf die Bahn zurückbringen.

01:08:13: Da geht es schon um einen moralischen Vorwurf gegen jemanden.

01:08:15: da gehts auch um uns anprangern Prozesse sind öffentlich da geht's darum abzuschrecken andere sollen mitbekommen

01:08:20: aber da sitzt ja niemand.

01:08:22: Na ja, da sitzen schon manchmal Leute.

01:08:23: Da sitzt auch Presse und so, ihr seht ja zu selten.

01:08:26: Aber

01:08:27: das ist

01:08:28: der Anspruch und den muss man schon hochhalten dass man deswegen dem Menschen gerecht werden soll.

01:08:32: Wie

01:08:32: soll das gehen?

01:08:33: Erklär mal!

01:08:33: Also ich habe in Berlin mir diese Edensprozesse angeschaut die oft nur eine Viertelstunde dauern am Fließband.

01:08:39: Da wären Leute rein und raus gekarrt Und er sitzt dann jemand und sagt, er hat am Ende des Monats wegen seiner Depression oder wegen seiner Hautkrankheit... ...und das hat ihm so weh getan.

01:08:48: Dann hatte er es irgendwie nicht hin gekriegt zum Amt zu gehen und er brauchte aber was zu essen.

01:08:54: Das wird dann von der Anklage verlesen.

01:08:56: Drei Kürbiskeinbrötchen, eine Packengummebärchen und einen Salami geklaut.

01:09:00: Gesamtwert von acht Euro für unsechzig.

01:09:03: Wir beantragen eine Geldstrafe von sechzig Tage setzen.

01:09:07: Sechszig Tage?

01:09:08: Ist das...?

01:09:08: Also

01:09:08: an zwei Monaten gehält.

01:09:09: Zwei Monate Einkommen sowas zu machen, wenn's wiederholt vorgekommen ist.

01:09:13: Ja, da muss man schon sich die Frage stellen.

01:09:16: Ist das jetzt das Böse?

01:09:18: Und ich...

01:09:19: Okay, da beantworte ich mal.

01:09:21: Es ist nicht das Bösse!

01:09:22: Niemand in dem Gerichtsaal denkt es ist das BÖSE.

01:09:24: Wird etwas

01:09:24: besser bei der nächste Frage, wenn man denen eine Strafe gibt?

01:09:27: Ist er dann abgeschreckt?

01:09:31: Würde er auf den besseren Bahnen zurückkommen?

01:09:33: Würden wir gar nichts tun?

01:09:36: Das

01:09:38: ist jetzt provokativ diese Frage.

01:09:40: Ich habe da keine Lösung, ich sehe ... Du machst einen Punkt ganz klar!

01:09:44: Aber was kann die Lösung sein?

01:09:47: Das ist so ähnlich wie überfüllte Schulklassen mit dreißig Schülerinnen und Schülern Und du wünschst dir und jede Lehrerin und jeder Lehrer der einigermaßen gutes Berufsverständnis hat Wünscht sich mehr Zeit zu haben für jede einzelne Schülerin Die Herkunft und die Umstände.

01:10:04: Und warum bist du schlecht?

01:10:07: Aber es ist ja nicht realistisch!

01:10:08: Ja,

01:10:09: auf der anderen Seite... Wir haben in Deutschland schon ein ziemlich faires Strafsystem wenn man weiß wie man sich seine Rechte bedient.

01:10:19: Also wenn du gute Anwälte hast würde ich sagen Das kann man sich nicht beschweren, dass man in Deutschland nicht alle Chancen hat.

01:10:26: Auch Argumente vorzubringen die dann Strafmildern wirken auch Gnade zu finden.

01:10:30: da gibt es also auch eine Offenheit der Gerichte.

01:10:33: oft ja sie sind auch frohe gute Argumenten zu hören.

01:10:35: dann kann man abwägen dann kann ein mildes Urteil fällen.

01:10:38: aber das habe ich ganz oft erlebt.

01:10:40: die Leute und zwar neunzig Prozent die wegen so ehemals kommentiert vor Gericht sitzen haben kein Geld für einen Anwalt.

01:10:47: Sie sitzen da ohne Anwalt.

01:10:48: Du bekommst in Deutschland, dass es auch härter hierzulande als in anderen Ländern nicht ein Einwalt auf Staatskosten ist.

01:10:53: Also das muss man den Leuten erst mal erzählen weil viele denken, weil's in amerikanischen Serien so ist, die wir sehen...

01:10:59: So Pflichtverteidigung?

01:11:00: Da heißt

01:11:01: es immer ja wenn sie sich keinen leisten können und wird ihnen einen Anwaltung zu erfügen gestellt.

01:11:04: Sie müssen nur sagen jetzt sind wir in Deutschland gar nicht so.

01:11:06: Hierzuland ist es so ab einer hohen Gewicht von Straftat.

01:11:12: Wenn dir Mord vorgeworfen wird, Vergewaltigung vorgewürftet, dann kriegst du einen Pflichtverteidiger.

01:11:17: Drunter und das ist die Masse betrunkener Auto gefahren, Schlägerei, Diebstahl bekommst du nichts!

01:11:22: Und dann guckst du in deinem Portmonnaie.

01:11:24: habe ich jetzt mal ein paar hundert Euro übrig um den Anwalt zu engagieren?

01:11:26: und denen regelt sich der Antwort nein.

01:11:28: Ich muss mich wie so'n Terrier festbeißen und doch nochmal nachfragen aber wie stellst du es dir vor?

01:11:34: Was könnte die Lösung sein?

01:11:36: denn diese alltägliche Delikte Die wird es immer geben und es wird sehr viel davon geben.

01:11:42: Und ich gebe dir auch recht, dass man das nicht so hinnehmen darf.

01:11:46: Es ist vielleicht menschlich verständlich, dass trotzdem etwas stoppen muss, dass Leute klauen.

01:11:51: Aber die Frage ist ja was für ein Strafmaß?

01:11:55: Wie hart muss man dem dann auf den Kopf hauen?

01:11:58: Ich habe erlebt als Jurist im Publikum sitze mit meinem Notizblock und als Journalista drüber schreibe aber mit der juristischen Brille Und dass mir sofort Argumente einfallen, wenn man die jetzt vorbringen würde könnte man die Strafe super reduzieren.

01:12:11: Also ein Beispiel ist eine Dame, die war Ende siebzig offenbar gesundheitlich ziemlich angeschlagen lebt allein von einer ganz schmalen Rente.

01:12:21: schwerhörig Die hat noch nicht mal als ihr Name verlesen wurde dem folgen können musste dann aufstehen und vor die Richterbank treten damit sie also in dreißig Zentimeter Abstand überhaupt was versteht.

01:12:31: Und dann wurde da verhandelt, auch innerhalb von zehn Minuten der ganze Prozess.

01:12:35: und weil sie so schlecht hörte hat er irgendwann im Publikum sich jemand hingestellt und sagt ja ich bin übrigens der gesetzliche Betreuer dieser Dame.

01:12:43: Der Grund ist die hatte kurz einen Schlaganfall.

01:12:45: deswegen hört es nicht gut So und ich sitze daneben, still und stumm als Beobachter.

01:12:49: Und in meinem Kopf rattet es okay gesetzlicher Betreuer.

01:12:51: habe ich gerade richtig gehört?

01:12:53: Gesetzlicher betreuer bekommst du in Deutschland wenn nur nicht in der Lage bist deine Geschäfte als Erwachsener selber zu regeln Dann wird dir vom Amt ein Betreurer der dich unterstützt zur Verfügung gestellt.

01:13:01: Das heißt diese frau ist nicht fähig zum amt zu gehen aber wir stellen sie vor Gericht ohne Anwalt.

01:13:06: Die saß da alleine.

01:13:07: Der Betreuger ist ja kein anwalt er ist auch nicht straffertlich gebildet.

01:13:10: Sie hat ja kürzlich einen Schlaganfall.

01:13:11: Ja um Gottes Willen Die ist jetzt irgendwie kognitiv eingeschränkt.

01:13:14: Das sind alles Dinge, die muss man doch wissen als Gericht.

01:13:16: Keiner hat das im Gericht gesagt.

01:13:18: Hätte ein Anwalt neben ihr gesessen?

01:13:19: Hätte ich das gemacht?

01:13:20: Hätt ich sofort gesagt.

01:13:21: also ob man jetzt über Schuldunfähigkeit spricht vielleicht nicht aber über Strafempfindlichkeit müssen wir sprechen.

01:13:27: eine Frau die so am Boden ist, die so vulnerabel sagt man.

01:13:30: Also wo es so... Verletzbar

01:13:32: ja!

01:13:33: Der ist an allem fehlt.

01:13:34: wenn mit der jetzt auch noch ne Geldstrafe aufbrummen Und sei es eine kleine Geldstrafe, dann trifft dich das so schmerzhaft.

01:13:40: Hingegen wenn du jetzt mir oder dir ne Geldstraffe gibst ja gut weiß nicht.

01:13:44: Beim Radio verdient man nicht so viel.

01:13:45: ich muss dich da enttäuschen.

01:13:46: Ja bei der Zeitung alles mit Gold gepflastet.

01:13:49: War noch nie so gut.

01:13:51: Ne aber weißt Du

01:13:52: uns kann man ja einen Monatsgehalt

01:13:54: streichen Dann ärgern wir uns und wird der nächste Urlaub vielleicht verschoben.

01:13:57: Aber

01:13:59: du hast natürlich recht.

01:14:00: naja klar Bei

01:14:01: uns kann man sogar, bei mir selber jedenfalls.

01:14:03: Da könnte man auch drei Monats Gelder streichen dann würde ich noch mehr fluchen und mich über mich selber ärgern.

01:14:08: aber es gibt Menschen wenn du denen zehn Tage setzt also ein Drittel ihres Monatzeigers.

01:14:12: Absolut!

01:14:12: Dann ist nämlich nicht erst

01:14:14: am dreißigsten sondern schon am zwanzigsten kein Geld mehr da und dann wird zehn Tage lang gehungert.

01:14:19: Dann wird Müsli mit Wasser gegessen, dann wird ohne Zahnpasta Zähne geputzt.

01:14:24: Das geht so ans Existenzielle ran und das sehen wir viel zu selten.

01:14:28: Wir sagen diejenigen, die auf der entscheidenden

01:14:33: Sonny-Side

01:14:34: und auf der Richterwang sitzen.

01:14:36: Also dass es jetzt ein benachbarte Thema oder spielt in das Reim was du gesagt hast.

01:14:40: tatsächlich bin vor ein paar Jahren aufmerksam geworden auf diese Ausmaße der Altersarmut auch in großen Städten wie Berlin Dass es da Personen gibt die sich ab einem bestimmten Punkt im Monat entscheiden müssen, ob sie Strom haben oder ob sie Heizen so in etwa.

01:14:56: Also das da wirklich und die haben keine Lobby.

01:14:59: Und das sind wirklich ... Das sind oft, oft sind es alte Leute.

01:15:03: Manchmal sind es auch Personen, die eben aus irgendwelchen medizinischen Gründen auf sich gestellt sind und denen niemand sieht und denen auch niemand zuhört.

01:15:13: Und dass ist ein ganz großes Dunkelfeld, das aber existiert an unserer Gesellschaft.

01:15:18: Aber das ist Das zeigt nur, wie vulnerable wir auch als Gesellschaft sind.

01:15:24: Ich sag

01:15:24: dir meine Zahl.

01:15:25: Jedes Jahr kommen in Deutschland hunderttausend Menschen an ein Gefängnis.

01:15:28: Hunderttauende.

01:15:29: In eine Großstadt wird jedes Jahr eingeknastet.

01:15:32: Kommt dann wieder raus ja?

01:15:33: Es wird nicht jedes Jahr mehr aber... ...jedes Jahr durchlaufen hundert Leute diesen Check-in Schalter eines

01:15:38: Gefängnisses.

01:15:39: Hundertausend!

01:15:41: Und von diesen hundert tausenden, wenn ihr mir vorstellen würdest die würden alle in einer Schlange stehen.

01:15:45: Jeder zweite hat in der Hand einen Strafurteil, wo drin steht.

01:15:50: Sie werden verurteilt zu einer Geldstrafe.

01:15:52: Falls sie die nicht bezahlen können nur dann müssen sie ins Gefängnis und so viele Leute in Deutschland können ihre Geldstrafen nicht bezahlen.

01:15:58: dass jeder zweite der Änderung gefängnis kommt nur wegen der nicht gezahlten Geldstrafe da reinkommt das ist doch etwas wo wir uns als gesellschaft wirklich mal fragen müssen was läuft da schief?

01:16:07: zumal eben auch nicht nur die gerichte sondern eben auch die gefängnisse voll sind über voll und ich glaube ich weiß nicht wenn sich das nicht geändert hat.

01:16:15: eine gefängnes Übernachtung kostet zweieinhalb Euro.

01:16:19: Das ist wie ein Nobelhotel.

01:16:21: Und das ist richtig, richtig teuer und damit sind ja irgendwie viele Kosten noch gar nicht einbezogen.

01:16:26: Wie

01:16:27: sehr trifft es allen Menschen?

01:16:29: Ja Geldstrafe haben wir gerade darüber geredet, wie sie das eintreffen kann aber Knast.

01:16:33: und selbst sagen wir mal für zwei Wochen nur... ...das ist ein Stempel den müsst ihr erleben lang nicht los!

01:16:38: Was sagt denn die Leute wenn die hören der war jetzt zwei Wochen im Knast?

01:16:40: Es spricht sich ja rum.

01:16:42: Das sind alles Gedanken, die machst du dir.

01:16:43: Wenn du da in der Zelle sitzt am ersten Tag und dann wird die Tür zugemacht, dann sitzt du da mit deinen Gedanken.

01:16:48: Was würde meine Freundin sagen?

01:16:49: Hoffentlich kriegen das ihre Eltern nicht mit!

01:16:52: Also... Und das tun wir Menschen an nur deswegen weil sie nicht in der Lage sind ihre Geldstraffe zu bezahlen.

01:16:58: Ich glaube da ist eine Härte Die hat sich so außerhalb unseres Blickes entwickelt.

01:17:03: Die ist enorm groß und über die müssen wir viel mehr reden

01:17:07: für mich.

01:17:07: Und ich glaube es ist ein Blinder Fleck, weil ich über ... Ich denke darüber gar nicht nach in meinem Leben.

01:17:15: Ich denke bei viele wichtige Dinge im Leben nicht nach.

01:17:20: Aber ich merke dann wie viele wichtige Sachen noch gar nicht eingepreist sind die auch was mit meinem Alltag zu tun haben sollten.

01:17:29: Es gibt doch diese Vereine oder einen Verein zumindest hast du im Kopf wie die heißen?

01:17:33: Freiheitsfroh Ein ganz toller Verein, also ich weiß nicht das ist was du meinst.

01:17:36: Das ist ein Verein die sammelt Spenden und

01:17:38: kaufen

01:17:39: mit Spenden Menschen frei... ...die nur wegen einer nicht gezahlten Geldstrafe sitzen.

01:17:43: Es gibt nämlich die Regeln in Deutschland, du musst es nicht mal selber bezahlen wenn du eine reiche Tante hast kein Problem.

01:17:48: zahlt dies für

01:17:48: dich oder Nachbarn oder irgendjemanden Eltern

01:17:50: ja?

01:17:51: Also

01:17:51: du musst aber auch nicht verwandt sein.

01:17:52: also ich könnte jetzt auch für dich Ich

01:17:54: kann zum Gefängnistor gehen das macht dieser Verein und sagen guten Tag ich habe hier tausend Euro übrig.

01:17:59: darf ich irgend jemandem freikaufen?

01:18:00: und dann gefängnis freut sich.

01:18:02: Da kommen dann plötzlich sieben Leute marschieren daraus, die da jetzt eigentlich drei, jeweils drei Tage übernachten hätten.

01:18:08: Das Gefängnis ist froh, die los zu sein.

01:18:10: also ganz unzynisch gesprochen weil das Gefängnes auch sieht man tut dann niemanden gefallen mit und auch der Staat hat davon nichts und keiner wird ja besser von zwei Wochen gefangenes auf und halt kein Leben nimmt dann eine gute Wendung im Gegenteil da Probleme werden eher größer.

01:18:24: Die Betroffenen sind froh so in dieser Verein erspart dass es absurde uns allen also uns Steuerzahlern auch noch Geld Wenn du dahin gehst für so etwa drei tausend Euro Leute auslöst, dann ist die Rechnung also zehnmal so viel Geld gespart vor den Start.

01:18:41: Ich

01:18:42: hab schon mal die Theorie gehabt, ob die Spenden heimlich von Finanzministern kommen.

01:18:47: Das ist

01:18:50: eine gute Idee!

01:18:51: Wir müssen jetzt ganz schnell Tchaikovsky spielen und vielleicht spielen wir ihn auch nur an, denn dann haben wir unseren letzten Gesprächspart und in dem soll es auf jeden Fall um Meinungsfreiheit gehen.

01:19:01: Jetzt hören wir TchaIKOVSKI und zwar ...

01:19:04: Weil's sind die Montag.

01:19:04: Okay.

01:19:30: Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken.

01:19:34: Und wie wir es verteidigen.

01:19:43: Ich höre immer mit Verwunderung, dass die Presse und Meinungsfreiheit in einen Top-Werfe in Deutschland den Bach runtergeht.

01:19:50: Und reibe mir in die Augen und denke, kommt Leute macht doch dieses Land nicht so schlecht?

01:19:55: Wir können auch hier sagen was wir wollen!

01:19:56: Und das ist der Moment in dem du dann sagst, ha ha ha, lest mal mein Buch!

01:20:01: Ja so ist es!

01:20:01: Fräulein!

01:20:02: Also

01:20:02: ich glaube was dich stört und das stört mich aber genauso, ist dass wir unheimlich viel... Wehleidiges Gejammer haben von Leuten, die sagen ich dürfte nichts mehr sagen aber in Wahrheit ist es einfach nur dass sie halt Kontra kriegen.

01:20:15: Also ihn wird einfach während Widerworte entgegen gebracht und dann fühlen sich davon so beleidigt das sie sagen.

01:20:20: also ich werde munthot gemacht.

01:20:22: Ich glaube da muss man ganz stark unterscheiden.

01:20:25: Das ist übrigens etwas was also rechts wie links existiert.

01:20:28: ja rechts.

01:20:29: Leute sagen ich werde gleich zum rassisten abgestempelt wenn ich mal die migrationsprobleme benenne.

01:20:35: Wo sind wir denn hier?

01:20:36: Man kann ja gar nicht mehr.

01:20:37: Es gibt aber auch Links-Leute, die sagen also wenn ich Kritiker in Israel übe werde ich sofort als Antisemit in einer Ecke gestellt und beide würde ich entgegenhalten... Also unterscheidet mal bitte eine Debatte in der ihr nicht alleine seid, in der euch auch Gegenmeinungen entgegengehalten werden von Zensur.

01:20:54: Das ist ein großer Unterschied Und Ich habe da wenig Neigung da irgendwie den Tränen in Augen zu bekommen Wenn jemand es sich erträgt wenn man kritisiert wird.

01:21:03: Sechs Kapitel.

01:21:04: Es geht unter anderem um Nazi-Vergleiche, es geht um Beleidigung, Streitkultur und Desinformationen.

01:21:12: Du bist ... Was das angeht?

01:21:14: Tja, wie soll ich das?

01:21:15: Du hast da schon eine ziemliche Muskulatur, finde ich.

01:21:19: Ich hab mir ein paar Interviews durchgelesen, in denen du dich dazu äußerst.

01:21:24: Und als Jurist hast du natürlich auch noch mal ganz andere Gedanken.

01:21:28: Aber diese Bücher die du schreibst, auch dieses Buch jetzt hier Meinungsfreiheit Nehmen uns alle ja schon ein bisschen an die Hand, dass es für einen Lein oft völlig undurchschaubar ist zu erkennen was darf ich wo ist mein Recht.

01:21:43: Und du liebst das Ganze anhand konkreter Beispiele aufzudröseln?

01:21:48: Was bekommst Du für ein Feedback auf dieses Buch?

01:21:50: Ja, das ist ein schönes Spiel eigentlich, was ich da anbiete also Die Idee war Es gibt so viele Paragrafen Beleidigung wer weiß eigentlich was das heißt.

01:21:57: Volksverhetzung ist noch so'n Begriff der hat man schon mal gehört.

01:22:00: aber Über Nachrede, also all diese Dinge einfach mal zu verstehen und zwar möglichst simpel ja muss er kein Studium haben.

01:22:08: Einfach mal anhand von Beispielen durchzuklinieren da habe ich so hundert Fälle gebildet von politischen Slogans, von Demo-Plakaten, von denen ja auch manche schon dann zur strafreitlichen Folgen führen.

01:22:18: Von Social Media Kommentaren Frechheiten gegen Politiker Beschimpfung von Politikern.

01:22:23: Und dann immer die Frage was denkst du?

01:22:25: Lieber Leserin, lieber Leser ist das noch erlaubt, minusfrei oder ist das schon strafbar?

01:22:31: Weil sich ja da so viel geändert hat auch in den letzten paar Jahren.

01:22:34: Und das ist mein Angebot, sich da ein bisschen zu orientieren.

01:22:38: und gleichzeitig ist es dann der Beginn von einem gemeinsamen Staunen weil der versucht also die Logik drin zu erkennen und der versucht dass dann alles nachzuvollziehen.

01:22:50: Das ist schon sehr schwierig geworden und das ist schwieriger geworden.

01:22:54: Und dann reflektiere ich gemeinsam, da biete ich dann immer so nachdem ich ein paar Fälle dargestellt habe, so in Form von einem kleinen Essay meine Gedanken dazu an.

01:23:02: und vielleicht um eins zu sagen zur politiker Beleidigung – ja die sind ein großes Thema seit letzter Zeit – es ist wirklich ein Problem dass man beim besten Willen nicht vorhersagen kann was für eine beleidigung strafbar sein wird und was nicht.

01:23:20: Es gibt da so viele Überraschungen.

01:23:22: Das eine Amtsgericht, das andere.

01:23:24: So es gibt auch von höchsten Gerichten nicht die griffige Formel, die einem klar macht wo sie grenzt sind.

01:23:29: Das ist alles schwammig!

01:23:31: Dass es dazu führt dass Menschen sich zurückziehen und dann kann man sagen ja gut die sollen auch weniger Schimpfworte benutzen.

01:23:36: Ist eh nicht schlecht wenn alle mal sich ein bisschen am Riemen reißen.

01:23:38: Aber ist aber nicht richtig weil wir reden hier ganz oft von Dingen wie zum Beispiel Marie Agnes strackt Zimmermann von der FDP.

01:23:46: Streitbare,

01:23:47: tolle Politikerinnen?

01:23:48: Ich

01:23:48: finde die auch gut.

01:23:49: Die ist sehr stark für Solidarität mit der Ukraine und man muss bei Waffendieferungen ein bisschen aktiver werden.

01:23:55: Wenn der gesagt wird, sie sei eine Kriegstreiber-Sau dann ist das nicht höflich aber es ist sachlich ein verständlicher Standpunkt.

01:24:02: Der ist genauso legitim wie deiner oder wie meiner.

01:24:05: ja also wir reden von Krieg und Frieden.

01:24:07: da muss der Vorwurf schon gestattet sein dass das Kriegstreiberisch ist.

01:24:11: Also Kriegstreiber, okay.

01:24:13: Kriegstreibersau?

01:24:15: Ja,

01:24:15: aber so Kamitalisten-Sau... also all solche Sachen, da ist ein bisschen Zuspitzung schon auch gestartet finde ich und da wird das eine Gericht hier sagen ja in der harten Debatte sind auch harte Worte erlaubt und das andere Gericht würde es anders sehen.

01:24:29: oder es gibt einen Fallen habe ich auch im Buch geschildert.

01:24:31: jemand schreibt im Internet Annalena Baerbock ist die dümmste Ausministerin der Welt Damit er einen Strafverfahren gemacht, das kann auch nicht... Also es finde ich nicht richtig.

01:24:38: Auch wenn ich es überhaupt nicht so sehe, ja?

01:24:40: Nalina Bebock war besser als viele andere Ausminister.

01:24:43: Sie können sich das Buch hier kaufen!

01:24:45: Und wir verlosen drei Exemplare von Meinungsfreiheit wie Polizei und Justiz, unser Grundrecht einschränken.

01:24:52: Und wie wir es verteidigen?

01:24:53: Ich möchte Ihnen und euch aber auch zusätzlich noch Jura Not Alone ans Herz legen, dass du gemeinsam mit Nora Markert an einer Juraprofessorin geschrieben hast das ist auch zwölf Ermutigungen habt ihr es genannt die Welt mit den Mitteln des Rechts zu verändern.

01:25:09: Auch ein ganz tolles Buch!

01:25:11: Wer es gewinnen möchte, also Meinungsfreiheit der Beantworte bitte folgende Frage richtig.

01:25:17: Nach welchem Paragraf des Strafgesetzbuches werden Beleidigungen geahndet?

01:25:21: Welche Nummer?

01:25:22: Das

01:25:22: ist relativ leicht nachzuschauen.

01:25:24: Vielleicht seid ihr ja auch bereits erfahren und das sind sie erfahren.

01:25:28: Schickt die richtige Lösung an Hörbar vor, genau mehrfach vor bestraft!

01:25:32: An hörbar at radioeins.de.

01:25:34: schreibt bitte eure Telefonnummer und eure Adresse in die E-Mail Und wir steigen aus.

01:25:42: Guck mal, hast du das Eichhörnchen gerade gesehen?

01:25:44: Das ist ein kleiner Gruß der dein Herz erwärmen soll denn der Song mit dem wir rausgehen lässt die Herzen gefrieren.

01:25:52: Smiling Upside Down hast Du dir ausgesucht.

01:25:55: auf deiner Liste

01:25:57: Es sind die von Noga Eretz einer israelischen Musikerin deren letztes Album fertig produziert wurde vor den siebten Oktober

01:26:08: Als das Massaker

01:26:10: stattfindet.

01:26:10: Der Hamas im Israel, genau und dann der ganze folgende Gaserkrieg und das Grauen.

01:26:15: Und die Lieder haben aber auf so gespenstische Weise Texte, die man also nach dem siebten Oktober auch als Kommentar zu Gegenwart lesen kann.

01:26:25: Die Sängerin hat ein Konzert in Berlin gespielt vor anderthalb Jahren was sehr toll war Währt sich immer dagegen dass sie politisch sei und dessen oft die politischsten Menschen.

01:26:36: Ich möchte mich bedanken bei dir.

01:26:39: Ich darf stellvertretend für sehr, sehr viele Leute die diesen öffentlichen Diskurs verfolgen dass du als jüdischer Jurist und Journalist wie ich finde alles tust um eine Ausgewogenheit herzustellen und eine Balance.

01:26:55: Ich habe mehrere Artikel von dir gelesen so auch in einer Entgegnung in der jüdischen Allgemein mit der Überschrift Zivilisten sind

01:27:04: Zivilisten auch im Gasersteichen zu schützen.

01:27:06: Ich sage immer, ich bin in einer Ostkonflikt hundert Prozent auf einer Seite und ich schäme mich nicht das zuzugeben.

01:27:11: Ich bin hundert prozent auf Seiten des humanitären Völkerrechts.

01:27:14: Das ist nicht so komplex.

01:27:16: Humanitäre Völkerrecht sagt zivilisten sind tabu Wenn sich Kompatanten ja in Uniform oder ohne gegenseitig die Köpfe einschlagen.

01:27:24: lasst die Zivilistinnen Ruhe Und wer sie einen Zivilismus versündigt gegen den muss man protestieren und aufstehen.

01:27:30: Ich danke dir, lieber Ronin.

01:27:32: Schön dass du ein bisschen was aus deinem Leben erzählt

01:27:35: hast.

01:27:35: Tschüss!

01:27:35: Danke dir.

01:27:49: Das war der Podcast der Radiosendung

01:27:52: Hörbar

01:27:52: Rust.

01:27:53: Wir hoffen das es Ihnen gefallen hat.

01:27:55: wenn Sie möchten sie können ihn abonnieren.

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